Wieso bekommt man beim Nachkochen von Lieblingsgerichten, die meine Großmutter gekocht hat, nie den Geschmack so hin, wie man ihn in Erinnerung hat?

17 Antworten

Hallo,

im Prinzip sind fast alle möglichen Gründe in den Antworten genannt worden.

Deine Erinnerung an den Geschmack des Essens von Oma ist ein individuelles Produkt von sensorischen Erfahrungen und Lernprozessen, die sich in Deinem Gehirn abspielen bzw. abgespielt haben.

Du hast alles, was zum Geschmack gehört, in einer für Dich vertrauten, entspannten Umgebung erlebt und sicher war auch schon immer eine gewisse Vorfreude bei Dir da, wenn Deine Oma gekocht hat. Du warst auf eine andere Art und Weise aufnahmebereit und hast damals Geruch und Geschmack sensorisch möglicherweise anders aufgenommen, als es heute der Fall ist.

Letztendlich ist es ein Lernprozess, der sich bei Dir abgespielt hat und nun so im Gehirn verankert ist.

Ein gutes Beispiel, um dies zu verdeutlichen, ist der Essensgenuss im Urlaub, den wir in entspannter Amosphäre meist völlig anders wahrnehmen, als es z.B. zuhause der Fall ist. Derselbe Wein, im Urlaub im Restaurant getrunken, schmeckt anders, als später zuhause. Das ist auch belegt... ;-)

Ein Rezeptbuch kann deine Wahrnehmung von sensorischen Einflüssen und dem Abgleich mit dem von Dir Gelernten nicht ersetzen, da es ja reine Theorie ist.

Natürlich spielen auch Techniken eine Rolle, die Deine Oma, ohne groß nachzudenken, drauf hatte und die für sie selbstverständlich waren.

Ein großer Unterschied ist für mich auch das Kochen auf Elektro und Gas. Bei Gas kann ich die Temperaturführung sehr fein regulieren, was oft eine große Rolle spielt. Auf Elektro gelingen mir auch heute manchmal Dinge nicht so perfekt, wie auf Gas.

Ein praktisches Beispiel. Bei Elektro passiert es manchmal, dass ungewollt die Temperatur viel zu hoch ansteigt. Dadurch geschehen dann aber auch starke Veränderungen am Gewürzkompound, da jedes Gewürz einen individuellen Punkt hat, an dem es "schlapp" macht. Gilt auch für Gemüse etc..

Das Wasser spielt eine sogar bedeutende Rolle, was vielen Menschen überhaupt nicht klar ist. Es gibt z.B. hartes und weiches Wasser, das eine schmeckt nach Kalk und das andere ist viel angenehmer und neutraler. Wenn ein Wasser einen Film auf der Oberfläche hat (sieht man sehr gut beim Tee), ist es aus meiner Sicht zum Kochen weniger geeignet. Alles schmeckt anders.

Ich persönlich glaube, wenn Du versuchst, alles mit Deinen Erinnerungen zu vergleichen, wenn du selber kochst, dass dann Deine Wahrnehmung nicht diesselbe ist, wie es früher bei Deiner Oma war.

Lass mal andere für Dich kochen oder lade Verwandte ein, die ebenfalls Omas Küche gekannt haben.

LG Jürgen

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ganz so einfach mit dem harten und weichen Wasser würde ich das nicht sehen! Ich komme aus einem Gebiet mit hohem Kalkgehalt im Wasser, und für mich schmeckt das "weiche" Wasser fad und abgestanden, während ich diesen leicht säuerlichen, mineralischen Geschmack des kalkhaltigen Leitungswassers bei mir liebe. Also, es ist eher eine Sache der Gewohnheit, als eine Sache des "Gutes Wasser" und "Schlechtes Wasser".

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Das könnte auch daran liegen, dass es nicht von der lieben Oma gekocht wurde. Weißt du, Omas Liebe und Omas Hingebung könnte gefehlt haben, als du das selbst nachgekocht hast. :)

Ich hab öfters versucht, Omas einfache leckere Kartoffelsuppe nachzukochen und es hat nie geschmeckt, wie bei Oma. - Bei mir lag es nicht am Herd, sondern an den Hilfsmitteln: Oma hat das weich gekochte Gemüse durch die "Flotte Lotte" gedreht und ich hatte versucht, die Suppe "feiner" zu machen, mit dem Pürierstab und ich hatte ein viel zu großes Stück Suppenfleisch verwendet. - Als ich das Gemüse einfach nur mit dem Stampfer zerquetschte, hat die Kartoffelsuppe plötzlich so geschmeckt wie bei Oma.

Deine Großmutter hat sicherlich nicht nach Rezept gekocht, sondern nach Gefühl. Das kann man in einem Rezept einfach nicht hinreichend festhalten. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten... ein bisschen mehr oder weniger Salz, etwas mehr hiervon, etwas weniger davon. Ein Rezept ist nur ein Anhaltspunkt. Den richtigen Dreh muss man schon selber rausfinden.

Also einfach mal rum probieren... aber merk dir genau, was du gemacht hast, damit du es wieder so machen kannst, falls du es zufällig doch mal genau hin bekommst wie deine Großmutter.

Vermutlich wirst du es aber nicht wirklich so hin bekommen.

Die " Prise " ist z.B. eine Wundereinheit der Omas und Starköche !

Gerührt wird immer nur in eine Richtung bei den Soßen !

Der " Ansatz " am Topfboden - richtig eingearbeitet = das Ergebnis !

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Hühnerbrust verdorben oder nicht?

Hallo, ich hab heute mal wieder gekocht, aber schon beim Auspacken von dem Fleisch ist mir ein unangenehmer fischiger oder fauliger Geruch aufgefallen. Ich spülte die Hühnerbrust aber mit Wasser ab und schnitt sie klein und hab sie wie immer ganz normal angebraten. Vorher hab ich meine Mutter mal daran riechen lassen und sie meinte es riecht nur nach Hühnchen.

Das Fleisch war von der Frischeteke von Edeka und meine Mutter hatte es am Freitag gekauft. Es lag also von Freitagabend bis heute im Kühlschrank, wurde auch nicht ausgepackt oder so.

So sah es ja normal aus, bis auf den Geruch. Hab einen griechischen Eintopf gemacht und auch beim Essen war mir so, das ich bei dem Zerkauen der Fleischstückchen einen fauligen Geschmack schmecken konnte. Es schmeckte überhaupt nicht. Hab darum nur wenige der Stücke gegessen. Meine Mutter meinte es sei Quatsch, denn sie hat nichts der gleichen geschmeckt.

Jetzt hab ich mich gefragt ob das Fleisch nun wirklich schlecht war, oder ob es nur streng geschmeckt hat, weil das Huhn vielleicht schon älter war, oder es ein männliches unkastriertes Hähnchen war.

Könnt ihr mir da weiter helfen? Ich muss dazu sagen das ich sowas vorher noch nie hatte. Aber vorher hab ich auch immer das vakuumierte Fleisch von Aldi gekauft. Aber wegen der Massentierhaltung will ich das nicht mehr. Darum weil die Fleischqualität bei Edeka oder beim Metzger besser ist kaufen wir seit ein paar Monaten nur noch dort. Aber scheinbar ist das Fleisch wohl nicht immer gut. Denn so hat das Fleisch bisher nie geschmeckt, obwohl es immer bis zu 2 Tage im Kühlschrank liegt, ehe es verarbeitet wird.

Vielen Dank für eure Hilfe und noch ein schönes Wochenende.

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