Wieso Angst nur vor Winkelspinnen?

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2 Antworten

Deine Angst fixiert sich auf Hauswinkelspinnen, ist nicht verwunderlich: Sie tauchen aus dem Nichts auf, sind eine der schnellsten Species im Spinnenreich und noch dazu die häufigste und grösste hier heimische Art. Das Angstzentrum deines Gehirns reagiert wenn du so ein Tier siehst und zwar schneller als das bewusst denkende Gehirn. Angst ist nichts rationales sondern ein von der Natur aus gegebener Schutzreflex vor Gefahren. Was man als "Gefahr" ansieht lernt man selber mit der Zeit unbewusst. Du hast auf diese spezielle Art eben eine Angst entwickelt das ist nichts ungewöhnliches. Mit dem Auseinandersetzen hast du Recht. Auch wenn du rational schon weisst, das sie dir nichts tun schiesst das Angstzentrum (Mandelkern) los, weils halt schneller ist als dein rationaler Verstand. Aber die beiden kommunizieren miteinander. Wenn du jetzt so ne Spinne siehst und dein Mandelkern aktiv wird, musst du so lange (Wichtig) das Tier anschauen und beobachten, bis das Panikgefühl weniger wird bzw. du merkst dass du ruhiger bist das kann 10-15 min. dauern und auch mehere Durchgänge brauchen. (Unser Hirn lernt langsam) Dann kannst dus als Steigerung mal mit nem Stöckchen anstupsen. Es läuft los. Der nächste Schlüsselreiz und wieder schiesst der Mandelkern. Trotzdem weiter beobachten und dran gewöhnen. Du must deinem Angstzentrum bewusst das Feuern abgewöhnen. Das geht evolutional bedingt bei Spinnen langsamer, als bei anderen Tieren. Ich hab dazu auch 2 Tipps verfasst. Kannsts ja mal probieren, aber ist halt auch Überwindungssache: Dein Bewusstsein muss über das Unterbewusstsein dominieren d.h. dein Wille die Phobie loszuwerden und deine allgemeine Disziplin müssen zusammen grösser sein als deine Angst. Erst mal mit nem Bild anfangen solange drauf schauen und sich damit beschäftigen diss du es Fertig bringst das Bild zu berühren, dann weiter. Viel Erfolg.

PS: Wenn du den Tipp anwendest natürlich nur mit Hauswinkelspinnen. Bilder und Berichte gibts unter Google genug. Und nochmal: Jetzt gerade mal in einer Stunde sich abzugewöhnen, was dein Gehirn in Jahren gelernt hat ist natürlich utopisch. Das musst du bei jeder Gelegenheit so lange tun, bis wiederum der Gewöhnungseffekt eintritt. Schliesslich müssen da im Hirn jede Menge Synapsen umgebaut werden.

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Wow danke für diese ausführliche Antwort.:)

Danke dir, ich werde das mal ausprobieren :)

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Phobien, warum man vor etwas Angst hat und vor was anderem nicht, sind in den allerseltensten Fällen tatsächlich rational erklärbar.

Ich kenn das ähnlich wie du. Die in Mitteleuropas heimischen mittelgroßen Spinnen lösen bei mir Panikattacken aus (gut dass ich mittlerweile im 13. Stock wohne, da kommt nix hin), Vogelspinnen dagegen find ich ganz kuschlig (die ham ja auch so ne Art "Fell").

Der Grund ist, dass dein Gehirn ja nicht auf das abstrakte Konzept "Spinne" reagiert, sondern auf das Aussehen. Und das ist eben bei Vogelspinnen anders als bei den Viechern, vor denen du Angst hast. Zwar nicht komplett anders, aber eben doch unterschiedlich genug, dass dein Hirn einen Unterschied sieht.

Mein Bauch hat bei dieser Antwort gerade mitgefühlt...

Das wird es wohl sein, dafür bekommst du morgen eine "hilfreichste Antwort":)

Aber wie kann man diese Angst gegen die bekämpfen ? Vielleicht kommt es ja dadurch, dass die im Keller oft sind und der Keller immer duster und Angsteinflößend in der Nacht ist ?

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@daveinsd

In meinem Elternhaus, aufm Land, gab es jede Menge dieser Spinnen, aber keinen Keller. Hat damit, zumindest bei mir, nix zu tun :) Gut möglich, dass du mit den Spinnen zusätzlich auch noch den grusligen Keller assoziierst, keine Ahnung.

Dagegen tun kann man so selbstständig wohl nicht viel, so wie bei den meisten psychischen Sachen. Es gibt professionelle Therapien, aber die kosten natürlich. Ist also die Frage, wie groß der Leidensdruck ist, ob er ausreicht, um die Kosten zu rechtfertigen. Da ich, wie gesagt, im 13. Stock wohne und seit 7 Jahren keine dieser Spinnen mehr gesehen habe, komm ich ganz gut ohne Therapie zurecht :)

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@seirios

Du hast es aber gut :) Bei mir ist es so, dass ich nun aufschrecke, sobald irgendwas zwickt..

Ich glaube man muss sich einfach bisschen damit auseinander setzen, dann versteht man eventuell, dass es faszinierende Tiere sind ;)

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@daveinsd

Hat bei mir nich funktioniert XD Mir ist rational absolut bewusst, dass Spinnen äußerst interessante Verhaltensformen zeigen und dass sie natürlich vor mir mehr Angst haben (müssen) als ich vor ihnen. Interessiert mein Hirn alles nicht, das will trotzdem nur weg, wenn's eine sieht. Aber viel Glück wünsch ich dir dabei, kann ja nicht schaden und jeder ist anders :)

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@seirios

Ne hat nicht geholfen :D Aber ich weiß nun, dass es nur so bei den Winkelspinnen also den großen schwarzen Hausspinnen so ist. Und das jetzt noch Nachts na danke schön :D

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