Wieso fühlen sich Kleinanleger von Banken schlecht beraten?

13 Antworten

Die Frage ist immer, wie man schlecht beraten definiert.

Die Bank berät eben danach was für den Kunden UND die Bank gut ist. Letztlich sollten im besten Falle beide davon profitieren, ein zufriedener Kunde kommt dann auch wieder.

Sicher hätte er evtl. mit anderen Investments mehr verdienen können, aber zum einen weiß man das nie sicher und zum anderen muss die Bank eben auch an sich denken. Kompletten Mist andrehen ergibt wenig Sinn, dann ist der Kunde weg und der potentielle spätere Gewinn der Bank durch den Kunden auch.

Letztlich ist es aber auch so, dass viele Kunden sich gar nicht informieren und meinen, ihnen wird die ultimative Anlagestrategie auf dem Silbertablett serviert, am besten noch mit kostenlosem Girokonto und auch bei der Geldanlage nur geringen Kosten. Aber so ist es eben nicht, der Standardkunde bekommt eben ein paar gut laufende Standard-Produkte angeboten, die Zeit für eine komplett individuelle Beratung hat man gar nicht und würde sich von den Kosten her für einen Kleinanleger oft auch einfach nicht lohnen, wenn er diese zahlen müsste.

Ok, wenn Kollegen einer 80 Jährigen einen 20 Jahre Sparvertrag andrehen, dann fragt man sich auch was das soll, teils geht aber auch auf Grund der Kundenvorgaben nichts anderes. Ich war in der Ausbildung mal bei einem Gespräch dabei, da wollte eine Alte Dame das noch mal genau wie vorher anlegen. Dass eben 20 Jahre in dem Alter wenig Sinn ergibt, wollte oder konnte sie nicht verstehen, es sollte wieder ganz sicher und fest sein wie vorher. Letztlich hat sie bekommen was sie wollte, wenn auch auf 10 Jahre runtergehandelt, keine 2 Tage später stand ihr Sohn dann bei uns und wollte wissen was der Quatsch in dem Alter soll, seine Mutter hätte das gar nicht gewollt.

Natürlich gibt es auch Berater, die nur ihre Provision im Kopf haben oder Angst ihren Job zu verlieren wenn sie die Verkaufszahlen nicht halten. Schwarze Schafe oder Jobangst gibt es immer mal, teils liegt es aber auch einfach am Kunden selber. Mal ehrlich, wie viele lesen sich die Informationen und Verträge wirklich durch? Selbst die noch recht verständlichen Infos landen doch ungelesen im Ordner, die verklausulierten Verträge erst recht. Hinter ist das Geschrei von Kunden dann groß, egal ob es um geht Banken oder andere Händler geht, bei Geld aber erst recht.

Viele Kunden leben auch einfach fernab der Realität, hätten gerne die größte Rendite aber bitte wenn es geht gar kein Risiko und immer sofort verfügbar.

Weil ich genau auf diesen Spagat und den Ertragsdruck in vielen Banken keine Lust hatte, bin ich bewusst nicht in die Beratung gegangen.

Die Kundenberater der Banken sind selber keine Börsengurus. Sie kennen auch die Anlagepräferenzen des Kunden zu wenig, bzw. wollen das nicht akzeptieren. Sie reden ihm lieber die eigenen Fonds ein, das ist das eigene Geschäft der Bankengruppe.

Der Wertpapiersparer muss selber wissen, was er will. Er investiert und ist für seinen Gewinn oder Verlust selber verantwortlich. Heute ist es leicht, weil es die ETF gibt.

Aus eigene rErfahrung folgendes. Mir hat eine Sachbearbeiterin bei der Bank empfohlen, dass ich Geld, welches ich auf meinem Girokonto habe, zum Teil anlegen sollte.

Da habe ich mich mit seiner Anlageberaterin der Bank unterhalten. Die mir empfohlene Anlage bringt nur wenig Rendite. Da sagte ich zu ihr, was denn von der Rendite noch übrig bliebe, wenn man die Kapitalertragssteuer abzieht ? Sie rechnete das kurz am Rechner aus und meinte, das sei immer noch interessant.

Dass von der Rendite neben der Kapitalertragssteuer auch Soli, Kirchensteuer abzuziehen sind, erwähnte sie nicht. Auch die Krankenkasse beteiligt sich an Kapitaleinkünften. Darauf habe ich sie hingewiesen.

Dieser Einwand kam für die Beraterin etwas überraschend. Wir rechneten dann all diese Abzüge aus und schon war die Rendite fast gegen null.

Eine seriöse Beraterin hätte von sich aus die Abzüge ansprechen müssen. Da es ihr aber eher an der Provision lag, welche sie für einen Anlagenabschluss bekommt, liess sie die weiteren Abzüge aussen vor.

Es kam freilich zu keinem Abschluss. Wollte damit nur sagen, wie sehr ein Kunde ei Bankberatungen aufpassen muss.

Die Bankmitarbeiter werden von der Geschäftsführung quasi dazu verurteilt, soviele Anlagen zu verkaufen wie möglich. Vorzugsweise solche, bei denen die Banken den größten Reibach machen. Ob sich das für den Kunden lohnt, ist zweitrangig.

Weil sie nicht beraten, sondern nur, ewig lang, alle Daten in den Computer eingeben und dann das empfehlen, was der Computer vorschlägt.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Weil sie oft schlecht beraten werden.

Anderenfalls würde die Bank gegen ihre Interessen handeln.

cooles profilfoto ;)

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