Wieso fahren Abiturienten ihren Aufkleber "Abi 2007" spazieren und Realschulabgänger kein &quot

27 Antworten

Ich bin jetzt grade 12 Tage von meinem Abitur entfernt und hoffe entsprechend, dass das alles gut klappt.

Diese Einstellung, Abiturienten seien arrogant oder eingebildet, da sie was besseres seien, lässt sich meines Erachtens nach nur auf puren Neid zurückführen.

Wenn man 9 Jahre lang immer auf seine Leistungsmaximen getrieben und getrimmt wird, die dann im Abitur ihre Wirkung zeigen sollen, dann kann man durchaus sagen, dass man was geschafft hat. Verglichen mit der Realschule, die nebenbei nur 6 Jahre dauert, ist das eine starke quantitative und qualitative Diskrepanz. Eines, was mich persönlich sehr überrascht hat, war die Antwort eines Hauptschulabsolventen, mit dem ich mal gesprochen hatte, auf die Frage, ob er weiß, was Logarithmen sind. Die Antwort war: "Nein!" - Nur ein Beispiel für die Differenzen, wo im Gymnasium Logarithmen in der 9. Klasse durchgenommen werden.

Mein alter Mathelehrer der 10. Klasse pflegte gerne zu sagen: "Die Realschüler müssen eine Abschlussprüfung schreiben und ihr bekommt euer 10. Klasse-Zeugnis einfach so hinterhergeschoben!" - Diese Aussage fand ich recht lächerlich, da wir - im Gegensatz zu den Realschülern - noch 2 Jahre mehr und v. a. unter schwierigeren Umständen (Oberstufe) lernen müssen und dann noch das Abitur schreiben müssen. Ich habe eine Realschulprüfung mal gesehen: Quadratische Funktionen, Basisgeometrie und Prozentrechnung (3 Formeln). Diese Themen behandelten wir in der 10. Klasse in einer normalen Klausur. Und dann als Gymnasiallehrer zu sagen, dass die Realschule "mehr" machen muss, ist einfach nur peinlich.

Was ich damit sagen möchte ist, dass ich nichts (und das meine ich ernst!) gegen Realschüler habe! Viele Freunde von mir sind Realschüler, oder haben diese beendet und sind gerade auf einem Gymnasium. Der Punkt ist nur, dass Gymnasiasten einfach mehr machen und die Schwierigkeit und der Erwartungen seitens der Lehrer immer höher wird und im Abitur dann ihre Maxime erreicht. Dann kann man meiner Meinung nach als Abiturient mit vernünftigem Durchschnitt (!) durchaus sagen: "Ja, ich habe mehr geschafft und bin stolz drauf!" - Das muss aber kein Ausdruck von Arroganz sein, sondern die mentale Bestätigung dessen, was man in den letzten 9 Jahren geschafft hat.

Und um noch ein Kommentar auf die "Klischeehaupt- oder Realschüler" loszuwerden: Ich kenne (leider) genug Leute, die wortwörtlich auf Schule scheißen! Hausaufgaben? Quatsch! 5+ in Mathe? Besser als 'ne Sechs! Abschluss? Ach, ich werd' Rapper! - Davon gibt es genug, ich erlebe es oft genug, und da muss man sich als Realschüler nicht wundern, wenn man einen 1,3er-Abschluss hat und dennoch als "etwas niederes" angesehen wird. Verdankt das diesen Leuten, die an manchen Schulen keine Rarität in der Gesamtbetrachtung sind.

Und so nebenbei: Viele Leute, die aus der Realschule auf unser Gymnasium gekommen sind, sind z. T. besser in der Schule, als die "Reingymnasiasten".

Was folgern wir daraus? Gymnasium nicht unbedingt gleich schlau!

Ich hoffe, ich habe keinen diffarmiert und gehe wieder an meine Physik-Unterlagen. ;)

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Endlich sagt's mal einer. Und dann wundern sich Arzthelfer, dass der Arzt doch sooooo arrogant sei, weil er so viel absahnt. Aber selber nicht mal drüber nachgedacht, warum das so ist. :D Ich liebe solche Deppen, ähm, Leute.

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also, ich finde, hier wird ziemlich viel verdreht! Wie viele schon richtig gesagt haben: Niemandem wird beigebrahct, auf andere herabzublicken und ich selbst habe auch viele Freunde aus der Realschule. Und anstatt anzugeben, helfe ich ihnen bei schwierigen Themen, die ich eben schon gründlicher und früher hatte. Und wenn man stolz drauf ist, hat das nichts mit angeben zu tun. Wer ein Auto zum ABi bekommt, der freut sich natürlich erstmal und ist stolz und ich glaube, an seine Mitmenschen und was sie darüber meinen, denkt er zuwerst am wenigsten. der Aufkleber ist nur für ihn selbst zur Freude! Und irgendwie kann man ja auch stolz drauf sein!

Nee Nee Nee ! Wenn man hier die Antworten liest erkennt man ziemlich viel Sozialneid von Leuten die Ihr Leben NICHT auf die Reihe bringen. Wir leben nun einmal in einer Leistungsgesellschaft in der man unter anderem die Menschen nach Ihrer erbrachten Leistung qualifiziert und das Gymnasium mit seinem Abitur ist nun einmal die höchste und schwierigste Qualifikation im Schulwesen. Da hängen viele Stunden Schweiss, Tränen und Verzicht dahinter! Statt das Abitur anzufeinden fragt doch viel lieber nach, warum die Hauptschule einen solch schlechten Ruf hat. Statt Abitur2008 könnte ich auch schreiben: Ich habe Kultur, spreche mindestens zwei Fremdsprachen, gehöre keiner Bande an, bin kein "Eckensteher", gehe aus Zeitmangel selten in die Disco, habe 9 Jahre Entbehrungen und viel viel Stress hintermir etc. etc. etc. Ich glaube aber "Abiturxxxx" ist kürzer und präziser um diese extraordinäre Leistung zu beschreiben. Man erwartet ja später auch, dass sein akademischer Titel anerkannt wird und dies ist nun mal die Vorstufe zum Magister, Diplom oder phd.

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Lehramtsstudenten scheitern an Pisa-Testfragen für 15-jährige. Das heutige Abitur hat ein so niedriges Niveau, daß man es locker mit einem Realschulabschluß, welcher Ende der neunziger Jahre erreicht wurde, vergleichen kann.

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@McCall

@McCall Mag sein, meine Erfahrungen mit Abitur datieren aus den 80er Jahren, obwohl ich es ernsthaft bezweifle - aber nichtsdestoweniger negiert dieser "gefühlte" Niveaurückgang meine Ausage nicht - Der Grund ist simpel: Eine Niveaurückgang würde alle Schulformen gleichermaßen treffen und damit bleibt das Abitur der höchste, "elitärste" Schulabschluss! Ihren Kommentaren entspringt vielmehr eine gehörige Portion "Sozialneid" - Ich tippe auf Realschlussabgänger dessen berufliche Laubahn aufgrund fehlendes Abitur blockiert ist.

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@HTimmer

Sehe ich genauso!

Und was das Niveau des Abiturs betrifft, ist McCall's Aussage nicht verallgemeinbar. Vergleicht man das Hamburger Abitur mit dem von Schleswig-Holstein (wo ich dieses Jahr mein Abitur machen werde) fallen einem schon z. T. heftige Diskrepanzen auf. Ein kleines Beispiel: Ich habe mit einem 08er-Abiturienten gesprochen, der an einem Gymnasium in HH den Leistungskurs Physik belegt hat. Und als wir so ins Reden gekommen sind, meinte er zu mir, dass die Themen, mit denen wir quasi unsere wissenschaftliche Arbeit (Oberstufenarbeit, die über das wesentliche Herumgeplänkle hinausgeht) anfangen, bei denen eines der Endthemen des Gesamtthemas waren. Ich bin da schon fast aus den Latschen gefallen, als er meinte, dass die das, was wir machen, nie hatten. Und allein hierbei ist dieser - ich nenne ihn mal - föderalistische Bildungsunterschied deutlich erkennbar.

Und ich finde, wie HTimmer bereits gesagt hat, dass man nach allem, was man in sein Abitur gesteckt hat, am Ende auch stolz sein und sich besagten Aufkleber auf die Heckscheibe kleben kann!

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@HTimmer

Na, da wünsche ich beim wöchentlichen Lottotip aber mehr Fortune! :-) Ich erlebe es leider in der Praxis. Nachhilfe wird unseren Auszubildenden innerbetrieblich auch noch angeboten. Und das ist auch dringend notwendig.

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@HTimmer

Zitat Professor Kaesler, Marburg: "In Chemie und Physik sitzt niemand, der vorher nicht wusste, worum es in dem Fach geht. In den Philologien wird es grenzwertig, viele wußten nicht, daß sie soviel lesen müssen. Das finde ich verwunderlich, aber es ist so. In den Geistes- und Sozialwissenschaften dagegen erfahren viele Leute erst nach den ersten Semestern, was sie in dem Fach machen. Dann sagen sie: "Das ist ja ganz interessant, aber das viele Lesen ist nichts für mich!" Und dann schreiben sie in der Klausur "Hops" und "Lutta" und meinen Hobbes und Luther". Ich spüre förmlich den Neid in mir aufsteigen ;-)

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