Wieso eigentlich hat der Grad der Behinderung gar keinen Einfluss auf die Erwerbsfähigkeit?

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6 Antworten

Es ist immer wieder zu beobachten, dass die unterschiedlichen Einschätzungen der einzelnen Sozialleistungsträger in einen Topf geworfen werden. Der Grad der Behinderung (GdB), welcher vom (ehemaligen) Versorgungsamt festgestellt wird, die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE), die von den Berufsgenossenschaften bzw. den Trägern der öffentlichen Hand ermittelt wird, sowie die Einschätzungen zur Erwerbsminderungsrente der Rentenversicherung (die gar nicht mehr in Prozent gemessen werden) haben grundsätzlich nichts miteinander zu tun.

Einschätzungen anderer Versicherungen sind für die feststellende Behörde nicht verbindlich, sie dienen allenfalls als Anhaltspunkte. So sagt ein GdB von 50 nichts über die Arbeitsfähigkeit in einem bestimmten Beruf aus, die Rentenversicherung wird nie die Gleichung "GdB 50 = Erwerbsunfähig" aufstellen.

Das liegt vor allem daran, dass für jeden der Träger andere Regeln gelten. Der GdB bemisst sich nach den Einschränkungen im öffentlichen Leben, die MdE bemisst sich nach den generellen Einschränkungen am Arbeitsleben (nicht bezogen auf den konkreten Beruf des Verletzten), die Erwerbsminderung der Rentenversicherung wird nach der körperlichen Leistungsfähigkeit bemessen. Darum kann man dies nicht einfach übereinander legen.

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Hallo MuttiSagt,

Sie schreiben:

Wieso eigentlich hat der Grad der Behinderung gar keinen Einfluss auf die Erwerbsfähigkeit?

Antwort:

Bei der Behinderung/Schwerbehinderung, welche in GDB ausgewiesen wird, geht es im Grunde gemommen um dauerhafte, gesundheitliche Schädigungen, welche von der eigentlichen Norm abweichen!

Mit dauerhaft ist hier mehr als 6 Monate anhaltend gemeint!

Wie Sie dem Link der Behindertenbeauftragten entnehmen können, hat der GDB im Zusammenhang mit einem Antrag auf Erwerbsminderungsrente in der Regel keine Auswirkung!

http://www.behindertenbeauftragte.de/DE/Themen/Soziales/Renten/Erwerbsminderungsrente/Erwerbsminderungsrente.html

http://www.versorgungsmedizinische-grundsaetze.de/A%20Gemeinsame%20Grunds%C3%A4tze%20%20Versorgungsmedizinische%20Grunds%C3%A4tze.html

Bei der Bewilligung der Erwerbsminderungsrente geht es dagegen um den Nachweis, inwieweit die Leistungsfähigkeit durch gesundheitliche Beeinträchtigungen dauerhaft abgesunken ist!

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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HAllo,

das sind 2 paar Schuhe.

Die meisten Versicherten, wie du gerade beschreibst denken, sie können nicht mehr arbeiten. Dann kommt der Sozialmedizinische Dienst des rententräger und untersucht alle Diagnosen und stellt fest:

der Versichrte kann noch 6 Stunden und mehr, irgendeine Tätigkeit, 5 Tgae die Woche, mit einigen Einschränkungen machen.

Der GdB wird in die Bewertung miteinbezogen, bewirkt selten die Erwerbsunfähigkeit allein, da muss es erhebeliche Einschränkungen im Leistungsvermögen geben.

Im Übrigen kennen ich in meinem persönlichen und beruflichen Umfeld 4 Rheuma erkrankte Menschen...sie arbeiten alle und haben ab und zu die sogenannten Schübe, ansonsten machen sie Therapien und haben Medikamente. Sicherlich gibt es härtere Fälle.

Beste Grüße

Dickie59

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Es gibt auch Behinderungen, die sich eben nicht derartig auf die Erwerbstätigkeit auswirken.  Manche Behinderungen wirken sich vielleicht auf die erlente Tätigkeit aus, das bedeutet aber nicht, dass jemand nicht in einem anderen Bereich arbeiten kann. Wenn nun jemand einen Handwerksberuf nicht mehr ausüben kann, dann wird man ihn möglicherweise noch im Büro einsetzen können. Es gibt auch Behinderungen, die man den Betroffen gar nicht ansieht und die trotzdem vorhanden sind.  Der GdB ist nicht gleichzusetzen mit der MdE.


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Kommentar von MuttiSagt
05.08.2016, 10:36

MdE ist noch was anderes, das sind die Folgen eines Arbeitsunfalls/ Berufskrankheit.

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Es gibt Arbeitsplätze wo sich das nicht auswirkt. Schmerzen beim gehen sind z.B. nicht relevant wenn einer im Sitzen arbeitet. Und eine operierte Wirbelsäule schmerzt im Büro auch nicht mehr als wenn einer zu Hause auf dem Sofa liegt. Letztlich geht es darum, Geld einzusparen, ein arbeitender Behinderter schwemmt ja auch Geld in die Sozialkassen und entnimmt nicht nur welches.

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Viele Menschen mit Behinderung haben sogar einen GdB von 100 sind aber voll erwerbsfähig. z.B. Menschen mit Querschnitt, Menschen mit Spastik (zumindest manche können voll arbeiten), Menschen mit Epilepsie, ....

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