Wieso durfte man im 2.Weltkrieg keine Tagebücher schreiben? und wieso kamen keine Gefühle darin vor?

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13 Antworten

Es wurde ein offizielles Kriegstagebuch der deutschen Wehrmacht geführt. Tagebücher von Soldaten (!), die dem hätten widersprechen können und die dem "Feind" hätten in die Hände fallen und kriegswichtige Informationen hätten bieten können, hätten da nur stören können. Zumal sich die militärische Führung klar gewesen sein dürfte, dass manche Kriegsverbrechen begangen wurden, die nicht bekannt werden sollten.

Dennoch wurde freilich in großem Umfang Tagebuch geführt. Walter Kempowski hat ich "Echolot" eine sehr ausführliche Zusammenstellung aus Tagebüchern aus dem 2. Weltkrieg geliefert. Ich zitiere die Wikipedia:

"Das Echolot. Ein kollektives Tagebuch ist der Titel einer vierteiligen und aus insgesamt zehn Einzelbänden bestehenden Buchreihe des deutschen Schriftstellers Walter Kempowski. Die Bücher bestehen aus einer Collage von Tagebüchern, Briefen, autobiografischen Erinnerungen sowie Fotografien aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Neben bekannten Tagebüchern wie jenen von Thomas Mann oder Ernst Jünger sowie den Darstellungen führender Nationalsozialisten und Politikern der Alliierten umfasst die Collage zahlreiche zuvor unveröffentlichte Aufzeichnungen von Soldaten, Zivilisten, Widerstandskämpfern, Tätern und Opfern des NS-Regimes, die Kempowski seit Jahrzehnten in seinem privaten Archiv gesammelt hatte. In der chronologisch geordneten und unkommentierten Gegenüberstellung von Aufzeichnungen aus unterschiedlichen Perspektiven dokumentiert das Echolot die Gleichzeitigkeit einer Vielfalt von Ereignissen wie Sichtweisen während des Zweiten Weltkriegs." Mehr dazu unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Echolot

Dass es gefährlich war, Gefühle - auch nur im Tagebuch - zu äußern, lag daran, dass auf Defaitismus die Todesstrafe stand. Dennoch wurden in großem Maße Gefühle geäußert, auch wenn die nach Anne Franks Tagebuch wohl berühmtesten Tagebücher aus dem 2. Weltkrieg, die von Victor Klemperer ("Ich will Zeugnis ablegen") ganz bewusst alle Informationen, die ihm zugingen festhielten und die Gefühle, die ihn als Juden dabei bewegen mussten, in erstaunlichem Maße zurückhielten.

Für Uwe Timms Buch ist eine Aussage ziemlich wichtig: "Die Vätergeneration, die Tätergeneration, lebte vom Erzählen oder Verschweigen." Daher könnte ein Frage, der ihr nachgehen könntet, sein, weshalb verschwiegen wurde und in welcher Weise das Erzählte über das Verschwiegene hinwegtäuschen sollte.

Aber das ist nur einer von vielen Frageansätzen. Nur von einem Gedanken dürft ihr nicht ausgehen, von dem, dass im 2. Weltkrieg keine Tagebücher geschrieben wurden.

Freilich, die Tagebücher von Hitler, die im Stern groß herauskamen, waren eine Fälschung.

Hallo Mimba94!!!

Ich könnte mir vorstellen, dass Gefühle in Tagebüchern des 2. Weltkrieges viel intensiver auf die Leute gewirkt hätten, als nur die trockenen Informationen des Krieges. Wenn derjenige, der zum Beispiel nicht gut auf den Krieg zu sprechen war, an der Front gekämpft hat und ein Tagebuch geschrieben hätte, in dem er alle seine Gefühle zum Ausdruck bringt, d.h. all den Frust und die Wut auf die Regierung und dieses Tagebuch dann in die Öffentlichkeit gelangt wäre, dann hätte es vielleicht eine Meuterei im Volk ausgelöst.

Was Die Tagebücher betrifft, so gab es eigentlich relativ viele Tagebücher während des 2. Weltkrieges.

Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen!!! LG Einstein

Es wurden reichlich Tagebücher im 2. Weltkrieg geschrieben. Das auf Gefühle, wie Jammern und Wehleidigkeit, verzichtet wurde, ist zum Teil auf die Erziehung, die Zeit und die Verhältnisse damals zurückzuführen.

Das führen von Tagebüchern war bestimmten Menschen verboten. Die Nazis fürchteten sich davor das ihre Handlungen dokumentiert werden. Es wurden zwar alle Greueltaten von den Nazis selbst dokumentiert, eine unkontrollierte Geschichtsschreibung sollte aber verhindert werden.

Das die heimlich verfassten Tagebücher an der Front keine Gefühle beschreiben, liegt am Schreiber und an der Situation. Es gab nie Situationen die Gefühlswallungen auslösten, der persönliche Überlebenskampf bestimmte das Leben.

Danke vielmals :)

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@Mimba94

Trotzdem wurden sie geführt. Die von Hans Frank wurden z. B. von den Alliierten gefunden und spielten bei dessen Verurteilung eine große Rolle.

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Hallo Mimba, nachdem ich nun alles hier durchgelesen habe weiß ich, wo der Haken ist - abgesehen davon dass dein Link vom 1. WK handelt: Du hast in deiner Frage das das Wort "Kriegs..." vergessen.

Ich hab meine Antwort natürlich auf "Tagebücher" ausgelegt. Und konnte mir somit absolut nicht vorstellen, wie der Zivilbevölkerung verboten werden konnte ein Tagebuch zu führen.

Die Antwort, warum es den Soldaten verboten wurde, findest du irgendwo in den Texten deines Links: "Tagebücher hätten in die Hände des Feindes fallen können und so Informationen über Truppenbewegungen, Bewaffnung etc. gegeben."

Warum wenig oder gar nicht über Gefühle geschrieben wurde, kannst du aus all den guten Antworten heraus lesen.

Ich verstehe die Frage/Fragen nicht ganz. Warum sollte man im 2. WK kein Tagebuch geführt haben? Sogar Anne Frank führte eins. Und warum sollten keine Gefühle beschrieben werden? Du hast ein einziges Buch als Ausgangsmaterial. Vllt. solltest du noch zig Andere lesen, bevor du eine solche Aussage tätigst. Es kommt doch auf die Person an. (Es könnte jedoch gut sein, dass man zu dieser Zeit generell vorsichtig war mit dem was man von sich gab.)

Wir mussten das Buch von der Schule aus lesen und müssen jetzt eine Arbeit darüber schreiben. Im Buch und im Internet findet man, dass man eigentlich keine Tagebücher schreiben durfte, jedoch machte man es heimlich oder Wochen bis Jahre später. Und ich stelle diese Frage weil ich es nicht genau weiss...

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@Mimba94

Hm, so etwas habe ich nicht in der Schule gelernt. (Aber meine Schulzeit ist auch schon lange her, mag ja sein dass ich was nicht mitbekommen habe ;)

Falls das stimmen sollte - was ich mir zwar eigentlich nicht vorstellen kann -, dann eben wohl aus dem Grund, dass man einfach Niemanden etwas mitteilen wollte, was für einen selbst oder für Andere gefährlich werden konnte.

Aber: Tagebücher sind doch grundsätzlich erst mal was Geheimes. Die soll doch eigentlich keiner lesen. Also schreibt man doch erst recht seine geheimsten Gedanken und tiefsten Geühle auf. (meiner Meinung nach)

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@mokamoka

Wir lernen das in Deutsch und Geschichte. http://www.oocities.org/bunker1914/Frontalltag_Verdun.htm Hier wäre eine Internetseite die das selbe aussagt.

Aber ich bin auch deiner Meinung. Aber eben wir bekamen den Auftrag von der Schule zu recherschieren und finden sehr wenig über die Gefühle im Kriegstagebuch. Meistens steht nur dass es verboten gewesen sei...

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Es kann sein, dass es Soldaten untersagt ist Tagebücher zu schreiben, damit nicht der Gegner Details erfährt, wenn es dem in die Hände fällt wie auch Ansichtskarten aus Kriegsgebiet zu schreiben. Tagebücher wurden aber immer geschrieben, nur wenn einer im 3.Reich ein Gegner desselben war, riskierte er ins KZ zu kommen, wenn man die Schriften fand. Von meinem Onkel habe ich ein Tagebuch aus dem 1. WK, das über 2 Jahre geht, in das er jeden Tag schrieb. Es ist nur mit der Lupe zu lesen, so klein ist die Schrift. Das habe ich abgeschrieben, was sehr mühsam war.

Wer sagt denn, dass man im Krieg keine Tagebücher schreiben durfte? Das ist schlichtweg Unsinn. Das Regime hat vieles reglementiert, aber nicht so etwas, zumal es auch keiner hätte überwachen können.

Das findet man so im Internet und wurde uns in der Schule so beigebracht.

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@Mimba94

Verdun war im ersten, nicht im 2. WK. Die Quelle an sich würde ich erst mal auf ihre Seriösität überprüfen, aber es mag in dieser Sache stimmen. Jedenfalls behauptet auch dieser Autor lediglich, dass es Frontsoldaten verboten war. Zwischen Menschen im 2. WK und Frontsoldaten im 1. WK ist irgendwie ein Unterschied oder?

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@Mimba94

Das ist ne Seite über die Schlacht um Verdun 1916.

Da steht nichts über den 2. Weltkrieg und nichts über Tagebücher im Allgemeinen.

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Es gab kein solches Verbot, und wer das behauptet, verzapft Unsinn. Verbote, deren Übertretung nicht kontrolliert werden kann, sind unsinnig. Dasselbe gilt dem Urteil über das angebliche Nichtvorhandensein von Gefühlsäußerungen.

Weil im dritten wurden die soldaten groß stark und hart dargestellt. Sie sollten der welt zeigen wir sind die festung deutschland da waren gefühle ein zeichen von schwäche.

Hi, wieso sollte im 2. Wk das Tagebuchschreiben verboten gewesen sein? Klar wurden Tagebücher geschrieben. Sogar sehr viele. Nicht nur von Jugendlichen, auch von Soldaten und Politikern. Klar kamen auch Gefühle drin vor. Rs war aber damals eine "heldische" Zeit, da würde nicht über Gebühr gejammert. Die Jugendlichen damals waren keine Jammerlappen, sondern nach einem Zitat des damaligen Reichskanzlers:"flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl". Gruß Osmond http://www.damals-im-wendland.de/1944-lydias-tagebuch.htm

Damit Konrad Kujau was zum Fälschen hatte ... ;-)

denk nur mal an das tagebuch der anne frank....

Das Tagebuch der Anne Frank wurde heimlich und im Versteck der Anne Frank geführt. Es beschreibt ihr Leben in Gefangenschaft. Ebenso sind auch Tagebücher der Nazigrössen bekannt. Frontsoldaten durften jedoch keine Tagebücher führen.

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