Wieso gibt es den blutmond?

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3 Antworten

Hallo suxna,

erst einmal der Reihe nach, ja? Fangen wir mit der Begriffsdefinition an.

Der Begriff "Blutmond" wird leider von der Boulevardpresse verbreitet. Ein wissenschaftlich korrekter Ausdruck ist das nicht.

Man sollte den korrekten Ausdruck benutzen - "Mondfinsternis". Dann weiß nämlich jeder, was gemeint ist.

Der Begriff "Blutmond" zielt ja auf die Farbe. Nur: Die ist halt auch so nicht immer ganz gleich - warum, erkläre ich gleich. Ist man dann ungenau, wird jeder leicht gelbliche oder orange Mond gleich zum "Blutmond" - und keiner weiß mehr, was eigentlich gemeint ist.

Schauen wir uns also mal an, was wirklich physikalisch dahinter steckt, ja?

Der Mond wirkt rötlich während einer Mondfinsternis. Vor zwei Tagen hatten wir eine Halbschattenfinsternis, da ist der Effekt nicht ganz so deutlich, aber durchaus sichtbar. Durch den (Halb)Schatten der Erde bekommt auch dann der Mond weniger Licht. Bei der totalen Mondfinsternis wird durch die Erdatmosphäre besonders das langwellige rötliche Licht in den Kernschatten hineingebrochen - und das ist dann halt das rötliche Erscheinungsbild einer Mondfinsternis.

Aber auch an normalen Tagen kann der Mond mitunter ziemlich rotorange aussehen. Und das besonders beim Auf- und Untergang. Das hat dieselbe Ursache wie bei der Sonne: Auch die sieht in Horizontnähe ja rötlich aus. Das wiederum ist ein Effekt der Streuung des Lichts in der Atmosphäre: Die Lichtstrahlen von Sonne und Mond müssen ja durch die Atmosphäre durch, bevor sie ins Auge fallen. In der Atmosphäre werden sie aber an den Luftmolekülen gestreut. Am effektivsten ist dies für das kurzwellige blaue Licht. Das wird also aus dem Lichtweg in Richtung Sonne und Mond als erstes herausgestreut, wenn der Lichtweg durch die Atmosphäre lange genug ist.

Den längsten Lichtweg durch die Atmosphäre gibt es, wenn Sonne oder Mond in der Nähe des Horizontes stehen. Ein aufgehender Mond wirkt deshalb weniger blass als der Mond hoch am Himmel.

Dieser Effekt kann durch andere Faktoren deutlich verstärkt werden: Wenn z.B. bedingt durch die Wetterlage Staubpartikel in der Luft sind (oder zum Beispiel Saharasand bei deutlichen Südwinden), dann kann der Mond auch ganz ohne Mondfinsternis rotorange aussehen, wenn auch meist nicht so dunkel wie bei einer richtigen Mondfinsternis.

Grüße

Vorsicht!

Ein Blutmond ist eine Mondfinsternis, wenn die Erde einen Schatten auf den Mond wirft. Dabei kommt nur noch das rote Licht durch die Erdatmosphäre hindurch und färbt den Mond daher rötlich ein. Eine Mondfinsternis ist aber sehr selten.

Mondauf- und -untergänge hingegen finden jeden Tag statt. Auch hier scheint der Mond rot, weil nur die langwelligen Lichtanteile durch die Atmosphäre dringen, so wie auch bei Sonnenauf- und untergängen. Der Mond selbst ist dabei nicht rot, es erscheint für einen Betrachter nur gefärbt. Hier wird aber nicht von einem Blutmond gesprochen!

Da durch die Erdatmosphäre Sonnenlicht in den
Schattenkegel hinein gebrochen wird, vor allem langwellige rote Anteile,
bleibt der Mond, selbst bei seinem Gang durch den Kernschatten der
Erde, noch schwach sichtbar als sogenannter Blutmond.

Du hättest nur Blutmond bei google eingeben müssen und schon hättest du es gewusst xD


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