Wieso geben sich Menschen immer als Experten auf Gebiet xy aus, nur weil sie einen wikipedia-Artikel (oder Ahnliches) zu dem Thema gelesen haben?

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3 Antworten

Der Witz ist doch, dass sich jeder "Experte" nennen darf. "Experte" bedeutet nichts, man muss keine Ausbildung nachweisen. Einige Leute machen damit noch gut Geld.

Die andere Frage ist, was man als Expertentum bezeichnet. Das ist in der Tat nicht so einfach. Wenn man sich als einziger in seinem Freundeskreis mit etwas ein bisschen auskennt, ist man dafür im Freundeskreis "Experte", aber bei Leuten, die sich schon lange mit dem Thema befassen aber nicht. Dann gibt es noch Hobbyisten, die sich so viel Wissen angelesen und praktisch umgesetzt haben, dass sie auf bestimmten Bereichen mehr wissen und/ oder können als echte "Experten", also Profis, die den Beruf gelernt haben (weil sie im Beruf nur einen kleinen Teil des Wissens brauchen).


Es geht immer noch eine Stufe besser. Man kann immer noch mehr wissen, lernen, können. Demnach darf sich keiner Experte nennen, weil es immer jemanden gibt, der mehr kann, entweder ein breiteres oder ein tieferes Wissen hat. Auf der anderen Seite hat jeder mal klein angefangen. Wenn man sich durch die ersten Schritte gearbeitet hat, kommt man sich - im Vergleich zu vorher  berechtigterweise - gebildet/er vor und sagt das ggf. auch.

Fachbegriffe benutzen: Kommt ganz drauf an, womit man sich befasst hat. Wenn man viel zu dem Thema gelesen oder gehört hat, und diese Texte in der Fachsprache gehalten wurden, dann verwendet man die Fachsprache vielleicht ganz unbewusst und kennt die umgangssprachlichen Begriffe gar nicht (man kennt das aus Situationen, in denen man etwas auf Englisch lernt und es nicht oder schwer auf Deutsch ausdrücken kann).

Oder man ist stolz, die Fachsprache einigermaßen zu beherrschen - für sein eigenes Niveau, seine Vorbildung natürlich. Dann möchte man das vielleicht zeigen. Das muss kein Angeben sein, sondern kann einfach Stolz und Freude am Gelernten sein.

Schließlich: Wenn jemand es nötig hat, bewundert zu werden - rein subjektiv, nicht arrogant gemeint - dann soll man ihm die Bewunderung doch bitte gönnen! Dann hat er vielleicht gerade nicht viel anderes, auf das er stolz sein kann, hat sich aber Wissen angelesen, fühlt sich gut dadurch und möchte das jetzt von anderen bestätigt haben. Solche Leuten brauchen gerade Bewunderung, bewundert sie dann doch auch bitte und versagt ihnen das, was sie dringend brauchen, nicht. Das wäre doch kleinlich! 

Jeder braucht irgendwie Bestätigung, und wenn diese nun durch angelesenes Wissen, auch Anfängerwissen, eingeholt werden soll, dann ist das legitim. Wer die Bewunderung oder auch nur Bestätigung versagt, ist kleinlich und hat vermutlich selbst nicht viel, auf das er stolz ist, sonst hätte er diese Kleinlichkeit nicht nötig!

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Gegenfrage: Wie gibt man sich denn als Experte aus?

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Kommentar von lubbeldibatsch
07.06.2016, 10:40

Indem sie relativ geschwollen mit Fachvokabular und vermeintlichem Expertenwissen prahlen, wobei ersichtlich ist, dass das eben nur aus solchen Artikeln stammt. Und besonders eklig wird es, wenn sich mehrere solche Menschen in einem Thread begegnen und mit ihrem Fakewissen dann Fachdiskussionen führen wollen.

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