Wieso gibt es so viele Heuchler nach einem Selbstmord?

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12 Antworten

Das ist meist keine Heuchelei im engeren Sinne. 

Der Tod erschreckt uns. Im Alltag gibt es viele Gründe, jemanden zu ignorieren (man mag ihn nicht so gerne, er hat andere Interessen etc.), oder unfreundlich zu sein (er nervt, hat komische Angewohnheiten, ärgert einen gerne, stört zu unpassender Zeit) und in der Gruppe macht man sich gern über das Verhalten lustig (jeder - und sei es, dass man mit anderen über Verhalten, das einen stört, tratscht!).

Das ist normal und der Ärger wird auch jedes Mal gleich oder stärker erlebt. Nehmen wir an, du hast einen Nachbarn, der gern nachts laut Musik hört. Du ärgerst dich, weil du nicht schlafen kannst, klingelst evt. öfter und drohst ihm mit der Polizei, regst dich bei Freunden auf, dass du übermüdet bist, weil der Heini nicht die Nachruhe einhält. Soweit ist das völlig normal! Du willst schlafen, wirst gehindert, das führt zu Stress, du ärgerst dich, der Ärger richtet sich gegen ihn.

Nun bringt er sich um!

Du bist erst mal entsetzt wie von jedem Tod einer dir bekannte Person.

Du zweifelst: Hast du dazu beigetragen? Hättest du dich nicht beschweren, nicht mit der Polizei drohen sollen? Hat das vielleicht den letzten Ausschlag gegeben?

Plötzlich siehst du den Nachbarn ganz anders, findest Gründe, ihn zu bedauern, vielleicht war er einsam etc.

Das ist keine Heuchelei sondern eine Reaktion auf das Entsetzen über seinen Tod. In diesem Moment denkst du, wenn ich noch mal die Chance hätte, würde ich mich nicht beschweren, ich würde ihn vielleicht auch mal zum Kaffee einladen etc.

ABER: Wenn du wirklich noch mal in der Situation wärest  - außerhalb der akuten Trauer/ des akuten Schocks - würdest du wieder genauso handeln weil es dich einfach nerven würde!!!

Vielleicht nehmen Mitschüler, die leichtfertig jemanden ärgern oder mobben, ohne dass sie wirklich Grund dazu hätten (sich genervt, gestört, bedroht etc. fühlen) nach einem Selbstmord das Opfer mehr als Mensch wahr als vorher. Vorher war das Opfer vielleicht nur ein komischer Typ, jemand, über den man lachen und den man ärgern kann. Aber hinterher wird ihnen klar, dass das Opfer auch ein Mensch war, mit gleichen Gefühlen und dass sie sich das vielleicht nicht so ganz klar gemacht haben (Leute, die man ärgert, nimmt man nicht als gleichwertige Menschen wahr, man überlegt sich nie oder selten, wie man sich selbst in ihrer Lage fühlen würde, man glaubt, sie würden das nicht so tragisch nehmen wie man selbst in dieser Lage).

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Hallo,

ich schätze, dass es in den meisten Fällen keine Heuchelei ist und den Leuten die Tragweite ihres Tuns erst bewusst wird wenn es zu spät ist.

Ich hatte ein Nachbarin, die rechts angehaucht war und sich am liebsten um die Sachen von anderen gekümmert hat.

Zu mir meinte sie auf der Straße vor anderen Leuten, dass meine Fenster so schmutzig wären, dass man nicht rein sehen könnte. Ich erwiderte,  dass dies so ist, damit neugierige Leute nicht reinschauen können.

Suw war sprachlos und zog beleidigt ab.

3 Rage später ist sie an einem natürlichen Tod gestorben.

Wihl fühlte ich mich nicht wirklich. 

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Ich finde schon, dass das noch ungewöhnlich ist, wenn sich Jugendliche das Leben nehmen.

Über Tote redet man nicht schlecht und ein schlechtes Gewissen will man auch nicht haben, denn das würde man nie mehr los werden.

Viele wollen ärgern. Viele wollen mobben. Aber dass sich jemand umbringt, dass wollen dann doch die meisten nicht. Und deswegen ist es nicht einmal gelogen, wenn die Mobber sagen, dass es ihnen Leid tut. 

Was du tust, ist Pauschalisieren. Damit behandelst du diejenigen ungerecht, denen es wirklich Leid tut.
Und die anderen, wie gesagt, die wollen ihren Schein wahren. Das ist wahrscheinlich die Antwort, die du hören möchtest.
_____________

Ich lese Ansätze heraus, dass du etwas Dummes vorhaben könntest und die Schuld schon einmal vorab geklärt, auf andere abwälzen möchtest. Nur der Sicherheit halber: Pass auf dich auf!

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Kommentar von WastedYout
07.09.2016, 16:09

Ob ich mich nun umbringen will oder nicht hat rein gar nichts mit meiner Frage zu tun

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Kommentar von WastedYout
07.09.2016, 18:34

Du meintest es aber und schlimm finde ich das es rein gar nichts mit der Frage zu tun hatte

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Es ist vermutlich ein eher Aufschrecken. Sie wachen auf. Es muss leider immer etwas passieren, bis andere handeln.. Und oft würde erst dann etwas passieren, wenn es bereits zu spät ist.

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Einfach um sich selbst einreden zu können, was man doch für ein guter Mensch sei.

Damit andere sehen wie herzensgut man ist.

Ohne dieses Verhalten hätten manche ein schlechtes Gewissen, andere fürchten in der Gesellschaft abgewertet zu werden.

Mit diesem heuchlerischen Getue sprechen sich viele innerlich von ihren Fehlern frei.

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Weil man besonders in diesem Alter den Tod verdrängt bzw. keinen Gedanken dran verschwendet. Man will leben, Spass haben......

Wenn dass jemand stirbt, egal wie, ist die Betroffenheit groß. ich würde das niemandem per sé absprechen, auch wenn man zu Lebzeiten keine enge Beziehung zu demjenigen hatte.

Ein Suizid ruft ausserdem eine Flut von Gefühlen hervor, Unsicherheit, Schuld, Erinnerung(denn vielleicht hat ja der ein oder andere in einer Krise doch auch mal drangemacht, für Teenager kann ja fast alles zur lebensbedrohlichen Krise werden), Verwirrung (hat man vorher was gemerkt)..........

Als Heuchelei würde ich diese Reaktionen deshalb nicht bezeichnen. 

Ein paar Selbstdarsteller mag es schon geben, die dann die Bühne für sich beanspruchen, aber mal ehrlich, die Sorte kennt man doch.

Die grosse Masse ist wirklich betroffen.

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Kommentar von WastedYout
06.09.2016, 23:13

die Leute waren ja vorher nicht betroffen als man das Opfer dazu getrieben hat den Schluss Strich zu ziehen also warum auf einmal wenn es sich umgebracht hat?

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Kommentar von CCTAP
06.09.2016, 23:16

weil das kinder sind die nicht nachdenken

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Kommentar von WastedYout
06.09.2016, 23:20

Dann ist etwas in der Erziehung ganz klar falsch gelaufen

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Vielleicht übersiehst Du in Deiner Selbstgerechtigkeit, dass es den Leuten wirklich leid tun könnte? Es ist etwas anderes, ob ich mich jemandem gegenüber feindselig oder ablehnend verhalte oder ihm wirklich den Tod wünsche. 

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Kommentar von WastedYout
06.09.2016, 23:19

Niemanden der jemanden in den Suizid treibt wird es ihm nachhinein wirklich Leid tun

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Kommentar von FelinasDemons
06.09.2016, 23:26

Deine Aussage ist absolut falsch,Wasted. botanicus hat Recht.

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Angst vor der eigenen Verantwortung / eigenem Anteil daran, da ist leugnen leichter und man macht sich das dann auch selbst vor, um mit der Schuld leben zu können

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Kommentar von eni70
07.09.2016, 11:05

Das ist doch Quatsch, es gibt keine Verantwortung daran. Diese letzte Entscheidung trifft derjenige für sich selbst.

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Weil man danach erst realisiert, was man ( falls man teilweise schuld hat ) angetan hat und wie es den Opfer ergangen ist...

Und davon abgesehen, kann ich mir tatsächlich nicht vorstellen, dass es Leute sind, die froh sind Menschen (teilweise) auf dem Gewissen zu haben.

Außerdem kann man nicht auch noch nach dem Tod über das Opfer herziehen

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Kommentar von WastedYout
06.09.2016, 23:09

Die meisten waren sich die ganze Zeit darüber bewusst was sie dem Opfer angetan haben

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Kommentar von 1900minga
06.09.2016, 23:10

Klar. Das ist Mobbing.

Aber die Täter, denken eben nicht weiter als 2 Minuten...

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Kommentar von WastedYout
06.09.2016, 23:15

Das schlimme ist das meistens alle ihren Teil dazu beigetragen haben und sich dadurch nicht jeder einzelne schuldig fühlt

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Das ist keine Heuchelei.

Eventuell könnte man dieses Verhalten als Reue bezeichnen. Wobei selbst das schwierig ist, weil der einzige Mensch, der wirklich schuld an seinem Tod ist, der Selbstmörder selbst ist.

Davon abgesehen ist es aber auch mit dem Tod, wie mit allen anderen Sachen, man lernt sie oft erst zu schätzen, wenn sie nicht mehr da sind.

Wenn ein Mitschüler, der vorher immer nur als nervend aufgefallen ist, kann es sein, dass durch die Abwesenheit doch bemerkt wird, wie viele positive Seiten der Mitschüler mitbrachte.

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Kommentar von WastedYout
07.09.2016, 16:12

Ja absolut die Schuld des Opfers wenn er so geboren wurde wie er ist

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Kommentar von WastedYout
07.09.2016, 23:07

Es ist im Grunde jemanden dazu zu bringen Suizid zu begehen

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das ist doch bullshit. niemand nimmt sich das leben für jemand anderen sondern weil er nicht mehr mit sich selbst klarkommt. Selbstvertrauen/ Sicherheit = 0. solche leute brauchen professionelle hilfe und können von keinem freund/ kollegin oder familie erwarten, dass sie hilfe verweigerten und daher Beihilfe zum Selbstmord leisten.

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Kommentar von WastedYout
07.09.2016, 16:08

Also weil jemand keine Selbstvertrauen hat darf er gemobbt werden oder verstehe ich das falsch?

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Kommentar von leihwagen
07.09.2016, 20:25

Wow. Weder in deiner frage noch in meiner Antwort ist von mobbing die rede.. Gemobbt werden meist aussenseiter und ein socher zeichnet sich oftmals durch ein stark geprägtes individuum aus. Warum sollte man zum mobbing opfer werden, wenn man kein selbstvertrauen hat?

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Kommentar von WastedYout
07.09.2016, 21:18

Weil Leute die gemobbt werden oft ein geringes Selbstvertrauen haben und teils auch deshalb gemobbt werden

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Kommentar von leihwagen
07.09.2016, 22:14

Mag vielleicht bei dir der fall sein ;). Aussenseiter können sich nirgens einordnen/ haben mühe sich mit einer gruppe zu identifizieren. Selbstvertrauen spielt da meiner meinung nach keine rolle.

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Selbstdarstellung, von Anfang bis Ende.

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