Wieso beten bzw. Glauben Menschen an Gott oder Götter?

25 Antworten

Bei mir geht das, was ich mir von meinem ehem. kindlichen Glauben noch bewahrt habe, weit in Richtung Deismus. Ich kann mir Gott als eine Art Ursprung des Ganzen vorstellen, gehe aber nicht davon aus, dass Gott die Erde oder gar den Menschen erschaffen hat.

Hervorgebracht hat uns das Weltall. Auch diese Vorstellung ist phantastisch. Es würde uns auf der Erde vermutlich nicht geben, wenn nicht vor einigen Milliarden Jahren ein Supernovae in unserer kosmischen Nachbarschaft implodiert wäre und dadurch die Elemente, die wir heute auf der Erde finden, und die für die Entstehung des Lebens notwendig sind, entstanden wären.

Ähnliche Dinge geschehen ständig auch an anderen Orten im Weltall und wir können sie messen und beobachten. Leben entsteht durch Abiogenese und entwickelt sich durch die Evolution. Ich denke nicht, dass dafür Gott notwendig ist.

Gott sehe ich eher sehr sehr fern. Ich finde allerdings den Gedanken tröstlich, dass er vielleicht nach dem Tod eine Bedeutung hat. Da steckt natürlich auch etwas Wunschdenken hinter.

Religiösen Fundamentalismus, wie er in der heutigen Zeit insbesondere noch im Islam zu finden ist, lehne ich ab .

Ich bin fest davon überzeugt, dass es einen Gott gibt, der uns erschaffen hat und kann nur beschreiben, warum ich persönlich an den Gott glaube, der sich uns m. E. in der Bibel offenbart und davon überzeugt bin, dass die die Bibel das ist, was sie von sich selbst behauptet, zu sein: Gottes wahres Wort und Offenbarung für die Menschen (vgl. 2. Timotheus 3,16; 2. Petrus 1,21).

Für mich gibt es für die Wahrheit dieser Aussage viele Gründe, z. B. ihre Argumentation, ihre Logik und ihr Aufbau, die Einzigartigkeite ihrer Entstehung und Überlieferung, der Bereich "erfüllte Prophetie" usw.

Einige Gründe dafür werden z. B. hier aufgeführt: http://gottesbotschaft.de/?pg=3048

Wenn die Bibel recht hat...
- gibt es einen Gott
- hat unser
Leben einen wirklichen Sinn und eine Zukunft, die über das irdische
Leben hinaus in eine wundervolle ewige Existenz reich
- kennt und liebt dieser Gott jeden einzelnen und nimmt Anteil an unserem Leben
- trennt uns Sünde (unser Egoismus und seine Folgen) von Gott
- bleibt diese Trennung auch über den Tod hinaus bestehen, wenn wir nie bewusst auf die Seite Gottes treten
- gibt es weder eine Wiederverkörperung (Reinkarnation) noch Höherentwicklung noch Selbsterlösung
- sind Himmel und Hölle Realitäten
- gibt es nur einen Weg, mit Gott versöhnt zu werden
- können wir über unsere Zugehörigkeit zu Gott eine klare persönliche Gewissheit erlangen

Götter dienen verschiedenen Zwecken. 

Sie übernehmen die Elternrolle, wenn man erwachsen ist. es ist immer jemand da, der auf einen aufpasst, alles zum Guten wendet und einem sagt, was man zu tun hat. 
Dass sie nicht existieren, ist dabei egal. Wichtig ist, dass es den Gläubigen so vorkommt. 

Sie geben Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.
Es ist zwar nur falsche Hoffnung, aber anscheinend so verlockend, dass viele daran glauben wollen, tatsächlich glauben es aber die Wenigsten, sonst würden sie sich auf ihren Tod freuen.

Sie geben den Gläubigen die Illusion von Gerechtigkeit. Wenn sie jemand ungerecht behandelt, ihren Gott beleidigt oder sich nicht wie der Gläubige in Selbstkasteiung übt, dann kann sich der Gläubige sicher sein, dass nach dem Tod die Quittung dafür kommt. Die Bösen werden bestraft und seine Mühen und Entbehrungen zahlen sich aus. Gott wird schon dafür sorgen
Da nach dem Tod aller Wahrscheinlichkeit nach nichts kommt, ist auch das eine Illusion.

Sie geben Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Woher kommen wir? Warum sind wir hier? Was kommt danach? Was soll ich mit meinem Leben anfangen? usw...
Es sind zwar nur Scheinantworten, aber den Gläubigen reicht das.

Für die unter den Gläubigen, die nicht zwischen richtig und falsch unterschieden können, gibt es eine Regelwerk, an das es sich zu halten gilt.
Unter diesen regeln sind viele, die wir heute ablehnen, zum Beispiel die Vorschriften, wer wofür zu steinigen ist, oder wie man mit seinen Sklaven umgehen soll.
Die ganzen Regeln und Vorschriften sind zwar von Menschen gemacht, aber Gläubige sind sich sicher, dass es von ihrem Gott kommt. Die Regeln die nicht in die heutige Zeit passen, kann ein Gläubiger gekonnt ignorieren.

Götter geben Trost. Auch wenn man ganz alleine ist, man kann mit seinem Gott reden und ihm seine Sorgen erzählen. Das sind zwar Selbstgespräche aber es funktioniert ähnlich wie Autosuggestion

Wenn man irgendwas ganz dringend braucht, kann man zu Göttern beten und hoffen, dass der Wunsch in Erfüllung geht. Man könnte auch die Kloschüssel darum bitten, es hätte den gleichen Effekt. Wichtig ist aber die falsche Hoffnung, die so ein Gebet bringt. Die Hoffnung, dass sich alles irgendwie zum Guten wendet. Tut es das nicht, gehört alles zu Gottes Plan. Was auch passiert, man wird in seinem Glauben bestärkt, das nennt man auch Selbstimmunisierung. 

Das einzige reale, was der Glaube bieten kann, ist eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Die findet man aber auch außerhalb von Religionen, dafür ist der Glaube an Zauberwesen nicht erforderlich.

Götter übernehmen für die Erwachsenen also die Rolle, die die Eltern früher hatten, als sie einem Kleinkind noch sehr mächtig und besonders klug vorkamen, so als ob sie alles könnten.
Dafür müssen die Götter nicht existieren, es reicht der feste Glaube an sie und schon erkennt man sie überall und wird noch mehr von ihnen überzeugt, einfach weil man alles im Sinne des eigenen Glaubens interpretiert und andere Möglichkeiten ausschließt.

Von dieser Vorstellung können sich nicht alle lösen, wenn sie erwachsen werden. Das liegt daran, dass immer noch viele Kinder indoktriniert werden. Die glauben auch als Erwachsene wirklich daran, ignorieren die Widersprüche und Paradoxa, weil sie nach einer erfolgreichen Indoktrinierung einfach nicht in der Lage sind, ihren Glauben zu hinterfragen. Das macht eine erfolgreiche Indoktrinierung aus.

Nicht zu glauben ist schwerer. Man muss über Moral nachdenken, mit offenen Fragen und dem unausweichlichen Ende klar kommen, damit leben, dass es eben keinen Anspruch auf Gerechtigkeit oder ein happy End gibt und vieles mehr. Mir ist aber die hässliche Wahrheit lieber, als ein Bündel noch so schöner Lügen.

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