Wieso beschäftigen wir uns so oft mit Dingen, die wir nicht ändern können und...?

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14 Antworten

Ich vermute mal, dass sind Erziehungsschäden. Zuwenig Freiheit um Erfolgserlebnisse zu erfahren und allgemein zuwenig Zuwendung, aber beim Jammern wenigstens ein bischen davon.

So lernt man das Jammern, und wenn man sich um Erreichbares kümmern würde, hätte man bald zuwenig Grund zum Jammern.

Wenn jemand jammert, versuche ja nicht, eine Lösung anzubieten. Dann kannst du mit großer Aggressivität rechnen, denn du hast ihn missverstanden. Sie wollen keine Lösung, sondern eine Bestätigung, dass sie in einer schlechten Welt leben, an der sie nichts ändern können.

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Kommentar von xMirage95
30.09.2016, 22:32

Mit der Erziehung sprichst du echt einen guten Punkt an. Ich habe auch oft den Eindruck, dass Leute die konsequent jammern gar keine Lösung haben wollen. Sondern einfach nur Zuwendung, Aufmerksamkeit und Bestätigung. 

Eigentlich müsste man das in der Erziehung umdrehen. Sobald das Kind jammert oder weint keine Aufmerksamkeit schenken, und wenn es Ideen hat, Dinge tun will oder Sachen ausprobiert hat sich dem Kind zuwenden. Pauschal gesagt. :D

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Dinge, die wir ändern können, sind für uns weniger bedeutsam, weil wir davon ausgehen, daß wir jederzeit eine Änderung vornehmen können.

Bei Dingen, die nicht unserem Einfluß unterliegen, ist das völlig anders. Wir können es absolut nicht brauchen, tatsächlichen oder vermeintlichen Risiken ausgesetzt zu sein, ohne ein Gegenmittel zu kennen.

Das führt vollautomatisch dazu, daß wir ständig (meist sogar unbewußt) damit beschäftigt sind, zu suchen und zu suchen, um vielleicht doch noch zu einer Lösung zu kommen, selbst wenn sich unser Denken dabei komplett verirrt.

In speziellen Fällen, besonders auch bei Kindern, läßt sich so etwas gut beobachten. Wenn da ein Problem auftritt (das Kind will unbedingt etwas, aber die Gegebenheiten lassen es nicht zu), dann wird zuerst der Reihe nach jedwede zur Problemlösung bekannte Strategie ausprobiert.

Wenn das alles nichts gebracht hat, dann folgen häufig auch zunehmend unsinnigere Verhaltensweisen (als, Test, ob so etwas als Strategie brauchbar wäre). Das kann sinnloses Herumnnen sein, aber auch Trampeln mit den Füßen oder einen Gegenstand werfen usw.

Erwachsene haben ihre Emotionen meistens besser unter Kontrolle und fangen dann eben das Nachdenken an. Wenn alle logischen Überlegungen verbraucht sind, dann folgen auch dort die weniger logischen. Die Politik selbst ist ein Paradebeispiel dafür, gegenwärtig unlösbaren Problemen auch mit paradoxen Entscheidungen zu begegnen.

Weitere offensichtliche Versuche, Unlösbares doch noch zu lösen, die aber meistens sehr geschickt mit Pseudoargumenten umgarnt werden, sind die Bereiche des Aberglaubens, die auch bizarreste Formen annehmen können und häufig sogar des Gegenteil des Erhofften bewirken (z. B., wenn eine unheilbare Krankheit das Problem ist).

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Kommentar von safur
01.10.2016, 21:54

Schöne Antwort! :-)

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Hallo xMirage95!

Es gibt da so ein Gelassenheitsgebet:

"Gott gib mir die Kraft, Dinge zu ändern die ich ändern kann.

Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.

Und die Weisheit das eine, von dem anderen zu unterscheiden"!

Wir Menschen haben manchmal Schwierigkeiten, zu Unterscheiden, auf was wir Einfluss haben, und auf was nicht. Es ist manchmal schwer zu erkennen, was wirklich wichtig ist.

Aber es ist ein Lernprozess. Man lernt es mit der Zeit, und mit der Lebenserfahrung. Diesen Lernprozess nennt man Leben.

Aber natürlich wird nicht jeder diesen "Lernprozess mit Weisheit abschließen. Aber auf der "Reise" des Lebens, ist vielleicht auch nicht das Ziel, Weisheit zu erlangen das Wichtige. Sondern der Weg dahin.

Kann man ja mal drüber nachdenken......

LG :-)

P.S.: Das Gelassenheitsgebet scheint ja sehr bekannt und beliebt zu sein. ;-)

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Kommentar von MatthiasHerz
01.10.2016, 21:58

„Weise ist nicht, wer viele Erfahrungen macht, sondern wer aus wenigen lernt, viele nicht machen zu müssen.” - Karlheinz Deschner, dt. Schriftsteller

(:

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Wir dürfen uns ja alle so gehen lassen und haben viel Zeit uns mit diesen -eben unsinnigen - Dingen zu beschäftigen.. Vllt etwas zu verwöhnt, im Gegensatz zu früher - nicht ausgelastet.
Und eine Depression oder ähnliches wird auch ratzfatz festgestellt womit du wieder krank geschrieben und noch mehr Zeit für unnötige Gedanken hast.

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Kommentar von MatthiasHerz
01.10.2016, 21:54

Dann hast Zeit, darüber nachzudenken, welche Gedanken unnötig sind und welche nicht.

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Wenn Gefühle im Spiel sind, dann geschieht es meist zur eigenen Verarbeitung der Situation.
Wenn ich böse denken würde, dann könnte ich auch sagen, da weiß ich wovon ich rede und muss mich nicht mit Dingen beschäftigen, wie z.B. was will ich in meinem Leben erreichen, was müsste ich tun, damit ...

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Vielleicht einfach nur, weil das eine vom anderen gar so schwer zu unterscheiden ist!  ;-)))

 Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,
 die ich nicht ändern kann,

 den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

 und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Oder einfach auch, weil wir daran glauben, nichts tun zu können, unserem Schicksal hilflos ausgeliefert zu sein.
Wir glauben oder wissen nicht, entsprechende Kräfte und Fähigkeiten zu haben  -  also Unwissenheit.

Womöglich sind wir darin schlecht aufgeklärt  ;-)))

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Kommentar von xMirage95
30.09.2016, 17:26

Ich glaube damit liegst du gar nicht so falsch, das könnte echt gut sein!

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Vielleicht, um Möglichkeiten zu finden, Dinge ändern zu können, die man bisher nicht ändern kann?

Man nennt das Forschung.

Allerdings hast dahingehend Recht, dass es viele Menschen gibt, die sich mit zu vielen Dingen beschäftigen, die ihnen nichts bringen. Das sind genau diejenigen, die sich beschweren, keine Zeit zu haben.

Der Grund mag sein, dass viele Erwachsenen verlernt haben zu lernen und stattdessen einfach vor sich hin leben nach dem Motto :„Schulzeit vorbei. Ausbildung vorbei. Ausgelernt.”

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Kommentar von xMirage95
30.09.2016, 17:31

Sachen, die man mit Forschung erreichen kann meine ich damit nicht. Ich meine damit die, die faktisch unmöglich sind (aufgrund von Naturgesetzen, der Lebenslage oder Ähnliches).

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Kommentar von MatthiasHerz
30.09.2016, 17:45

Vor noch nicht all zu langer Zeit war es unmöglich, die Erde zu verlassen und in den Weltraum aufzubrechen. Trotzdem dachten Menschen darüber nach und schließlich gelang es.

Bis vor wenigen Jahren war es unmöglich, dass Homosexuelle heiraten. Trotzdem dachten viele darüber nach und inzwischen ist es möglich.

Es ist noch nicht lange her, da hatten Frauen in Deutschland kaum Rechte und es schien unmöglich, dass sie weitere erhalten könnten. Trotzdem dachten sie darüber nach und es änderte sich radikal.

Bis vor Kurzem war es unmöglich, dass etwas an zwei Orten nahezu gleichzeitig ist. Trotzdem dachten Menschen darüber nach und fanden etwas.

Wie Du siehst, ist „unmöglich” nicht in Stein gemeißelt und selbst Naturgesetze überwindbar, wenn es nur genug Menschen gibt, die darüber effektiv nachzudenken in der Lage sind.

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Kommentar von MatthiasHerz
01.10.2016, 21:52

Die von Dir genannten Beispiele unterliegen alle einer gewissen negativen Einstellung.

Eine Kollegin ist nur nervig, wenn ich für mich zulasse, dass ich ihr Verhalten als nervig betrachte.

Sollte es beim geplanten Picknick regnen, muss ich keineswegs den Regen aufhalten, sondern stelle mich darauf ein oder disponiere um.

Hatte ich gestern einen schlechten Tag, dann ist das so. Ich hege keinerlei Ambitionen, den weiter mit mir herumzutragen, sondern konzentriere mich auf das Jetzt und mache es das nächste mal besser.

Wir haben immer ein gewisses Maß an Einfluss. Die Frage ist nur, ob Dir Deine Ziele von vornherein nicht zu hoch steckst, so dass sie nie erreichen wirst. In dem Falle ist Dein Einfluss natürlich sehr beschränkt oder gar faktisch unmöglich (sic!).

Aber auch kleine Schritte und manch Umweg führen zum selben Ziel.

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Auch ich konzentriere mich hin und wieder auf Dinge, die ich nicht ändern kann. Warum:
Ich kann sie zwar nicht ändern, aber meine Einstellung dazu kann ich ändern. Beispiel Wetter:
Früher habe ich mich auch häufiger über das Regenwetter geärgert, ging bei Regen nur raus, wenn es unbedingt sein musste. Nun habe ich meine Einstellung dazu geändert und gehe mittlerweile gerne bei Regen spazieren.

Wir können viele Dinge nicht ändern, aber wir können unsere  Einstellung zu den Dingen ändern.
Eine der wenigen Freiheiten, die uns noch geblieben sind.

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Hey! Weil es mit Emotionen zu tun hat und bei emotionalen Angelegenheiten entscheiden wir häufig anders :)

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Weil die Menschen faul sind. Die Menschen regen sicher gerne auf, über unänderbare Dinge, weil Sie dann das Gefühl haben etwas getan zu haben.

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Weil wir wiss- , und lernbegierig sind , und es auch bleiben sollten !

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bei vielen Menschen fehlt der Kampfgeist und der eiserne Wille" Berge zu versetzen."

Man schafft alles nur muss man es wollen!

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Kommentar von xMirage95
30.09.2016, 17:24

Und deswegen beschäftigt man sich dann mit Dingen, an denen man nichts ändern kann? 

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Weil die Menschen faul sind und lieber jammern als die Sache in die Hand zu nehmen.

Allerdings finde ich Menschen die sagen, dass man nichts ändern kann genau so nervig.

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Kommentar von xMirage95
30.09.2016, 17:23

Wieso findest du das nervig? Meinst du wenn der Satz immer fällt? Weil manche Dinge liegen ja nun mal außerhalb dem, was wir beeinflussen können.

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Ich halte es da mit Reinhold Niebuhr (amerikanischer Theologe, Philosoph und Politikwissenschaftler), der schrieb schon vor Jahren:

Gott, gib mir die Gelassenheit,

Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

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Originaltext: God, grant me the serenity to accept the things I cannot change,

Courage to change the things I can,

And wisdom to know the difference.

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