Wieso denken manche, dass Veganismus ungesund sei?

16 Antworten

Wahrscheinlich weil sie möglichst weggucken wollen und einfach eine Ausrede haben wollen. Die wollen ja nicht zugeben, dass sie tierische Produkte essen, weil es ihnen schmeckt und sie zu faul sind sich zu informieren.

Liegt vermutlich in der Vergangenheit begründet. Die "Pioniere" dieser Bewegung hatten keine Langzeitstudien und wussten auch nichts von kritischen Nährstoffen wie B12. Viele Leute haben einfach Fleisch und Milchprodukte weggelassen, sind käsebleich und kraftlos geworden was heute noch vielen Menschen als Klischee im Kopf herumspukt.

Dazu gibt es allerdings keinen Grund mehr. Heute weiß jeder - egal ob vegan oder nicht - dass Veganer B12 suppen müssen. Großangelegte Aufklärung in der veganen Nährstoffthematik wie zB von Niko Rittenau sind der Grund warum Vegan heute problemlos funktioniert.

Egal ob Thriathlon, Kraftsport oder einfach ein gesundes vitales Leben - alles ist vegan möglich.

Eine Ernährungsform (egal welche) ist übrigens nicht per se gesund oder ungesund. Es kommt auf die praktische Ausführung an.

Die praktische Ausführung gesunder Veganer Ernährung ist aber eine durchgeplante exakte Diät. Normal locker essen spielt sich nicht. Das geht Vegetarisch oder Omivor mit wenig Fleisch allemal, daher sind letztere für den Normalverbraucher gesünder.

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@Herfried1973

Du musst nur darauf achten, dass du regelmäßig Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen isst und B12 supplementierst. Vielleicht auch noch Omega.

Es ist nicht so schwer wie sich das alle vorstellen.

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@LetzteFragedich

Aber immer noch "schwer" genug, dass jeder es automatisch "falsch" gemacht hat, der davon krank geworden ist.

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Weil es so ist. Hat aber etwas mit Toleranz zu tun es trotzdem zu akzeptieren. In den meisten Fällen ist es ja die freie Entscheidung des Menschen. Bei Kleinkindern gehört es aus guten Grund verboten.

Du bekommst eben nicht "jeden" Nährstoff durch vegane Ernährung. Tabletten schlucken um diese zu substituieren ist zwar eine Möglichkeit ... aber normal ist es nicht.

Um es zu verdeutlichen. Du könntest dich auch mittels Infusionen am Leben erhalten und das verbleibende Leben keine Nahrung über den Mund aufnehmen ... normal? Nur weil es funktioniert?

Fakt ist: Der Mensch ist dafür vorgesehen (bzw. braucht es notwendigerweise) tierische Produkte aufzunehmen. Bedeutet aber nicht 5 Schnitzeln am Tag zu fressen. Und nein ... wir haben keinen Labmagen wie die Kühe.

Tiere kriegen auch Nahrungsergaenzungsmittel, da nimmt man es halt indirekt auf

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@Sativa030

Glaub nicht, dass das Reh das gestern Abend auf meinem Teller lag Nahrungsergänzungsmittel intus hatte. Ein bisschen Blei vielleicht. Auch der Wildfang Thunfisch nicht. Man darf halt nicht jeden Dreck kaufen.

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@Krampus666

Naja, in der konventionellen Tierhaltung, bei BIO weiss ich es nicht genau. Und soviel Fleisch wie heute alle essen kann man auch nicht nur von Wild produzieren und die Meere sind eh ueberfischt. Ich finde es am praktischsten und guenstigsten, vegan zu leben, aber muss jeder selber entscheiden, wegen den Tieren und so.

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@Sativa030

Das ist eben der Punkt. Ob man nun Fleisch essen will oder nicht ist eine persönliche Überzeugung. Ich esse Fleisch da ich der Meinung bin der Körper braucht es. Was aber klar ist: Die Mengen und vor allem der Preis ist nur mit Tierleid und fragwürdigen Mitteln zu erreichen. Deshalb lieber weniger aber dafür ausgewählt und hochwertigst. Natürlich kann man nicht jeden Tag ein zu Tode gestreicheltes Kobe Rind essen ... aber es gibt auch noch etwas dazwischen.

Auswärts esse ich überhaupt kein Fleisch (außer alle heiligen Zeiten mal im Steakhouse) und sonst mindestens Bio (ist auch keine 100% Garantie) oder normalerweise Demeter. Muss man sich halt leisten wollen.

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@Krampus666

Oder leistenn koennen. Demeter finde ich auch am besten, aber arbeiten wuerde ich da nicht gerne, ist bisschen hart, war ein halbes Jahr da. Bio an sich wuerde ich nicht vertrauen.

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@Krampus666

Glaub nicht, dass das Reh das gestern Abend auf meinem Teller lag Nahrungsergänzungsmittel intus hatte.

Da muss ich dich leider enttäuschen. Durch die selenarmen Böden in Europa muss sogar Wild supplementiert werden bzw. ist Nährstoffmangel bei Wild und Nutztier durchaus ein Thema. Das passiert bei Wild meistens über künstliche Mineral- oder Schlecksteine die oft neben dem Futter von den Jägern aufgehängt werden.

Weiters sind die Böden in Europa auch Jodarm, der Grund warum dem Speisesalz in unseren Breiten Kaliumiodit (jodiert) als NEM beigesetzt wird.

Das heißt dein Reh hatte also schon mindestens 2 NEM intus. Beim Nutztier oder verarbeiteten Produkten aus dem Supermarkt fange ich bzgl NEM gar nicht erst an.

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Kleinkinder brauchen also tierische Produkte, wie du sagst. Aber würdest du dich dann bitte auch dafür einsetzen, dass die Hühner und die Kuh das eigene Haustier sind? Und nicht gezüchtet und gequält wurden? Dass Massentierhaltung abgeschafft wird? Die Nutztiere haben ein nicht lebenswertes Leben!!!

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Tja, ich denke das Thema ist in unseren Medien nicht so präsent ist, dass die Faktenlage auch bei jedem ankommt. Manche Menschen sind da, was den Informationsstand angeht, eben ein paar Jahre zurück. Was glaubst du, wie viele Menschen immer noch glauben dass in Spinat besonders viel Eisen enthalten ist? Die Idee hatte man glaube ich irgendwann in den 60ern und hält heute noch daran fest.

Vegane Produkte sind einerseits gut weil es sie gibt, aber andererseits in Form von Fertiggerichten sind sie natürlich viel teurerer, etwa in Relation zur Menge eines Rohstoffs gerechnet, der darin enthalten ist. Dieses Problem kennen wir aber auch von den anderen Fertiggerichten, in denen Zutaten tierischen Ursprungs, Fleisch- und Wurstwaren enthalten sind. Fertiggerichte können zwar einerseits sehr praktisch für Menschen sein, die wenig oder gar keine Zeit haben, selbst zu kochen, wer sich aber andererseits das Geld sparen möchte, der wird ums Selberkochen und ausprobieren nicht herumkommen. Generell empfehle ich den Menschen, die heute auf vegetarisch vegan umstellen wollen, vor allem gleich zu Anfang, keinen all zu großen Druck aufzubauen. Lieber etwas nachgiebiger sein als zu streng mit sich und trotzdem konsequent alle tierischen Produkte meiden, das ist dabei der einzige, etwas künstlerisch anmutende Balanceakt. Es ist alles nur eine Übungs- und Gewohnheitssache, die vegane Ernährung für sich ganz individuell und langfristig durch eigene Erfahrungswerte abzustimmen und die Angst dabei spontan verhungern zu müssen, die ist absolut unbegründet.

 

Denn kein Mensch futtert ständig nur an einer einzigen Eiweißquelle herum. Wir benötigen neun essentielle Aminosäurebausteine und bei einer normalen Ernährung, findet automatisch ein Ausgleich eines eventuell produktbedingten Aminogramms statt. Die biologische Wertigkeit von Lebensmitteln wird also danach bestimmt, wie ähnlich die darin enthaltenen Proteine den menschlichen Proteinen sind. Man sagt, je ähnlicher sie den körpereigenen Proteinen sind, desto leichter kann der Organismus daraus körpereigenes Material herstellen. Tierische Eiweiße kommen zwar dem menschlichen Eiweißen ähnlich und darum erkennt sie auch der Körper als komplett an, weil sie alle neun essentiellen Aminosäurebausteine enthalten und weshalb der menschliche Körper das tierische Eiweiß auch speichert. Aber wenn wir uns zuallererst die präventive Wirkung von Proteinen anschauen, dann sehen wir plötzlich, dass tierisches Protein mit einem beträchtlich erhöhten Risiko für Zivilisationskrankheiten einhergeht. Der menschliche Körper speichert die tierischen Eiweiße fortlaufend immer weiter. Je mehr tierisches Eiweiß ein Mensch zu sich nimmt, desto mehr speichert er. "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft!" – Glaubt man dem Werbeslogan der Fleischindustrie, so weckt Fleisch neue Lebensgeister und ist für eine gesunde Ernährung unverzichtbar. Das stimmt so jedoch nicht, denn nicht nur Fleisch, sondern jedes Lebensmittel, das ausreichend Nährstoffe und Energie liefert, bringt auch neue Kraft.

 

Manche sind sogar der Ansicht, die Vegetarier kämen auch irgendwie blass und kraftlos daher. Aber gerade dieser Eindruck könnte ursächlich auch der eigenen subjektiven oder selektiven Wahrnehmung geschuldet sein, wenn man etwa rote Wangen, als besonders gesund definiert. Die Wirklichkeit sieht aber oft ganz anders aus. Und Kraft ist auch nicht alles im Leben! Der Mythos vom Lebensenergie spendenden Fleisch entstand in einer Zeit, als Fleisch noch eine Besonderheit war und eher selten auf den Tisch kam. Tierische Lebensmittel waren zu bestimmten Zeiten evolutionär für uns Menschen oftmals leichter verfügbar, weil sie dem menschlichen Organismus schneller mit sehr viel kompletten Eiweiß versorgen konnten. Besonders in der Not, schien es da den Vorfahren schlichtweg egal gewesen zu sein, woher die Proteine kommen, welches sie da verspeisen, weil gerade vorhanden als die benötigte Energiezufuhr. Dabei ging es wohl auch weniger um die eigene Langlebigkeit oder um die Vermeidung von Krankheiten, die sich meist erst in späteren Lebensjahren auswirkten, als viel mehr um die Weitergabe der eigenen Gene, während der ersten 30 Lebensjahre, in denen Zivilisationskrankheiten einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft, noch keine Bedeutung hatten.

 

Wenn wir uns also die präventive Wirkung von Proteinen anschauen, dann sehen wir, dass tierisches Protein mit einem beträchtlich erhöhten Risiko für Zivilisationskrankheiten einhergeht. Das haben auch Bodybuilder wie Arnold Schwarzenegger irgendwann später erkannt, nachdem Arni Jahre lang reichlich tierisches Protein gefuttert hatte. Heute propagiert Arni auch schon längst viel mehr für die vegetarische Lebensweise. Denn wir müssen sehen, dass auch in den Pflanzen alle neun essentiellen Aminosäuren enthalten sind, nur eben in unterschiedlichen Konzentrationen. Deshalb macht es Sinn, die verschiedenen Lebensmittel miteinander zu kombinieren. So können wir auch mit pflanzlicher Kost eine gute Aminosäurenverteilung erreichen und damit auch die biologische Wertigkeit einer rein pflanzlichen Nahrung erhöhen. Die Sorge, mit pflanzlicher Ernährung zu wenig Eiweiß zuzuführen, ist daher unbegründet. Um unseren Tagesbedarf an Eiweiß zu decken, reicht es schon aus, wenn nur 9 - 11 Prozent der gesamten Energiezufuhr aus Eiweißen besteht. Die Kulturen in aller Welt, haben für ihre Küche ganz intuitiv die Kombinationen gefunden, in denen auch in vegetarischen Gerichten alle neun essentiellen Aminosäuren enthalten sind. Die italienische Küche ist beispielsweise berühmt für ihren vegetarischen Bohneneintopf geworden. 

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