Wieso freue ich mich so wenig?

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3 Antworten

Hallo!

Vielleicht überwiegt hier das Gefühl von dem Drang nach Perfektionismus? Das Gefühl, nicht gut genug zu sein, kann schon in der kindlichen Phase seinen Ursprung haben. Vielleicht hast du in deinem Tun oft zu wenig Rückmeldung von anderen bekommen. Oder es kamen nie zufriedene Rückmeldungen zurück (Bsp.: Dir wurde nie ein Bachelorabschluss zugetraut). Sowas kann einen auf Dauer ziemlich runterziehen. Ich denke, dass sich eventuell daraus ein niedriges Selbstbewusstsein entwickelt hat. Und da deine Psyche wohl so angeschlagen war, hast du einfach einen riesigen Ehrgeiz entwickelt. Das ist an sich nicht schlecht, aber oft läuft man dort Gefahr, sich schnell zu übernehmen und innerlich zu ermüden. Das kann bei Nichtstun wirklich fatale Folgen haben. Also handle!

Wenn du meinst, dass du mit bestimmten Menschen einfach nicht klarkommst, dann ist das vollkommen okay. Man muss nicht mit allen befreundet sein. Außerdem hast du in deiner Frage erwähnt, dass du einfach so mal ein Brötchen einem Fremden geschenkt hast. Das zeigt, dass du ein gutes Herz hast :)

Manche Menschen setzen sich einfach viel mit ihren Leistungen auseinander und denken darüber viel nach. Der gesellschaftliche Druck von außen, immer perfekt zu funktionieren, hat schon viele geschwächt. Aber: Lass dich nicht beeinflussen, sondern lerne, deine Gedanken zu steuern. Sag "Stopp!" wenn du negativ denkst. Schreib dir eine Liste, mit all den Dingen, was du schon geleistet hast. Sei aufmerksam und tu dir ab und zu mal was gutes im Alltag. Achte auf regelmäßige Pausen, wo du einfach mal durchatmen kannst. Ständig etwas leisten zu müssen und dabei nie zufrieden zu sein, schlägt sehr auf die Psyche. Also such dir Rituale, die dich zur Ruhe kommen lassen. So kannst du dich auch von negativen Gedanken ablenken. 

Suche die Nähe eines Vertrauten und rede darüber. Du wirst merken, dass es unglaublich viele Menschen da draußen gibt, denen es so geht. Hallo? Dir hat man gesagt, dass du nie einen Realschulabschluss schaffst und jetzt hast du einen Bachlorabschluss! Das ist doch großartig! Du hast es allen gezeigt und hast somit einen Beweis dafür, dass du es kannst! Versuche dir, nicht zu große Ziele zu stecken. Für den Anfang ist es bestimmt hilfreich, sich kleine Ziele zu setzen, die du auch in kürzerer Zeit erreichen kannst. Also: Ein Schritt nach dem anderen. 

Weiterhin kann ich dir wirklich empfehlen, sich Ratgeber einzuholen. Oft gibt es auch Kurse zum Thema Selbstbewusstsein/ der richtige Umgang mit dem Leistungsdruck. Oft werden solche Themen auch in Zeitschriften angesprochen und Tipps vermittelt. Schreib dir jeden Abend auf, was du heute geschafft hast und bändige den inneren Drachen. 

Vielleicht hilft es dir, auch mal in einer sozialen Einrichtung reinzuschnuppern (Caritas -> Tafel, Rotes Kreuz, etc.). Wenn du das Zusammensein mit anderen Leuten so genießt, dann wird dir dort bestimmt die Gemeinschaft gefallen. Und du tust etwas Gutes. Und Gutes kommt immer zurück :)

Ich wünsche dir ganz, ganz viel Kraft und denke an dich!

Liebe Grüße, ultraviolet4 (und entschuldige für den langen Text :D)

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Kommentar von DinoMath
02.10.2016, 22:41

nix zu entschuldigen und danke auch fürs an mich denken.

Das finde ich irgendwie schön..

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Hallo Herr Kommilitone :)

der Satz mit : Mehr Selbstliebe, stich natürlich etwas hervor. Das Thema kann etwas umfangreicher sein, je nach dem wo das herkommt. Ich weiss, es ist fast ein Klischee, sowas kann auch mit den Erziehungsmethoden zusammenhängen, die einem die Eltern, als Kind haben angedeihen lassen.

Dann gäbe es meiner Meinung nach 2 Optionen : selber Literatur zu dem Thema lesen oder zu einem Profi gehen und dort Tipps holen. Das mit dem Profi mag sich ein bisschen anhören, wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, ist jeodch völlig legitim, da es dich belastet. Psychologische Studienberatung wäre da eine Option.

Was ich wichtig finde, ist die Beobachtung deiner inneren Prozesse. Was passiert in mir, was läuft da ab, das hilft dann auch bei der Bewältigung.

Viel Erfolg weiterhin und viele Grüße


Edit : ganz vergessen : Innerer Kritiker, immer ein ganz wichtiger Punkt bei sowas. Google hilft weiter : innerer Kritiker


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Du hast doch schon ein gutes Programm begonnen zu entwickeln:

" ... dass ich mich mehr selbst liebe, dass ich mehr Stolz entwickel, mehr
Selbstvertrauen, mehr drauf achte dass es mir selbst gut geht..."

Da gibt es eigentlich keine speziellen Tricks (okay - man kann auch umgekehrt behaupten, da gibt es mindestens 300 Tricks, von denen die Selbsthilfe-Bücher und Ratgeberbücher zu berichten wissen) - sondern im Kern nur EINEN.

Nämlich: im Alltag damit anzufangen!!
Und wenn man deinen Text aufmerksam liest, dann merkt man, du bist schon dabei!

Das ist der Schlüssel: Darauf achten, womit es dir gut geht! -

Geleistetes mal selber anerkennen ... Sich weniger unter Druck setzen ...

Step by step.

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