Wieso geht das iranische Volk nicht auf die Straße gegen die islamistische Diktatur?

11 Antworten

mein Eindruck (ich war 2016 da) .. ist, dass es sehr wohl eine grosse Unzufriedenheit gibt, besondern weile sich die wirtschaftliche Situation verschlechtert, hohe Inflation, steigende Spritpreise (unter dem Ajatolla konnte man kostenlos tanken !!!). Aber auch wenn vieles lockerer geworden ist im Vergleich zu den ersten Jahren nach der Revolution, darf man nicht vergessen, dass es eine autoritäre Diktatur ist.

Die Bürger können zwar wählen, aber der Revolutionsrat muss die Kandidaten zulassen. So hat man in den letzten Jahren eher die moderaten Politiker gewählt und Stück für Stück mehr Freiheiten gewonnen. Im täglichen Leben und Strassenbild spielt die Religionspolizei keine grosse Rolle mehr. Aber niemand würde sich trauen, gegen den Staat auf die Strasse zu gehen.

Die Iraner sind wohl Meister darin, sich die kleinen Freiheiten zu nehmen, die möglich sind, ohne mit "dem System" in Konflikt zu geraten.

Und die Führungselite sind wohl auch keine strenggläubigen Überzeugungstäter, sie beherrschen das Land auch wirtschaftlich, ihnen gehört die Ölproduktion, der Machterhalt hat da wohl auch ganz triviale Gründe.

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Islamistisch? Diktatorenstaat? Weißt du überhaupt, was diese Begriffe bedeuten?

Die gehen nicht auf die Straße, weil sie mehrheitlich zufrieden sind. Es gibt demokratische Wahlen, die Bildungs- / Wissenschaftsinstitute sind dort konkurrenzfähig. Die Wirtschaft koppelt sich immer mehr von den USA und deren Leitwährung ab (wie u.a. Russland auch). Das Land ist außenpolitisch und im geostrategischen Kontext stark. Weswegen sollte "das Volk" in Gänze protestieren. Man hat seit dem erfolgreichen Vertreiben des Schahs eine selbstgewählte, volksvertretende Regierung. Die Religion spielt eine große Rolle, klar. Aber nur weil man sich im Westen mittlerweile von Religion total entfremdet und sie belächelt, muss das noch nicht der richtige Weg sein (und ist es m.E. auch keineswegs).

Solange du deine Infos über den Iran und sein Volk aus westlichen Medien suchst (die ja nun super offensichtlich den Iran verabscheuen und bekriegen wollen,) kannst du dir niemals eine differenzierte Meinung darüber bilden. Was hier über die Proteste und das Eingreifen der Exekutive berichtet wird, stimmt so ziemlich nie; genauso wie die Berichte über Syrien und beispielsweise die Giftgasangriffe.

Extremes gibt es sicherlich auch. Genau wie hier die AFD und die Nazis, Veruntreuung, Korruption usw. Ansonten ist es ein tolles kulturreiches Land mit wunderschönen Landschaften und Sehenswürdigkeiten und sehr gastfreundlichen Menschen.

Lieber Jack,

warst du schonmal im Iran???? Nein??? Also rede keinen Unsinn...

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@SamuelMauer

Ja war ich. Und wie mineralixx schreibt, gibt es dort alles. Universitäten (Wo Männlein und Weiblein zusammen lernen und Zeit verbringen), Kultur (Theater / Kino etc.) Musik, Bars und Cafes. Es ist ganz normales schönes Land mit einer weltoffenen Mentalität. Die Menschen schauen dort Serien und Hollywood-Filme, genau wie wir.
Wie gesagt, wenn einem RTLII und Co. die Welt erklärt, kommt so ein Unsinn heraus, wie bei dir und dem FS raus. Schade!

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Das sehe ich genauso. Ich war mehrmals im Iran unterwegs, in Großstädten und auf dem Lande. Das Land bietet von der Natur und Kultur her ganz viel Sehenswertes, es ist für Reisende nicht unsicher - und die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Der Einfluß der Religion im täglichen Leben ist eher gering (im Vergleich z.B. zu Ägypten) Natürlich kann man dort auch Musik hören, es gibt sogar reine "Musiksender", und "Bars" gibt es in Großstädten auch, zwar etwas anders als hier, aber oft sehr gemütlich: Nischen, in denen man genüsslich seine Wasserpfeife rauchen kann, bei Live-Musik! Aber die Menschen leiden unter einer hohen Inflationsrate.

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Ihr habt offensichtlich garkeine Ahnung vom Iran. Lass dir das eine von jemandem mit iranischer Staatsbürgerschaft gesagt sein: Selbstverständlich ist der Iran islamistisch: dort gilt die Schiitische Scharia, inklusive entsprechender Körper- und Todesstrafen (z.B. Auspeitschen für Alkoholkonsum, Tod durch Hängen für Homosexuelle). Das Staatsoberhaupt ist ein religiöser Führer (der "Revolutionsführer", aktuell Ayatollah Chamenei), es gibt keine demokratischen Wahlen (!): wer zur Wahl zugelassen wird, entscheidet der sog. Wächterrat, ein Gremium aus Geistlichen und das erklärte Ziel der Staatspolitik ist die weltweite Verbreitung der islamischen Revolution. Polizei, Militär, Revolutionsgarden und Bassidsch-Milizen gegen rücksichtslos gegen politische Gegner, Frauen die kein Kopftuch tragen wollen und religiöse Minderheiten (z.B. Sufis und Bahai) vor.

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Weil es gar nicht so einfach ist, sich gegen die eigene Religion aufzulehnen, gegen die Staatsmacht, seinen Job dabei zu riskieren, seine Freiheit, seine Gesundheit und sein Leben. Trotzdem kommt es im Iran immer wieder zu Protesten und sogar zu Aufruhr. Es gärt also ganz schön im Land.

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