Wieso gibt es Preissteigerung, obwohl die Wirtschaft wächst?

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9 Antworten

erstens haben wir ja momentan keine Inflation. 

zweitens wächst die Geldmenge oft schneller und der Geldwert sinkt .. wir haben also (ohne grosse Probleme) eine kontinuierliche Inflation gehabt, und die reale Wirtschaft ist auch gewachsten. Ich weiss nicht ob man "deshalb" oder "trozdem" sagen sollte. Eine (geringe) Inflation ist immer auch ein Anschub für die Wirtschaft, wird mein Geld morgen weniger wert, kaufe ich heute ein. Erwarte ich sinkende Preise (oder reale hohe Zinsen) kaufe ich erst nächstes Jahr, oder übernächstes .. Deflation ist das grösste Übel, nicht die moderate Inflation. 

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Man muss immer unterscheiden zwischen dem, was in der Menge real passiert und dem, was gemessen und ausgewiesen wird. Dazu kommt dann noch die politische Absicht, die hinter mancher Statistik steckt. Im Warenkorb, der die Inflation messen soll, ist ja nur eine Auswahl von Produkten erfasst. Das bedeutet nicht, dass andere Produktpreise steigen können. Wenn im Warenkorb einige Produkte wie z.B. TV-Geräte durch Preissenkung den Durchschnitt unten halten, Du aber bereits seit zwei Jahren ein neues TV besitzt und keines kaufen willst, spürst Du die Preissteigerungen der Lebensmittel z.B. stärker. Durch Veränderung des Warenkorbs kann Inflation gleich gehalten werden, obwohl der "alte Warenkorb" im Preis steigt. Du darfst das alles nicht zu statisch sehen. Das BIP wird immer erst nachträglich gemessen (und geschätzt) und die Geldmenge gleicht sich dazu dynamisch in Pendelbewegungen an. Das sind theoretische Grundbeziehungen, die in der Praxis eigene Verläufe haben und stark schwanken können.

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Die Preissteigerungen stehen m.E. nicht im Zusammenhang mit Wirtschaftswachstum. Wäre das so, müssten wir heute mehr als das Zehnfache für alles bezahlen. Der wahre Grund sind Bemühungen des Kapitalismus, auf leichte Weise mehr Geld einnehmen zu können. Warum z.B. versucht oder versuchte ein Kapitalunternehmen die Firmen Kaiser/Tengelmann zu schlucken? Wäre es gelungen, hätten sie eine Konkurrenz ausgeschaltet und könnte den Markt eben mal leichter beherrschen, will heißen, Preise erhöhen. Aber wie häufig sind bereits mittlere oder auch größere Unternehmen von Investoren gekauft worden? Jedenfalls muss die Formel heißen: Je weniger Konkurrenz, desto leichter beherrscht man den Markt und kann Preise nehmen, wie man will. Zu früheren Zeiten wurden Produktpreise kalkuliert. Wie sehen heute die Preisschilder aus? Jeder Preis endet mit 99: Ein Teppich = 399,00. Eine Flasche Rum = 5,99;  Das ist keine Kalkulation, sondern Nutzung der Situation, will heißen, der Preis spielt keine Rolle, ich nehme einfach viel.

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Würde der BIP proportional zur tatsächlichen Geldmenge wachsen, würden nur noch Einkommensmillionäre durch die Straßen laufen.

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Deshalb steigen die Preise ja trotzdem. Man erleidet unter Umständen keinen realen Kaufkraftverlust, aber Inflation gibt es trotzdem.

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Die Wirtschaft wächst gegenwärtig trotz ziemlich geringer Inflation.

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Hallo! Und wie soll man die steigenden Löhne kompensieren???

Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag.

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Stimmt, darum sind BIP und Inflation derzeit in etwa gleich.

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Kommentar von hvladi
22.09.2016, 13:03

Habe "Inflation" geändert in "Preissteigerung".

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Die Wirtschaft kann nur durch Inflation wachsen! Nur ewiges Wachstum hat irgendwann ein Ende! Frag Rainer Calmund!

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Kommentar von hvladi
22.09.2016, 13:06

Du meinst weil das selbe BIP nach einer Inflation einen höheren Wert hat? Ja hast wohl recht.

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Kommentar von juergen63225
22.09.2016, 13:28

das ist nicht wirklich richtig, Inflation ist EIN faktor, und natürlich ur ein Scheinwachstum. Tatsächlich gibt es 2 weitere Faktoren, die das BIP wachsen lassen, und in den letzten 2 Jahrhunderten auch real extrem haben wachsen lassen in fast allen Regionen der Welt:

Bevölkerungswachstum 

und

technischer Fortschritt = Produktivitätssteigerung

+++

Bevölkerungswachstum ist (hoffentlich) bald am Ende, auch wenn es Meinungen gibt, man solle die Menschen dazu bewegen, mehr Kinder zu bekommen.

der technische Fortschritt, Dampfmaschine, Elektrifizierung, Maschinen und Agrartechnologien in der Landwirtschaft, Roboter und Computer, das hat den Wohlstand und die Produktvität geradezu explodieren lassen seit Beginn der Industrialisierung, und dieses Wachstum ist ja keineswegs zum Stillstand gekommen.

darum ist die rein monetäre Betrachtung von Geldmenge und Geldwert viel zu einseitig, um daraus Schlüsse auf ein Ende des Wachstums  zu ziehen.

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