Wieso bekommt man heutzutage keine Zinsen bei der Bank?

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4 Antworten

Der Zins ist der "Preis" für Geld. Wie für alle Preise gilt auch hier, Angebot und Nachfrage regeln den Preis.

Das Angebot ist ja gerade aberwitzig hoch, weil jeder spart ( Du ja auch, sonst wäre es dir ja egal, dass man keine Zinsen für das Ersparte bekommt ). Die Welt hat nur noch ein Lebensziel : Die unendliche Hortung von Geld.

Die Nachfrage bricht dagegen immer weiter weg. Staaten machen lieber Haushaltüberschüsse als Schulden, und Unternehmen brauchen auch kein Geld mehr, weil sie vieles aus den Gewinnen finanzieren können und die Erfindungen von heute viel billiger sind, als die Erfindungen von früher. ( Ein Einsenbahnnetz verschlingt ein vielfaches des Kapitals eines Internet-Startups ).

 

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Kommentar von bitbuerster
07.02.2017, 20:08

Staaten machen lieber Haushaltüberschüsse als Schulden

Das Gegenteil stimmt: Die Verschuldung der Staaten nimmt immer weiter zu -im Schnitt mit 9% pro Jahr. Da der durchschnittliche Produktivitätszuwachs dagegen nur mit ca. 1% pro Jahr wächst, ist es vollkommen klar, dass die neuen Schulden nur noch gemacht werden, um die Zinsen (nicht etwa: die Schulden selbst) zahlen zu können.

Die Zinssenkung der EZB und anderer Notenbanken hatte/hat nur den Zweck, die Zinslast der Staaten so weit herabzusenken, dass sie nicht kollabieren: Bei 0% Zinsen kannst Du als Staat beliebig viele Schulden machen, weil 0% Zins von X Euro Schulden nun mal immer 0 Euro sind, egal wie gross Deine Schuldenlast X auch immer ist.

Ansonsten hast Du Recht: Eigentlich (!) sollte der Zins der Preis für das Geld sein. Genauer gesagt, die Entschädigung des Kreditgebers, dass er a) eine Zeit lang auf sein Geld verzichtet statt es sofort selbst auszugeben und b) dass er das Risiko eingeht, dass der Kreditnehmer das Geld nicht zurückzahlt.

Eine Bank handelt mit Geld ähnlich wie ein Gemüsehändler mit Gemüse: beide leben von der Differenz zwischen dem Ankaufspreis und dem Verkaufspreis ihrer Ware.

Der einzige (wesentliche..) Unterschied: Der Gemüsehändler verkauft einen Sack Kartoffeln genau einmal. Ein Banker verkauft dagegen den Sack Geld, den er tatsächlich im Tresor hat, ca. 40x -das nennen die einen "fractional reserve banking", die anderen nennen es legalisierten Betrug.. ;-)

Jedenfalls: Da die Banken dank der seitens Notenbanken manipulierten Zinssätzen ihre Kreditzinsen senken mussten, haben sie auch ihre Guthabenzinsen ebenfalls gesenkt.

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Weil die Europaeische Zentralbank den Leitzins sogar in den Minusbereich gedrückt hat.

Offiziell soll das eine Deflation verhindern und die Wirtschaft fördern - ganz maßgeblich dürfte allerdings die Überlegung sein, durch niedrige Zinsen die überschuldeten Staaten Südeuropas laenger vom Staatsbankrott abzuhalten.

Dieser Leitzins beeinflusst, zu welchen Konditionen Banken ihre Gelder aufnehmen und anlegen können und wirkt so bis zu den Kundenkonten durch.

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Weil sich die Bank derzeit ihr benötigtes Geld woanders billiger besorgen kann, nämlich bei der Zentralbank EZB. Deswegen lohnt es sich für die Bank nicht, Zinsen für geliehenes Geld an Privatleute zu bezahlen. Also wird das nicht gemacht.


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Der Zinssatz ist derzeit absolut im Keller.
Hat den Vorteil das man wenig Zinsen zahlt wenn man einen Kredit aufnimmt.
Man bekommt aber auch kaum Zinsen auf Erspartes.

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