Wieso darf unser Staat den Lehrern die Meinungsfreiheit einschränken?

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11 Antworten

Das ist keine Einschränkung der Meinungsfreiheit. Das eigene Recht geht immer nur so weit bis dorhin wo das Recht eines anderen beginnt. Schüler haben ein Recht auf Bildung was nicht gegeben werden kann wenn Lehrer statt einer neutralen lehre ihre eigene Meinung lehren würden. Ihm wird ja auch nicht verboten seine Meinung zu äußern, er darf es nur nicht in den Unterricht einfließen lassen.

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Hei, darkmr, deine Lehrerin hat sich inkorrekt ausgedrückt, Natürlich und selbstverständlich darf sie eine Meinung haben - nur: Sie soll in der Schule keine Meinungsmache betreiben (das ist ihr untersagt) und wäre Missbrauch ihrer Lehrbefugnis. Sie könnte ihren Schülern sehr wohl erklären, was im Parteistatut steht und welche Äußerungen ihre führenden Köpfe abgelassen haben, doch eben nicht kommentierend.

Denn: Kommentar und Information gehören streng getrennt. Das ist nicht nur in der Zeitung und am Fernsehen so. Grüße!

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Das ist nicht so leicht zu beantworten. Auf der einen Seite sollten diese Rechte auch für Lehrer gelten - in der Praxis sieht das allerdings anders aus, weil weitere Aspekte abgewogen werden müssen. So muss sich ein Lehrer vor beruflichen Konsequenzen fürchten, wenn er sich öffentlich hämisch äußert, z. B.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/gerichtsurteil-lehrer-darf-politiker-nicht-spaltpilz-nennen-a-657865.html
(Hingegen ist es für Politiker zulässig, Lehrer pauschal als "faule Säcke" zu bezeichnen. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9198905.html - Schröder meinte natürlich hinterher, dass das Interview nicht "autorisiert" war. *zwinker, zwinker*)

Gut, Herabwürdigungen sind eine Sache. Wie sieht es mit Sympathiebekundungen aus? Ein Facebook-Like hatte in diesem Fall üble Folgen:
https://www.achgut.com/artikel/niedersaechsischer_denunzianten_stadl_wie_man_einen_politisch_unbotmaessige

Insofern würde ich es der Lehrerin nicht übel nehmen, wenn sie meint, dass sie sich nicht dazu äußern darf. Schnell werden Argumente wie "Gefährdung des Schulfriedens" usw. angeführt, zumindest wenn man nicht eine Mainstream-Meinung hat. Sobald ein Lehrer in Verdacht steht, er könnte die Schüler "negativ beeinflussen" (auch ohne Belege) ist er in Schwierigkeiten. Als Lehrer ist man 24/7 Verantwortung (Loyalität, Ansehen wahren,
Bildungs- und Erziehungsauftrag nicht gefährden durch "private komische Ansichten" usw.) ... selbst, wenn man nicht die Rechte anderer beschneidet. Daher ist die Meinungsfreiheit durchaus beschränkt.

Das Ganze geht sogar soweit, dass bereits versucht wurde sachliche Kritik als Vergehen zu betrachten: Eine Bezirksregierung hatte einen Lehrer offiziell abgemahnt, weil dessen öffentliche Positionierung gegen die Kopfnoten mit seiner Pflicht zu Loyalität gegenüber dem Dienstherren kollidieren würde. Erst vor Gericht wurde hier zu Gunsten des Lehrers entschieden. http://www.citizentimes.eu/2013/07/16/meinungsfreiheit-von-beamten//)

Kein Wunder, dass Lehrer eingeschüchtert sind und ihre eigenen Sicht lieber für sich behalten…

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Deine Lehrerin darf ihre Meinung haben, nur Du hast sie heraus gefordert mit Deiner Frage, die sie sicher gegenüber den Schülern nicht äußert, um Euch nicht zu beeinflussen!

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Ein/-e Lehrer/-in darf sich selbstverständlich - auch im Unterricht - zu seiner/ihrer politischen Orientierung äußern. Lediglich eine aktive Werbung für ein politische Partei ist mit dem Neutralitätsgebot des Beamtenrechts nicht vereinbar.

http://www.gew-berlin.de/public/media/SG25.pdf

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Sie dürfen durchaus einen Meinung haben, aber nicht innerhalb ihres Lehrauftrags. Sonst könntest du die Ärtztliche Schweigepflicht ja auch in der Pfeife rauchen.

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Ich denke mal, dass Lehrer nur ihren Schüleren gegenüber nicht ihre Meinung sagen darf. Ausserhalb des Unterrichtes wahrscheinlich schon.

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Lehrer haben einen Bildungsauftrag. 

Stelle dir einfach vor, dass Dir dauernd propagiert wird, wie toll eine Diktatur doch sei. 

Es wichtig, dass Du allgemein und umfassend aufgeklärt wirst. In der Schule soll Dir vor allem ermöglicht werden, eine eigene Meinung zu allem bilden zu können, und das nach den Grundprinzipien unserer Demokratie (Grundwerte, Menschenrechte...).

Lehrer sind bekanntlich Beamte. Selbstverständlich können auch sie von unseren Grundwerten Gebrauch machen, doch haben sie sich in einem Vertrag dazu verpflichtet, im Bildungssystem Meinungsverschiedenheiten zu fördern und umkommentiert zu achten. 

Im privaten Gespräch ist es möglich, sich mit dem Lehrer darüber auszutauschen, aber auch hier wirst du selten auf ein Anzeichen stoßen, welches Dir die Gesinnung deiner Lehrer verrät. Lehrer werden bewusst darin geschult, ihre Meinung zurückzustecken.

Im Kern geht es aber darum, dass Du die Aussagen deiner Lehrer nicht als Maßstab aller Dinge werten solltest, deswegen die Maßnahme der Einschränkung der freien Meinungsäußerung insbesonders bei der Frage nach der eigenen Gesinnung. 

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Es kann ja sein das ein Schüler des seinen Eltern erzählt und die sich dann beschweren das die Schüler durch den Lehrer beeinflusst werden

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Die Lehrer dürfen ihre Meinung sagen, im privaten Bereich.

Allerdings sind sie den Schülern gegenüber zur Neutralität verpflichtet

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Kommentar von darkmr
15.03.2016, 16:43

Aber wird dadurch ja nicht ihre Meinungsfreiheit eingeschränkt?

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Kommentar von FooBar1
15.03.2016, 17:00

Nein. Hättest ja auch was dagegen wenn der Busfahrer dich nicht mitfahren lässt weil du ihm nicht passt. Private Meinungen gehören in die Freizeit. Beim Job muss man die Meinung des Arbeitgebers vertreten.

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Er wird auf jedenfalls nie seine ehrliche Meinung äußern falls er eine positive Meinung zur AFD hat.Das kann ihm seine Zulassung kosten oder er wird versetzt.Wenn er seine Meinung nett zu Frau Merkel äußert kann er nichts falsch machen.Ja so ist das mit der Meinungsfreiheit.

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Kommentar von toomuchtrouble
15.03.2016, 19:51

Sorry, aber Du verbreitest frei erfundenen Unsinn, eine Grundtendenz von Modernisierungsverlierern, die sich in immer neuen Verschwörungstherorien gefallen.

Die Grenzlinien zwischen politischer Indoktrination und freier Meinungsäußerung wurden in den 70er Jahren vor dem Hintergrund von Diskussionen um die Terroristen der RAF in dem schwäbischen Kaff Beutelsbach formuliert und bilden seither die Grundlagen für politische Äußerungen, aber auch für die Arbeit der Bundeszentrale für Politische Bildung.

http://www.bpb.de/die-bpb/51310/beutelsbacher-konsens

Für Dich verständlich auf den Punkt gebracht: Jeder Lehrer kann die Anhängerschaft und Mitgliedschaft in einer politischen Partei auch im Unterricht mitteilen, sogar und gerade für die AfD. Hierbei ist das sog. Überwältigungsverbot zu berücksichtigen, detailliert und einfach verständlich in obigen Link beschrieben. Ob Lehrer hierauf im Sinne ihrer Karriere, aus Angst vor Stress mit Elternvertretern, Schülern oder wem auch verzichten, steht auf einem anderen Blatt.

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