Wieso fällt es vielen hier so schwer sich vorzustellen dass Kultur einen Einfluss auf Kriminalität hat?

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9 Antworten

Ja, ich denke schon, dass Kultur einen Einfluss auf die Kriminalität haben kann. Das vorneweg. Aber ich möchte das auch etwas differenzieren.

Es ist richtig, dass in den meisten sunnitischen (aber auch schiitischen?) Ländern die Familie und die "Familienehre" stärker beachtet wird als bei uns. Das hat aber nur einen sehr mittelbaren Einfluss auf die Kriminalität (die sog. "Ehrenmorde" können damit in Verbindung stehen), nicht jede familiäre Binding führt automatisch zur Kriminalität (es käme auch niemand auf die Idee, dass die deutsche Familienpolitik "Kriminalität fördern" würde, wenn sie die Familie fördert).

Viele Menschen erleben die familiäre Bindung auch als positiv (und diese erleben unsere doch ziemlich anonyme und kalte Gesellschaft als eher negativ, wobei man auch das hinterfragen kann/sollte, denn so "kalt" sind wir eigentlich auch nicht).

"Die Kriminalität" ist ohnehin ein sehr vielschichtiger Begriff. Darunter fallen ja nicht nur Morde und Vergewaltigungen, sondern auch z.B. Einbrüche (und viele andere Delikte). Im Bereich der Einbrüche kann man übrigens auch eine gar nicht mal so niedrige Zahl von Fällen finden, die nichts mit dem Islam (das lese ich aus dem Text als Hauptthema heraus) zu tun haben.

Der Schluss von Familienclan auf Kriminalität kommt mir auch etwas zu abrupt daher. Sicher ist richtig, dass es kriminelle Familienclans gibt (auch arabische). Falsch ist, dass die Kriminalität in jedem Falle die Folge eines familiären Zusammenschlusses ist. Falsch ist zudem, dass es keine asiatischen Clans gäbe, die kriminell wären.

Siehe z.B. hier https://en.wikipedia.org/wiki/Triad_(organized_crime)
- das mag für Deutschland kein Problem sein, aber wenn man mal "chinese mafia" eingibt, findet man viele (meist englischsprachige) Seiten.

Die Mafia im klassischen Sinne ist familiär geprägt, sie hat aber ihren Ausgangspunkt in Italien gehabt, welches ein katholisches Land ist. Auch hier ist der Islam erst mal "außen vor".

 

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Kommentar von LatinClover
02.02.2017, 19:01

Meine Ausführungen bezüglich Familienclans waren ja auch nur um grundsätzlich erstmal klar zu machen, da gibt es etwas beeinflussendes, Kultur hat Auswirkungen auf Kriminalität und Integration, wenn sie die Form beeinflussen kann, dann kann sie sicherlich auch noch mehr beeinflussen. 

Dass es auch in anderen Kulturen familienähnliche Kriminalitätsstrukturen gibt ist mir klar. Ich habe ja ganz bewusst die Familienclans mit deutscher Kriminalität verglichen, weil es das bei uns in dieser Form fast gar nicht gibt.

Genauso sind Gruppenvergewaltigungen ein sehr spezifisch geartetes Verbrechen das man äußerst selten bei anderen hier angesiedelten Kulturen findet.

Ich rede außerdem nicht von Familienclans im Ausland, ich rede von der Ausprägung hierzulande. Schon klar dass man Deutschland nicht mit China vergleichen kann. Aber man kann in Deutschland aufgewachsene Chinesen mit in Deutschland aufgewachsenen Arabern vergleichen. 



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Jetzt kommen meine zu begleitenden syrischen Flüchtlingen aus allen Regionen Syriens.Doch weder sie noch ich unterscheiden und von der Kultur des Rechtsempfindens.Dazu kommt noch das der Koran krimminelle Handlungen verbietet.Aber als das mit Sylvester passierte,waren sie die ersten, die um eine Gesprächsrunde baten.Was haben diese Vergewaltiger, diese Kultur von stolzen und ehrbaren Syriern beleidigt,es kann sich niemand vorstellen,wenn er diese Kultur von Arabern nicht kennt..Ich rede von den Syrern unserer Gemeinde.Es sind fast 300.Jeder achtet Frauen auch unsere,erst Recht die deutschen.Wenn man das Kapitel Ehrenmord anspricht,weil wieder ein Mann meinen müßte Richter zuspielen,dann sind sie fassungslos und fragen,warum lassen sie sich nicht scheiden?es gibt nicht viele Scheidungen,aber wenn sich jemand scheiden lässt,dann wird nicht gemordet.Denn auch in der arabischen Welt ist es Mord.Ehrenmord gibt es weder im Koran ,noch in ihrer Kultur...Er wird sogar von gebildeten Muslimen verachtet..Aber zu behaupten es gebe eine Kultur ,die klauen,vergewaltigen darf,ohne das sie aufgehalten werden und bestraft,entzieht  mir jede Vorstellungskraft.Die arabische Kultur kennenlernen,nicht verstoßen ,dann kommt man nicht auf so absurde Gedanken.

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Kommentar von LatinClover
03.02.2017, 12:44

Deine Anekdoten taugen in dieser Debatte recht wenig. Auch die erste Generation von türkischen Gastarbeitern fiel nicht durch Kriminalität oder Arbeitslosigkeit auf.

Momentan sind rund 65% aller herkommenden Syrer faktische Analphabeten wenn es um die Basisfähigkeiten Lesen und Schreiben geht. Das sind keine besonders guten Startbedingungen um es mal milde auszudrücken.

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Meine Güte, niemand behauptet, dass die Kultur und die kulturelle Prägung da gar keinen Einfluss hat. Diese Aussage wäre auch ziemlich leicht zu widerlegen.

Gezweifelt wird nur:
a) Wie groß die Unterschiede tatsächlich sind
b) Ob es - auch wenn es große kulturelle Unterschiede gibt - deshalb gleich okay ist, alle Personen aus einem bestimmten Kulturkreis unter Verdacht zu stellen.

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Kommentar von LatinClover
02.02.2017, 18:43

Meine Güte, niemand behauptet, dass die Kultur und die kulturelle Prägung da gar keinen Einfluss hat. Diese Aussage wäre auch ziemlich leicht zu widerlegen.

Na, dann bist du wahrscheinlich noch nicht lange hier auf gutefrage.net oder diversen anderen Internetforen unterwegs.

Man wird beinahe überall sofort für die Aussage attackiert, wenn man z.B. sagt in Berlin seien 75% der Türken ohne Schulabschluss und fast die Hälfte arbeitslos. Dazu hatten z.B. 2015  79% aller jugendlichen Wiederholungsgewalttäter dort einen türkisch/arabischen Migrationshintergrund. Dann kommt immer sofort das Standardargument, "das sind alles sozioökonomische Faktoren". 

Ich wage es jetzt mal mich damit aus dem Fenster zu lehnen und zu behaupten, es ist nicht so unrealistisch dass die Kultur da auch eine große Rolle spielen könnte. Es wäre schlichtweg irrwitzig bei so einer hohen Zahl anzunehmen dass dem nicht so wäre.

Und von "alle Personen unter Verdacht stellen" ist das noch meilenweit entfernt.

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Und dann gibt es aber die in Deutschland vorherrschende linke Meinung, das sie alles nur sozioökonomische Faktoren zurückzuführen, und es mit Kultur absolut nichts zu tun hätte

Ob diese Meinung dominiert, lassen wir mal offen.

Fakt ist aber: Diese Erklärung ist empirisch adäquat und deckt sich mit den wichtigsten Theorien der Kriminologie(u.a. General Strain Theory). Wenn man nämlich bei der Kriminalitätsrate die sozioökonomischen Faktoren herausrechnet, dann gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Menschen verschiedener Kulturen.

Nur: Wenn Kultur einen Einfluss hätte, dann müsste es auch nach Herausrechnung der sozioökonomischen Faktoren immer noch einen Unterschied geben, da die Menschen sich ja auch in Bezug auf ihren kulturellen Hintergrund unterscheiden.

Da das nicht der Fall ist, wissen wir also, dass Kultur keinen Einfluss auf Kriminalität hat. Die Behauptung, es gäbe so einen Zusammenhang, kann ja empirisch widerlegt werden. Sie ist also falsch, auch, wenn man so einen hypothetischen  Zusammenhang plausibel erklären kann. 

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Kommentar von LatinClover
03.02.2017, 15:23

1) Hast du zufällig konkret nachvollziehbare Beispiele solcher Rechnungen, die man irgendwo einsehen kann? Interessiert mich ernsthaft mal. Ich hatte auch schonmal irgendwann eine gesehen aber die war sehr allgemein gehalten.

2) Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, hat Kultur wiederum einen Einfluss auf den Sozioökonomischen Status, z.B. in der Art und Weise wie sie das Streben nach Bildung fördert.

Das wird in diesen Hochrechnungen allerdings ausgeblendet und bloß eine einseitige Kausalbeziehung angenommen, was sehr unsachlich und methodisch fragwürdig ist.

Demnach ist da meiner Meinung nach nichts empirisch widerlegt, denn man arbeitet mit einer falschen Prämisse die jeglicher Grundlage entbehrt.



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Dein Vortrag scheitert an einer wesentlichen falschen Grundannahme:

nämlich, dass es irgendwo auf der Welt eine homogene Kultur gäbe, die für alle, die in ihr leben, die gleiche Wirkung hätte.

Kulturell ist mir ein Bayer so fern wie ein Türke. Aber weder Bayern noch Türken sind kulturell homogen.

Um Deinem Grundgedanken überhaupt eine Berechtigung zu geben, bedürfte es der Annahme, dass es eine kulturelle Gruppe gäbe, in der asoziales Verhalten die Norm ist. Sowas ist mir nicht bekannt.

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Kommentar von LatinClover
03.02.2017, 01:19

Ja nee schon klar, kein Mensch ist genau wie der andere, daraus folgt dass man Menschen keine durchschnittlichen Gemeinsamkeiten zuweisen kann, aha. Tausendmal gehört, aber das macht es auch nicht wahrer. 

"Keine Orange gleicht der anderen. Dadurch folgt, dass man Orangen keine durchschnittlichen Wesensmerkmale zuweisen kann."

"Manche Pizzen sind fettarm und mit Gemüse belegt. Dadurch folgt dass man Pizza nicht als ungesund bezeichnen kann."

Wenn du dich angeblich den Türken kulturell näher fühlst als einem Bayern, dann liegt das A) an deiner subjektiven Gefühlswelt, oder B) daran dass du erheblich vom Durchschnitt deiner lokalen Kultur abweichst.

Wenn du in meinem "Vortrag" die Grundannahme erkennst, dass alle Türken gleich seien, dann hast du etwas gewaltig falsch verstanden. Diese Prämisse ist überhaupt nicht notwendig, um die Aussage tätigen zu können "die hohe Kriminalitätsrate von Gruppe xy ist unter anderem kulturell bedingt". Kulturelle Variationen sind da nämlich überhaupt kein Widerspruch.


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Wenn du dich mit den wahren Faktoren, die zu Kriminalität führen auseinandersetzen möchtest, solltest du dich mit Kriminologie beschäftigen. Das ist die Wissenschaft, die auf solche Fragen Antworten sucht.

Das, was du hier alles erklärst, hast du ja nicht statistisch oder empirisch erhoben. Eigentlich sind das mehr oder weniger "gefühlte Fakten".

Wenn du wirklich Antworten suchst, kann ich dir die Doku "Mehr Ausländer, mehr Kriminalität? Der große Faktencheck" von ZDF Zeit empfehlen. Da wird mit statistischen Daten gearbeitet und es werden Kriminologen befragt.

Du findest die Doku hier:

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Kommentar von LatinClover
02.02.2017, 18:51

Na wenn du glaubst das ZDF sei das Nonplusultra der Objektivität, dann muss ich dir leider widersprechen. Migrationshintergründe werden zudem nicht statistisch erfasst, die werden allesamt bei den "Deutschen" verrechnet. 

Außer in wenigen Sonderfällen wie z.B. einer Statistik zur Kriminalität von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Berlin, welche dann immer in eine eindeutige Richtung zeigen, 81% aller jugendlichen Wiederholungsgewalttäter in Berlin hatten in 2010 einen türkischen/arabischen Migrationshintergrund. 

https://www.bmfsfj.de/blob/74634/f3d60930322c68506e49d52e888b71fb/gewalttaetigkeit-maennliche-muslimische-jugendliche-data.pdf

http://web.archive.org/web/20140427083058/http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/fb107.pdf


http://web.archive.org/web/20140331204454/http://www.berlin.de/lb/intmig/schlagwort\_11.html


Ich werde trotzdem später mal reinschauen und meine Gedanken dazu schildern, danke für den Link.

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Du hast recht, aber den Punkt mit den deutschen und den Asiaten verstehe ich nicht.
Die asiatischen Mafiafamilien sind soweit ich weiß die brutalsten auf der Welt.

Wenn in anderen Ländern Taten Teil der Kultur sind und der Immigrant möchte diese Taten hier fortführen, so ist er ein Straftater Deutschland wegen seiner kulturell motivierten Taten

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Kommentar von LatinClover
02.02.2017, 18:32

Die Ausprägung der Kultur ändert sich ja auch, je nachdem in welches neue System ich sie einführe.

Wenn jemand in seiner Kultur z.B. extrem gottesgläubige Attribute hat, dann wird sich die Ausprägung dieser Attribute je nachdem in welches Land ich ihn schicke anders entwickeln. 

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Nein, die Kultur hat keinen Einfluss auf Kriminalität. Familien allerdings schon. Dass man innerhalb eines kriminellen Umfelds eher kriminell wird, ist wohl jedem von uns klar. Die arabischen Familienklans und die Mafia wurden ja schon genannt, man könnte auch rumänische Diebesbanden nennen. Das hat trotzdem nichts mit Nationalitäten oder Religionen zu tun. Die Werte, die in kriminellen Familien/Gruppen gelten, sind von keiner Nation oder Religion gedeckt. Diebstahl beispielsweise ist überall verboten. Eine Kultur von Dieben wirst zu nirgendwo auf der Welt finden.

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Weil das einfach vorurteilsbeladenes und ahnungsloses Zeug ist. Jeder Kriminalist, jeder Forensiker wird dir bestätigen, dass Kriminalität eine soziale Funktion ist, keine kulturelle..

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Kommentar von LatinClover
02.02.2017, 19:13

Na und, das heißt ja noch lange nicht dass Kriminalität und sozioökonomischer Status nicht durch kulturelle Faktoren beeinflusst werden können.

Wenn ich mein Kind zur Schule schicke und ihm statt der Werte "Bildung" die Werte "Ehre" und "Glaube" einpflanze, dann wird sich das Kind in der Schule auch eher anders verhalten, vor allem wenn es dort auf Kinder trifft die ähnliche Werte vertreten. 

Meine Freundin arbeitet an einer Schule und hat schon sehr oft beobachtet wie Kinder mit muslimischem Migrationshintergrund in den ersten Tagen sehr unauffällig sind zwischen den anderen Kindern, und sich bei vielen eine gravierende Änderung und Abgrenzung zum "Rest" einstellt sobald sie das erste Mal auf andere Kinder mit dem selben Migrationshintergrund treffen. Nur mal als Beispiel wie sowas ablaufen kann.

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