Wieso gilt man erst ab einem IQ von 130 als hochbegabt?

12 Antworten

Ist doch egal.

Irgendjemand hat irgendwo mal eine Grenze festgelegt.

Einen IQ von über 130 haben soweit ich weiß nur 2.2 % der Bevölkerung, einen von über 120 doch immerhin 8.9 %.

Der IQ ist eine rein statistische Größe. Er vergleicht die Intelligenz eines Individuums mit der einer Population. Wenn der Rest der Bevölkerung "intelligenter" wird (nach dem Kriterium, das der IQ-Test misst), sinkt Dein IQ, obwohl Du natürlich nicht "dümmer" wirst.

Das ist nur Statistik. Die Intelligenz ist normalverteilt, die Mitte wurde bei einem Wert von 100 Punkten festgelegt, eine Standardabweichung mit 15 Punkten. Somit ist man bei einem Wert von 130 zwei Standardabweichungen über dem Mittelwert von 100.

Mach Dir nicht viele Gedanken darüber, ob Du nun knapp unter oder knapp über dieser Grenze liegst. Es kommt darauf an, was man draus macht.

Ich bin nicht der Ansicht, dass dieser Test so aussagekräftig ist. Da kann ich gut mich als Beispiel hernehmen. Zwar habe ich mich noch nie testen lassen, weiß aber, dass ich dabei sehr schlecht abschneiden würde. Schlicht und einfach, da mir das Verständnis für mathematische Systeme fehlt. Dafür bin ich sehr gut darin, Schlussfolgerungen aufzustellen und Zusammenhänge zu erkennen. Allle Themen, welche sich mit der Psychologie befassen, verstehe ich sofort, wenn ich nur ein Mal davon höre.

Wie viele hier schon gesagt haben, berücksichtigt der Test nicht die Stärken und Schwächen des Einzelnen.

Ich bin im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich grottenschlecht - aber eben auch auf den Gebieten, die eher in der rechten Gehirnhälfte angesiedelt sind, im sprachlich-musischen und eben auch psychologischen, philosophischen Bereich genauso drauf wie Du.

Da mir meine verstorbene ältere Schwester mit einem IQ von 136 immer vorgehalten wurde, habe ich später mal von einem Facharzt einen fundierten Harwig-Test machen lassen. - Ergebnis: 141.

Deshalb - wer will schon an Begabungen und Talenten einen IQ festmachen.

Auch wenn ich in der Familie als die kleine Dumme galt, wusste ich doch immer, dass ich so dumm nicht sein konnte.

Also mach' Dich nicht verrückt. - In dieser technokratischen Welt wird der mathematisch-naturwissenschaftliche Bereich überbewertet und als der Maßstab aller Dinge betrachtet - weil es ja so beabsichtigt ist, die Menschen von eben diesen anderen eher humanwissenschaftlichen empathie- und weisheitsbetonten Bereichen abzuhalten - denn die können oftmals viel eher hinter die Kulissen schauen, sind oft empathischer und weitsichtiger und können viel eher analoge und fachübergreifende Zusammenhänge erfassen - laufen also viel eher nicht Gefahr, zu sogenannten Fachidioten zu werden.

In meiner damaligen Schülerzeit sagte mir mal ein Mathematiker in einer aus heutiger Sicht anmaßenden Überheblichkeit: "Mathematik ist die höchste Schule der Logik" und ich fühlte mich dann erst recht strunzdoof.

Heute weiß ich, dass es auch eine sprachliche Logik gibt, die wiederum die meisten mathematisch-naturwissenschaftlich Begabten nicht begreifen.

Also mach' Dich nicht verrückt, folge Deinem Herzen und Deiner Berufung und wenn es Dir Freude macht, dann studiere doch halt Psychologie oder irgendein geisteswissenschaftliches Fach - was auch immer Dir Freude und Dich glücklich macht.

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Salue Desmond

Sowohl der Grenzwert als auch die Anlage des offiziellen IQ-Tests sind menschengemacht.

Der Test setzt die Priorität auf so genannte "Digital-Denker", das sind Leute, die sich gut konzentrierten und sich Fakten und Daten gut abspeichern können. Diese zeichnen sich der Schule meistens durch sehr gute Noten aus.

"Analogdenker" kommen im Test eher schlecht weg. Solche Leute haben, extrem ausgedrückt, ein Hirn wie ein Löchersieb und arbeiten häufig mit Eselsbrücken.

Wie Du selber bemerkst, werden beim iQ-Test sehr viele Faktoren nicht berücksichtigt.

So ist es der Praxis häufig so, dass Leute mit einem eher schlechten IQ-Resultat trotzdem im Leben besser zurechtkommen und teilweise dann auch zu aussergewöhnlichen Leistungen wie Erfindungen etc. fähig sind.

Man sollte daher diesen IQ-Wert nicht überbewerten.

Es grüsst Dich

Tellensohn

""Analogdenker" kommen im Test eher schlecht weg. Solche Leute haben, extrem ausgedrückt, ein Hirn wie ein Löchersieb und arbeiten häufig mit Eselsbrücken."

Da möchte ich mit einem IQ 141 aber heftig widersprechen. - Ich habe ein ausgeprägtes analoges Denkvermögen, aber kein digitales. - Ich bin technisch, informatisch deshalb nicht begabt, erfasse aber aufgrund des analogen Denkvermögens fachübergreifende Zusammenhänge sowohl in der Tiefe wie in der Breite und bin in der Lage, entsprechende Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.

Das können wiederum viele vor allem technisch und informatisch begabte Menschen nicht so gut wie garnicht.

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"Man sollte daher diesen IQ-Wert nicht überbewerten."

DAS sehe ich genauso. - Es gibt viele Variationen von Intelligenz - wer will dieses komplexe Gefüge schon durch einen vor allem auch linkshirnbezogenen IQ-Test erfassen.

Und erstlich ist es das Wichtigste, dass man sein Leben nach seinem Herzen gestalten kann und glücklich ist mit seinem Leben.

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Da treibst Du doch reine Wortspielerei. Wenn ich aus einer gegebenen Grundgesamtheit alle Leute mit einem IQ von 130 aufwärts als "hochbegabt" auswähle, dann habe ich einfach eine kleinere, elitärere Auswahl als mit großzügigeren Definitionen. Wenn mir die mit dem Kriterium "IQ 130" getroffene Auswahl an Leuten nicht hinreicht zur Bewerkstelligung meiner geplanten Aufgaben, dann setze ich eben das Kriterium herunter auf 125 oder 120. Dann definiere ich eben "Hochbegabung" ab 120 aufwärts.

Die Bereiche der Intelligenzmessungen orientieren sich natürlich an den jeweiligen Anforderungen, für die ich gerade Leute auswähle. Für welche Aufgabe sollte denn eine bestimmte Intelligenzleistung über 20 ganz verschiedene Bereiche taugen? Das ist doch wirklichkeitsfremd!

Außerdem misst Du den Intelligenztests eine völlig weltfremde Bedeutung im Leben zu. Wirklich intelligente Menschen wissen selbst, was sie können, die klammern sich nicht ständig an irgendwelche Testergebnisse, so etwas brauchen die gar nicht. Die Tests sind ohnehin wenig aussagefähig und wenig genormt. 

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