Wieso darf die katholische Kirche ihren Mitarbeitern(Priestern) die Sexualität verbieten?

...komplette Frage anzeigen

21 Antworten

Das ist so wie bei der Mafia ... ein paar alte Tölpel bestimmen was sie für richtig halten. Und die korrupten Regierenden unterstützen das.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Dein Beitrag beinhaltet vier Fragen:

  1. Wenn ein Mann Priester wird, verspricht er Gehorsam gegenüber seinem Bischof und dessen Nachfolger. Zudem ist er --- vergleichbar wie bei Beamten des Staates --- immer "im Dienst". Gewöhnlich hat er eine 6-Tage-Arbeitswoche, macht regelmäßig ordentlich Überstunden und bekommt grundsätzlich keine Überstundenvergütung oder Freizeitausgleich. Er hat einen Jahresurlaub von 30 Kalendertagen (also nicht 30 Arbeitstage!) --- da zählt der wöchentliche arbeitsfreie Tag als Urlaubstag mit --- und er hat an allen Sonntagen und kirchlichen Feiertagen grundsätzlich Dienst. Er verpflichtet sich, täglich das Stundengebet zu beten. Das sind folgende Gebetszeiten: Noch vor Sonnenaufgang die Lesehore (ca. 30 min), am Morgen die Laudes (ca. 20 min), die sogenannten kleinen Horen Terz, Sext und Non (jeweils ca. 10 min), gegen Abend die Vesper (ca. 20 min) und am späteren Abend die Komplet (ca. 10-15 min). Zähl mal alles zusammen und ziehe dann 15 min ab für diejenigen, die etwas "zügiger beten". Dazu wird erwartet, dass er nach Möglichkeit täglich die Hl. Messe feiert und wenigstens einen Rosenkranz betet. So ist das zumindest vorgesehen bzw. letzteres erwünscht. Müssen wir uns jetzt noch über eine Frauenquote unterhalten oder hat sich diese Frage wegen dieser Versprechen schon erledigt?
  2. Nein, es ist nicht illegal. 
  3. Die Kirche nutzt keine Grauzone aus. Die rechtliche Stellung der Kirche ist gesetzlich geregelt.
  4. Ich würde mal sagen: Nein, sie wurde nicht ungerechterweise vom Staat bevorteilt. Wobei mir allerdings aus deiner Bemerkung nicht ganz klar ist, gegenüber wem sie bevorteilt sein sollte.

Zudem kann die Kirche nicht die Sexualität an sich verbieten, das geht ja biologisch gar nicht. Sie schränkt lediglich den Pool an potentiellen Mitarbeitern bzw. Priesterberufungen ein.

In abgewandelter Form macht das im Prinzip jede Firma (Grundsätzliche Identifizierung mit der Firmenphilosophie) und der Staat bei der Verbeamtung (Eid auf die Verfassung oder s. ä.) auch. Also wenn, dann schon gleiche Rechte für alle.

Ein Versuch wär es mal wert: Bewerbung als überzeugter Christ mit theologischer Ausbildung um eine leitende Funktion bei z. B. der Humanistischen Union. Mal ganz ehrlich: Bei aller Toleranz, die müssten doch endlos bescheuert sein, so jemanden eine repräsentative Stellung anzubieten. (Anm.: Das ist jetzt nicht gegen die HU oder andere atheistische Verbände gerichtet!)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Rechtlich gesehen darf die Kirche als Arbeitgeber doch gar nicht so tief
in das Privatleben eingreifen.

Zunächst einmal ist die Stellung "Priester" (im Gegensatz zum "Pfarrer") kein Angestelltenverhältnis, sondern ein religiöser Status:

Es gab früher auch Priester, die lediglich ehrenamtlich in der Kirche tätig waren (momentan gibt es das nicht, es könnte in Zukunft aber wieder kommen).

Diese Priester hatten gar kein Arbeitsverhältnis mit der Kirche!

Für alle Priester gelten in der katholischen Kirche sehr strenge Einschränkungen im (Privat-) Leben, egal, ob sie ein Angestelltenverhältnis mit der Kirche haben oder nur ehrenamtlich Priester sind.

Diese Einschränkungen gelten bis zum Lebensende - auch dann, wenn kein
Angestelltenverhältnis (mehr) besteht!

Ist das nicht eigentlich illegal oder nutzt die Kirche eine rechtliche Grauzone aus?

Im Arbeitsrecht wäre es eindeutig illegal.

Die Kirche benötigt für bestimmte Handlungen allerdings dringend "Priester", weswegen sie als "Pfarrer" oder "Kaplan" (das wären jetzt Angestelltenverhältnisse) nur Personen einstellt, die bereits vor ihrer Einstellung "Priester" waren.

Genau so, wie ein Fußballverein nur einen Trainer einstellt, der bereits vor dem Zeitpunkt der Einstellung aktiver Hobby-Fußballspieler war.

In beiden Fällen werden also nur Personen auf eine Stelle eingestellt, die bereits vor der Einstellung bestimmte Dinge in ihrer Freizeit gemacht haben (Fußball gespielt / Priester gewesen).

Das Kriterium dafür, dass eine Frau nicht als Pfarrerin eingestellt wird, ist also nicht: "Ist eine Frau", sondern: "War zuvor kein Priester".

Dass Frauen keine Priester werden können, ist kein arbeitsrechtliches Problem: Zum Zeitpunkt, an dem man Priester wird, ist das schließlich ein reines Freizeitvergnügen!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Jeder, der einen Arbeitsvertrag abschließt oder ein beamtenrechtliches Dienstverhältnis eingeht, gibt doch ein Stück Freiheit auf.

Im Fall des Zölibats ist das natürlich extrem, da nicht einzusehen ist (jedenfalls nicht für mich als Atheist), warum das für die Ausübung des Berufs Priester erforderlich sein soll.

Die Kirchen haben jedoch eine rechtliche Sonderstellung. Das GG beinhaltet, dass einige Artikel der Reichsverfassung von 1919 weiter gelten. Diese begründen eine rechtliche Sonderstellung der Kirchen.

So darf z. B. die Katholische Kirche geschiedenen Kindergärtnerinnen kündigen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Chichiri 09.05.2016, 09:50

Nur um das mal klarzustellen: Die katholische Kirche kündigt keine geschiedenen Beschäftigten.

2
AalFred2 10.05.2016, 08:04
@Chichiri

Das ist weder eine Antwort auf meine Frage, noch stimmt es.

0
martin7812 14.05.2016, 13:35
@AalFred2

Du musst zwischen "geschieden und nicht wiederverheiratet" und "geschieden und danach wiederverheiratet" unterscheiden.

Im ersten Fall gibt es meines Wissens in der katholischen Kirche keine Probleme.

1
AalFred2 17.05.2016, 08:06
@martin7812

Echt? Die dürfen dann auch problemlos unverheiratet mit einem neuen Partner zusammenleben?

1
john4711 21.05.2016, 21:01
@AalFred2

Das katholische Eherecht kennt – bis auf vernachlässigbare Ausnahmefälle – keine Scheidung. Wenn sich Ehepartner also staatlich scheiden lassen, sind sie kirchenrechtlich weiterhin verheiratet. Das ist bis hier kein Problem.

Problematisch wird es, wenn einer der Partner erneut heiratet. Er bekennt sich dann öffentlich zu einem Menschen, obwohl er kirchenrechtlich mit einem anderen verheiratet ist. Er begeht also Ehebruch und bekennt sich öffentlich dazu. Und genau diesen Ehebruch toleriert die Kirche nicht. Nur darum geht es.

0
AalFred2 23.05.2016, 19:47
@john4711

Die katholischen Scheinheiligen stellen auch keine Erzieherin ein, die mit einem Mann zusammen lebt, mit dem sie nicht verheiratet ist.

1
don2016 02.09.2016, 03:47
@AalFred2

@AalFred2...ich frage mich, wann diese ca. 100 Jahre alten Reichsgesetze endlich mal demokratisch angepaßt werden??? diese Pfaffengesetze stehen über höchstrichterliche Urteile, bzw. Gesetze, das ist doch unvorstellbar und keiner opponiert dagegen; ich habe hier bei gf schon erwähnt : wir bräuchten diesbezüglich eine Volksabtsimmung, wer diese Gesetze zu regeln hat, wie z.B. Arbeitsrecht, Kündigung usw.; ebenso in punkto Kirchensteuer, warum kassiert der Staat diese immer noch für die Kirche ???...Fakt ist: die Christdemokraten rühren keinen Finger...liebe Grüße

1
AalFred2 02.09.2016, 08:21
@don2016

Naja, offensichtlich ist die Kirche ein Tendenzbetrieb, dem aus meiner Sicht schon einige Sonderrechte zustehen. Linkenabgeordnete dürfen auch NPD-Mitglieder kündigen. Der dritte Weg gehört meiner Meinung nach abgeschafft. Das Einziehen der Kirchensteuer lässt der Staat sich bezahlen.

0

Du kannst in der Kirche eigentlich nur arbeiten wenn Du dieser Gemeinschaft angehörst. Somit gelten "normale" Gesetze nicht, denn Du akzeptierst ja mit deinem Glauben an die Kirche quasi deren Gesetze. Wenn Du das nicht willst, werde evangelisch oder gründe deine eigene Kirche, bei der Du arbeiten kannst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
ctest 03.09.2016, 00:06

Das ist bei der Mafia genauso .. sodumm und kamora!

1

Hallo scrubber,

da schließe ich mich im Wesentlichen der Meinung von wolfruprecht an.

Frage: Wenn ich mal annehme, dass du selbst nicht Priester werden willst: Wo ist für dich das Problem, was beeinträchtigt dich persönlich und welchen Rat brauchst du hier?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weder noch - die Kirchen sind Tendenzbetriebe und dürfen eigenes Arbeitsrecht haben.

Ist nun mal ein Unterschieden, ob Du am Fließband stehst oder predigst ;-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
j3n5j3n53n 08.05.2016, 22:29

wo isn da nen Unterschied.. beides monoton.

2

das mußte umgekehrt sehen. Niemand wird gezwungen das Priesteramt anzunehmen. Wenn dies aber jemand machen möchte kennt er auch die Bedingungen um das machen zu dürfen.
Dann kann er entscheiden ob er sich für Familie oder den Beruf als Priester bzw Pfarrer entscheidet. Beides geht nur in evangelischer Kirche als Pastor bzw Pastorin


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
newcomer 08.05.2016, 22:14

nehmen wir mal das umgekehrte Extrem. Alle Religionsgemeinschaften damit auch Katholische und evangelische Kirche wird abgeschafft. Damit entfallen alle kirchlichen Feiertag wie Weihnachten Ostern Pfingsten usw.
Damit gibt es nur noch Neujahr, Tag der deutschen Einheit und das war es auch schon.
Somit hätten Schüler viel mehr Schultage um was zu lernen und die Beschäftigten wären dann an viel mehr Tagen im Jahr arbeiten

3
AalFred2 09.05.2016, 12:55
@newcomer

Sowohl Ostern als auch Weihnachten, als auch Pfingsten sind gesetzliche Feiertage.

0
turnmami 16.05.2016, 21:41
@AalFred2

@AalFred2: die werden dann aber mit den Religionen abgeschafft, da die Feiertage dann nicht mehr "nötig" sind

0
AalFred2 17.05.2016, 08:08
@turnmami

Wer schafft denn Religionen ab? Man kann ja auch durchaus andere Gedenktage zu Feiertagen erklären. Wo ist das Problem?

0

Zum einen entstammt das Zölibat einem inneren Bedürfnis des Einzelnen. Andererseits besitzt die katholische Kirche auf Grund eines Staatsvertrages gewisse Sonderrechte, die sich auch auf ihre Arbeitsverhältnisse erstrecken. Es handelt sich also nicht um eine rechtliche Grauzone, sondern um geltendes Recht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
don2016 02.09.2016, 03:49

...geltendes Recht, aber mit welcher Begründung in der heutigen Zeit, Kirchenrecht über ordentliches Recht zu stellen ???

0
tryanswer 02.09.2016, 09:23
@don2016

Ein Staatsvertrag beruht nicht auf Kirchenrecht. Auch ist es nicht so, daß die Kirche etwas überraschender Weise verbieten würde. Das Zölibat ist nun einmal Bestandteil der kath. Glaubenslehre, welche von jedem Priester anerkannt werden muß um seine Tätigkeit ausüben zu können.

0

Für als Körperschaften anerkannte Religionsgemeinschaften gilt ein eigenes Arbeitsrecht. Als Tendenzbetriebe dürfen sie von ihren Mitarbeitern und Beamten die Anerkennung der jeweils vorgegebenen Lehre auch im Privatleben verlangen. Es stellt somit keinen Rechtsbruch dar, sondern ist, streng genommen, eine Konsequenz der Religionsfreiheit im Sinne einer Lehrfreiheit religiöser Körperschaften.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das Christentum ist eine anerkannte Religion, dass heißt es darf eigene Regeln aufstellen. Zum Beispiel werden die christlichen Feiertage offiziell anerkannt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Und deswegen halten sie sich eine Köchin oder Haushälterin.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
ctest 08.05.2016, 22:41

"ODER"????  Ist es nicht erlaubt beide zu halten?

0
don2016 02.09.2016, 13:16

...es könnte bei den Katholiken aber auch ein Meßdiener sein :-)))

1

man wird nicht priester wenn man damit nicht einverstenden ist. die bedingung findet im vorfeld statt. und es gibt auch priester die aufhören und heiraten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wie ich richtig sehe steht es in keinem gesetzt Buch, deshalb könnte man es eigentlich auch als Freiheitsberaubung gemäß § 239
Freiheitsberaubung im StGB, tendieren. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
newcomer 08.05.2016, 22:22

kannste nicht denn die Entscheidung Priester zu werden ist freiwillig und jeder Priester kann jederzeit wieder von seinem Beruf zurücktreten und dann heiraten. Wo bitte ist da Freiheitsberaubung nach §239 ?

0
coolboy15 08.05.2016, 22:24
@newcomer

Wenn du richtig lesen könntest, hättest du nicht diesen Kommentar geschrieben.

0
ctest 08.05.2016, 22:46
@newcomer

"
kann jederzeit wieder von seinem Beruf zurücktreten und dann heiraten.
"

... dann sperrt ihn seine Frau, diese Gewtterzeige ein ... und das ist dan Freihetsberaubung.

2
Chichiri 09.05.2016, 09:56
@coolboy15

Und wenn du nicht nur lesen könntest, sondern auch verstehen würdest, dann wüsstest du, das mit Freiheitsberaubung im Gesetz etwas anderes gemeint wird.

1

Sex ist den Priestern ja gar nicht verboten, sondern nur das Heiraten. Für Priester hat eben der Teil des Vaterunsers 'erlöse uns von allem Übel' eine besondere Bedeutung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Raubkatze45 09.05.2016, 17:21

Zölibatär lebende Priester verpflichten sich zur Ehelosigkeit. Die Enthaltung von sexueller Betätigung ist darin eingeschlossen - genauso wie bei allen anderen auch außerhalb der Ehe. Was einige nicht leben, wird dadurch nicht richtig.

0
josef050153 09.05.2016, 20:42
@Raubkatze45

Das mag vielleicht in der Theorie richtig sein, die Praxis schaut aber anders aus. Und es sind nicht nur einige.

1
don2016 02.09.2016, 04:08
@Raubkatze45

@Raubtier...mal die Frage an dich : warum bezahlt die kath. Kirche heimlich die Alimente ihrer Priester ??? ...für die Kinder, die sie "produziert" haben ? oder meinst du, die Priester haben ihre Nachkömmlinge herbeigebet ???...lg

0

Das Zölibat meinst du. Die Pfarrer verpflichten sich FREIWILLIG dazu!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das liegt daran das religiöse Institutionen, wenn sie staatlich anerkannt werden, ganz anderen Vorschriften und Gesetzen unterworfen, sind als gewerbliche Institutionen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

1. Die Ehelosigkeit der Priester hat gar nichts mit einem Arbeitsrecht zu tun, weil Priester kein Job ist wie andere, sondern einer Berufung entspringt, die von Gott kommt. Von einer solchen Ehelosigkeit "um des Himmelreiches willen" spricht auch Jesus, wenn er von dieser Berufung spricht, die den Menschen befähigt, ganz und gar mit Leib und Seele uneingeschränkt Gott und den Menschen zu dienen. Deshalb entscheiden sich Priester in Freiheit für den Zölibat und er bedeutet keine Zwangsbeglückung. Die Kirche hat sehr wohl das Recht, Regeln zu bestimmen, Weisungen zu erteilen. Sie ist dem weltlichen Gesetz nicht unterstellt

2. Dass Frauen keine Priester werden dürfen, glaubt die Kirche davon ableiten zu dürfen, dass Jesus in seinen Aposteln nur Männer erwählt hat. Das hat nichts mit Frauenfeindlichkeit zu tun, denn Frauen haben genug andere Aufgaben zu erfüllen, die für Männer nicht geeignet sind. Ebenfalls haben sie die Möglichkeit, im kirchlichen Dienst zu arbeiten.

3. Menschen, die in wilder Ehe leben, werden deshalb als kirchliche Mitarbeiter nicht gern gesehen bzw. gekündigt oder nicht angestellt, weil ihr Leben nicht zur Verkündigung der Kirche passt. Die Kirche verkündet, dass Sexualität ihren Platz in der Ehe hat und eine Ehe nur gültig ist, wenn sie kirchlich geschlossen wurde. Eine wilde Ehe ist also sowohl ungültig als auch sündhaft. Geschiedene können sehr wohl bei der Kirche arbeiten, insofern sie nicht erneut heiraten, weil eine Zweitehe wegen der Unauflöslichkeit der Ehe ungültig wäre.

4. Kein staatliches Gesetz kann der Kirche vorschreiben, was sie bezüglich ihrer Priester und Mitarbeiter zu tun oder zu lassen hat.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Mich32ny 08.05.2016, 22:45

Das mit den  Frauen ist doch  veraltet,  der Mann kann auch  die Aufgaben  der  Frau erledigen . 

2
martin7812 14.05.2016, 13:42
@Mich32ny

Meiens Wissens ist es in allen Positionen in der katholischen Kirche, wo es lediglich darauf ankommt, ob eine Arbeit von jemandem erledigt werden kann, so, dass dort auch Frauen eingestellt werden und der Frauenanteil sogar oft höher als 50% ist.

Lediglich bei Tätigkeiten, die Frauen laut religiösen Vorstellungen nicht machen dürfen (nicht: "nicht können"), können keine Frauen eingestellt werden.

Dabei spielt es eine Rolle, wie bestimmte Bibelstellen von den Verantwortlichen interprätiert werden: Also wenn die Kirchenführung in Rom es so versteht, dass eine bestimmte Bibelstelle bedeutet, dass eine bestimmte Tätigkeit nur von einem Mann gemacht werden darf...

0
AalFred2 09.05.2016, 12:58

Warum sollte irgendeine Kirche über dem Gesetz des Staates stehen? Das ist doch Quatsch. Grundsätzlich kann der Staat der Kirche bzgl. der Mitarbeiter annähernd alles vorschreiben und sollte dies auch tun.

1
Raubkatze45 09.05.2016, 17:09
@AalFred2

Grundsätzlich kann der Staat der Kirche bzgl. der Mitarbeiter annähernd alles vorschreiben und sollte dies auch tun.

Das kann er eben nicht. Warum?

Weil Staat und Kirche getrennt sind und die Kirche ganz andere Interessen vertritt als der Staat. Deshalb unterscheiden sich die arbeitsrechtlichen Regelungen für Mitarbeiter der Kirchen in Deutschland erheblich von den für sonstige Arbeitnehmer geltenden Bestimmungen.

Die Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, und hierbei insbesondere die großen Kirchen, können ein eigenständiges Arbeitsrecht  erlassen. Das hat seine Grundlage im sogenannten Selbstordnungs- und Selbstverwaltungsrecht gemäß

Art. 137

Abs. 3 Weimarer Reichsverfassung, der nach

Art. 140

GG in das Grundgesetz inkorporiert und vollwirksames Verfassungsrecht ist. Historisch wurzelt diese Bestimmung im Trennungsprozess von Kirche und Staat.

0
AalFred2 10.05.2016, 08:10
@Raubkatze45

Natürlich kann er das. Er erlässt nämlich die Gesetze, welche die Kirche gemäss Art. 137 Abs. 3 einschränken. Es wäre ja auch nicht einzusehen, warum diese Vereine ausserhalb der staatlichen Gesetzgebung stehen sollten. Aus meiner Sicht sollte man auch diesen gesamten Blödsinn des dritten Wegs endlich abschaffen. Rechtlich wäre das kein Problem.

1
martin7812 14.05.2016, 14:01
@AalFred2

dritten Wegs abschaffen

Die Frage ist, was die Folge davon wäre:

Kirchliche Krankenhäuser werden zum großen Teil vom Staat bezahlt, während Kindergärten vielleicht 50:50 vom Staat und aus Kirchensteuern finanziert werden:

Über eine Milliarde Euro steckt die katholische Kirche jedes Jahr in die Kindergärten, wobei die Gebäudekosten da teilweise noch nicht mitgerechnet sind.

Warum versenkt die Kirche so viel Geld in diese Einrichtungen, wo sie doch rein gar nichts davon hat?

Die Kirche ist schließlich nicht verpflichtet, Kindergärten zu betreiben!

Der Grund ist ganz einfach: Die Kirche bezahlt mehrere Milliarden Euro (ev. + kath. + Gebäude) nicht dafür, dass die Kinder im Kindergarten erzogen werden, sondern dafür, dass die Mitarbeiter (gerade im Privatleben) Vorbildfunktion für andere Personen (Nachbarn, Freunde, Bekannte, ...) sind.

Falls man das kirchliche Arbeitsrecht abschaffen würde, so würde die Kirche keinen Grund mehr haben, Geld in die Kindergärten zu stecken und diese wahrscheinlich schließen.

Der Staat (die Städte und Gemeinden, um genauer zu sein) müsste die Kindergärten übernehmen (aufgrund der gesetzlichen Pflicht des Staates, Kindergärtenplätze zur Verfügung zu stellen) und die Milliarden, die zuvor aus der Kirchensteuer kamen, aus Steuermitteln bezahlen.

Was die Einstellung als Pfarrer angeht, habe ich in meiner Antwort bereits geschrieben, warum dies kein arbeitsrechtliches Problem ist und der Staat somit nicht eingreifen kann.

3
AalFred2 17.05.2016, 08:21
@martin7812

während Kindergärten vielleicht 50:50 vom Staat und aus Kirchensteuern finanziert werden:

Nein, die Kirche steuert nur knapp 10% bei und darf dafür schon die Kleinsten indoktrinieren.

Über eine Milliarde Euro steckt die katholische Kirche jedes Jahr in die Kindergärten, wobei die Gebäudekosten da teilweise noch nicht mitgerechnet sind.

Woher stammt diese Zahl? In Anbetracht der Tatsache, dass die katohlische Kirche im letzten Jahr aus der Kirchensteuer nur Einnahmen von gut 6 Milliarden Euro hatte, halte ich sie für völlig absurd.

Warum versenkt die Kirche so viel Geld in diese Einrichtungen, wo sie doch rein gar nichts davon hat?

Die rechtzeitige Indoktrination ist doch ein enormer Vorteil. Zudem zweifle ich wie gesagt deine Zahl massiv an.

Der Grund ist ganz einfach: Die Kirche bezahlt mehrere Milliarden Euro (ev. + kath. + Gebäude) nicht dafür, dass die Kinder im Kindergarten erzogen werden, sondern dafür, dass die Mitarbeiter (gerade im Privatleben) Vorbildfunktion für andere Personen (Nachbarn, Freunde, Bekannte, ...) sind.

Sie zahlt nicht mehrere Milliarden. Zudem interessiert kein Kind im Kindergarten, mit wem seine Erzieherin in welcher Form zusammenlebt. Das hat auch niemanden etwas anzugehen.

Falls man das kirchliche Arbeitsrecht abschaffen würde, so würde die Kirche keinen Grund mehr haben, Geld in die Kindergärten zu stecken und diese wahrscheinlich schließen.

Quatsch, die paar Euro würden die auch weiterhin aufwenden und wenn es nur wäre, um sich weiterhin den Anstrich eines sozialen Vereins zu geben.

Der Staat (die Städte und Gemeinden, um genauer zu sein) müsste die Kindergärten übernehmen (aufgrund der gesetzlichen Pflicht des Staates, Kindergärtenplätze zur Verfügung zu stellen) und die Milliarden, die zuvor aus der Kirchensteuer kamen, aus Steuermitteln bezahlen.

Wie schon gesagt, es sind keine Milliarden.

Zudem ist das Problem des dritten Weges aus meines Sicht gar nicht die absurden katholischen Moralvorstellungen, sondern die faktische Unmöglichkeit einen Arbeitskampf für die eigenen Rechte durchzuführen.

1
martin7812 17.05.2016, 22:14
@AalFred2

In Anbetracht der Tatsache, dass die katohlische Kirche im letzten Jahr aus der Kirchensteuer nur Einnahmen von gut 6 Milliarden Euro hatte, halte ich sie für völlig absurd.

Woher ich die 1,1 Milliarden pro Jahr hatte, weiß ich nicht mehr. Aber im Rechenschaftsbericht des Erzbistums Freiburg über die Verwendung der Kirchensteuern (in diesem Bistum) steht:

... die Ausgaben für soziale Dienste, die insgesamt 17 % ausmachen, davon der überwiegende Anteil zur Finanzierung der Kindergärten.

In einem Bericht eines anderen Bistums habe ich was von 21% gelesen. Der Durchschnitt zwischen beiden Zahlen wäre 19%.

19% * 5,68 Milliarden wären 1,1 Milliarden.

und darf dafür schon die Kleinsten indoktrinieren.
...
Die rechtzeitige Indoktrination ist doch ein enormer Vorteil.

Tatsache ist, dass sich sogar ein ehemaliger Kollege, der selbst nicht religiös war, darüber geärgert hat, dass seine Kinder in einem kirchlichen Kindergarten eben nichts über den christlichen Glauben lernen.

Der Hintergrund: Die kirchlichen Kindergärten dürfen gar nicht "indoktrinieren" (wie du es nennst).

Dies ist also definitiv kein Grund für die Kirche, an dieser Stelle Geld in den Sand zu setzen!

Zudem interessiert kein Kind im Kindergarten, mit wem seine Erzieherin in welcher Form zusammenlebt.

Wie gesagt: Um die Kinder geht es überhaupt nicht.

Der einzige Grund, warum die katholische Kirche hier etwa eine Milliarde Euro im Jahr bezahlt, ist, weil die Mitarbeiter außerhalb ihres Berufes ein Vorbild für andere Erwachsene sein sollen.

Ob diese Mitarbeiter Erzieher oder Gärtner sind, ist dabei zweitrangig.

Quatsch, die paar Euro würden die auch weiterhin aufwenden

Zumindest innerhalb der katholischen Kirche würde eine Einrichtung, in der Personen arbeiten, die laut Kirchenrecht exkommuniziert sind, unter den einfachen Gläubigen derartigen Ärger provozieren, dass die Kirche diese Einrichtungen wohl noch nicht einmal dann halten könnte, wenn die Einrichtungen Gewinn abwerfen würden!

Wenn die Gläubigen dann noch wissen, dass 1/6 ihres Geldes in solche Einrichtungen fließt, erst recht nicht.

1
AalFred2 18.05.2016, 08:04
@martin7812

Kommen wir also zum Kursus, wie bastel ich mir die Zahl, die passt.

Woher ich die 1,1 Milliarden pro Jahr hatte, weiß ich nicht mehr. Aber im Rechenschaftsbericht des Erzbistums Freiburg über die Verwendung der Kirchensteuern (in diesem Bistum) steht:

... die Ausgaben für soziale Dienste, die insgesamt 17 % ausmachen, davon der überwiegende Anteil zur Finanzierung der Kindergärten.

In einem Bericht eines anderen Bistums habe ich was von 21% gelesen. Der Durchschnitt zwischen beiden Zahlen wäre 19%.

Der überwiegende Teil, der wohlweislich nicht genauer spezifiziert ist, sind auf keinen Fall 17%, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutlich weniger. Bei den von dir nicht belegten 21% verhält es sich genau so. Insofern stimmen natürlich deine einfach mal gemittelten 19% nun auch so gar nicht. Der Rest deiner Rechnung ist somit ebenso falsch.

Tatsache ist, dass sich sogar ein ehemaliger Kollege, der selbst nicht religiös war, darüber geärgert hat, dass seine Kinder in einem kirchlichen Kindergarten eben nichts über den christlichen Glauben lernen.

Komischer kirchlicher Kindergarten.

Der Hintergrund: Die kirchlichen Kindergärten dürfen gar nicht "indoktrinieren" (wie du es nennst).

Natürlich dürfen und tun sie das. Bei meinen Kindern ist jede Woche die Pastorin zur Bibelstunde.

Dies ist also definitiv kein Grund für die Kirche, an dieser Stelle Geld in den Sand zu setzen!

Doch, exakt das ist einer der Gründe.

Wie gesagt: Um die Kinder geht es überhaupt nicht.

Der einzige Grund, warum die katholische Kirche hier etwa eine Milliarde Euro im Jahr bezahlt, ist, weil die Mitarbeiter außerhalb ihres Berufes ein Vorbild für andere Erwachsene sein sollen.

Ob diese Mitarbeiter Erzieher oder Gärtner sind, ist dabei zweitrangig.

Sie bezahlt nicht so viel Geld. Die Theorie, die Kirche unterhalte Kindergärten, damit die Mitarbeiter Erwachsenen als Vorbild dienen, ist so ziemlich das absurdeste, was ich je gehört habe. Dem Gärtner darf die Kirche übrigens keine Vorschriften über seine lebensführung machen.

Zumindest innerhalb der katholischen Kirche würde eine Einrichtung, in der Personen arbeiten, die laut Kirchenrecht exkommuniziert sind, unter den einfachen Gläubigen derartigen Ärger provozieren, dass die Kirche diese Einrichtungen wohl noch nicht einmal dann halten könnte, wenn die Einrichtungen Gewinn abwerfen würden!

So schnell exkommunizieren auch die Katholiken nicht. Zudem sind auch bei dem Verein die Gläubigen meistens fortschrittlicher als ihre Oberhäupter.

Wenn die Gläubigen dann noch wissen, dass 1/6 ihres Geldes in solche Einrichtungen fließt, erst recht nicht.

Wie jetzt schon diverse Male dargestellt ist es kein Sechstel.

Und all das ändert nichts daran, dass der dritte Weg völlig unnötig ist und nur die Arbeitnehmer der Kirchen benachteiligt.

1
martin7812 18.05.2016, 20:10
@AalFred2

Der überwiegende Teil, der wohlweislich nicht genauer spezifiziert ist, sind auf keinen Fall 17%...

Korrekt. die 17% sind die gesamten Ausgaben für Sozialeinrichtungen (Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser, ...).

Das Grundproblem ist aber dasselbe: Warum sollte die Kirche ein Interesse daran haben, all diese Einrichtungen zu betreiben, wenn sie dabei jährlich ca. 1 Milliarde Verlust macht?

Komischer kirchlicher Kindergarten.

Ich selbst war in meiner Kindheit ebenfalls in einem kirchlichen Kindergarten und kann mich nicht erinnern, dass damals jemals irgend etwas in Richtung religiöse Bildung oder gar Indoktrination gemacht wurde.

Bei meinen Kindern ist jede Woche die Pastorin zur Bibelstunde.

Das gab's bei mir im Kindergarten nie. Und ich gehe davon aus, dass es das in den meisten katholischen Kindergärten nicht gibt.

Doch, exakt das ist einer der Gründe.

Dann kannst du mir sicher auch noch erklären, warum die Kirche Geld in Altenheime steckt?

Sie bezahlt nicht so viel Geld.

Wie gesagt: 17% * 6 Milliarden sind etwa eine Milliarde. Da kannst du rechnen, wie du willst.

Die Theorie, die Kirche unterhalte Kindergärten, damit die Mitarbeiter Erwachsenen als Vorbild dienen, ist so ziemlich das absurdeste, was ich je gehört habe.

Es ist der einzige Grund, warum die Kirchensteuerzahler - also ich - überhaupt akzeptieren, dass Kirchensteuern für Zwecke ausgegeben werden, die eigentlich zu 100% der Staat zahlen müsste.

Dem Gärtner darf die Kirche übrigens keine Vorschriften über seine lebensführung machen.

Genau aus diesem Grund werden Gärtnereibetriebe auch nicht aus Kirchensteuern bezuschusst.

So schnell exkommunizieren auch die Katholiken nicht.

In der katholischen Kirche IST man automatisch exkommuniziert, sobald man eine "Tatstrafe" begeht - auch dann, wenn dies niemand anderes außer einem selbst mitbekommt.

Die "offizielle" Exkommunikation durch den Bischof ist dann eigentlich nur die Feststellung , dass die betreffende Person sich quasi selbst exkommuniziert hat.

Die Gläubigen würden auch dann Ärger machen, wenn Kirchensteuern an Leute fließen, die sozusagen "sich selbst exkommuniziert" haben.

Wie jetzt schon diverse Male dargestellt ist es kein Sechstel.

Ich rede von sozialen Einrichtungen im Allgemeinen, nicht nur von Kindergärten.

Und da sind es zumindest im Erzbistum Freiburg ziemlich genau 1/6 der Kirchensteuern.

0

Schön mal was vom Zölibat gehört ?

Macht nix.. Wenn du so Interesse daran zeigst dann geh doch mal zu deiner Kirchengemeinde und stelle dort all diese Fragen. Diese werden dir auch als ungläubigen gerne Kostenlos beantwortet. 

Denke das Thema ist so umfangreich das geht nur richtig in einem persönlichen Gespräch. Da hab ich jetzt leider auch keinen Kurztext und ich denke da eröffnen sich mit jeder Antwort neue Fragen. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Sie wird bevorteilt und muß sich nicht an alle Gesetze halten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?