Wieso blasen jetzt die Medien zur Hetzjagd auf die neuen Bundesländer?

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16 Antworten

Hei, tommy40629, ja, es gab Ausländer in der DDR, sogenannte Vertragsarbeiter aus den "Bruderländern"; ich keine einen (Kubaner), der in Suhl, erzählte er mir, am Bau des Atomwerks unter der Leitung von Polen eingeteilt war. Auch andere ausländische und vor allem vietnamesische Vertragsarbeiter gab es; die meisten Ausländer lebten in geschlossenen Wohnsiedlungen, erschienen darüber hinaus kaum in der Öffentlichkeit (außer bei offiziellen Feiern), und es waren prozentual zur Bevölkerung nur wenige.

Insofern lebte die DDR-Bevölkerung in einer geschlossenen Gesellschaft.

Und es war anfangs nach der Wende m.E. geradezu zwangsläufig,  dass nach der sozialistisch linken Kollektivierung der Bevölkerung das Pendel nun nach rechts ausschlug. Aber 25 Jahre später reicht diese Erklärung nicht mehr. Die rechtsextremen Umtriebe in der DDR und die Stärke der AfD drüben zeugen von einem ernstzunehmenden Problem, das man nicht einfach mit dem Schlagwort Hetzjagd anderen in die Schuhe schieben kann, auch nicht den Politikern der heutigen Bundesrepublik, die in der DDR aufgewachsen sind. Grüße!

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Wieso werden jetzt solche Unwahrheiten verbreitet? Es ist eine ganz große Lüge, dass es in der DDR keine Ausländer gab.

Diese Tatsache wird allgemein nicht bestritten. Wahr ist aber auch, dass es bereits in DDR-Zeiten tätliche Uebergriffe auf Studenten bzw. Arbeiter aus sozialistischen Ländern gab. Von der damaligen Führung wurde das natürlich totgeschwiegen.

http://www.mdr.de/home/sendung678304\_ipgctx-true\_zc-6569ce81\_zs-48c98c3d.html

 

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Kommentar von tommy40629
18.05.2017, 18:32

Die Führung hatte sich ja viel von den Nazis abgeschaut.

Nur es hat doch einer von ARD & ZDF die Ansage genau geplant, es kann kein Zufall sein, was die Sprecherin sagte.

Das hätte man anders formulieren müssen, hat man aber nicht.

Und der Grund würde mich interessieren.

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Die Untersuchung wurde nicht von den Medien gemacht, sie wurde vom Beauftragten für die Neuen Ländern in Auftrag gegeben und von einem Forschungsinstitut durchgeführt:

http://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Neue-Laender/studie-rechtsextremismus-in-ostdeutschland.html

Die Medien werden nur ihrem Auftrag gerecht und berichten darüber. Wir sind hier nicht in der DDR oder in Russland wo lediglich der Führung zugejubelt werden durfte.

Auslöser war die starke Häufung rechtsextremer Gewalttaten in Ostdeutschland. 

Das Ergebnis der Studie ist, dass diese Gewalt überwiegend das Problem bestimmter Regionen in Ostdeutschland ist, nicht alle neuen Länder sind gleich betroffen.

Ursache dieser Gewalt liegen durchaus in der Vergangenheit der DDR und ihrem Verhältnis zu Fremden und zur offenen Gesellschaft.

Es kommt aber besonders auf den Umgang mit diesen Problemen in den jeweiligen Regionen an. Und das hat eben die Studie ergeben.

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Kommentar von tommy40629
18.05.2017, 18:51

Ich kann mir nicht so ganz vorstellen, dass es nur ein kleiner Fehler der Redaktion war, dass man sagt, dass es quasi eine geschlossene Gesellschaft war.

Das hätte man anders formulieren müssen.

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Ein paar Gedanken dazu:

Diese Studie im Auftrag der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Frau Iris Gleicke (SPD), wurde unter der Leitung des Göttinger Politologen und Sozialforschers Prof. Franz Walter angefertigt.

Frau Gleicke ist zwar Ossi, aber eine studierte Technikern (Ingenieur für Hochbau), hat also mit Politologie und Sozialwesen von der Ausbildung her gar nichts zu tun (ein vergleichender Verdacht mit der amtierenden Ministerin für Verteidigung drängt sich automatisch auf!).

Sie ist seit 1990 Mitglied der SPD und für diese im Bundestag. Ihre Zuständigkeiten liegen ursprünglich bei den Themen Mittelstand und Tourismus, Fachkräftegewinnung, Bürokratieabbau, Existenzgründung oder Unternehmensnachfolge. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Tätigkeit sei, 

"bei allen Entscheidungen und Maßnahmen der Bundesregierung dafür zu sorgen, dass die spezifischen Interessen der Ostdeutschen angemessen berücksichtigt werden. Ziel bleibt die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Sinne des Grundgesetzes." (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/Visitenkarten/visitenkarte-gleicke.html)

Zu letzt genanntem Ziel bedarf es keines Kommentars, wenn man sich den bisherigen Stand anschaut (wobei das natürlich nicht die alleinige "Schuld" der Frau Gleicke ist, so wie der Rechtstrend in der gesamtdeutschen Bundeswehr nicht die alleinige Schuld der Frau von der Leyen ist).

Allein von diesen Voraussetzungen her darf ihre Kompetenz hinsichtlich sozialer Bewegungen und Entwicklungen im Osten des Landes stark angezweifelt werden.

Prof. Franz Walter ist gebürtiger "Wessi", die Existenzberechtigung seines Lehrstuhls wird seitens der Uni-Leitung Göttingen stark in Frage gestellt. Warum, sagt uns der Präsident der Göttinger Uni:

"..die Göttinger Politologie sei eine nicht entwicklungsfähige ´Schwachstelle´ der Universität und müsse ´ausgemerzt´ werden." (https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Walter_(Politikwissenschaftler)

Meine Schlussfolgerung daraus: mit seiner Kompetenz scheint es insgesamt auch nicht weit her zu sein, um so mehr gilt das Richtung Osten (hier der Hinweis auf das Buch von Klaus Huhn "Die Flachzangen aus dem Westen").

Und nun schätzt ein Beitrag unserer Regionalzeitung hier zu dieser Studie ein:

"Die Wissenschaftler haben nicht flächendeckend gearbeitet, sondern sich auf drei Brennpunkte konzentriert: auf die sächsischen Städte Freiberg und Heidenau...sowie auf den Erfurter Stadtteil Herrenberg." (FP, 19.05.2017)

Dort gab es unzweifelhaft böse und verabscheuungswürdige Vorgänge! Es wurden zwischen Mai und Dezember 2016 dazu aber mal gerade 40 Personen befragt! Wow!  Sachsen und Thüringen haben zusammen ca. 6,3 Mio. Einwohner (Stand 2015)!

Damit ist diese Studie insgesamt alles andere als repräsentativ!

Es wird auch vergessen, dass das rechte Gedankengut, das unzweifelhaft im Osten anzutreffen ist (sich aber im Durchschnitt zum gesamtdeutschen Territorium nicht hervor hebt), aus dem Westen importiert wurde. 

In der Studie wird auch eine im Osten angeblich ausgeprägte "Russlandfreundlichkeit" als Ursache genannt. Vielleicht rührt diese "Freundlichkeit" daher, dass die gesamtdeutschen Sanktionen gegenüber Russland besonders im Osten Arbeitsplätze in Gefahr brachten und bringen?? Ob damit diese "Freundlichkeit" nicht sogar noch gestärkt werden sollte??

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Mit Statistik lässt sich alles beweisen: angebliche Tendenzen und mit den gleichen statistischen Messwerten auch genau deren Gegentendenzen!

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Kommentar von Hegemon
19.05.2017, 11:48

Um Vorgänge einordnen zu können, hilft es oft, sich das Ganze mal mit vertauschten Rollen vorzustellen. Man stelle sich die Reaktionen der Qualitätsmedien vor, wenn ein Hallenser Institut sich angemaßt hätte, anhand von HoGeSa, Pro Köln/ Pro NRW, Die Freiheit, Studienzentrum Weikersheim und solcher Brandanschläge wie in Escheburg, Altena usw. eine Studie über Rechtsextremismus in Westdeutschland zu verfassen.

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ich kenne auch eine Frau, die in der DDR geboren wurde. Ihr Vater war ein afrikanischer Gaststudent oder Gastarbeiter. Von denen gab es damals viele. Ebenso aus Vietnam. Das verleugnet ja auch niemand.

Was allerdings auch immer wieder in den Medien erwähnt wird: der Ausländeranteil in den neuen Bundesländern ist niedriger als in den alten Bundesländern. Trotzdem gibt es mehr rechtsradikale Verbrechen in den neuen Bundesländern.

Und was auch noch dazu kommt: die Anschläge in Rostock Lichtenhagen. Es ist schon 25 Jahre her, aber viele Leute haben immer noch die Bilder im Kopf, als Neonazis ein Ausländerwohnheim mit Molotow-Cocktails angriffen, während viele Zuschauer daneben standen und applaudierten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitungen_in_Rostock-Lichtenhagen

Das war damals ein extremer Image-Schaden für die neuen Bundesländer.

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Kommentar von Hegemon
18.05.2017, 20:33

"Das war damals ein extremer Image-Schaden für die neuen Bundesländer."

Ach so? Dann waren Mölln und Solingen für die alten Bundesländer wohl kein Imageschaden. Dürfte wohl daran liegen, daß das deutlich seltener erwähnt wird.

Wie sonst ist es zu erklären, wenn viele Leute von Lichtenhagen  "immer noch die Bilder im Kopf" haben, nicht aber von Mölln und Solingen?



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Kommentar von Dahika
18.05.2017, 21:21

Es nervt, dass sich die Bewohner der alten DDR ständig als die armen, unverstandenen Opfer darstellen.

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Nur gut, dass jetzt die BRD den Osten hat.

Da ist es doch so günstig die Ursachen der Probleme dahin abzuschieben, die in der ehemaligen Bundesrepublik entstanden, gehegt und gepflegt und durch die heutige Politik schön geredet werden.

Auf DDR-Gebiet gab es keine Kasernen, die die Namen von Kriegsverbrechern trugen.

Das, was Ursula von der Leyen heute macht ist reiner Aktionismus, denn das Problem ist die Politik und nicht die Menschen, die darauf reagieren.

LG Lazarius

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Warum das gemacht wird, ist doch klar. Erstens wird damit der Antifaschismus der DDR diffamiert, der politisch-ideologische und moralische Grundlage der DDR war. Zweitens wird von den nicht genannten sozio-ökonomischen Zusammenhängen der letzten 27 Jahre abgelenkt. Kurz gesagt, die DDR ist dafür verantwortlich und die Bundesrepublik hat damit nichts zu tun.

Mit der Diffamierung der DDR und Bekämpfung all ihrer politisch-moralischen Grundlagen, entstand ein Wertevakuum, das durch die Übernahme des bundesdeutschen Wertesystems nicht ausgefüllt werden konnte. Das konnte deshalb nicht ausgefüllt werden, weil die offensichtliche Diskrepanz zwischen dem bundesdeutschem Schein und der neuen bundesdeutschen Wirklichkeit mit ihren sozialen Abstiegen, Zukunftsängsten und Perspektivlosigkeiten, mit ihrer Scheinheiligkeit, Verlogenheit und dem Zynismus dieser neuen Ordnung nur zu deutlich wurde.

In diese Lücke stießen aus dem Westen kommend rechtsextreme Netzwerker, Organisatoren und Geldgeber und füllten gerade bei den damals jungen Leuten dieses weltanschauliche Wertevakuum. Das fiel ihnen umso leichter, als dass der Hauptfeind links verortet wurde und die neue Ordnung, gerade auch in Sachsen unter König Kurt und jetzt unter Tillich auf dem rechten Auge blind war und ist und sich an der Bekämpfung der politischen Linken abarbeitet.

Um den Einwand gleich vorwegzunehmen, ja, es gab in der DDR auch Ausländerfeindlichkeit, die sich an kleinbürgerlichen Konsumverteilungsärgernissen hochzog und altüberlieferte Ressentiments benutzte. Die DDR war eben eine Übergangsgesellschaft und als solche nicht perfekt. Und in den späten 80ern gab es sogar eine kleine neofaschistische Subkultur unter Jugendlichen, die sich in erster Linie als antikommunistisch und in Opposition zur DDR verstand.

Das waren aber keine gesellschaftlich kennzeichnenden Merkmale. Das wurde durch Bildungs- und Erziehungswesen, Polizei, Justiz und auch MfS bekämpft. Im Vergleich zu dem, was nach  Wende aus o. g. Gründen hochkam, waren diese Erscheinungen marginal.

Rechtsextremes Gedankengut hat also das weltanschauliche Wertevakuum bei vielen ökonomisch Abgehängten, sozial und historisch Abgewerteten und ihrer sozialen Sicherheit Beraubten ausgefüllt. Anstatt nun die sozio-ökonomischen Voraussetzungen zu schaffen, dass die Menschen nicht nur den schönen Schein sehen, sondern auch das schöne Sein erleben, wurde die DDR deindustrialisiert und zum Billiglohnland umgewandelt. Nirgendwo in Deutschland lohnt sich Arbeit weniger und der Druck auf die entstandene Mittelschicht ist hier auch am größten.

Mittlerweile sind 27 Jahre seit der Einverleibung vergangen. Wenn  man zum Zeitpunkt der Wende 13-Jährige nimmt, so wurden diese bereits in  der Bundesrepublik politisch sozialisiert. Mittlerweile ist eine ganze Generation ausschließlich unter bundesdeutschen Verhältnissen herangewachsen. Die heute 40-Jährigen kennen die DDR eigentlich gar nicht mehr, selbst wenn sie dort geboren wurden.

Jetzt braucht man sich nur mal die Alterstruktur der Rechtsextremisten im Osten ansehen, deren politische Sozialisation vor dem Hintergrund der ökonomischen, politischen und weltanschaulichen Abwicklung der DDR ansehen und man bekommt eine Vorstellung von den wahren Gründen dieses Rechtsextremismus im Osten. Dieser Rechtsextrmismus ist ein Produkt der Bundesrepublik und nicht der DDR.

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du kannst aber die tatsache und die statistik über rechtsextreme gewalttaten (z.b. angriffe auf flüchtlingsheime, körperverletzungen von ausländern usw.) nicht aus der welt "reden", nach der diese in den neuen bundesländern überproportional hoch sind.

und nicht jeder sender und jede zeitung bringen dieselben nachrichten. die boulevard-presse (bild) und einige private müll-tv-sender versuchen einfach, durch blöde schwarz-weiß-malerei ihre umsätze zu puschen, egal wieviel wahrheitsgehalt eine nachricht hat.

da sollte man nicht genau so einseitig argumentieren ("die" medien, "alle" medien, "hetzjagd" usw.) und nicht dieselbe wortwahl benutzen wie es eben einige ohne rücksicht auf folgen machen.

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Kommentar von tommy40629
18.05.2017, 18:28

Ja, im Osten gibt es viel Rechtsextremismus, es geht aber einfach darum, dass es in der DDR quasi keine Ausländer gab.

Jeder ehemalige DDR-ler, der zu dieser Zeit gelebt hat wird das sicher bestätigen, ich glaube nicht, dass mich meine Verwandten anlügen.

Es wird eine Lüge verbreitet und der Sinn wird mir nicht klar.

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Weil es Leute gibt, die jedem unegalen Mist bereits als Hetzjagd bezeichnen und sich auf den Schlips getreten fühlen.

Z.B. Du gerade.

Da hat halt einfach mal jemand eine Studie gemacht und was rausbekommen - verallgemeinert, was man niemals für jeden EInzelfall hernehmen kann.

Also, Schwamm drüber und gut ist - und nicht immer jeden unwichtigen Unsinn gleich als Hetzjagd bezeichnen. Immer schön cool bleiben, alles gut, erledigt.

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Weil's ein einfaches Erklärungsmuster ist, das so trefflich von der neoliberalen Politik von CDU und SPD ablenkt.
Ohne die Agenda 2010 und der Austeritätspolitik der CDU gäbe es die AfD nicht.

So ist es eine selbstäuschende Beruhigung zu erklären "im Osten sei Rechtsextremismus verbreiteter als im Westen", weil die DDRler an Diktatur gewöhnt seien.
Schwups hat man eine Erklärung erfunden, die den Einzug der AfD in die Parlamente verklärt, damit man die eigene Politik nicht kritisieren oder gar korrigieren müsste.

Merkel (CDU) sagt dazu nichts, weil ihr die Studie passend kommt, ist schließlich ihre neoliberale Poltik, zusammen mit der ebenso neoliberalen SPD.
Gysi (Die Linke) kann dazu nichts sagen, ist schließlich seine Partei, die es verschlafen hat, sich als rote CSU im Osten zu etablieren.
Die Grünen sind Bestandteil der neoliberalen Cammerllia, Miturheber der Agenda 2010, die FDP ist ohnehin neoliberal bis ins Knochenmark.

Sei's drum, das Haltbarkeitsdatum dieser "Studie" ist bereits mit Veröffentlichung verfallen.
Oder wie man im Westen sagt: "Dummes Gerede hat man schnell, davon jedoch noch lange kein warmes Brötchen auf dem Tisch".

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Der Ausländeranteil war im Vergleich zum Westen sehr gering und betrug unter 1 %. Die vorwiegend ausländischen Vertragsarbeiter lebten isoliert von der übrigen Bevölkerung in Wohnheimen, eine Integration und dauerhafte Immigration von Ausländern war nicht vorgesehen. 

Die DDR war sehr wohl eine homogene, gleichgeschaltete Gesellschaft, von der fremde Einflüsse weitgehend ferngehalten wurden. Dies erklärt die heutige Überforderung ehemaliger DDR-Bürger mit Globalisierung und Zuwanderung und ist die Hauptursache für die dortige Ausländerfeindlichkeit, den Rassismus und die Wahlerfolge der AfD. 

Das sind alles keine neuen Phänomene, bereits direkt nach der Wende in den 90er Jahren zeigten Neonazis in weiten Teilen der ostdeutschen Provinz ihre Präsenz, terrorisierten Ausländer und Andersdenkende und sorgten dafür, dass schon damals weite Landstriche als No-Go-Areas für Menschen mit ausländischer Herkunft galten. 

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Kommentar von holjan
23.05.2017, 10:33

Das ausländische Vertragsarbeiter isoliert lebten stimmt nur bedingt. Ja, eine klassische Integration war nicht vorgesehen - sprich - es gab z.b. keine ausländischen Kinder in den Schulklassen, dennoch bewegten sich die ausländischen Arbeiter nicht nur in den Gebieten in denen sie wohnten, sondern bewegten sich ebenso wie alle anderen auch frei auf der Straße, saßen in Cafés und gingen in der Einkaufsstraße bummeln.

Eine entsprechend klassische Integration war nicht vorgesehen, weil die Menschen eben auch nur temporär im Land waren und nicht in die DDR kamen, um dort ihren Lebensabend zu verbringen.

Das man in der DDR nicht daran gewöhnt war ausländische Mitbürger zu integrieren mag sein, aber inwiefern soll das die immer wieder hervorgehobene Feindseligkeit Ausländern gegenüber begründen?

Meine Generation hat schon im Kindergarten eingetrichtert bekommen, wie wichtig es ist mit allen Menschen der Welt in Frieden zu leben, anderen Kulturen mit Interesse und Neugier zu begegnen etc.

Wir bastelten Girlanden aus Papierkindern, die sich an den Händen hielten...ein asiatisches Kind, ein deutsches Kind, ein afrikanisches Kind, ein russisches Kind, ein indisches Kind etc..

Was du so schreibst, hört sich ja fast so an, als hätten DDR Bürger nach der Wende zum ersten Mal mitbekommen, das es nicht nur Deutsche auf der Welt gibt und wären aufgrund ihrer mangelnden Erfahrung mit Ausländern ihnen gegenüber grundsätzlich feindlich gesonnen.

Blödsinn.

Menschen die Ausländern besonders positiv und jene die ihnen besonders negativ gegenüber stehen, gibt es jeweils überall im Land.

Ich kenne auch genügend Ur-Westdeutsche, die Schaum vor'm Mund bekommen, vom Schimpfen über Ausländer und genügend ehemalige DDR-Bürger, die sich null an Ausländern stören.

Es sind für die meisten Menschen auch weniger die Ausländer selbst, die als Problem gesehen werden, als viel mehr die Politik, die bezüglich dieses Themas so lautstark kritisiert wird.

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Also von einer Hetzjagd zu sprechen ist ein bisschen heftig übertrieben. Zumindest die Medien, die ich heute konsumiert habe, haben keine Hetzjagd veranstaltet, sondern lediglich die Studie zitiert.

Und diese versucht nicht zu werten, sondern den Status Quo zu beschreiben.

Natürlich gab es in der DDR Ausländer. Diese wurden aber als Gäste des Staates bezeichnet. Ergo hatten diese niemals den Status von "normalen" Einwohnern. Einwohner konnte nur sein, wer in der DDR geboren war. Alle anderen waren Gäste. Demnach war die DDR eine geschlossene Gesellschaft, da man in diese Gesellschaft nicht reinkommen konnte.

Nichts anderes wird in der Studie gesagt. Du solltest diese Studie erstmal lesen, bevor du dieser unterstellst, Unwahrheiten zu verbreiten.

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Sowohl die Studie als auch die Moderatorin in der Ansage benennen es eigentlich klar und deutlich:

Rechtsextremismus ist nicht ausschließlich ein Ost-West-Problem sondern vor allem ein Problem in strukturschwachen Regionen.

Das hindert sogenannte Qualitätsmedien und deren Leser freilich nicht daran, mal wieder mit den Fingern auf die Ostdeutschen zu zeigen und so zu tun, als ob Rechtsextremismus nicht auch in den alten Bundesländern ein großes Problem wäre. Dieses Gebaren war bereits in der Vergangenheit zur Genüge zu beobachten. Angriffe auf Flüchtlingeheime in Ostdeutschland wurden in den Leitmedien hoch- und runtergejodelt, während gleichartige Angriffe im Westen gerade mal in der Lokalpresse auftauchten. Das habe ich mehrfach beobachtet.

Die Intention ist klar: teile und herrsche.

Die Ostdeutschen in möglichst ungünstigem Licht erscheinen zu lassen, ist ein Gebaren, das insbesondere seit 1990 zu beobachten ist. Dazu zwei lesenswerte Artikel:

http://www.achgut.com/artikel/duenkel\_und\_hochmoral\_journalismus\_ueber\_ostdeutschland

http://www.volksstimme.de/nachrichten/deutschland\_und\_welt/meinung\_und\_debatte/988523\_Der-Ossi-als-Problembaer-der-Nation.html

Diese Unart knüpft an die Propaganda aus den Zeiten des Kalten Krieges an, womit dann auch klar ist, was von der unbelegten Behauptung bezüglich der "geschlossenen Gesellschaft" zu halten ist.

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Kommentar von Hegemon
18.05.2017, 19:13

Der Rechtsextremismus im Osten hat seine Kunjunktür übrigens seit nach der Wende. Vorher war man Willens und in der Lage, dagegen effektiv vorzugehen. Das in der Bundesrepublik jetzt offensichtlich nicht mehr der Fall.

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Kommentar von Dahika
18.05.2017, 21:17

vorher wurde er drüben unterdrückt.

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Wieder einmal eine in den Formulierungen maßlos überzogene Suggestivfrage.

Ich kann in dem Bericht nichts Verwerfliches finden. Der Sachverhalt wird hier trotz aller Kürze recht differenziert dargestellt.

Im Bericht selbst wird ausdrücklich festgestellt: "DEN ostdeutschen Rechtsextremismus gibt es nicht"  - und es wird vor Pauschalurteilen ausdrücklich gewarnt.

Die Teile hast du offenbar - aus welchen Gründen auch immer - nicht mitbekommen oder ausgeblendet.

Ich wiederhole: Du stelltst eine in den Formulierungen maßlos überzogene Suggestivfrage.

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Kommentar von earnest
18.05.2017, 19:19

-upps: stellst

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Deine Frage ist infam und eine einzige Unwahrheit.

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Kommentar von tommy40629
18.05.2017, 18:30

Also kommst Du aus der DDR und Du kannst bestätigen, dass in der DDR ausschließlich DDR-Bürger gewohnt haben?

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Im Osten ist man tatsächlich Ausländerfeindlicher, zumindest fühlt es sich so an.

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Kommentar von tommy40629
18.05.2017, 18:57

Es geht nur um die Aussage, die DDR sei eine quasi geschlossene Gesellschaft gewesen.

Alleine die UDSSR hatte zisch Soldaten in der DDR.

Und die waren sicher nicht unsichtbar.

Die Formulierung ist einfach nicht ok.

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