Wieso braucht es die Sunna (im Islam)?

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7 Antworten

Weil im Koran manches, z.B. wie man und wie oft man betet, nicht beschrieben wird, oder in welcher Sprache der Gebetsruf erfolgt usw.

Die Sunna ergänzt den Koran. Warum jetzt es genau die Sunna gibt und warum die Sunna nicht wörtlich im Koran enthalten ist, weiß ich nicht. Aber dann wäre der Koran um einiges dicker. Im Koran steht ja auch sinngemäß: "Und wer dem Gesandten (Muhammed s.a.v.) folgt, folgt mir." Sie steht stets im Einklang mit den Koran und ist auch nicht die wichtigste, sondern nach dem Koran zweitwichtigste Quelle. Wenn es Hadise gibt, die Im Widerspruch zum Koran stehen, so wurden sie entweder im Laufe der Zeit verfälscht (und haben eine unvollständige Überliefererkette) oder sind frei erfundene falsche Hadise.

Gott ist allwissend und man kann die Sunna in gewisser Weise auf Ihn zurückführen, da Muhammed s.a.v. ja als Prophet von Ihm bestimmt wurde. Es gab auch Fälle, bei denen der Prophet von Gott in einigen Versen ermahnt wurde, dass er dieses und jenes nicht so machen soll. Daraus resultiert, dass die Sunna nichts enthält, was Gott nicht gewollt hätte.

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Kommentar von Zicke52
19.05.2016, 07:44

1. Vielleicht wollte Allah den Menschen nicht vorschreiben, wie und wie oft man betet, in welcher Sprache der Gebetsruf erfolgt (in der Sprache des jeweiligen Landes fände ich am vernünftigsten)? Vielleicht wollte er ihnen ein Quäntchen Freiheit lassen?

2. Nein die Sunna steht nicht stets im Einklang mit dem Koran. Der schreibt für Ehebruch Festhalten der Frau im Hause und/oder 100 Peitschenhiebe für Mann und Frau vor. Sunna sieht Steinigung vor.  

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Beim Begriff Sunna handelt es sich um ein altarabisches Wort, das schon in der vorislamischen Zeit (ǧāhilīya) bekannt war. Die Bedeutung wird gemeinhin mit „etablierte Praxis“ oder „Verhaltensweise“ angegeben. Im Koran erscheint das Wort Sunna insgesamt 16 Mal, es wird allerdings erst in der medinischen Periode der Verkündigung verwendet.

Inhaltlich geht es an fast allen Stellen um ein „unveränderliches“ Handlungsmuster Gottes, das immer dann zum Tragen kam, wenn sich die Menschen bestimmter Verfehlungen, vor allem der Nichtanerkennung der vorherigen Propheten, schuldig gemacht haben. Dieses Handlungsmuster wird als die sunnat Allāh („Verfahrensweise Gottes“) oder sunnat al-awwalīn („Verfahrensweise der ersten Generation nach dem Propheten“) bezeichnet.

Das für den späteren Islam grundlegende Konzept einer Handlungsweise des Propheten (sunnat an-nabī) findet sich im Koran noch nicht, bereits im Koran verankert ist jedoch die das islamische Recht prägende Vorstellung der sunna māḍiya, der Sunna, die dadurch Bindekraft besitzt, dass sie schon früher zur Anwendung kam. Das arabische Verb maḍā, von dem das Partizip māḍiya abgeleitet ist, enthält, wie Meïr Bravmann gezeigt hat, beide Bedeutungen, die Vorgängigkeit und die Verbindlichkeit. Die sunnat al-awwalīn, findet sich in Sure 8:38, wo es heißt: wa-qad maḍat sunnat al-awwalīn: „schon in der Vorzeit ist gegen die früheren (Generationen in der bekannten Weise) verfahren worden.“

aus einem Wikipedia Eintrag

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Kommentar von AbuAziz
17.05.2016, 22:41

@ schnah

Als Muslim kann ich dir diese "Weisheiten" aus Wikipedia nicht empfehlen. Keinem Muslim ist es erlaubt in Wikipedia über die Hauptthemen des Islam zu schreiben. Dies wird alles abgeblockt. Warum wohl?

Besser du informierst dich bei Muslimen. Mir würde es als Muslim auch nicht einfallen, mir das Wissen über Juden bei Christen zu erfragen. Wenn dann spreche ich mit Juden direkt.

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Der Koran bezieht sich auf die Kernpunkte. Also Paradies, Hölle, Propheten, eingottglaube etc.. Der Koran ist nicht dafür gedacht eine genaue Anleitung für das Gebet oder das Fasten zu geben, das macht die Sunnah. Der Koran bezieht sich auf die wichtigen Dinge und komprimiert alles. Der Koran weißt aber darauf hin, dass wir der sunnah folgen müssen. 

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Hi. 

Die Sunnah braucht es, weil konservative Gelehrte den Muslimen ein System in ihrem Sinne überstülpen wollen, das jedes selbständige Denken überflüssig macht. 

Das seltsame System der beliebigen Hörensagen-Hadithe regelt alles, von der Fußstellung beim Beten (nicht die Füße heben!) bis zur Hundehaltung im Haus (haram!).

Für alles und jedes wird sich ein obskures Hadith finden lassen.

Und selbstverständlich beanspruchen fundamentalistische Sunniten für sich, die einzigen "richtigen" Muslime zu sein. Somit haben wir hier ein perfektes kreisförmiges, sich selbst nährendes und nur von "Gelehrten" korrekt auslegbares System, das den Koran fast zum Beiwerk macht.

Das ist Sinn der Übung.

Gruß, earnest

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Falls du wirklich an eine "höhere Macht" glaubst, dir jedoch nicht schlüssig bist was oder wer das sein könnte gibt es immernoch die Glaubensrichtung der Agnostiker, genau das macht diese nämlich aus ;)

Beim Islam kann ich dir leider auch nicht weiterhelfen..

Beste Grüsse
Aikura

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Hallo ,
der Koran ist die Wahrheit und von Allah s.w.t , die Sunnah ist das praktische beispiel des Korans .
Der Prophet s.a.w.s hat uns in der Sunnah die Religion erläutert , anhand der Sunnah entnehmen wir wie wir beten , wieviel Zakat wir Zahlen , wie es genau bei der Scheidung abläuft und vieles mehr .
Du wirst in der Sunnah niemals etwas finden das im Wiederspruch zum Koran ist .

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Kommentar von Zicke52
19.05.2016, 13:43

"Du wirst in der Sunna niemals etwas finden, das im Widerspruch zum Koran ist."

Falsch. Strafe für Ehebruch:

Koran: Festhalten der Frau im Haus und/oder 100 Peitschenhiebe für Mann und Frau (ob zweiteres ersteres abrogiert oder beide gültig sind, darüber sind sich die Gelehrten uneinig).

Sunnah: Steinigung.

Klarer Widerspruch. Da haben gewaltgeile Menschen Allahs Gesetze zu mild gefunden und durch ihre eigenen ersetzt.

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