Wieso gilt Suizid teilweise als feige?

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15 Antworten

Hallo!

Suizid gilt deswegen als feige, weil er nicht zu einer immerzu strahlenden lachenden Gesellschaftsrolle passt & außerdem viel zu wenig darüber bekannt ist.. die wahren Beweggründe eines, der sich umbringt, sind keinem geläufig der nicht selbst schon psychisch ganz weit unten angekommen war. Sobald sich so jemand das Leben beendet, ist einem alles egal.. sowohl die Reaktion/Trauer der nächststehenden als auch das, was andere darüber reden könnten. Man will einfach nur noch schmerzfrei leben, egal ob man psychisch oder körperlich gehemmt ist.

Da leider auch die Medien psychische Probleme bzw. Krankheiten oder Betroffene als "Leute, die einen Schatten haben und nicht ganz richtig im Kopf sind" hinstellen, ergibt sich dann diese Stigmatisierung.

Viele, die einen als Feigling einstufen, der sich selbst umgebracht hat, sind außerdem typische Stammtischbrüder, die auf alles eine Antwort wissen & das vor allem auf Fragen, die nie jemand gestellt hat --------> Halbwissen & Vorurteilsdenken führen exakt zu solchen Sprücheklopferaktionen.. sehr schade & bedenklich.

Meine Meinung.

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Also damit habe ich bisher keine große Erfahrung.

Doch ich schätze mal, Leute die suizid begehen, machen es nicht aus Interessensgründen, sondern eher, weil sie nicht mehr weiter wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen, bzw. dass sie darin kein Sinn mehr finden oder sich von ihrem Leid befreien wollen. Der Behauptung, solche seien feige, verneine ich. Mir ging es auch eine Zeit lang nicht gut und dachte durchaus auch mal daran, ob nicht alles besser wäre, wenn ich nicht mehr auf Erden wäre. Doch keinesfalls suizidgefährdet! Keine Angst! Trotzdem fragt man sich glaube ich sowas. Und wenn man bedenkt, dass es schlimmere Schicksale gibt, muss man sich erstmal in so eine Lage hineinversetzen können oder gar selber drin sein um solch einen Suizidgedanken nachzuvollziehen.

Die 'Tat' an sich, ist schwierig zu bewerten. Sollte es soweit kommen, hat es wohl seine Begründung. Wo diese liegt, ist immer verschieden, so nehme ich an. Deshalb finde ich, dass wir sowas nicht bewerten dürfen, bzw. darüber ein Urteil fällen sollten, wie ein Mensch wirklich ist.

Denn um eine Person als feige zu bezeichnen, müsste man erstmal wissen, wie es ist, selber als feige bezeichnet zu werden. Obwohl da der Kontext wohl eine entscheidende Rolle spielt, wie erwähnt.

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Waum sollte ein Mensch, der "ziemlich mutig" ist, sich das Leben nehmen?

Wenn du völlige Hoffnungslosigkeit bishin zur Entscheidung es endlich zu beenden, nur damit man endlich seine Ruhe hat, als mutig bezeichnen willst...

Ich würde es aber auch nicht feige nennen. Es ist nichts von beidem. Was ich als feige, und erbärmlich bezeichnen würde, sind Selbstmordattentäter, die tatsächlich glauben, sie kommen ins Paradies, wenn sie wahllos Frauen, Kinder, Unschuldige, und sogar Brüder im Glauben töten. Dumme Werkzeuge.

Möglicherweise nennt ein Beobachter es mutig oder feige. In meinem Umfeld hatte ich 2 Leute, die sich selbst das Leben genommen haben. Mit einem davon hatte ich noch eine Weile Kontakt, bis er einfach verschwand. Er sagte mir, es ist wie Fieber, das immer schlimmer wird. Und dass er die Schmerzen nicht mehr erträgt, das er nie wieder ruhig schlafen kann. Er fühlte sich die ganze Zeit wie in der Achterbahn. Ich denke, irgendwann treibt sowas einen Menschen dazu, einfach den "Off" Knopf drücken zu wollen. Man könnte diesen Menschen bestimmt oft helfen. Aber ich glaube viele in so einer Lage entziehen sich nur zu gerne dieser Hilfe. Ich finde nicht, dass soetwas irgendwas mit Mut oder Feigheit zu tun hat. 

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Kommentar von Matschpfirsich
05.06.2016, 23:48

Tolle Antwort, danke dafür :)

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Die Frage ist ja auch, wem tue ich damit noch sehr weh?
Befriedigt mich das kurz vor dem Tod, das andere Leute um mich trauern?
Wenn ich den Schritt mache, habe ich denn alles getan, das ich kein anderen Ausweg gefunden habe?

Ich persönlich finde es mutig, weil das Leben zu schön ist und es bestimmt kein schönen Freitod gibt...
Ich denke egal wie ich sterbe, ob es nun durch Tabletten oder durch schmerzvolle Methoden, kurz bevor der Körper stirbt, kämpft er noch mal und das ist bestimmt nicht schön!!!

Und ob es dann wert ist, sei dahingestellt?

Ich kann es aber auch verstehen, wenn manche in Lebzeiten Quallen ertragen müssen und dann diesen Schritt wählen, weil es dann nicht mehr schlimmer kommen kann, nach ihren empfinden?!

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Kommentar von LetzWetz
05.06.2016, 23:56

Dafür nicht, ich fand die Frage sehr gut!

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Eigentlich schon. Aber unsere Gesellschaft sieht Suizid als schlecht an, also bezneichnet man es als feige, in der Hoffnung es zu verhindern.

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Für mich ist Suizid weder mutig noch feige, vor allem weil dieser Aspekt gar nicht im Fokus steht. Die Person, die Suizid begeht möchte keinen Mut beweisen, indem sie sich dem Unbekannten stellt. Ebenso wenig wie sie Feigheit zeigen will.

Per Definition ist es allerdings in den meisten Fällen doch mutig, da Mut bedeutet, dass man auf Gefahren zugeht und etwas tut, obwohl man Angst hat. Die meisten Menschen haben auf irgendeine Art Angst vor dem Tod, dem Unbekannten.

Feigheit hingegen bedeutet, sein Handeln durch Furcht bestimmt wird und sich einer Aufgabe nicht stellt. Nicht jeder Suizid ist durch Furcht bestimmt und wir können nicht darüber urteilen, ob sich die Person "einer Aufgabe" nicht stellt. Es könnte theoretisch auch ihr Schicksal / ihre Aufgabe gewesen sein, zu sterben. Vor allem bei Menschen, die schwer körperlich krank sind, kann man schlecht behaupten, sie würden sich ihrer Aufgabe nicht stellen, da sie in der Regel bald sterben werden oder gar nicht mehr "normal" leben können.

Verschiedene Kulturen verbinden auch Verschiedenes mit Suizid. Attentäter, die sich selbst in die Luft sprengen, werden von ihren Kollegen gefeiert. Da könnte man von Mut sprechen. Suizid scheint in unserer Kultur weitaus mehr verpönt zu sein und gilt deshalb oft als feige. Mit Feigheit wird oft auch Ehrlosigkeit verbunden, allerdings wird Toten in vielen Kulturen mehr Respekt gezollt. Kein anständiger Mensch würde schlecht über einen Toten reden. Somit verliert einen Person nicht an öffentlichem Ansehen aufgrund dieser letzten Handlung, also ist es auch unter diesem Gesichtspunkt nicht feige.

Abschließend kann man sagen, dass kein allgemeingültiges Urteil gefällt werden kann.

Jetzt mal weniger sachlich: Wer sagt, das sei feige, soll erstmal selber solche Probleme haben. Dann dürft ihr auch mal mitreden und labert keinen Stuss mehr. Ja, natürlich gibt es Fälle, in denen man der Person hätte helfen können, aber hört einfach auf zu pauschalisieren, das macht euch nicht cool oder so.

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Man sollte das Leben trotz all den negativen Aspekten genießen. Wenn man sich das Leben nimmt, schadet man sich nicht nur selbst, sondern auch den anderen.

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Kommentar von 2015Lala
05.06.2016, 23:44

Das Leben zu genießen ist leider nicht immer einfach.

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Kommentar von conkerwad
05.06.2016, 23:45

Aber machbar mit den richtigen Leuten.

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Kommentar von Matschpfirsich
05.06.2016, 23:52

Schöne Antwort, leider nicht die auf meine Frage^^ aber danke.

(Es geht hier auch gar nicht um mich, nur um das klarzustellen, es war nur allgemein gefragt)

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Suizidgedanken kann man haben weil man für Probleme keine Lösung sieht. Es ist also ein weglaufen vor Probleme die man sich nicht imstande sieht zu lösen. Und das gilt eben als Feige.

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Kommentar von Matschpfirsich
05.06.2016, 23:53

Und was ist mit dem Tod? Ist es nicht genauso feige, vor dem Tod wegzulaufen, bloß weil man ihn nicht kennt?

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mal ganz ehrlich , ich würde es nicht schön finden wenn irgendjemand den ich kenne sich selbst umbringen würde ( selbst wenn es mein "erzfeind" wäre) 

wenn man mit seinem Leben unzufrieden ist , dann ändert man es halt , ich war auch eine weile unzufrieden (hatte aber nie suizid gedanken ) , ich hab einfach einige neue dinge probiert und ich fühle mich jetzt viel wohler , es gibt einfach keinen Grund warum man sein leben beenden sollte  

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Kommentar von 2015Lala
05.06.2016, 23:44

Dafür gibt es viele Gründe und man kann es nicht einfach ändern. Wie soll man denn z.B. ändern das man gemobbt wird?

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Kommentar von Matschpfirsich
05.06.2016, 23:50

Viele Menschen, die von Depressionen etc betroffen sind, sehen auch gar keinen Ausweg. Für die ist die Möglichkeit "ändern" gar nicht mehr vorhanden.

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Kommentar von voruebergehend
06.06.2016, 18:37

Du sagst es schon: du hattest nie Suizidgedanken. Das ist wirklich schön für dich (keine Ironie). Aber dann halt dich bitte raus mit deinen wenig fundierten Lösungsvorschlägen a la "dann ändert man es halt". Allein dieses "halt" zeigt doch, wie wenig du dich damit auseinandersetzt / setzen KANNST. Es gibt sehr wohl viele Gründe sein Leben zu beenden, und da hilft es nichts "ein paar neue Dinge zu probieren".

Ich war übrigens auch nie suizidgefärdet, ich kann mich bloß besser in diese Leute hineinversetzen und auch Verständnis zeigen, bzw. bin sowas gegenüber aufgeschlossener.

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Menschen die einen solchen Schritt einfach nur mit dem Wirt "feige" abtun, habe das geistige Niveau von Toastbrot (ohne dem Toastbrot mache treten zu wollen, es kann immerhin schimmeln).
Mutig ist dieser Schritt nun aber auch nicht, da man ja bewusst aus einem Leben tritt, mit all den Sorgen, Problemen aber auch den schönen Momenten.
Die meisten Nahtoderfahrungen, die mir bekannt sind, werden als schön definiert. Ganz so unbekannt ist es also nicht

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Du bist hier auf Erden, weil Du was zu lernen hast, weil Du Lernprozesse abzuleisten hast, weil Du karmische Bindungen zu bereinigen hast, weil Du Aufgaben hier hast, weil Du eine seelisch-geistige Weiterentwicklung vornzunehmen hast, und, und, und...

Der Selbstmord ist in dem Sinne dann feige, weil man sich vor diesen - ich gebe zu - schweren Aufgaben drücken will...

Jedoch gitb es auch Fälle, in denen es angebracht wäre, oder bei denen psychische Störungen vorhanden sind...

Das, was danach kommt, kommt auf jeden Fall auf einen zu. Nur: Solange man seine Aufgaben und alles andere nicht bewältigt hat, wird man erst einmal immer wieder auf Erden zurück kehren müssen....

bevor man dann in den Genuß des Jenseits, der jenseitigen Welten und der jenseitigen Aufgaben gelangt....

Gruß Fantho

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Der Preis, um den man spielt, ist dabei leider ziemlich hoch. Wenn, was ja nicht so abwegig ist, mit dem Tod alles endet, wars das. Rückweg gibts nicht.

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Es ist feige, weil man sich aus dem Leben stiehlt, anstatt zu versuchen, das Leben zu meistern. Das ist nämlich heutzutage eine Herausforderung, die man annehmen sollte.

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Auf jeden Fall ist es arrogant zu behaupten, sie alle wären feige.

Und ja, als eine Form von Mut kann man das auch ansehen.

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Kommentar von Valerie19
06.06.2016, 00:31

mut sich das leben zunehmen! haaalloooo es ist ziemlich feige seine familie leiden zulassen oder bekommst du einen orden, preis oder eine anerkennung nach deinem suizid!?

Claudia: heeee der klaus ist vor den zug gesprungen gestern!

Markus: wooow der klaus war aber sehr mutig!

klingt gut ne!

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Die die meinen Suizid sei feige sind die die in ihrem Leben noch nichts aushalten mussten oder bei jedem kleinen Problem meinen Sie wüssten wie hart das Leben sein kann obwohl Sie keine Ahnung haben.

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