Wieso dreht sich ein gekochtes Ei schneller als ein Rohes?

5 Antworten

die Aussage der Frage ist eigentlich falsch, entspricht aber einer Beobachtung. Und die kommt daher:

Das gekochte Ei ist ein relativ starrer Körper, der die drehende Beschleunigung vollkommen aufnimmt und die Bewegung beibehält wie ein Holz-Ei (Großmutters Stopfei) auch oder das Gipsei, das man früher den Hühnern ins Nest legte, damit sie wiederkamen.Man kann es als Kreisel kurzzeitig tanzen lassen. (die Rotation um die instabile lange Achse kippt allerdings gerne zu einer stabileren anderen Achse)

Das rohe Ei dagegen ist innen flüssig und zäh-elastisch ("visco-elastische Flüssigkeit", wobei ich nicht weiß, ob die Hagelschnur nicht sogar den stärksten Einfluss hat), der Drall, den man ihm mit den Fingern mitgibt, wird ja erst mal vollständig über die Schale versucht, weiterzugeben. Im Inneren aber setzt sich die Masse -aufrund ihrer Trägheit- nicht so schnell in Bewegung wie die durch Reibung fest geführte Schale, es entsteht eine elastische Spannung. Und jeder weiß, dass ein elastischer Gummi zurückschnalzt, wenn man ihn loslässt.

So auch die Schale: während erst ein Teil ihrer Bewegung ans -träge- Innere weitergegeben wurde, muss man schon loslassen, weil sich die Hand ja nicht mitdrehen kann, und dann "schnalzt" die Schale wieder zurück samt ihrem in der kurzen Zeit nur teilweise übertragenen Drehimpuls. Der Gesamtdrehimpuls, den das rohe Ei erhalten hat ist also weitaus niedriger als der bei einem gekochten Ei.

Lässt du das Ei in einem Eierbecher auf einem Drehteller (experimentell fast unmöglich) oder beschleunigst es in einem rotierenden Spannblock, spricht natürlich nichts dagegen, dass auch beide gleich schnell rotieren-nach kurzer Zeit, aber eben nicht so plötzlich, wie man es mit der Hand machen muss

Das gekochte Ei ist eine kompakte Masse. Wenn du dieser den Drehimpuls gibst, wird die gesamte Energie, die du anwendest in den Drehimpuls umgewandelt.

Beim rohen Ei wird der Drehimpuls von dem "Glibber" aufgefangen. Der dreht sich nicht gleich so schnell, wie die Eischale. Also es wird nicht die gesamte Energie auch in einen Drehimpuls verwandelt. Und das Ei wird durch den sich noch nicht oder kaum drehenden Glibber gebremst.

Man müsste dem rohen Ei über längere Zeit den Drehimpuls geben, damit sich auch das innere komplett mit dreht. Z.B. mit Hilfe eines Akkuschraubers oder Motors.

Der nächste interessante Versuch wäre dann zu Messen, ob sich das rohe Ei - wenn es erst mal durch und durch in der Drehbewegung ist - nachher länger dreht, als das gekochte. - Logisch wäre es, weil man eben mehr Energie investiert hat.

Drehgeschwindigkeit ist Drehgeschwindigkeit. _²xMasse ist die Energie, die sollte bei der gleichen erreichten Drehgeschwindigkeit auch gleich groß sein.

Wenn Du durch Matsch zum Gipfel stapfst, hast Du da oben nicht mehr potentielle Energie als wenn du einen trockenen Weg wählst.Die Mehrenergie ist nutzlos vergeudet!

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@Iamiam

Ist schon klar, aber das Ei ist ein geschlossenes System. - Im Gegensatz zu einem Bergsteiger.

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@RubberDuck1972

Die Reibung verwandelt kinetische Energie in Wärmeenergie, die du nicht wieder zurückholen kannst. Beim Ei wie beim Bergsteiger.

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@Machtnix53

Ich wollte es einfach halten, aber ihr "Schlaumeier" kommt mit Entropie an. - Dem hab ich leider nichts entgegen zu setzen.

Aber meine Antwort ist dennoch nicht falsch. :p

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@RubberDuck1972

is ja gut. Wollte nur verhindern, dass sich das Bild eines Energie-reichen Eis wg. nutzloser Vorgeschichte in irgendeinem Kopf festsetzt! Unsere Energien reichen auch noch für mehr Antworten, da sind solche Kinkerlitzchen-Diskussionen nur störend.

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@Iamiam

Was denn für Kinkerlitzchen?

Dreh mal ein rohes Ei, stoppe es ganz kurz und lass es wieder los. Du wirst sehen, dass es sich dann nochmal etwas dreht. Wenn Wasser drin wäre, würde man es deutlicher sehen.

Weißt du was die Fachidioten immer wieder zu falschen Ergebnissen bringt? - Ihre Arroganz.

Mir wollte mal einer Vorrechnen, dass ich falsch liege. Er hat dann sämtliche Einheiten durcheinander geschmissen. Mein Kommentar war nur: Okay, aber wenn du die Zahlen an der richtigen Stelle eingesetzt hättest, wärst du auf dasselbe Ergebnis gekommen, wie ich.

Ein anderer hat mir mit "einem Faktor" was vorrechnen wollen. Am Ende seiner Rechnung kam heraus, dass ein massiver Eisenwürfel leichter sei, als Wasser.

Was man dann oft zu hören oder zu lesen bekommt, wenn sich ein Fachidiot irrt: "Darauf kommts ja garnicht an" oder das seien "Kinkerlitzchen". - Aber mal ehrlich: auf was kommts denn an, außer auf das richtige Ergebnis?

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@RubberDuck1972

ich danke dir für den Fachidioten, die Arroganz und das-alles-durcheinanderschmeissen, sowie für deine Bescheidenheit.

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Also das gekochte Ei ist fest mit der Schale verbunden, füllt den Innenraum voll aus und ist ganz hart, während das rohe Ei in der Schale noch leicht herumschwabbern kann, wenn es bewegt wird.
Durch die bewegliche Substanz wird das Ei träger, die Schale würde gern beschleunigen, kann aber nicht - denn das Schwabbern kostet Tempo!

Gibs zu: so gut hätte Google das nie erklären können!

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Im Elternhaus gelernt und eigene Studien

Ich korrigiere: Dadurch, dass das gekochte Ei fest mit der Schale verbunden ist, den Innenraum voll ausfüllt und ganz hart ist, dreht es sich besser und schneller, während ... s. Antwort.

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Welche Deutung hast Du denn?

Bei einem rohen Ei wird nur die Schale, die eine geringere Masse als das Innere hat und damit ein geringeres Trägheitsmoment, angedreht. Durch den flüssigen Inhalt wird diese aber abgebremst, weshalb sie sich nicht so lange und schnell dreht. Dafür aber schnneller und länger beim gekochten Ei, weil sich dort auch der Inhalt mitdreht.

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"Zentripetalkraft" ist das Stichwort für google.

Woher ich das weiß:Beruf – Lehre als Chemieaborant, Chemieingenieurstudium & Beruf.

??? kann ich mir nicht vorstellen! das ist die Kraft, die der Zentrifugalkraft entgegenwirkt und deshalb die Kreisbewegung zusammenhält

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