Wieso die Geschlechterrollen?

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11 Antworten

Hallo Merlchen,

das ist eine interessante Diskussion, die Du da losgetreten hast. Sie wird seit mindestens 66 Jahren geführt und wird noch lange geführt werden müssen, über Generationen.

Klar ist, dass es starke gesellschaftliche Beeinflussungen gibt, die Menschen in Geschlechterrollen hineinpressen. Schon die Frage, wie das funktioniert, ist unbeantwortet. Feministinnen behaupten, es sei die strukturelle Macht der Männerklasse mittels des Patriarchats. Andere weisen darauf hin, dass es im wesentlichen Frauen sind, die die Kinder erziehen. Dritte geben der Industrie die Schuld, also dem Kapitalismus.. Etwas unterbelichtet scheint mir der Einfluss zu sein, den ich nicht den der Peergroop nennen möchte, der dem aber nahe kommt. Kinder orientieren sich nicht so sehr an den wirklich Gleichaltrigen, auch nicht an den Eltern und Erzieher_inne_n, sondern an den ein weinig Älteren die also eins, zwei, drei Jahre älter sind. Sie geben die Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster weiter.

Die Feststellung, dass es Aspekte der Geschlechterrollen gibt, die auf gesellschaftlicher Beeinflussung beruhen, beweist aber noch überhaupt nicht, dass es da nichts gibt,was einem "in die Gene geboren" wird. Die meisten Menschen sind nun mal heterosexuell, und das hat seinen evolutionären Sinn. Wenn Frauen versuchen, Männer zu umwerben, und Männer versuchen, Frauen zu umwerben, sind sie darauf angewiesen, Eigenheiten ihres Geschlechts herauszustellen. Dabei ist es nicht eigentlich wichtig, welche das sind, wichtig ist nur, dass sie dem jeweiligen Geschlecht zugewiesen werden. Welcher heterosexuelle Mann ist denn an einer Frau interessiert, die er als Mann wahrnimmt ? Umgekehrt gilt dasselbe. Soweit die sexuelle Orientierung "in die Gene geboren" ist, ist es auch dies.

Ferner möchte ich unterstellen, dass die Beziehung der Frau zu ihrem von ihr selbst geborenen Baby immer eine andere sein wird, als sie ein Mann jemals wird aufbauen können. Dies Baby ist ein Teil ihrer selbst, darauf beruht ihre Empathie ihm gegenüber. Das heißt nicht, dass Männer nicht empathiefähig wären, aber ihre Beziehung zum eigenen Kind wird immer eine andere sein.

In Kindergärten, die die Kinder frei und ohne Beeinflussung durch die Erzieherinnen spielen lassen, lässt sich beobachten, dass tatsächlich die Mädchen überwiegend zu den Puppen greifen und die Jungen zu den Autos. Es erscheint mir doch sehr gewagt, hier behaupten zu wollen, dass sei alles nur eine Folge gesellschaftlicher Beeinflussung. Ich behaupte im Gegenteil, dass es einer erheblichen gesellschaftlichen Beeinflussung bedarf, Kindern Geschlechterrollen abzutrainieren. Das geschieht bereits. Nötig ist aber eine gesellschaftliche Diskussion darüber, in welchem Maße es auch gesellschaftlich erwünscht ist.

Es grüßt Dich herzlich

Ottavio

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Auf der einen Seite haben wir die Geschlechterrollen, d.h. dass es z.B. von Männer erwartet wird, Autos zu mögen. Die Geschlechterrollen sind ein Produkt der Gesellschaft; erkennbar z.B. daran, dass sie sich immer wieder wandeln.

Auf der anderen Seite haben wir geschlechtertypische Verhaltensweisen. Hier gibt es einerseits durchaus biologische Prägungen in eine bestimmte Richtung.

Aber auch bei den Verhaltensweisen überwiegt der Einfluss der Gesellschaft. Zitiert sei hier eine Meta-Untersuchung der Psychologin Janet Hyde aus dem Jahr 2005, in die insgesamt ca. 7000 verschiedene Einzeluntersuchungen eingeflossen sind.

Resultat: Im Verhalten gibt es nur in zwei Bereichen- Aggression und Sexualverhalten- bedeutende (biologisch bedingte) Unterschiede. In allen anderen Bereichen gibt es entweder keine oder völlig unbedeutende Unterschiede.

Sprich: Dass Männer und Frauen sich unterschiedlich verhalten, dass Frauen z.B. schlechtere Leistungen in mathematischen Fächern erbringen, ist eine Folge der Sozialisation, nicht irgendwelcher genetischen Vorprägungen. 

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@ExxFlow hat recht: die Sache mit rosa und Pferdchen ist eine bewusste Entscheidung der Industrie, doppelt zu verkaufen. Denn wo kaemen wir denn hin, wenn Geschwister Kleidung und Spielzeuge auftragen wuerden...

Ich erinnere mich in den 70ern gab es nch gar kein rosa & lila fuer maedchen und blau & schwarz fuer Jungs, da war alles rot oder blau, und mein Bruder hat mein (rotes) Fahrad benutzt als es fuer mich zu klein war.

Und Babykleidung war hauptsaechlich weiss.

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Hallo,

die weitläufige Meinung über das Steinzeitrollenbild ist im Grunde genommen falsch: In der Steinzeit waren Männer und Frauen gleichberechtigt, denn was hätte eine gute Jägerin beim Früchte sammeln für die Gemeinschaft tun können? Da hätte man ihr erlaubt, auf die Jagd zu gehen.

Etwa 10.000 v.Chr. haben dann die Männer die Vorherrschaft in der Gesellschaft an sich gerissen und haben die Frauen in die sog. "3-K-Rolle" gezwängt.

http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/geschichte/SteinzeitFeministen/story/26637935

Es wird immer behauptet, dass die Gleichberechtigung erreicht wäre, aber ich sehe in meinem Alltag das genaue Gegenteil:

http://www.n-tv.de/leute/Lebensziel-Den-Maennern-gefallen-article15521296.html

MfG

Steven Armstrong

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das ist eher eine psychologische bzw. soziologische frage, mit philosophie hat das in dem fall weniger zutun.

es gibt tatsächlich auch einige theorien die sich mit dem erwerb der geschlechterollen auseinander setzen, das sprengt aber den rahmen von gutefrage.

eine der gängigsten theorien ist da eigentlich die theorie des sozialen lernens - geschlechter stereotypisches verhalten wird belohnt, nicht geschlechter stereotypisches verhalten wird bestraft (wie du bereits festgestellt hast, die leute die aus dem muster fallen werden oft gemieden, das zählt in dem sinne als "bestrafung"), durch die wiederholung wird das verhalten erlernt.

die beiden anderen gängigen theorien wären die der psychoanalytik, die das ganze mit identifikation des kindes mit dem gleichgeschlechtlichen elternteil erklärt, und die dritte wäre die theorie der kognitiven entwicklung die ist ein kleines bisschen komplizierter und für gutefrage wie gesagt etwas zu lang, falls es dich intressiert kannst du ja mal "piaget" in google eingeben, der ist quasi der grundstein und urheber dieser theorien.


um es auf ein minimum runter zu brechen; wäre alles von der vorherigen generation erlernt und im  grunde geht das ganze auf eine zeit zurück in der die geschlechter stereotypen noch einen evolutionären zweck hatten (bspw.
sind männer idr. körperlich stärker und fallen- wie man im tierreich oft sieht- dann in die beschützerolle, intressieren sich dementsprechend also für themen die mit gewalt, oder im weitesten sinne mit action verbunden sind, nach dem motto "aus jagd wurde kampf, und aus kampf wurde sport".)

und was auch eine rolle spielt, ist das natürlich nicht jeder streotyp einen sinnvollen ursprung hat, viele dinge entwickeln sich mehr oder weniger zufällig, und werden dann quasi unbewusst weiter übernommen (bspw dieses mädchen=rosa, junge=blau ding)

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Das sind gesellschaftliche Fest- bzw. Zuschreibungen. Rollenverhalten wird vermittelt durch das soziale Umfeld (Eltern, Freunde, Schule, Medien, ...). Heute setzt die Einflussnahme auf die Kinder in der KiTa sehr früh an, also der ganze Genderkram, 68er usw.

Alles was von der Norm abweicht wird misstrauische beäugt, auch das hat sich t.w. geändert

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Hey,

ich hab mir selber mal darüber Gedanken gemacht. Meine Vermutung ist, dass es auf der Evolution des Menschen beruht, bedeutet:

Der Steinzeitmann ist körperlich ausgelegt für die Jagd, besitzt mehr Muskelmasse und ist dementsprechend zuständig für die Versorgung des Paarungspartners, also die Steinzeitfrau. Diese besitzt weniger Muskelmasse und bekommt Kinder um die sie sich - schon rein anatomisch bedingt (weibliche Brust) - kümmern kann und muss, da Säuglinge sich kaum um sich selbst kümmern können und diese bei der Jagd... sagen wir mal hinderlich wären.

Das setzt sich dann fort in den weiteren Stufen der Evolution, bis man im Mittelalter ankommt. Der Mensch hat sich deutlich weiterentwickelt und hat ein gesellschaftliches System aufgebaut. Die Frau ist trotzdem weiterhin zuständig für Kinder und letztendlich auch den Haushalt, während der Mann für eine angemessene finanzielle Lage sorgt.

Eine Vermutung meinerseits ist jetzt, dass der Mann (insofern du auf das Äußere Erscheinungsbild eingehen willst) kurze Haare hat, da es sinnvoll während körperlich anspruchsvollen Aktivitäten ist diese kurz zu halten. Kleidung war eher zweckmäßig und sollte günstig sein, alse eher einfache bis gar keine Farbtöne enthalten. Das gelernte Handwerk, bzw. der gelernte Beruf standen an höherer Stelle, als Äußerlichkeiten, da Eltern (besonders Väter, wahrscheinlich wieder wegen dem physischen Aspekt) ihre Töchter verheirateten.

Die Frau hingegen kann lange Haare auf komplizierte Art und Weise stylen, Männer auf sich aufmerksam machen und gilt im allgemeinen eher als "Lustobjekt" . Lange Kleider sind elegant verziert und sollen ebenfalls Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Da bunte Farben besonders eklatant waren und auf Wahstand hinwiesen waren diese besonders begehrt. Ich meine mich außerdem zu erinnern, dass Stoffen in der Farbe Lila zu den teuersten gehörten.

All das hat sich weiterhin durchgesetzt, jedoch gab es in hygienischer und technologischer Sicht Fortschritte. Diese sorgten für ein gepflegtes Aussehen beider Geschlechter und Entwicklung von Maschinen. Außerdem wurden Schulen für einen größeren Teil der Gesellschaft zugänglich, jedoch überwiegend für den männlichen Teil der Bevölkerung. 

Die Konsequenz daraus ist, dass Männer lernen Maschinen zu bedienen und weiterhin für finanzielle Stabilität sorgen können. Frauen werden weiterhin gezwungen sich auf dem "Markt" anzubieten und sich attraktiv darzustellen. Dazu gehören auch Künste, wie Reiten, Tischmanieren, etc.


Bis heute haben sich diese Grundlagen in den Köpfen der Menschen festgesetzt und wir alle leben in einer "veralteten" Gesellschaft (eher meine Meinung, mit der Begründung, dass sich in all den Jahren bereits so viel geändert hat, dass es kaum notwendig ist, diese Normen aufrechtzuerhalten).

Hoffe die Antwort hat dich selbst ein bisschen inspiriert darüber nachzudenken oder weiter nachzuforschen ;)
LG Nux


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Ok jetzt wirds ethisch und philosophisch:
Laut einigen Philosophen gibt es den Determinismus, d.h. das der mensch ein a priori bestimmtes ( vorherbestimmtes) wesen ist, das ständig und seit der geburt äußeren Einflüssen und Eindrücken ausgesetzt ist.
Wenn du also einem Mädchen schon als kleinkind plüschpferde kaufst und pferde an die wände malst und pferde filme mit ihr ansiehst etc., dann wir dieses Mädchen später Pferde gerne haben und mögen usw. . Das Kind denkt vllt es hätte die Entscheidung selbst getroffen aber diese Freiheit wurde den Kind zum Großteil durch ihre Umwelteinflüsse und Faktoren (zumindest unterbewusst) genommen.

Dieses Beispiel kannst du auf alles im bezug auf dieses thema anwenden

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Vielleicht liegt es am Umfeld, vielleicht auch ein wenig an der Erziehung. Ich weiß es nicht.

Ich habe noch 3 Schwestern und wir sind alle gleich erzogen worden. Genauso wie meine Schwestern auch mit Autos gespielt haben, habe ich auch mit Puppen gespielt. Wir haben da keinen Unterschied gemacht, Spielzeug war Spielzeug.

Heute sind meine Lieblingsfarben Rosa und Gold und als Kind waren sie Blau und Grün. Hat alles nichts zu sagen.

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Ich kann mir das nur so erklären. Das man als Baby schon darauf geprägt wird. Ich habe 2 kids junge und Mädchen. Und bei den Kleidung ist immer ganz klar Mädchen in lila, rosa, pink und bei Jungs grün,blau, braun. Genauso das Spielzeug und Kinder Besteck.... Und dann kommt ja noch das typische in der Erziehung.... Mädchen werden oft behutsamer behandelt als Jungs. Z.B. Aussagen wie " du bist doch ein Mann und keine Maus" oder " Indianer Herz kennt kein Schmerz". Dann noch in der Werbung... Alles was mit Männern oder Jungs angeht. Hatt immer was mit der ehr kühlen Farben zutun und meist mit Technik. Und Mädchen werden dafür schon früh in die Mama Rolle geprägt.... Man siehe Puppen Trickfilm u.s.w.

KP warum das so in unsere Gesellschaft ist.

Und warum man Menschen ehr meidet die nicht so sind. Ja der Mensch ist ein Gewohnheits wessen und alles was davon abweicht wir erstmal als Gefahr betrachtet.

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Kommentar von YueYu
07.05.2016, 01:04

Mir war alles bewusst was du hier sagtest, aber es ist dennoch immer wieder erschreckend. Es klingt furchtbar und ich bemitleide die Kinder, die aktiv in eine Rolle gepresst werden mit der sie sich vielleicht überhaupt nicht identifizieren können - Und hinterher werden sie von der Gesellschaft die sie so unglücklich gemacht hat verstoßen. Ganz schön krank :/

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Kommentar von ExxFlow
07.05.2016, 01:05

Schade dass du deine Kinder so erziehst. 

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Kommentar von Merlchen1607
07.05.2016, 01:10

Wenn du dir doch bewusst bist, dass du klar nach Geschlechterprinzipien erziehst, wieso tust du das dann? Mir tun die Kinder leid, denen kein Platz gegeben wird sondern denen notgedrungen die ihnen zugeordnete Passform angeschneidert wird, ohne auf Verluste zu achten..

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Kommentar von Merlchen1607
07.05.2016, 01:11

Okay, sorry, habe gerade einen Satz überlesen. Dir ist scheinbar ein Kompliment zu machen, dass du mit offenen Augen durch die Welt gehst!

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Kommentar von Minuri
07.05.2016, 01:16

ich erziehen meine Kinder nicht so.... das waren nur Beispiele die ich oft sehe. wie wenn ich Sachen für meine Kids kaufe. selbst Shampoo ist in Pink und blau Flächen.... ich finde de es einfach nur erschreckend das man die Kinder so dazu bringt. meine Kinder spielen beide mit Autos und Puppen klar streiten die sich mal aber egal. ich sage dan immer nur das Spielzeug gehört euch beiden und das sie teilen sollen. und das von wegen Mann oder Maus... das hatte mein Vater immer zu meinen Brüdern gesagt.

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So würde ich das nicht sagen.

Sehe heutzutage mehr Typen, die mit ihren hautengen Höschen rumlaufen und bald wahrscheinlich auch ihre Tage bekommen.

Oder Mädchen, die alle zwei Minuten auf den Boden spucken und davon reden, dass sie den oder die gleich penetrieren werden.

Insgesamt ist die Gesellschaft heutzutage offener für solche Eigenarten.

Das bestimmte Dinge grundsätzlich vorgegeben bzw. eher beeinflusst werden, ist mit alltäglichen Einwirkungen auf uns zu verstehen, aber sehr wohl auch genetisch veranlagt.

In Werbungen siehst du zum Beispiel immer irgendwelche Frauen, die sich schminken, bestimmte Farben anziehen, sich nach einem bestimmten Schema verhalten etc. Frauen haben aber auch vor 5000 Jahren gut riechen wollen, ist also auch eine Frage der Genetik, um sich dem Mann gegenüber attraktiv zu machen.

Oder bestimmte Verhaltensweisen des Mannes, die man heutzutage im Tierreich sehr gut wiedererkennt, weniger bei den Typen...

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Kommentar von Merlchen1607
07.05.2016, 00:50

Das ist in etwa was ich meinte "Frauen haben auch vor 5000 Jahren schon gut riechen wollen, um einen Mann zu beeindrucken". Klar, aber wieso Frauen? Von Männern ist nicht die Rede, ihnen wird das nicht abverlangt. Und wieso das ist, das ist meine Frage.

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Kommentar von ExxFlow
07.05.2016, 01:04

lol. der hämische kommentar über jungs mit periode sagt ja schon alles über deine Meinung pber leute, die den Mut haben anders zu sein. Wusstest du dass enge kleidung bei männern in anderen ländern als besonders männlich gillt?

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