wieso dissoziiere ich bei schönen Erlebnissen?

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3 Antworten

Hm, kann nur sagen, dass ich tendenziell auch bei "schönen" Erlebnissen dissoziiere (schönes Wetter, draußen sein, auch körperliche Aktivität (wandern, Sport)), ABER ich denke, das liegt bei mir an meinen anderen Problematiken, ich komme sehr schnell in einen Zustand der Reizüberflutung (das ist typisch für gleich mehrere meiner Erkrankungen, Autismus, ADS und Fibromyalgie) - also mehr Eindrücke, als ich verarbeiten kann, und mein Körper/Geist hat wohl früh gelernt, dass es dann "praktisch" oder angenehmer ist, sich "wegzubeamen", als das auszuhalten oder etwas dagegen zu unternehmen (weggehen, Sonnenbrille, Ohrstöpsel, Hut mit Krempe tragen, manche Sachen einfach nicht mitmachen), ich habe dann z.T. sehr starke Derealisation. 

Da ich früher "funktionieren" musste, war das wohl der einzige Ausweg, und ich bin bis heute dabei, diese fehlgeleitete "Coping"-Strategie wieder zu verlernen (wenn man eh zum Dissoziieren neigt, liegt es wahrscheinlich nahe, dass der Körper auf "bekannte Strategien", die schon mal funktioniert haben zurückgreift). 

Ich dissoziiere auch in anderen Situationen, wenn mich etwas triggert, aber "anders". Dann kommen eher auch Anteile nach vorne (habe keine vollausgeprägte DIS, aber eine nicht näher bezeichnete dissoziative Störung). Interessanterweise ist das aber "kontrollierbarer" und nicht so dauerhaft wie die Derealisation. Es hilft dann oft schon, Skills anzuwenden, um mich wieder ins Jetzt zu holen, und/oder mit den Anteilen zu sprechen. Bei der durch zu viele Reize ausgelösten Derealisation hilft gar nichts, höchstens ein paar Stunden Schlaf, aber es dauert oft Tage, bis es wieder einigermaßen ok ist (einen gewissen Level an DR habe ist fast immer, durch die Therapie ist aber sehr vieles besser geworden. Ich glaube, diese Strategie ist bei mir so dermaßen fest verankert, dass es ein sehr langer Weg ist, das wieder bewußt zu "verlernen").

Könnte bei Dir eine Reizüberflutung vielleicht auch eine Rolle spielen ? 

Lg

L.

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Kommentar von Enqelchen18
28.10.2015, 12:29

Danke für deine ausführliche Antwort :)

Ja das könnte durchaus möglich sein.

so genau hab ich da noch gar nicht drüber nachgedacht.

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Deine ganze Beschreibung klingt nicht nach Dissoziation, sondern eher nach Ohnmacht.

Davon abgesehen: evtl triggern diese positiven Bilder negative Erlebnisse (Bild von schönem See -> Vergewaltigung an einem See)... Oft hat man das bei Trauma-Opfern, dass sie deshalb Liebes-Szenen nicht aushalten. Auch nicht auf nem Bild, und dann dissoziieren. Das ZI Mannheim führt dazu Studien mit Borderlinern durch.

Da du ja eine Angststörung hast, könnte es eben so eine Reaktion sein - und zwar generalisiert. Also "alle positiven Situationen sind gefährlich", dass du also grade dann noch "das dicke Ende" erwartest.

Gib bitte mal Rückmeldung, ob du damit was anfangen kannst.

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Kommentar von Enqelchen18
28.10.2015, 12:28

"Deine ganze Beschreibung klingt nicht nach Dissoziation, sondern eher nach Ohnmacht." 

deshalb meinte ich ja,  Herz , Blutdruck usw ist alles in Ordnung.

es klingt vielleicht so, aber ist es nicht. den unterschied zwischen dem und umkippen aufgrund von blutdruckabfall oder ähnlichem , kenn ich nur zu gut.

Ja das kann gut möglich sein.

Danke dir für deine Antwort.

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vielleicht verbietest du dir innerlich unbewusst etwas Schönes zu erleben? und wenn du dann etwas machst was dir gut tut, verdreht es dich?

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