Wieso gibt es mehr schlechte als gute Horrorfilme?

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7 Antworten

Ich würde es auf folgende Punkte herunter brechen:

  • Dein persönlicher Filmgeschmack: Ich persönlich denke, dass mindestens 80% der Liebesfilme ebenfalls Müll sind. Das beurteile ich so, weil ich mit dem Genre nix anfangen kann. Vielleicht ist es bei dir und Horrorfilmen genauso.
  • Trends und Filme, die im Fahrwasser schwimmen: Als Beispiel könnte man "Saw" nennen. Der erste Teil ist wirklich innovativ und ein Meilenstein, "Hostel" ist schon ein deutlich simplerer Vertreter, und nach den beiden Filmen wurden palettenweise Folterpornos produziert, bei denen die Qualität dann nachlässt. Das gleiche gilt auch für Slasher, Zombiefilme, Found-Footage, usw. in ihrer jeweiligen Epoche
  • Fortsetzungen: Da wurde schon so manche Reihe totgeritten, zum Beispiel "Saw". ;) Es ist gerade im Horrorgenre so, dass die späteren Filme einer Reihe nur noch stumpf nach Schema F abgespult werden bzw. die Grundidee aus den ersten Teilen in irgendwelche grotesken Züge abdriften lässt.
  • Remakes: Es gibt zwar auch gute Remakes, aber viele Neuverfilmungen wirken so, als wenn die Verantwortlichen das Original nicht so ganz verstanden haben und dementsprechend den Geist des Originals nicht in der Neuverfilmung umsetzen. Und das verprellt eben die Fans des Originals. Jason Vorhees war in den Originalfilmen ein direkter und eher wenig intelligenter Schlachter. Im Remake nimmt er Gefangene und denkt bei seinem Racheplan ein paar mal um die Ecke. Warum Michael Myers mordet, ist Gegenstand der gesamten Originalreihe. Im Remake bekommt er gleich am Anfang eine Begründung und zwar eine von ganz unten aus der Klischeekiste.Die "Ich guck keine alten Filme"-Mentalität: Man sieht hier bei Filmfragen oftmals, dass die Leute bitte nur Filme nach 2012 oder so vorschlagen sollen, alles andere ist zu alt. Klar, dass einem bei rund 100 Jahren Filmkunst so einiges entgeht, wenn man pauschal "Bäh, alte Filme sind doof!" ruft.
  • Budget und Vision des Regisseurs sind inkompatibel: Man braucht nicht zwangsläufig viel Budget, um einen guten Horrorfilm zu produzieren. Ein guter Schauspieler muss auch nicht zwangsläufig ein hochbezahlter Superstar sein. Man braucht dann aber eine gute Idee, "Blair Witch Project" beispielsweise hat's vorgemacht. Wenn man allerdings zu viel will, dann kommt Trash dabei raus und sowas muss man mögen, das ist dann schon recht speziell.
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In der Tat gibt es sehr viele schlechte Horrorfilme, dieser Ansicht bin ich auch. Andererseits gibt es aber auch einige gute, und ich zähle dazu vor allem auch alte Filme wie Hitchcocks "Psycho" (1960) (obwohl der als Thriller klassifiziert wird) oder "die Vögel" (1963). Oder "Shining" (1980) (Stanley Kubrick).

Viele der schlichteren Filme setzen allein auf Effekte (aber auch ein visuell gut gemachtes Monster macht noch keinen guten Film), oder auf besonders "gruselige" oder "schockierende" Szenen (dies allein macht auch noch keinen guten Film, auch wenn Teenager gerne die "schockierenden Momente" für sich genommen als einen Maßstab heranziehen). Ich bin kein Gegner schockierender Szenen, wenn diese in einen stimmigen Plot eingefügt sind, kann dabei etwas herauskommen ("Sieben", kalt, grausam und konsequent bis zum Ende).

Die Meister des Fachs schaffen es dagegen, aus scheinbar harmlosen Szenen heraus den Horror zu visualisieren. In Psycho die dunkle Silhouette des Hauses und die Stimme der "Mutter". In "die Vögel" die ruhige Ansammlung der Vögel auf dem Klettergerüst, während die Kinder ihr Lied in der Schule singen (und die Hauptdarstellerin gemütlich eine Zigarette raucht). In Shining schon die Anfangsszene mit dem "Dies irae" Thema in der Filmmusik und der Auffahrt des Autos den Berg hinauf (im Sonnenschein!), oder der gefundene Zettel mit der Wiederholung der Worte "All work and no play makes Jack a dull boy.”. Der Junge, der mit seinem Tretauto die Hotelgänge abfährt, und zwei Mädchen stehen dann vor ihm.

Kein einziger Tropfen Blut fließt in diesen Szenen, und doch wirken diese mehr als die meisten blutigen Szenen (mag sein, dass das erst ab einem gewissen Alter so empfunden wird).

Heute gab es wieder ein Beispiel dafür, wie man (an sich gute) Szenen durch völlig unnötige "Aktionen" verderben kann. "Brothers Grimm" (Terry Gilliam) hat einige optisch durchaus ansprechende Passagen. Allerdings macht er den Fehler, durch unnötigen Klamauk jegliche Atmosphäre gleich wieder zu verwässern. Heraus kam etwas, was weder als Märchenfilm, noch als Horrorfilm, noch als Komödie wirklich taugt. Gilliam versucht das alles gewissermaßen "auf einen Schlag" zu erledigen, erreicht aber keines der Ziele wirklich.

Da, wo viele Regisseure meinen, "aufs Tempo drücken" zu müssen, wissen die Meister des Fachs auch, wann sie das Tempo rausnehmen müssen. Und dann können auch scheinbar "harmlose" Dinge wirklich Angst einjagen (und das konnte z.B. Stephen King in seinen älteren Büchern großartig beschreiben: wie das Grauen allmählich, und nur ganz langsam in den Alltag einsickert).

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Finde ich auch ^^ Ja Horrorfilme sind meistens immer gleich aufgebaut und mann kann sich auf Jumpscares mehr oder weniger vorbereiten(also man weiß das irgendwann welchen kommen werden) Außerdem gibt es seeehrr viele low-budget horrorfilme ^^

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Denke damit liegst du nicht ganz falsch. Mir gefallen aber z.T. auch welche, die im Schnitt nur 3 von 5 Punkten bei Rezensionen erhalten haben.. Von der Umsetzung her (Schauspielerische Leistung, Synchronisation, Ausnutzung des Potenzials der Story) lassen viele zu wünschen übrig. Liegt allerdings auch immer am Geschmack und dem Empfinden des Zuschauers. MfG

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Ich glaube, weil viele genau dieses Schlechte und Verruchte an den Filmen als charmant empfinden. Das haben die Produzenten für sich wahrscheinlich erkannt.

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Meistens sind Horror-filme von kleineren Filmproduktionen, die haben nicht das Budget und daher muss auch die Qualität etwas leiden.

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Kommentar von OlliBjoern
01.11.2016, 02:27

Wobei ich aber z.B. "Blair Witch Project" herausstellen möchte, man braucht weder ein Riesenbudget noch Weltklasse-Schauspieler, um so etwas zu machen. Und es war dennoch wirkungsvoll, fand ich. 

Natürlich braucht man für bestimmte Effekte ein gewisses Budget, das ist schon klar. Allerdings bringen die besten Effekte nix, wenn der Plot nicht passt.

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Horrorfilme werden für ein äußerst anspruchsloses Publikum produziert: Halbwüchsige und Bildungsferne (samt Mischform daraus).

Da reicht für die Produktion ein knapp bemessenes Budget und Darsteller der C- und D-Kategorie.

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Kommentar von ceevee
31.10.2016, 19:14

Horrorfilme werden für ein äußerst anspruchsloses Publikum produziert: Halbwüchsige und Bildungsferne (samt Mischform daraus).

Ich bin fast 30, hab 'nen Master in einer Ingenieurswissenschaft und bin Horrorfilmfan. Was mach ich falsch? ;)

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Kommentar von HerrCoffee
31.10.2016, 19:18

An deiner Stelle würde ich mal davon ablassen, so abwertend und kategorisierend zu denken und zu schreiben.

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Kommentar von HerrCoffee
31.10.2016, 19:28

Du kannst denken, was immer dir beliebt. Das war nur ein Rat, mehr nicht. Mfg

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