Wieso gehen Depressionen nicht mit positivem denken weg?

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14 Antworten

Weil Depressionen nicht von heute auf morgen verschwinden. 

Positiv denken, der Spruch kann nur von ignoranten Leuten kommen, die sich nicht die Spur Gedanken über Depression gemacht haben. Als ob Depression durch positives denken weggehen würde.. Ist echt naiv und hilft dir nicht. 

Das geht vielen so wie dir, dass diese tiefe Traurigkeit einen immer wieder überfällt. Das gehört zum Krankheitsbild. 

Mach deine Therapie weiter, vielleicht Medikamente noch. Gute Besserung! 

Die Ratschläge unbetroffender Personen helfen nicht, da die Depression eine richtige Erkrankung ist und Soffwechselvorgänge im Gehirn beeinflusst. Eine Psychotherapie (Tagesklinik) hat leider auch nicht immer den gewünschten Erfolg. Bekommst / nimmst du schon Antidepressiva? 

Weil Depressionen mit Gefühlen zu tun haben. Ich halte es für einen Irrglauben, dass manche denken, man müsse nur was anderes denken, dann gehts dir besser. Man kann Gefühle nicht mit Gedanken "kleinkriegen". Erstmal wünsche ich dir, dass du daran glauben kannst, dass es alles gut wird, und die Möglichkeit besteht, dass du wieder gesund wirst.

Es ist typisch für uns Menschen, alles mit dem Geist und übers Denken regeln zu wollen. Ich nenne es mal die Diktatur des Geistes. Dabei kommen die Gefühle oft zu kurz. Aber Gefühle lassen sich nicht unterdrücken. Und bei Depressionen gehts oft um Wut. Die Gefühle sind stark mit dem Körper verbunden, da spüren wir sie am ehesten. Es ist ein Kraftaufwand Gefühle mit Gedanken umwandeln, bekämpfen oder unterdrücken zu wollen. Und es bringt auch nichts. Das Problem bleibt bestehen. Als Tipp kann ich dir raten, dich mit deinen Gefühlen auseinanderzusetzen und sie zu trainieren. Gerade die Wut solltest du als etwas Gutes und einen Teil von dir ansehen.



Eine Depression ist eine Krankheit mit weitaus mehr Symptomen/ Problemen, als negatives Denken. Daher kann man diese Krankheit auch nicht mit positiven Denken heilen.

Depressionen gehen deshalb nicht vom positiven Denken weg, weil das einfache positive Denken ständig von vielfachen, depressiven Gedanken überlagert wird. In der Summe der gedanklichen Ereignisse die sich im Geiste abspielen, haben allein positive Gedanken keine Chance.

Deshalb sind Gurus, die positives Denken als allein selig machend verkaufen, Scharlatane.

Bei mir war es das Problem, dass ich zuhause wieder im alten Umfeld war und all die Gedanken und Probleme wieder gegenwärtig waren.

Ich habe mich zu einer stationären Therapie entschieden ( 1 mal 6 und 1 mal 11 Wochen), dort habe ich die nötige Ruhe für die Therapie gefunden und bin seit der 2. Therapie zu 99% über meine Depressionen hinweg.

Zusätzlich habe ich aber auch noch Wohnung und Arbeitsplatz gewechselt...

Es ist nicht einfach, wenn man immer wieder im gleichen Umfeld ist, von den Gedanken loszukommen....

Positives Denken ist hilfreich und unterstützend, aber wie du weisst kann man es nicht einfach per Knopfdruck einschalten. Der Tip von deinen Freunden ist sicher gut gemeint, lässt sich bei Depressionen aber meist nicht umsetzen....

studiogirl 24.06.2017, 13:02

Positives Denken ist hilfreich und unterstützend, aber wie du weisst kann man es nicht einfach per Knopfdruck einschalten. Der Tip von deinen Freunden ist sicher gut gemeint, lässt sich bei Depressionen aber meist nicht umsetzen....

Kann ich nur unterstützen......Freunde oder gar Fremde können nicht mit diesem Krankheitsbild umgehen und meinen, dass es weg geht wie bei einer Bronchitis o.ä.

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DirWil 24.06.2017, 13:05
@studiogirl

Deswegen habe ich mich stationär auch wohler gefühlt, da man dort von Leuten umgeben ist, die es nachvollziehen und verstehen können.

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"jetzt denke positiv und hör auf an allem zu zweifeln" rein diese Aussage ist nicht falsch. Die Denkmuster eines depressiven Menschen erlauben dies meist nur einfach nicht.

Den Strudel an depressiven Gedanken kann man nur durchbrechen durch laaaanges Üben und immer wieder positiven Ereignissen. Es muss an der Bewertung gearbeitet werden, dass muss man mühsam lernen, vestehen und verinnerlichen.

Letztendlich gehen Depressionen mit positivem Denken weg, dass ist ja das, was meines Wissens nach, Ziel einer Therapie ist. Sport, soziales Umfeld, geregelter Tagesablauf usw. . Das Problem ist, dass da von heute auf morgen gar nix passiert. Und aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man oft gar nicht selber merkt wo man jetzt in negativen Denkmustern feststeckt.

Depressionen zu behandeln ist ein Prozess. Da spielen viele Faktoren eine Rolle.

Einige Antworten hast du schon bekommen. Eine Depression zu behandeln oder gar von ihr weg zu kommen, geht nur Schritt für Schritt, nicht von jetzt auf gleich.

Wenn du ein Gipsbein hast, musst du auch erst wieder lernen damit zu laufen.....an Gehhilfen. Und solche "Gehhilfen" bekommst du in medikamentöser und therapeutischer Behandlung.

Depression ist eine Erkrankung, die es zu akzeptieren gilt......von dir selbst und auch von anderen. Das Problem ist aber, dass andere damit nicht umgehen könne, es nicht verstehen und oft die falschen Ratschläge geben. Dadurch zieht man sich manchmal noch merh von diesen Menschen zurück, weil man sich unverstanden fühlt.

Mache deine Therapie, das hilft dir auf jeden Fall. Und wenn du meinst, dass du mehr positiv denken solltest, sprich mit deinem Therapeuten darüber......vielleicht hat er einen guten Rat für dich.

Alles Gute

Solange das eigentliche Problem deiner Depressionen nicht gelöst ist, wird es dir schwer fallen diese ganz abzustellen....

Mal angenommen du hast beruflich oder privat ernste Probleme oder dir geht es gesundheitlich schlecht... dann müsstest du analysieren, warum es dir beruflich oder privat oder gesundheitlich schlecht geht und dich dafür interessieren da irgendwie heraus zu kommen... 

Je besser es dir in diesen drei Bereichen ergeht, desto eher werden deine Depressionen auch weniger werden können.

Mein Problem ist ja der Kapitalismus - das alltägliche enorme Unrecht in unserem Land, dem man allgemein und besonders als Frau ausgeliefert ist. 

Die Lösung wäre für mich ganz klar eine Gemeinwohl-Ökonomie, bei der sich alles lohnen sollte, was für das Gemeinwohl Vorteile bringt... wenn jemand konstant eine insgesamt gute Arbeitsleitung erbringt, bringt es der Person was... wenn sie an sich arbeitet... gesund lebt und so weiter bringt ihr das was... Und schlechtes und schädliches Verhalten würde von Nachteil sein, da es dem Gemeinwohl ja abträglich ist... so stelle ich mir das vor... Enorm viele meiner Probleme würden sich auf einmal in Luft auflösen, wenn es so wäre... doch es ist genau anders herum und meine Wehrlosigkeit gegen über zugefügtem Unrecht empfinde ich schon als belastend und Lebensqualitäts-mindernd... 

Wenn du einem Pfeil in deinem Arm stecken hast, dann hilft es dir auch nicht positiv zu denken - dann muss man sich darum kümmern, dass der Pfeil da heraus kommt und die Wunde heilen kann... 

Hallo!

Erstmal wünsche ich dir von Herzen alles Gute :)

Dann kann ich sagen, dass es auch auf den Charakter eines Menschen ankommt ob ihm allein der positive Gedanke hilft. Mancher kann das, mancher nicht. 

Ich kenne jemanden,d er über Jahre hinweg nach dem Tod seiner halben Familie total depressiv war und erst recht mit Einsamkeit in der eigenen Wohnung nicht klargekommen ist. Er hat den Absprung letzten Endes geschafft, weil er positiv denkt und auch das Glück hatte Leute zu finden, die ihm halfen und es ehrlich mit ihm meinten.

Wenn du merkst, dass es dir nicht gut geht und diese Herangehensweise dir nicht hilft würde ich zum Therapeuthen gehen.. aber drauf achten, dass der dich nicht medikamentös ruhigstellt sondern versucht das Übel bzw. die Ursache für deine Depressionen zu finden und es dann beim Schopf rauszieht.,

Alles Gute!

Weil das ne psychische Krankheit ist. Und Außenstehende verstehen das einfach oft nicht, dass psychische Krankheiten genau wie physische eine Einschränkung sind. Man sagt einem mit nem gebrochenen Bein ja auch nicht "steh doch einfach auf". Das kann man 1:1 vergleichen und das ist genau das, was leider viel zu wenig Menschen wissen.

Achte mal, ob die Depressionen nur zu Hause wieder hochkommen. Es könnte sein, dass es am Haus liegt, das dir nicht gut tut. Wie fühlst du dich in anderen Häusern?

Natürlich kann es von den Menschen in deinem Umfeld kommen. Ist da jemand, der schlecht oder negativ über dich denkt? Auch das kann sehr belastend wirken auf Dauer. Dann wäre vielleicht ein Umzug die Lösung.

Oder versuche viel an Liebe zu denken. Dieses Wort kann dir viel bieten.

Depression ist ein Krankheit, keine schlechte Laune.

Wenn sie das nächstes mal sowas sagen, erklär ihnen, daß eine Lungenentzündung oder eine Grippe auch nicht weggeht, wenn man schöne Gedanken denkt.

Weil eine Grippe auch nicht weg geht, in dem man sich sagt, dass man gesund ist.

Gruß Than

ThanatosBell 24.06.2017, 12:24

Ah und positives Denken hilft ein Stück weit. Aber wenn du wirklich positiv denken würdest und auch daran glauben würdest, wärst du schon fast nicht mehr depressiv, würde ich sagen (Achtung Halbwissen)

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ThanatosBell 24.06.2017, 13:14
@studiogirl

Jau, ich habe gewarnt. Wer meine Worte für voll nimmt, tut dies auf eigenes Risiko.

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