Wieso bekommt man Urlaubsgeld erst nach einem Jahr?

5 Antworten

Wenn auf Dein Arbeitsverhältnis der entsprechende Tarifvertrag angewendet wird, dann muss Dein Arbeitgeber Dir diesen Tarifvertrag zwingend zugänglich machen (nach dem Tarifvertragsgesetz TVG durch Auslegen an geeigneter Stelle).

In der Tat ist es so, dass nach diesem Tarifvertrag (z.B. Manteltarifvertrag für Rheinland-Pfalz) Urlaubs- und Weihnachtsgeld in der Höhe gestaffelt an die Dauer der Betriebszugehörigkeit gekoppelt sind (Urlaubsgeld: z.B. im 2. und 3. Jahr 230 €, im 4. - 6. Jahr 250 € usw.; Weihnachtsgeld: z.B. im 2. - 5. Jahr 50 %, im 6. - 10. Jahr 60 % usw.); Du findest diesen Tarifvertrag übrigens hier: http://www.dehoga-rlp.de/cms/iwebs/default.aspx?mmid=10270&smid=35269

Nun fragst Du: "Hat der Personaler recht? Wenn ja, und wieso bekommen die alle anderen urlaubs und weihngeld, gerechtigkeit?".

Wenn Du damit sagen willst, dass andere Arbeitnehmer des Betriebs Urlaubs- und Weihnachtsgeld in anderer Höhe, unabhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit und vom Tarifvertrag erhalten würden, dann hättest Du allerdings Anspruch auf eben die gleichen Leistungen, weil der Arbeitgeber einzelne Arbeitnehmer nicht (oder nur sachlich begründet) ausnehmen darf.

Ansonsten ist die es tatsächlich so, dass Dir nach den Bestimmungen z.B. des von mir genannten Tarifvertrags Urlaubs- und Weihnachtsgeld erstmals im 2. Jahr der Betriebszugehörigkeit zustehen.

Ungewöhnlich ist es nicht das der Bezug von Weihnachts/Urlaubsgeld an die Betriebszugehörigkeit gekoppelt ist.

Oft ist es jedoch so das es für die Einsteiger reduzierte Zahlungen gibt. Warum dem Einsteiger die Prämie für ein ganzes Jahr zahlen wenn er erst fünf Monate dabei ist?....

Wenn du dich auf den Vertrag einlässt dann ist das so. Wenn in dem Betrieb vorgesehen ist dass man erst nach so und sovielen Jahren Betriebszugehörigkeit einen Anspruch darauf hat dann ist das so und du hast Pech gehabt.

Unabhängig von der konkreten Frage:

Argumente wie "dann ist das so", z.B. in Deiner Formulierung "Wenn du dich auf den Vertrag einlässt dann ist das so.", gehören zu den am wenigsten tauglichen!!

Es kommt nämlich nicht alleine darauf an, ob man sich "auf den Vertrag einlässt" oder ob das "in dem Betrieb vorgesehen ist", sondern in erster Linie darauf, ob eine vertragliche Vereinbarung oder eine bestimmte Praxis im Betrieb auch rechtlich haltbar sind - da könnte ein Arbeitnehmer einen Vertrag zehnmal unterschreiben: wenn eine Klausel rechtswidrig ist, ist sie unwirksam!

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