Wieso erscheint vielen Menschen ein freier Wille so plausibel, außerdem bin ich Nihilist und glaube das unsere Zukunft keine Bedeutung (für uns selbst hat)?

6 Antworten

Ich empfehle dir zu dem Thema "Das Handwerk der Freiheit" von Peter Bieri.

Für mich ist die Frage nur bedingt relevant, ich finde es viel wichtiger, was du für eine Konsequenz daraus ziehst. Ich bin Kompatibilist, d.h. ich gehe davon aus, dass alles vorherbestimmt ist, das aber an meinem Freiheitsempfinden nichts ändert. Ich lebe mein Leben so, als würde mein Wille eine Bedeutung haben, und ich lebe damit sehr gut. Denn woher willst du wissen, dass es nicht dein Schicksal ist, deines eigenen Glückes Schmied zu sein? Ich jedenfalls erlebe eine Entwicklung, und ob die vorher schon feststand oder nicht, spielt keine Rolle. Deine Zukunft hat nur dann keine Bedeutung, wenn du ihr keine gibst, und ich denke - jetzt ist es an dir, dich nicht angegriffen zu fühlen - du verneinst die Bedeutsamkeit deines Lebens, um keine Verantwortung dafür übernehmen zu müssen. Was denkst du?

Danke für deine Antwort Serela - nein wieso sollte ich mich von deiner Antwort angegriffen fühlen - sie ist doch lieb und freundlich geschrieben. Nein ich sehe es anders - ich habe nie und nimmer behauptet ich würde mich vor irgendeiner Verantwortung drücken - eigentlich kann ich umso leichter Verantwortung übernehmen, weil es keine negativen Konsequenzen für mich geben kann. Mit die Zukunft hat keine Bedeutung meine ich einfach nur, dass das was ich als "ich" bezeichnen würde einfach nur einen Moment existiert und dann vergangen ist. Das ist nochmal losgelöst vom freien Willen - ich fühle nicht, dass was ich als Baby gefühlt hat und ich werde nicht fühlen und wahrnehmen was in 10 Sekunden passiert - dann ist das, was ich als "ich" empfinde doch schon längst vergangen.

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@bBEED

Wenn du z.B. jemanden umbringst, kannst du in dem Moment ehrlich sagen "ja, ich war's", und vor Gericht dann "ich war das nicht, mein Vergangenheits-Ich war das"? Hältst du das für Verantwortung?

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@Serela

Wenn du sagst, dass du glaubst das alles vorherbestimmt ist, könntest du doch genauso gut sagen, ich war es zwar, aber ich bin unschuldig - was ja auch stimmt. Nur ich denke das geht am eigentlichen Punkt vorbei, der Grund warum ich keinen umbringe ist der, dass ich doch unabhängig davon, wie die Wahrheit nun ist ein Gewissen habe. D.h. ich handle so, als gäbe es eine Zukunft und ich handle so, als würde es Schuld geben und warum tue ich das? Weil es mir angeboren ist. Würde ich jemanden umbringen hätte ich ein schlechtes Gewissen und würde mich schuldig fühlen und das wäre dann meine "Wahrheit" - in diesem Moment könnte ich mir zwar bewusst machen, dass ich keine Schuld habe (vom Verstand her) , aber das Gefühl würde was anderes sagen. Das Gefühl eines Menschen tut immer so als gebe es ein Morgen und als hätte er die freie Wahl. Und wenn unsere Existenz willkürlich und eigentlich nur beliebig kurz ist - und wir eh keinen Einfluss haben, warum sollte ich gegen meine innere Natur handeln? Es gibt doch keinen Grund dazu?

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@bBEED

Abgesehen davon, dass man Gefühle auch in die eine oder andere Richtung trainieren kann, hast du selbst gesagt, du misst der Zukunft keine Bedeutung bei. Wenn du jedoch so handelst, als gäbe es eine, ist das Ganze nicht mehr als Wortklauberei. Zudem hast du dich als Nihilist bezeichnet, was - zumindest nach Wikipedia, du kannst mich gerne korrigieren - jemand ist, der wegen der angeblichen Sinnlosigkeit der Welt alle Ziele und Werte ablehnt. Dies stimmt aber nicht mit deiner Aussage vom Gefühl überein. Fühlst du dich gespalten, weil dein Verstand Werte ablehnen will, dein Gewissen aber damit arbeitet?

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@Serela

Oh dann habe ich vielleicht das Wort Nihilist falsch benutzt. Also sagen wir so als ich kleiner war und darüber nachgedacht hatte und ich zu dem Schluss gekommen war, dass alles "sinnlos" ist, fand ich es schlimmer (ziemlich schlimm), aber da ging ich noch zur Schule und das ist ziemlich lange her und ich dachte und dachte und meine Gedanken drehten sich, bis ich mir irgendwann das denken verboten habe um Ruhe zu haben, der Schluss war, tu einfach und vergiss, aber das ist eine andere Geschichte). Mittlerweile stört es mich nicht mehr wirklich. Aber zu sagen, dass dieses Wissen keinen Einfluss hätte. Also um es genau zu sagen, vom Verstand her messe ich der Zukunft heute immer noch sehr wenig Bedeutung bei und vom Verstand her weiß ich das es eben Glück oder eben Unglück geben kann, wenn du als Bär geboren wurdest, wirst du Lämmer reißen. (Also ja es gibt diese Trennung und mich stört es aus irgendeinem Grund, wenn etwas "Wahres" nicht als "Wahr" gesehen wird - vielleicht weil ich drüber gestolpert war und es nicht übersehen konnte) Aber ich sehe viele Dinge deswegen anders.

Um konkrete zu werden:

Irgendwer macht irgendwas dummes - dann weiß ich ja von der Logik her, dass er nichts dafür konnte.

Oder jemand macht etwas unglaublich besonderes - dann weiß ich von der Logik her, dass ich niemals neidisch sein muss - worauf, dass dieser eine Moment, denn dieser Mensch hatte, besser ist als mein Moment, aber dann bin ich ja schon vergangen.

Oder nehmen wir den Stolz ich weiß, dass es von der Logik her sinnlos ist Stolz auf etwas zu sein.

Oder nehmen wir den Tod - von der Logik her, weiß ich ich muss keine Angst vor ihm haben muss, denn ich werde ihn nie erreichen.

Ich tue viele Dinge wie sie jemand anderes auch tun würde, ich arbeite ich habe gute und schlechte Tage, aber dennoch habe ich das Gefühl, dass mir dieses Wissen um die eigentliche "Sinnlosigkeit" vieles einfacher macht.

Insbesondere ermöglicht es mir manchmal natürlich immer ruhig zu bleiben, wo andere sich aufregen würden (nicht immer bin ja nur ein Mensch) und einfach im Moment zu bleiben, wenn z.B. irgendwas ziemlich schief läuft hilft es mir nicht einfach den Kopf in den Sand zu stecken, sondern einfach weiter zu machen.

Es hilft mir zu akzeptieren, dass viele Dinge nicht optimal sind und niemals sein werden.

Es ist ja gerade ein Kochbuch, welches keine Gesetz macht, welches nicht eine Handlung über eine andere stellen kann. Deswegen würde ich nicht sagen, dass sich von dort aus pauschal auf irgendein Verhalten schließen lässt.

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@bBEED

Das ist eine kluge Einstellung. Mein Tipp wäre noch, die Logik bei aller Nützlichkeit nicht zu hoch anzusiedeln. Du kannst alleine durch denken viel erreichen, aber manche Dinge kann man nur erfahren, indem man sie fühlt. Sie nur zu erklären, macht sie versteh-, aber nicht erlebbar.

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Für die einzelne Person vielleicht nicht, aber das Handeln hat Auswirkungen auf die weitere Geschichte der Menschheit, sei es Anderen zu helfen damit die etwas erreichen oder wie damals der, welcher in Athen das Parthenon zerstört hatte - es ist bis heute ein Trümmerhaufen und Mahnmal...

"Nach mir die Sintflut" ist keine gute Strategie...

Es ist ja nicht so, dass ich nach dieser Strategie handeln würde - das ist nochmal ein unterschied. Es ist nur so dass es mir als logisch sehr plausible scheint, was ich mir nicht freiwillig ausgesucht habe.

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Diggi du bestimmst doch dein ganzes Leben. Stehst du Jetzt auf?oder in 13.7 sekunden?

Isst du heute Nudeln oder einen Döner?

Wenn du dich heute dazu entscheidest für dein Abitur zu lernen entscheidest du über deine gesamt Zukunft?

Nihilsten sind Bastarde, die ihr eigenes Versagen darauf schieben, dass alles egal sei und dass sie es ja eh nicht ändern können(Was übrigens Fatalismus ist)

damit will ich sagen wer dieses "Argument" schreiben will der spare sich seinen Atem, ich suche nach etwas stichhaltigerem.

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@bBEED

Deine Mutter ist stichhaltig. Hast du es nicht gerade bestimmt diesen kommentar zu schreiben?

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@haltderda

Habe ich mir meine Gedanken selbst ausgesucht oder was ?

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@bBEED

ja. Dein ganzes Leben lang wurdest du geprägt und hast nun eigene eigene Persönlichkeit die verschieden zu anderen schreibt, denkt und antwortet.

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@haltderda

sag mir weißt du warum gedanken in deinem kopf aufpoppen, dass ist doch nichts was du dir aussuchst?

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@bBEED

Doch. Botenstoffe und Reize lassen dich verschieden Handelungen ausführen. Aber im Endeffekt ist es der eigene Wille der einen handeln lässt oder auch nicht und wenn ja, in welcher Form.

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@haltderda

was genau verstehst du unter wille?

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Hier mein Kommentar:

Eine schöne Präsentation. Gut argumentiert und schlüssig.

Meiner Meinung nach hätte da aber noch eine detaillierte Definition kommen müssen. Was genau ist der "Freie Wille"?"Frei", das heißt ja unhabhängig, ohne äußere Einflüsse und Zwänge. Somit ist doch aber jede logische, rationale Entscheidung nicht frei, da sie immer von Grundlagen ausgeht, die nicht aus dem selbst kamen, sondern von außen. Eine Aktion erfordert eine Reaktion. Und diese ist mehr oder weniger zwanghaft. Wäre sie das nicht, würde sie nicht gemacht werden. Alles hat eine Ursache, oder einen Ursachenkomplex, ist also nicht frei, zufällig.

Das gleiche gillt für scheinbar irrationale, emotionale Entscheidungen. Sie sind alle Reaktionen auf Einflüsse.

Eine Außnahme bildet hier das zeitgleiche harmonische Interagieren, was nicht nach einem Aktions-Reaktions-Schema verläuft, sondern Ursache und Wirkung nicht trennt, sondern die Situation ganzheitlich betrachtet und sich selbst als Teil. Es kommt also zu intuitivem Handeln. Doch woher kommt die Intuition? Aus dem Sein, oder religiös betrachtet, von Gott. Ein Mensch, von Gott getrennt betrachtet, hat also somit keinen Freien willen.

Jetzt würde ich gerne eine andere Meinung dazu einholen, da ich sie unter dem Video wohl nicht mehr bekommen werde, da es so alt ist.

Wie seht ihr das? Würde mich über eine kurze aber auch gerne ausführliche Bewertung und Argumentation freuen.

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