Wieso gibt eine Zeitvorgabe für Arbeiten/Klausuren?

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17 Antworten

Du hast absolut Recht. Diese Zeiteinteilung ist eine willkürliche Maßnahme der Schule. Sollten damit irgendwelche Lernziele (zum Beispiel Überprüfung Deiner schnellen oder langsamen Auffassungsgabe) verbunden sein, so sind sie sinnlos. Weil dies nichts ist, was man lehren kann. Menschen sind neuronal unterschiedlich schnell. Das bedeutet, sie lernen Dinge unterschiedlich schnell. Schneller wird man nur durch üben. Das ist aber relativ und gelingt nur bei den Dingen, die von Interesse sind, für die ich ein Talent und damit auch die Ausdauer zum üben habe.

Jeder sollte wissen, ob er neuronal langsam oder neuronal schnell ist, damit er dies nicht mit Dummheit verwechselt, wenn er langsam ist. Diese Gefahr besteht dann, wenn die Lehrer eine Antwort von ihm verlangen, der Schüler jedoch mehr Zeit zum überlegen braucht und die Lehrer daraus den Schluss ziehen, er hätte die Antwort nicht gewusst. Dann endet die Veranstaltung schnell mit der Aussage "Setzen Sechs!" Und das völlig zu Unrecht. Weil er die Antwort eigentlich wusste, jedoch mehr Zeit zum überlegen brauchte.

Die Frage ist natürlich, warum Du überhaupt mit einer Klausur Dein Wissen, anderen Menschen gegenüber, nachweisen musst? Wäre es nicht völlig ausreichend, wenn Du selber wüsstest, ob Du etwas kannst oder nicht? Das lässt sich durch die Anwendung des Gelernten überprüfen. Ein Fussballspieler erkennt sehr schnell, ob er es schafft, den Ball ins Tor zu befördern, obwohl ihm ein Torwart im Weg steht. Wenn er, beim Elfmeterschießen, von 10 Versuchen nur 3 Mal ins Tor trifft, weiß er, dass er noch üben muss. Das muss der Trainer nicht in einer Klausur überprüfen.

Deine Überlegung mit dem Schummeln zeigt schon, dass an der ganzen Sache etwas nicht stimmt. Was gibt es für Gründe zu schummeln?

  • Dich interessiert das Thema der Klausur nicht, Du willst aber möglichst keine Fehler haben.
  • Du willst eine gute Note haben.
  • Du willst eigentlich überhaupt keine Klausur schreiben und deshalb schnell fertig werden.

Ansonsten würdest Du Dich selbst belügen. Dafür gibt es aber keinen Grund. Jedenfalls dann nicht, wenn Du wissen willst, ob Du das Thema der Klausur beherrscht.

Gruß Matti

Ich glaube du hast meine Kernaussage verstanden:

In vielen Situationen ist es notwendig, Gelerntes innerhalb kurzer Zeit anzuwenden, aber es gibt auch genug Aufgaben im Leben für die man sich etwas mehr Zeit nehmen sollte, um ein besseres Ergebniss abzuliefern.

Deshalb halte ich Zeitvorgaben für bestimmte Klausuren durchaus für sinnvoll, für andere allerdings absolut nicht. Ich denke ich werde mal in meinen Klausuren nach solch einer Zeitaufwendigeren Aufgabe suchen und sie hier oder in einem neuen Thread posten.

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@heisskalt2

Da ich Klausuren nicht für sinnvoll halte, genau wie jede Art von Leistungskontrolle, finde ich natürlich Zeitvorgaben, genauso sinnlos.

Eine Kontrolle ist nur dann erforderlich, wenn etwas gelernt werden musste; das Lernen also nicht aus eigenem Antrieb erfolgte. Du würdest von Dir aus nicht auf die Idee kommen, bei der Beschäftigung mit Deinen Hobbys, eine Klausur zu schreiben um zu überprüfen, ob Du etwas begriffen hast.

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später in der richtigen Arbeit hast du auch nur kurz Zeit um wirtschaftlich für den Betrieb zu arbeiten. Nit deiner Einstellung wäre der Betrieb schnell pleite

Es soll in einer Klausur nichts Neues erfunden, sondern erworbenes Wissen reproduziert werden. Was würde man sagen, wenn der Klempner kommt und nichts über die Dauer der Arbeit aussagt oder der Zug keine Fahrzeitangabe hätte. Nicht Alles kann man immer sinnvoll hinterfragen!

Jede Klausur oder Klassenarbeit ist (sollte) dazu konzipiert sie in der vorgegebenen Zeit komplett zu lösen, bei kreativaufgaben ist es möglich einen Hänger zu haben aber auch bei dieser Thematik ist man ja zuvor eingearbeitet. (klar kann eine Klausur auch total dämlich konzipiert sein aber das ist ja wohl die Ausnahme) Bei 15 Std Zeit für eine Prüfung kommt auch nicht automatisch was gutes raus sondern man quatscht eher nur rum oder sich an Thema ran. Ich bin weiterhin für kurze Klausurzeiten, da solch eine Situation ja auch eher einem späteren Berufsalltag endspricht (wenn es Termindruck gibt)

Aber dort machst du deine Arbeit auch nicht auf Teufel komm raus innerhalb weniger Stunden.

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Wenn du später bis zum nächsten Tag mal einen Bericht schreiben musst hast du auch keine 10h mehr Zeit und generell ist es ja Ziel der Klausur unterschiede festzumachen und wenn jeder 10h Zeit hat ist es kaum möglich das gesamte Spektrum der Noten zu vergeben.

PS: es ist nicht deine Aufgabe wissenschaftliche Fortschritte zu erzielen oder ein Buch zu schreiben, das machen andere die dann auch mehr Zeit haben

Es gehört zum Lernprozess dazu, solche Dinge auch relativ schnell, innerhalb einer gewissen vorgegebenen Zeit abrufen zu können. Außerdem, wie sollte man das sonst im Schulalltag realisieren. Du kannst weder Räume noch Lehrer als Aufsichtspersonal für unbegrenzte Zeit für eine Klausur freistellen.

Ja, und das Lehrpersonal legt fest, was "relativ schnell" ist. Wenn es zum Lernprozess dazugehört, warum muss es dann geprüft werden. Neuronal langsame Menschen sind neuronal langsam. Und wenn das hundert Mal geprüft und mit einer entsprechenden Note bewertet wurde, ist dieser Mensch immer noch neuronal langsam. Aber das Lehrpersonal kann zufrieden sein. Hat es doch wieder einer Schüler klein gemacht.

Der Hals einer Giraffe wird nicht dadurch länger oder kürzer, weil er geprüft und bewertet wurde.

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@Kuhlmann26

Und wenn das hundert Mal geprüft und mit einer entsprechenden Note bewertet wurde, ist dieser Mensch immer noch neuronal langsam.

Was bedeuten würde, dass dieser Mensch für gewisse Bereiche oder gewisse Berufe nicht geeignet ist. Und das festzustellen ist notwendig, nicht nur für den späteren Arbeitgeber, auch für diese Person.

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@Mandava

Was bedeuten würde, dass dieser Mensch für gewisse Bereiche oder gewisse Berufe nicht geeignet ist.

Dies zu beurteilen, sollte sich ein Außenstehender nicht anmaßen zu entscheiden.

Wenn diese Aussage der Wahrheit entspräche, hätte ich nicht werden können, was ich geworden bin. Man hat mir damals, durch Zensuren, zu verstehen gegeben, dass ich, aus der Sicht eines Lehrers, schlecht in Mathe bin. Ich hätte nach dessen Auffassung nicht werden können, was ich geworden bin. Nun bin ich es dennoch geworden. Ich habe mir die dafür notwendigen Mathekenntnisse angeeignet. Nicht zu einem Zeitpunkt, wo ein Lehrer das wollte, sondern zu dem Zeitpunkt, als genau diese Mathekenntnisse erforderlich waren. Ich hatte keine Probleme damit, sie zu lernen.

Neuronal langsam zu sein, ist kein Makel. Sagt man diesen Menschen doch eine größere Sorgfalt, bei der Erarbeitung von Wissen, nach. Sie gehen nicht oberflächlich über ein Thema hinweg, sondern dringen tiefer in die Materie ein.

Sie können - wie jeder Mensch - den Beruf ergreifen, den sie wollen. Es gibt keinen Grund, einen Beruf zu ergreifen, den man nicht ergreifen will. Wenn doch, liegt es nicht daran, dass man neuronal langsam ist.

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@Kuhlmann26

Dies zu beurteilen, sollte sich ein Außenstehender nicht anmaßen zu entscheiden.

Das entscheidet ein Lehrer, nach vorher festgelegten und für alle gleichermaßen geltenden Regeln.

Ich hatte keine Probleme damit, sie zu lernen.

Du hattest aber Probleme damit sie zu lernen, als es erforderlich war. Und da dir das spätere Nachholen des Stoffes ja anscheinend gelungen ist, muss man davon ausgehen, dass du zu diesem Zeitpunkt entweder zu faul oder zu sehr abgelenkt warst. Und das wird eben nicht mit guten Noten belohnt.

Sagt man diesen Menschen doch eine größere Sorgfalt, bei der Erarbeitung von Wissen, nach.

Nein, eigentlich nicht.
Und nur um das klarzustellen: Schlechte Noten zu haben heißt nicht, dass jemand dumm ist. Du scheinst das hier irgendwie gleichzusetzen.

Wenn jemand langsamer lernt, muss er sich eben die entsprechende Förderung oder Schulform suchen. Oder so wie du auf die harte Tour lernen, dass das Leben kein Ponyhof ist und sich auf den Hintern setzen. Ich weiß selbst, dass das nicht immer leicht ist und dass da auch das Umfeld und die Eltern eine große Rolle spielen. Aber es liegt nun einmal nicht an der Konzipierung der Klausuren, dass es schlechte Schüler gibt sondern daran, dass die Schüler - aus welchen Gründen auch immer - nicht oder falsch gelernt haben oder eben für einen bestimmten Bereich einfach nicht geschaffen sind. Und ich finde es auch unsinnig, wenn sich diese Schüler dann ausgerechnet in diesen Bereichen einen Job suchen sollen. Jemand mit Dyskalkulie wird z.B. nie Mathelehrer werden und jemand mit Lese- Rechtschreibschwäche sollte nicht Germanistik studieren. Das hat nichts damit zu tun, dass man diesen Schülern bestimmte Bereiche verwehren will, sondern dass es einfach nicht ihrer Affinität entspricht und sie sich dann lieber auf die Bereiche konzentrieren sollen, die ihnen liegen. Wenn es, wie in deinem Fall, nur eine verzögerte Lernleistung gegeben hat, deine schlechte Noten also aus deinem Nicht-Wollen reslutierten und nicht aus deinem Nicht-Können, ist das zwar super für dich, aber doch ganz was anderes als jemand, der wirklich nicht kann.

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@Mandava

Du hattest aber Probleme damit sie zu lernen, als es erforderlich war.

Ich habe gerade versucht zu erklären, dass die Mathaufgabe leicht zu erlernen war, als es FÜR MICH erforderlich war. Es war in der Schule aber für mich nicht erforderlich. Es gab damals in meinem Leben keinen Grund den Flächeninhalt eines Dreiecks zu errechnen oder mit Hilfe von Pi den Umfang eines Kreises zu bestimmen. Damals wollte der Lehrer, dass ich das lerne und nicht ich. Das hat mit Faulheit nichts zu tun, sondern damit, dass es keine Bedeutung für mich hatte.

Ich habe nicht gesagt, dass schlechte Noten mit Dummheit gleichzusetzen sind. Wie kommst Du darauf? Ich hatte nur schlechte Noten in der Schule. Ganz sicher bin ich nicht dumm. Noten sind völlig bedeutungslos, wenn man die Schule verlassen hat. Da sind Fähigkeiten gefragt und keine Noten. Das das eine mit dem Anderen nichts zu tun hat, liegt auf der Hand.

Wie kommst Du darauf, dass ich etwas auf die harte Tour lernen musste?

Ich verstehe auch Deine restlichen Interpretationen nicht. Ich weiß nicht, wie man nicht bzw. falsch lernen kann. Weder der Fragesteller noch ich haben etwas von Dyskalkulie oder Lese- und Rechtschreibschwäche gesagt. Verzögerte Lernleistung, was sind das für abstruse Begriffe? Tut mir leid, ich kann Deinen Gedanken nicht folgen. Ich weiß nicht, was Du mir sagen willst.

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@Kuhlmann26

Es ist nun einmal so, dass wir das, was wir in der Schule lernen, erst später anwenden müssen. Die Schule hat die Aufgabe, die Schüler auf die Zukunft vorzubereiten. Wenn jeder erst dann etwas lernen würde, wenn er es wirklich braucht, wäre das zu spät. Du kannst ja nicht erst dann damit anfangen, lesen und schreiben zu lernen, wenn du deine ersten Rechnungen verfassen musst. Dasselbe gilt für Mathe. Es hat schon seinen Grund, warum es Lernpläne gibt. Der Stoff baut aufeinander auf, d.h. das was man in der 6ten Klasse hatte, vertieft man in der 7ten usw. Wer sich in der 6ten quer gestellt hat mit der Begründung "Ich brauch das jetzt aber nicht" baut u.U. massive Bildungslücken auf. Siehe dein Beispiel. Im Endeffekt hättest du auch gleich richtig lernen können, dann hättest du den Stoff nicht nachholen müssen. Und wer weiß wann du den andern Krams brauchst, den du in der Schule gemacht hast (oder eben nicht gemacht hast).

Ich habe nicht gesagt, dass schlechte Noten mit Dummheit gleichzusetzen sind

Na DU redest doch hier die ganze Zeit von "neuronaler Langsamkeit". Neuron= Nervenzelle, also etwas physisches und nichts psychisches.

Wie kommst Du darauf, dass ich etwas auf die harte Tour lernen musste?

Das hattest du mit deiner Aussage suggeriert. Wenn dir das Nachholen des Stoffs leicht gefallen ist, ist deine Weigerung in der Schule zu lernen, noch schwerer nachvollziehbar. Anscheinend reden wir hier von einer reinen Trotzreaktion, die jetzt im Nachhinein irgendwie legitimiert werden soll.

Weder der Fragesteller noch ich haben etwas von Dyskalkulie oder Lese- und Rechtschreibschwäche gesagt.

Ich bezog mich auf diese Aussage von dir:

Sie können - wie jeder Mensch - den Beruf ergreifen, den sie wollen.

Meine Meinung dazu ist, dass jemand, der in bestimmten Bereichen einfach kein Talent oder eine Lernschwäche hat, diese meiden und sich stattdessen auf andere Talente konzentrieren sollte.

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@Mandava

Es war in der Schule aber für mich nicht erforderlich.

Es wäre in der Schule für dich erforderlich gewesen, um gute Noten zu bekommen. Wenn du es doch kannst, wieso hast du es dann nicht gemacht?

Ich bin schon mein ganzes Leben nicht gut im Umgang mit Bällen. Weil der Schulsport in der Hauptsache aus Ballsportarten besteht, hatte ich nie eine gute Note. Das ist nun einmal so, aber jammer ich hier rum?

Mein Gleichgewichtssystem ist nicht in Ordnung. Ich hätte niemals Astronaut werden können. Es ist nun einmal so, dass man für manche Berufe nicht geeignet ist aufgrund körperlicher Voraussetzungen.

Was bitte ist "neuronal langsam"? Ist das eine medizinisch belegte Diagnose? Mir kommt es so vor, als wenn du ein Problem damit hast, dass du Noten bekamst, die dir nicht gut genug schienen. Meinen Schülern habe ich immer gesagt, ich beurteile nicht euch als Menschen, ich beurteile nur eure Leistung in meinem Unterricht. Versuch doch mal, es so zu sehen. Was hätte ein Lehrer davon, wenn er einen Schüler "klein" macht?

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@Mandava

Es ist nun einmal so, dass wir das, was wir in der Schule lernen, erst später anwenden müssen. Die Schule hat die Aufgabe, die Schüler auf die Zukunft vorzubereiten.

Nehmen wir mal an, die Schule hätte diese Aufgabe wirklich (Ich bezweifle das zwar, aber sei es drum). Warum haben dann die meisten Schüler 90% des Schulwissens, spätestens nach 5 Jahren vergessen? Und zwar völlig unabhängig davon, ob sie gute oder schlechte Noten hatten. Das ist kein Witz, sondern die Realität. Der Grund dafür ist genau Dein erste Satz. "Es ist nun einmal so, dass ...". Hier ein Link, der meines Auffassung, bezüglich des Vergessens, untermauert.

http://kraetzae.de/schule/unterrichtsverweigerung/begruendung/

"Die Schüler auf die Zukunft vorzubereiten". Das ist nichts weiter als eine Sprechblase und hat mit der Realität nichts zu tun.

Wenn jeder erst dann etwas lernen würde, wenn er es wirklich braucht, wäre das zu spät.

Etwas dann zu lernen, wenn es dran ist gelernt zu werden, ist die am besten geeignete Methode des Wissenserwerbs. Ich versuche, es noch ein drittes Mal zu erklären: Für mich war es nicht zu spät, sondern genau der richtige Zeitpunkt, den Teil der Mathematik zu lernen, den ich für den Beruf benötigte. Ich habe auch nicht nachgelernt. Ich habe es gelernt; weiter nichts. Ich musste zu diesem Zweck auch nicht nachsitzen oder etwas anderes Unangenehmes tun. Wenn ich mich zum ersten Mal in meinem Leben dazu entschließe, einen Apfelkuchen zu backen, dann lerne ich nicht nach. Ich besorge mir, genau zum richtigen Zeitpunkt, die dafür notwendigen Informationen und backe den Kuchen. Es macht wenig Sinn, mir diese Informationen schon 5 oder 10 Jahre früher zu besorgen. Zu einem Zeitpunkt, wo ich noch nicht einmal weiß, ob ich jemals einen Apfelkuchen backen werde.

Bevor Du jetzt mit dem Beispiel Lesen und Schreiben lernen kommst, such mal im Netz nach "Freilerner" oder "Homeschooler". Da erfährst Du, wie Kinder, die das Glück hatten keine Schule besuchen zu müssen, diese Fähigkeiten erlernen. Vermutlich wirst Du auch schon auf der Seite fündig, die ich verlinkt habe.

Das unsere Bildungsbürokraten glauben zu wissen, wann und was Millionen von Kindern zu lernen haben, dass sie glauben, zu diesem Zweck 20 bis 30 Kinder in einen Klassenraum einsperren zu müssen, ist eins der Grundübel unseres Schulsystems. Das es eines Klingelzeichens bedarf, welches den Kindern anzeigt, wann sie Pause machen dürfen, dass sie fragen müssen, ob sie auf die Toiletten gehen dürfen, wann sie sprechen dürfen, dass sie sich genau 45 Minuten für ein Thema interessieren dürfen (wenn sie es denn interessiert). Genau da liegt das Problem. Wir müssen die Kinder auf keine Zukunft verbereiten. Wir müssen sie am Leben teilhaben lassen. Das findet aber nicht in der Zukunft statt, sondern jetzt. Da hilft es wenig, sie 6 bis 8 Stunden in einem Schulgebäude festzuhalten.

Das, was Du hier verteidigst ist Bildung aus dem vorindustriellen Zeitalter.

Ich habe auch weiter oben schon gesagt, das >neuronal langsam <kein Makel ist. Ich wollte damit auch keinen wertendes Urteil abgeben oder ein irgendwie geartetes Handicap unterstellen. Wir unterstellen ja auch kein Handicap, wenn jemand besonders große Hände hat.

Meine Meinung dazu ist, dass jemand, der in bestimmten Bereichen einfach kein Talent oder eine Lernschwäche hat, diese meiden und sich stattdessen auf andere Talente konzentrieren sollte.

Hier sind wir wieder bei dem, was ich weiter oben bereits beschrieben habe.

  1. Niemand hat eine Lernschwäche, nur weil er gezwungen wird, etwas zu lernen, was ihn nicht interessiert. Oder weil er den Erwartungen des Lehrpersonals nicht entspricht.
  2. Jemand, der keine Fremdsprache kann oder Mühe hat sie zu erlernen, wird wohl nicht auf die Idee kommen, Dolmetscher zu werden. Wer kein Musikinstrument kann wird kein Musiker.

"Sie können - wie jeder Mensch - den Beruf ergreifen, den sie wollen.", bedeutet genau das, was da steht. Sie werden keinen Beruf ergreifen wollen, der Ihren Talenten nicht entspricht. Es ist also völlig belanglos, ob sie es Deiner Meinung nach nicht tun sollten.

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@Kuhlmann26

Warum haben dann die meisten Schüler 90% des Schulwissens, spätestens nach 5 Jahren vergessen?

Du hast es nicht verstanden. Es geht nicht um das Wissen, das man lernt. Sondern um die Methodik an sich. Und die behält man im Gedächtnis und ist so in der Lage, sich neues, aktualisiertes Wissen anzueignen.

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@Kristall08

Es wäre in der Schule für dich erforderlich gewesen, um gute Noten zu bekommen.

Genau. Im Gegensatz zu >Mandava< weißt Du, warum wir in die Schule gehen müssen. Nämlich der Noten wegen. >Mandava< ist der Meinung, wir würden der Zukunft wegen zur Schule gehen.

Nun ist es einem Lehrer nur schwer verständlich zu machen, dass Noten außerhalb der Schule keine Rolle spielen. Sind sie doch seit dem 6. oder 7. Lebensjahr aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken. Da er das System der Schule nicht verlässt, bleiben sie für ihn ein Leben lang von Bedeutung. Menschen, die keine Lehrer werden, merken irgendwann, dass sie bedeutungslos sind. Lehrer bemerken es nur dann, wenn sie das System hinterfragen. Solche Lehrer merken, dass Schulnoten ein höchst ungeeignetes Mittel sind, um die Fähigkeiten eines Menschen zu beurteilen. Sie dienen dazu den Zwang in der Schule durchzusetzen. Sie sorgen dafür, dass die Schüler tun, was die Lehrer wollen.

Ich will meine Haltung zur Schule hier nicht wiederholen. Ich habe sie bereits aufgeschrieben. www.gutefrage.net/frage/macht-die-schule-dumm#answer53960458

Was bitte ist "neuronal langsam"?

hier bitte ist beschrieben, was ich gemeint habe. Wenn Du das Wortpaar Bei Google eingibst, findest Du weitere Infos.

birkenbihldenkt.wordpress.com/2009/09/07/perkins-1-2-3/ (nur http:// davor setzen also ohne 3 x w)

Was hätte ein Lehrer davon, wenn er einen Schüler "klein" macht?

Ich unterstelle keinem Lehrer, dass er in böser Absicht Schüler "klein" macht (obwohl auch das sicher vorkommt). Du schreibst aber selber, dass Du ihre Leistungen beurteilst. Mit welchem Recht? Weil das Schulsystem Dir diese Möglichkeit gibt. Nein, weil das System es Dir vorschreibt. Du würdest nie auf die Idee kommen, einen anderen Erwachsenen zu beurteilen. Es sei denn, der Erwachsene bittet Dich darum. Deshalb kritisiere ich das System. Deine Aufgabe als Lehrer wäre es, sich an den Bedürfnissen des Schülers zu orientieren und dann, wenn der Schüler sich an Dich wendet (und wirklich erst dann), ihm die Hilfe zuteil werden lassen (schreibt man diese 3 Wörter vielleicht zusammen? Egal), die er von Dir erwartet. Vielleicht bittet er Dich um eine Beurteilung.

Kinder kommen als Lernbessene Wesen auf die Welt. Es sind die Erwachsenen (nicht nur die Lehrer), die sie am Lernen hindern. Unter anderem deshalb, weil die Kinder ständig etwas tun sollen, von dem die Erwachsenen glauben, dass es für die Kinder wichtig ist. Warum behandeln wir Kinder anders als andere Erwachsene? Wenn wir uns begegneten, würdest Du mir nicht sagen, was für mich wichtig ist. Wieder mit der Einschränkung: ich würde Dich um Rat fragen.

Der Lehrer hat natürlich gar nichts davon, wenn er Schüler "klein" macht. Deshalb ist es ja so unverständlich, dass er es dennoch tut. Es gibt für mich nur eine Erklärung: Es ist ihm nicht bewusst.

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@Kristall08

Es geht nicht um das Wissen, das man lernt.

Jetzt musste ich erst mal schmunzeln. Wenn es nicht darum geht, warum sind Schüler dann gezwungen, diesen ganzen Plumperquatsch zu lernen? Warum werden sie dafür benotet Jahreszahlen, Vokabeln, Geschichtsdaten, Gedichte, Formeln usw. auswendig zu lernen?

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@Kuhlmann26

Weil wir alle nur so von Nichtwissen und Analphabethismus strotzen würden, wenn es die Schule nicht geben würde. Deine Argumente sind lächerlich und eine Auseinanderstezung echt nicht wert. Glücklicherweise gibt es die Schulpflicht.

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@Mandava

Glaubst Du das wirklich? Dann schau mal hier:

http://www.srf.ch/player/video?id=3efd5bf5-a76b-4f49-b726-cd352702ac03

Über den Herrn gibt es sehr viele Informationen im Netz. zum Beispiel hier:

sinn-stiftung.eu/ueber-uns/team---ansprechpartner/andre-stern.html

Ich lass das w w w . weg, weil sonst die Antwort als Spam interpretiert wird.

Liebe Mandava, ich will Dich nicht wirklich angreifen, aber wie kann man von so einem Satz überzeugt sein? "Weil wir alle sonst so von Nichtwissen und Analphabethismus strotzen würden, wenn es die Schule nicht geben würde.". Diese Behauptung hält keiner Überprüfung stand. Du könntest diesen Satz nicht beweisen.

  1. Weil es in Deutschland nur den Schulzwang gibt und die Möglichkeit, außerhalb der Schule zu lernen, gesetzlich verboten ist. Deutsche Freilerner gehen ins Ausland oder sie gehen bei uns nicht an die Öffentlichkeit.
  2. Auf der ganzen Welt beweisen Millionen von Kindern, dass genau das, was Du behauptest, nicht eintritt (Der Herr aus dem Video ist nur ein Beispiel. Ich kann hier leider nicht alle Informationen verlinken).

Das es auf der ganzen Welt auch Kinder (und Erwachsene) gibt, die nicht lesen, schreiben und rechnen können und damit auch keine Zugang zu weiterem Wissen haben, liegt doch nicht daran, dass sie nicht zur Schule gehen. Es liegt daran, dass sie daran gehindert werden dies zu lernen. Das es der Tradition entspricht, in eine Schule zu gehen, wenn man etwas lernen will, ist genau das: ein Tradition. Nichts weiter. Es ist aber keine Bedingung.

Unsere Schulen "produzieren" tausende von Schulversagern. Darunter sind auch ein großer Anteil Analphabeten. Sie waren 10 Jahre in einer Schule und können nicht schreiben und lesen! Aber nicht, weil sie Versager sind. Sie sind nur Schulversager. Das bedeutet, dass die Schule, so wie sie ist, nicht der geeignete Ort ist, damit diese Leute lernen können. Ich will die Schule nicht abschaffen (obwohl ich weiß, dass wir keine bräuchten). Ich will deren Besuch nur auf eine freiwillige Grundlage stellen. Auch dann werden die meisten Kinder noch auf eine Schule gehen. Mindestens so lange, bis die Freilerner eine solch große Zahl erreicht haben, dass auch andere sehen, dass man ohne Schule hervorragend lernen kann.

Liebe Mandava, meine Argumente, die Du als lächerlich bezeichnest, kann man alle prüfen und sie halten jeder Überprüfung stand. Man muss nur wollen. Die kath. Kirche wollte vor einigen Jahrhunderten auch nicht glauben, dass die Welt eine Kugel ist. Sie war zu keinem Zeitpunkt ihrer Existenz eine Scheibe. Dennoch haben die Mächtigen Denjenigen der Ketzerei bezichtigt, der beweisen konnte, das sie doch eine Kugel ist.

Du könntest Deine Fähigkeit des Lesens, dazu nutzen Dich zu bilden.

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I.d.R. sind Klausuren darauf ausgelegt, dass sie in der vorgegebenen Zeit zu schaffen sind. Wer das nicht kann, der hat entweder zu wenig gelernt oder zu wenig verstanden. In beiden Fällen ist es wichtig, dass diese Defizite erkannt und anschließend abgeschafft werden. Wer zu wenig lernt, muss sich mehr anstrengen, wer zu wenig versteht, muss mehr (oder anders) lernen. Wenn auch das nicht funktioniert, ist man für bestimmte Bereiche einfach nicht geschaffen.

Weil du nicht nur dein Wissen unter Beweis stellen musst, sondern auch deine Fähigkeit, rationell zu arbeiten und deine Zeitvorgaben einzuhalten.

Leistung ist Arbeit pro Zeit.

Natürlich kuckt jeder Arbeitgeber, dass die abverlangte Arbeitslleistung in einem angemessenen zeitlichen Rahmen stattfindet. Wenn ich drei Stunden für einen Zweizeiler brauche, könnte das ein Indiz für schlechte Eignung sein. Mal davon abgesehen beschweren sich ganz schnell die Kollegen, wenn sie fürs gleiche Geld mehr pro Zeiteinheit zu leisten vermögen und die Aufgaben des Langsamarbeiters (der dasselbe Gehalt bekommt) mit übernehmen müssen.

Wenn Du schreibst, in der Realität sei viel Zeit für die Erbringung irgend einer Leistung möglich, kann sich das nur auf Freizeit beziehen. Jeder Selbständige und abhängig Beschäftigte muss schauen, wie er seine Arbeitszeit einteilt.

Auf die Schule angewendet finde ich, dass es ok ist, wenn jeder mit denselben Rahmenbedingungen fertig werden muss.

Brauchst du für eine Klausur denn länger als 2-6 Stunden? Nein? Dann weisst du auch warum. Ich persönlich kenne did Gründe auch nicht, aber mal im Ernst, nach 8h+ kann man sich ja kaum noch konzentrieren, irgendwer müsste früher oder später aufs Klo, und da wäre das Pfuschrisiko einfach viel zu hoch.

LG, Sparcy.

Leistung wird immer relativ zur Zeit bewertet.

Wenn zwei Menschen gleich viel "arbeiten", der eine aber dafür die doppelte Zeit braucht, dann hatte er nur die halbe Leistung erbracht.

Das gilt natürlich auch für Klausuren.

Zwar weiss ich nicht, was Du studierst, aber wenn ich lese "Im späteren Leben wird es wohl kaum zu Situationen kommen, in denen man möglichst schnell eine Textanalyse schreiben können sollte! Das ist doch völlig relatiätsfern!!!, dann muss ich Dir widersprechen, denn ein Journalist etwa muss den Redaktionsschluss einhalten - sonst kann er sein Werk gleich in den Papierkorb befördern.

Ein Charles Darwin, Albert Einstein oder Aristoteles hat seine Werke schließlich auch nicht an einem Abend geschrieben. Dafür verlangt es ausgiebe Studien, zahlreiche Experiementer oder tausende Stunden voller exzessivem philosophieren.

Du willst doch wohl eine Klausurarbeit nicht mit den Werken dieser Menschen vergleichen? Eine Klausur dient der Wissensabfrage und nicht dazu eigene Thesen aufzustellen und diese dann auch zu beweisen, zu untermauern und weiter auszubauen.

das ist eine leistungsüberprüfung, und wenn man mal in seine physikformelsammlung schaut (oder halt im internet) findet man
P=W/t
leistung=arbeit/zeit

Um Gottes Willen!
Mehr als 2 Stunden Klausur?
(Abi Klausuren mal ausgenommen)

Das heißt ja mindestens doppelt oder 3x so viele Aufgaben.
Nee, danke.

Du sollst in einer Klausur keine nobelpreisverdächtigen Werke verfassen, sondern eine schlichte Wissensabfrage bewältigen. Bzw. einen Wissenstransfer leisten. Insgesamt reichen auch bei "literarischen Werken" 2 Stunden dicke. "Fasse Dich kurz und knackig, beschränke Dich auf's Wesentliche" ist eine Kunst, die Du gar nicht früh genug lernen kannst.

Im späteren Leben wird es wohl kaum zu Situationen kommen, in denen man möglichst schnell eine Textanalyse schreiben können sollte!

Öh, doch?

Außerdem geht es hier um die allgemeine Schulbildung. Nicht mehr, nicht weniger.

Geduld. Bald wird es so einen Leistungsdruck nicht mehr geben.

Danke für die vielen Antworten! Ich bin dabei meine Meinung diesbezüglich noch einmal zu überdenken.

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