Wieso gab es auch früher trotz Dublin-Abkommen soviele Asylanträge in Deutschland?

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6 Antworten

Viele meiner Bekannten kamen nach Deutschland, weil sie

  1. schon die Deutsche Sprache beherrschten, weil sie entweder in Deutschland studiert hatten oder deutsche Partnerinnen hatten.
  2. weil sie schon Verwandte in Deutschland hatten.
  3. weil sie es sich leisten konnten und es für sie noch möglich war, per Flugzeug oder Schiff nach Deuschland zu kommen, ohne über Griechenland, Italien oder Spanien einreisen zu müssen.

Im Grunde ist doch das Dublin-Abkommen gegenüber Ländern wie Griechenland, Italien und Spanien mehr als ungerecht!

tanztrainer1 25.11.2015, 12:46

Viele kamen ja schon zu einer Zeit, als das Dublin-Abkommen noch gar nicht existierte. Es gilt erst seit 1. September 1997.

Ein Bekannter von mir, der seit etwa 40 Jahren in Deutschland lebt, holte vor 4 Jahren seine Mutter aus Syrien. Er mußte aber dem Staat gegenüber glaubhaft machen, dass er für alle Kosten selbst aufkommen würde.

Eine aus Bosnien stammende Familie bei mir in der Nachbarschaft, holte während des Bürgerkrieges dort ihre Neffen und Nichten nach Deutschland. Auch diese Familie mußte versichern, dass sie die Kosten selbst tragen würden.

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Trevrizent 26.11.2015, 18:04
@tanztrainer1

Weißt du, ob dieser Familiennachzug, der nicht auf Kosten des Staates geht, mit in die Asylstatistiken gezählt wird? Gelten diese Menschen offiziell als "Asylanten"?

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tanztrainer1 26.11.2015, 21:30
@Trevrizent

Damit habe ich mich ehrlich gesagt auch noch nicht befasst, also ka.

Außerdem bin ich bei Statistiken auch immer leicht skeptisch: Glaub keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast, heißt es doch immer.

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das Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) hat damals geholfen Flüchtlinge direkt aus umliegenden Lagern nach z.Bsp. Deutschland zu fliegen.. wir hatten hier Quoten wieviele wir aufnehmen ( wurde verschiedentlich erhöht / verlängert) zu vereinfachten Bedingungen. .. wie auch, das Fam.angehörige nicht die gesamte Verpflichtungserklärung inclv. der KK leisten mußten, sondern unser Staat eine minimale Krankenversorgung übernahm.

Relativ viele Asyl-Anträge wurden auch direkt vor Ort in deutschen Botschaften gestellt. Weiterhin kamen auch relativ viele Flüchtlinge mit dem Flugzeug oder Schiff auf direktem Weg nach Deutschland. Dadurch wurden keine EU-Aussengrenzen berührt.

Erstmal kann man davon ausgehen, dass es keine spontane Entscheidung war, das Dublin-Abkommen auszusetzen, bei Merkel ist alles durchdacht. Es gibt mehrere Gruende:

1. Deutschland hat nach WKII, als es noch in Schutt und Asche lag, ueber 10 Mio Fluechtlinge aufgenommen und davon profitiert. Die meisten Deutsche kennen zumindest diese Geschichten und zumindest 2014 waren 70% der Bevelkerung dafuer, zu helfen. (Ich kenne die Statistiken fuer 2015 nicht, aber wir wissen ja, dass die Zahl gesunken ist.)

2. In den letzten 70 Jahren war Deutschland immer der Buhmann, letztes Mal waehrend derGriechenlandkrise. Endlich kann es sich auch mal positiv profilieren.

3. Der Grund weshalb Merkel schon in der dritten Kadenz ist, ist dass sie immer der Opposition die Themen wegschnappt. Die Linken sind traditionell eher dafuer, Fluechtlinge aufzunehmen, aber seit Merkel's Entscheidung ist das nichts, mit dem sie in den naechsten Wahlen gewinnen koennen.

4. Wirtschaftlicher Nutzen: die Fluechtlinge, die es bis nach Deutschland schaffen, und nicht in Fluechtlingslagern bleiben wollen, sind durchschnittlich die, die am meisten gebildet, finanziell gut gestellt und motiviert sind. Die deutsche Industrie braucht sie und will sie.

5. De Entscheidung staerkt Deuschland in der EU, im positiven wie im negativen Sinn. Deutschland kann z.B. eine weitere Aufschiebung der griechischen Schulden durch die Fluechtlingssituation rechtfertigen. Oder daruf bestehen, dass Laender die nicht genug Fleuchtlinge aufnehemen, weniger EU Finanzierung bekommen. Was immer - Merkel ist im Moment in der EU unangreifbar.

Ich habe keine direkte Quelle, lebe aber im Ausland und so wird es in den Medien dargestellt.

Trevrizent 24.11.2015, 23:26

Schön, du bist nun deine  Argumente für die Aufnahme von Flüchtlingen alle losgeworden (die man tatsächlich in den Medien rauf und runter lesen kann). Meine Frage hast du nicht beantwortet, wahrscheinlich nicht einmal richtig durchgelesen.

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Trevrizent 24.11.2015, 23:43
@Trevrizent

Ich will wirklich keine Diskussion hier und darum schreib ich zu den ganzen Punkten auch nichts. Aber eines möchte ich schon mal klarstellen, weil es mich einfach ärgert, es ständig zu hören. Ein Teil meiner Vorfahren ist nach dem 2. Weltkrieg VERTRIEBEN worden, es waren Deutsche, die aus Deutschland nach Deutschland vertrieben wurden, weil ihre Heimat plötzlich nicht mehr zu Deutschland gehörte. Und es waren vor allem Frauen und Kinder, die damals auf der Flucht waren, weil die meisten Männer gefallen oder in Kriegsgefangenschaft waren. Und obwohl sie aus demselben Land und demselben Kulturkreis kamen und dieselbe Religion hatten, hatten sie es schwer und stießen auf keine Willkommenskultur. Diese Ereignisse nun mit der aktuellen Flüchtlingsproblematik gleichzusetzen zeugt entweder von historischem Dilettantismus oder bewusstem Verdrehen der Tatsachen.

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Steffile 25.11.2015, 00:42
@Trevrizent

Wenn du gelesen haettest was ich geschrieebn habe, haettest du gemerkt, dass ich deine Frage beantwortet habe und dass ich keine Meinung und keine Argumente dargestellt habe.

Ich bin echt sauer ueber deinen Kommentar, weil ich nicht einfach einen Unsinn hingeschmiert habe, sondern dir eine ernsthafte Antwort gegeben habe. 

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tanztrainer1 25.11.2015, 12:36
@Trevrizent

Natürlich hast Du Recht über Deine Aussagen, dass es nach dem WK2 keine Willkommenskultur gab. Ich kann mich da auch noch lebhaft an mache Aussagen meiner Nachbarn erinnern. Aber es spircht daraus doch nur Dein latenter Neid gegenüber den jetzigen Flüchtligen. Die können doch absolut nichts dafür, dass in ihrer Heimat Bürgerkrieg herscht oder ein Diktator zuhause das Leben unerträglich macht und sie jetzt von einem Großteil hierzulande willkommen geheißen werden. Außerdem gibt es ja leider auch das Gegenteil einer Willkommenskultur, was man an brennenden Flüchtlingsunterkünften ablesen kann.

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Steffile 25.11.2015, 20:49
@Trevrizent

Ich habe davon geschrieben, dass Deutschland von der Aufnahme der Fluechtlinge vor 60 jahren profitiert hat, nicht dass sie auf einmal liebe nette Menschen wurden, interpretier da keine "Willkommenskultur" rein, die es nie gab und nie geben wird.

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Trevrizent 26.11.2015, 17:49
@Steffile

Liebe Steffile, ich hab dir wahrscheinlich insofern unrecht getan, dass du wirklich antworten wolltest. Das tut mir leid, Entschuldige bitte. Aber meine Frage hast du trotzdem nicht genau durchgelesen. Ich wollte nicht wissen, warum Deutschland das Dublin-Verfahren ausgesetzt hatte und deswegen mehr Flüchtlinge aufnahm, sondern warum es vorher trotz Dublin überhaupt möglich war, dass Flüchtlinge in Deutschland Asylanträge stellen konnten.

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Trevrizent 26.11.2015, 17:57
@tanztrainer1

Ich wollte lediglich zeigen, dass man die Situation der Aufnahme der deutschen Vertriebenen nicht mit der Situation der aktuellen Flüchtlinge vergleichen kann und dass selbst die Aufnahme der Vertriebene damals, die ja eigentlich selbstverständlich war, da sie in kein anderes Land hätten fliehen können, ein ganz anderer Vorgang war als die Aufnahme der aktuellen Flüchtlinge. Und ich wollte zeigen, dass diese Aufnahme nicht so reibungslos vonstatten ging, wie sie heute oft dargelegt wird.

Außerdem: Dass jemand von "Neid gegenüber Flüchtlingen" sprechen kann, macht mich fast fassungslos. Viele dieser Menschen haben zum Teil alles, auch Familienangehörige, verloren und ihre Situation in den Auffanglagern und Asylantenunterkünften in Deutschland ist alles andere als rosig. Wer davon ausgeht, man könnte sie deshalb beneiden, hat die Augen vor ihrer Lage mehr als verschlossen.

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Trevrizent 26.11.2015, 18:01
@Steffile

Damit hast du vollkommen Recht. Aber sowohl die Situation der Menschen als auch die Situation in Deutschland damals war eine ganz andere als die heute. Das wird immer verschwiegen, wenn im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise auf den Erfolg der Integration der Heimatvertriebenen hingewiesen wird.

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tanztrainer1 30.11.2015, 23:01
@Trevrizent

Ich arbeite derzeit in meiner Freizeit freiwillig bei einer Hilfsorganisation für die Flüchtlinge bei uns am Ort und da sehe ich ja, was los ist und wie traumatisiert da viele sind.

Leider höre ich von manchen Leuten, dass man den Flüchtlingen ja alles in den A@ schieben würde. Und hinter diesen blöden Sprüchen steckt hundertprozentig der Neid, obwohl es natürlich totaler Blödsinn ist. Aber das sind leider meine derzeitigen Erfahrungen. Letztens stritt ich mich fast mit einem, der in etwa sagte, dass es ihm gar nicht gefallen würde, was da für Dreck nach Deutschland käme. Ich wurde richtig wütend deswegen, sagte dann aber nur, dass da Menschen kommen würden und kein "Dreck". Mit Leuten dieses Niveaus sollte man sich erst gar nicht auseinandersetzten, weil die letztlich doch nichts dazulernen.

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Nach dem Dublin Abkommen können Asylsuchende nur in dem Land den Asylantrag stellen, in dem sie zuerst registriert wurden! Liegt also die erste Registrierung in Deutschland vor, so ist der Asylantrag hier zu stellen!

Trevrizent 24.11.2015, 23:29

Leider beantwortet das meine Frage nicht. Sie müssen sich laut Dublin in dem Land, über das sie die EU betreten, registrieren lassen und können dann dort ihren Antrag stellen.

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Vieleicht weil seit den Flüchtlingen bekannt ist das Merkel nicht vorhat die Grenzen zu schliessen oder eine Obergrenze einführt!

Das multiviert doch erst das so viele kommen wollen oder??

Trevrizent 12.07.2016, 16:32

Bitte erst die Frage lesen, dann antworten!

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