Wieso durfte man früher nach einer OP nichts essen und nichts trinken?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ja, so war das früher. Man hat gedacht, weil ja der Patient über die Vene Flüssigkeit und notfalls auch Vitamine, Eiweiße usw. bekommt, braucht der Patient nicht noch zusätzlich mit Nahrung belastete werden. Denn die Nahrungsaufnahme sowie die Verdauung belastet den Körper zusätzlich bzw. verbraucht Energie. Der Patient soll aber alle Energie für die Heilung benutzen um sich schnell wieder zu erholen. Natürlich hat in den ersten Stunden nach der OP auch das Erbrechen eine Rolle gespielt. Heute kann man mit Medikamenten sehr schnell gegen das Erbrechen reagieren. Leider war das damals genau verkehrt. Heute weiß man, je schneller (wenn nach der OP der Patient nicht intensiv betreut werden muss) ein Patient wieder selber trinken und essen kann, um so besser ist das für die Erholung des Körpers. Nichts kann eine natürliche Flüssigkeits und Nahrungsaufnahme ersetzen. Selbstverständlich spielen auch die verbesserten Narkosemedikamente eine Rolle. Die Schutzreflexe des Körpers setzen relativ schnell wieder ein. Je kürzer eine Narkose, um so schneller bzw. besser ist dies. LG

Ein Ahmenärchen also? Ich hätte bei meiner Blinddarm-OP 1985 soviel trinken dürfen, ohnedem, dass ich gestorben wäre?

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@Rosy19747

Operationen am Verdauungsaparat bilden natürlich eine Ausnahme. Wenn man z.B. ein Stück Darm entfernt hat, muss man der Enteroanastomose die Zeit geben, die sie zum Heilen benötigt , bevor man sie wieder belastet. Bei einer Blinddarm-OP (Appendektomie) ist das natürlich nicht so tragisch. Wenn es dabei keine Komplikationen gegeben hat, darf man schon am ersten Tag wieder Tee oder Wasser ohne Kohlensäure und Suppe zu sich nehmen. Am zweiten Tag Schonkost.

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Ich kenne es aus eigener Erfahrung nur vor der OP, da ich bis vor kurzem nie unters Messer musste.

Es könnte den gleichen Grund gehabt haben wie vor der OP: Damit man nicht erbricht, während man unter Narkose steht. Vielleicht ist man bei heutigen Narkosemitteln einfach schneller wieder klar genug, dass so etwas nicht passieren sollte.

Mir ist völlig klar, dass man VOR einer OP nüchtern sein muss, damit es nicht zum Erbrechen kommt während der OP.

Aber meine Frage bezog sich NACH der OP.

Früher durfte man 3 Tage lang danach nichts trinken und ich will wissen, ob es sich hier um ein Ammenmärchen handelte.

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@Rosy19747

Tut mir leid, ich hab mich undeutlich ausgedrückt.

Ich wollte mit meinem zweiten Absatz sagen, dass ich es mir gut vorstellen kann, dass es früher auch nach der OP hungern hieß - wie lange, kann ich nicht beurteilen, - und zwar aus dem gleichen Grund, wie es vor der OP war.

Sorry für das Missverständnis.

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@DearOphelia

Als mir 1985 der Blinddarm rauskam, fragte mich danach mein Lehrer, wie es war.

Ich jammerte, dass der Durst noch schlimmer war, als die Schmerzen (damals gab es noch keine Endoskopie. Ich habe eine 10 cm lange Narbe).

Darauf hin erklärte mir mein damaliger Lehrer, als ihm der Blinddarm rausgekommen ist (das war noch wesentlich früher, vielleicht 25 Jahre oder so), da gab man ihm auch nichts zu trinken, also trank er heimlich. Die Schwester hat es bemerkt und ihn geschimpft und gemeint, dass es jetzt sein kann, dass er sterben muss.

Als ich 2006 eine OP am Steißbein hatte, meinte die Arzthelferin 1 Stunde nach der OP, ich soll so viel trinken wie ich schaffe... Möglichst viel.... Das lies ich mir nicht 2 Mal sagen.

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Das war so wie vor der Op. Das der Magen leer ist und man nicht evtl kotzen muss und dran krepiert ...

Ich kenn das noch mit 12 Std. vorher und nacher ...

Als mir 1985 der Blinddarm raus kam, meinte ich verdursten zu müssen. Es war schrecklich. Da konnte ich mir anhören, früher durfte man nach so einer OP 3 Tage überhaupt nichts trinken und danach weitere 4 Tage nur ganz wenig.

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