Wiedereingliederungsversuche seitens AG gescheitert, wie gehts weiter?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Hallo celticgirl

sodele, ich drösel, die Sache mal auf:

  1. Nein, er kann Dich nicht zwingen nach der Wiedereingliederung die Vollzeit- in eine Teilzeitbeschäftigung zu reduzieren. Mit welchen Gründen auch? Arbeitsrechtlich gesehen macht er sich strafbar.
  2. Wende Dich wegen der Wiedereingliererung bzw. den Forderungen seitens deines AG an deinen behandelnden Arzt und vor allem die Krankenkasse - letztere wird es sehr wohl interessieren, da sie ja die Kosten der Wiedereingliederung übernimmt.
  3. Auch der VdK kann Dir behilflich sein - allerdings mußt Du hier Mitglied sein (5 €/Monat).
  4. Du hast sicherlich einen Schwerbehindertenausweis mit mindestens 50 %. Mit dem allein stehst Du unter besonderem Schutz! Hilfe bekommst Du vom Integrationsamt deines Regierungsbezirks - natürlich vor allem wegen der Forderungen zur Wiedereingliederung!
  5. Falls Du kündigen möchtest: Ja, kannst Du! Und zwar ohne Sperre vom Amt. Du brauchst allerdings eine Bescheinigung, die Dir VOR Deiner Kündigung bestätigt, dass Du aufgrund ärztlichen Anraten in dieser Firma nicht mehr arbeiten kannst.
  6. Der Jahresurlaub und Resturlaub steht Dir zu - entweder als Freizeitausgleich oder Du läßt ihn dir auszahlen - auch da kommt er nicht Drumherum.
  7. Ich weiß ja nicht, in welcher Branche Du arbeitest - vielleicht besteht die Möglichkeit des stufenweißen Wiedereinstiegs. Dass Du erst mal mit ca 35 - 30 Wochenstunden arbeitest und dann eventuell stundenmäßig aufstockst. Sobald Du arbeitslos wirst, ist beim AA auch der Integrationsdienst für Dich zuständig - die vermitteln in erster Linie mit den neuen Arbeitgebern, um die Integration für beide Seiten so angenehm wir möglich zu machen. Überdies gibt es reichlich Zuschüsse für den neuen AG - also falls Du die Arbeit nicht packst, hat er zumindest keine finanziellen Einbußen. Auch gibt es genug Firmen die sozial genug sind, solche "Fälle" wie Dich einzustellen und eine Chance zu geben - da hilft Dir auch der Integrationsdienst weiter.

Zu guter Letzt: Wenn Du dich bewirbst, dann spiel mit offenen Karten. Schreib in der Bewerbung, dass Du einen Schwerbehindertenausweis besitzt. FAlls Du dich vorstellen darfst, und die Tätigkeiten Dir in ein paar Punkten Probleme bereiten, dann sprich es offen und ehrlich an - nur weil Du ein paar Sachen nicht machen kannst heißt es nicht, dass man dich nicht nimmt! Einfach offen sein - aber halt nicht zu sehr auf die ganze Krankheitsproblematik eingehen - sonst denkt sich der zukünftige Chef noch sonst was. Nein. einfach die Sachlage nüchtern beschreiben, dass die Beschwerden da sind aber Du auch weißt, wie Du damit umzugehen hast!

Wünsch Dir ganz viel Glück! Kugel

Sehr gute und kompetente Antwort - Kompliment, @kugel

Bleibt aus meiner Sicht nachzutragen, dass der Arbeitgeber ja so einfach überhaupt nicht kündigen könnte - schon gar nicht, weil er durch sein Verhalten die (stufenweise) Wiedereingliederung im Grunde vereitelt.

Allerdings lese ich zwischen den Zeilen, dass sich die Fragestellerin dort wohl auch nicht mehr so ganz wohl fühlt - wie sollte sie auch, bei dem Arbeitgeber... Daher sollte sie sich gedanklich tatsächlich einmal mit einer auf ihre derzeitigen Fähigkeiten ausgerichteten Umschulung befassen.

Auch ich wünsche ihr viel Glück!

2
@Nightstick

Hallo Nightstick,

Soweit ich weiss darf man auch in kleinen Betrieben während oder auch vor der Wiedereingliederung kündigen ( sind nur 4 Angestellte ) aus wirtschaftlichen Gründen ,es sei denn ich bin falsch informiert.

Jaja...Du hast es richtig erkannt, ich fühle mich ( spreche auch für meine Kollegen ) absolut nicht mehr wohl ( kann nicht mehr richtig schlafen und habe noch Magenprobleme dazu bekommen, obwohl ich ja krank geschrieben bin ) , da unser AG uns ( Angestellte ) schon viele Steine zwischen die Beine geworfen hat. Ich denke der häufige Personalwechsel bei uns spricht auch für sich! Mein AG hält sich definitiv nicht an Gesetze und es interessiert ihn auch nicht, er hat weder Respekt vor seinen Angestellten noch vor seinen Kunden....ob er weiss das man von Kunden LEBT ?? ..

glg celtic

1

Hallo Kugel,

erstmal herzlichen Dank für Deine vielen Tipps!

Mein AG weiss durch mich, das er, solange ich die Wiedereingliederung mache, nix an mich zahlen muss!!
Lies mal bitte, hat sich etwas geändert, Mich würde auch Deine Meinung dazu interessieren! DANKE :-) Ein paar Dinge sind ja schon beantwortet,da musst nicht nochmal drauf eingehen.

Ich war die Tage beim VdK ( habe 30 % auf Taubheit, Tinnitus und Gleichgewichtsstörung ) ,da ich allerdings noch andere "wehwehchen" habe ( wurde in der Reha von der Sozialarbeiterin nicht gefragt, ob andere Krankheiten vorliegen) ,war ich unsicher ob ich Widerspruch einlegen soll. VdK rät keinen Widerspruch einzulegen, 30 % vorerst annehmen, Gleichstellungsantrag beim Arbeitsamt anfordern und sämtliche Unterlagen vom Arzt anfordern und dann wieder zum VdK wg Neuantrag stellen.

Jetzt überlege ich, ob ich überhaupt einen Gleichstellungsantrag stellen soll, da man mir sagte das sowohl ich als auch mein Arbeitgeber den Antrag ausfüllen muss. Das wird mein Arbeitgeber nicht machen ( Friseursalon, kein Betriebsrat da nur 4 Angestellte ) , denn ,so der neuste Stand der Dinge ( KK hatte nochmal versucht mit meinem Arbeitgeber zwecks Wiedereingliederung zu sprechen ), er hat mich laut KK gekündigt ,davon weiss ich aber nix, da ich noch keine schriftliche Kündigung vorliegen habe Und, wenn ich wieder gesund geschrieben bin, habe ich Angst das ich keine neue Arbeit bekomme ( sofern ich den Beruf noch ausüben kann ) wenn ich dem neuen Arbeitgeber mit dem Schwerbehindertenausweis zuwinke.

Und, ist der VdK auch arbeitsrechtlich für mich zuständig? Haben die dort auch Anwälte diesbezüglich?? Wenn ich tatsächlich die Kündigung bekomme, wäre da das Arbeitsgericht für mich zuständig, da mein kompletter Jahresurlaub ( krank seit feb. 2014 ) plus resturlaub 2013 noch ausstehen und ich keine finanziellen Mittel für einen Rechtsanwalt habe? Wenn Kündigung seitens AG, sofort zum Arbeitsamt (da noch nicht gesund geschrieben)? Arbeitssuchend melden ( weiss aber nicht ob ich meinen Beruf weiter machen kann,da Wiedereigliederung seitens Arbeitgeber gescheitert ist ) ? Oder wäre eine Umschulung da sinnvoller?

Sorry, mir schwirrt der Kopf vor lauter Fragen. Dennoch bedanke ich mich schon mal für die Mühe!!!!!

Lg celtic

0
@celticgirl

Liebe Celtic,

Leider hast Du nicht geschrieben, welche Art Tumor es war. Gut- oder bösartig?

Im Grunde ist es egal, denn ich habe das hier gefunden: https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/grad-der-behinderung-30-6991.html

Es ist auch egal, ob Du weitere "Wehwehchen" hast - ausschlaggebend für den Schwerbehindertenausweis ist die Krankheit, die den höchsten Grad der Behinderung hat (bei Dir also die Tumorerkrankung). 30 % sind noch keine "Schwerbehinderung" (ist erst ab 50 %).

Ich würde an Deiner Stelle noch einmal einen Sozialarbeiter aufsuchen (Integrationsdienste der Diakonie, Caritas oder Landratsamt). Ich würde keine Gleichstellung beantragen, sondern gleich einen Widerspruch gegen die 30 % einreichen! Sprich aber zeitgleich und VOR dem Widerspruch mit Deinen behandelnden Ärzten! Vor allem mit dem behandelnden Neurologen!

Solange Du noch keine Kündigung erhalten hast, bist Du offiziell auch nicht gekündigt.

Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, Dir Resturlaub aus 2013 und 2014 auszuzahlen; ebenso evtl. Überstunden! Entweder über den VdK oder über den Integrationsdienst einen sauberen Brief schreiben lassen, wenn er bei der Auszahlung zicken sollte. In der Regel reicht schon die Androhung von rechtlichen Schritten ;-)

Ob Du weiterhin in Deinem Beruf Friseurin arbeiten kannst - nun, das kann ich Dir leider nicht beantworten. Der Tinnitus dürfte hier kein Problem sein und für die Hörschädigung gibt´s vielleicht ein Hörgerät. Ansonsten gewöhnen sich die Kunden ja schnell daran (wenn Du es ihnen sagst) das Du auf einem Ohr nichts hörst. Du mußt ihnen ja nicht gleich die Ursache erklären, sondern einfach, dass Du auf einem Ohr schlichtweg nichts hörst.

Anders sieht es mit Deinen Gleichgewichtsstörungen aus. Da Du ja einen sicheren Stand brauchst und die Arme immer hin der Höhe hast, weiß ich nicht, wie sich das auf Dein Gleichgewicht auswirkt. Ich denke, das mußt Du einfach zuhause ausprobieren. Viele Friseure haben ja während der Arbeit einen "Stehstuhl". Der hilft Dir sicherlich!

Schwerbehinderung an sich: Nun ich habe selbst 50 % GdB und es hat mir das letzte halbe Jahr keine Nachteile gebracht. Im Gegenteil, beim Arbeitsamt war zusätzlich der Integrationsdienst für mich zuständig und der hat schon Firmen an der Hand, die Schwerbehinderte einstellen. Du hast ja jetzt keine "Dachschaden" - sondern lediglich ein Handicap, mit dem Du - bei entsprechendem Betriebsklima und Unterstützung des Chefs sicherlich umgehen kannst. Außerdem winkt einer Firma bei Einstellung eines arbeitslosen Schwerbehinderten eine ordentliche finanzielle Eingliederungshilfe!

ERGO: Wende Dich jetzt schon an das Arbeitsamt und melde Dich da mal, die sagen dir alles Weitere zur Arbeitslosmeldung. Wie gesagt, Du verlierst nichts, weil Du ja offiziell noch beschäftigt bist.

Gerade Friseure werden doch händeringend gesucht, da hast Du sicherlich sehr gute Chancen irgendwo unter zu kommen, wo Deine Arbeitskraft geschätzt wird und auch auf diverse Befindlichkeiten ein bißchen Rücksicht genommen wird. Du brauchst keinem potentiellen Arbeitgeber etwas vorjammern aber es ist immer von Vorteil, wenn man mit offenen Karten spielt und den Willen zeigt, trotz gewisser Einschränkungen alles zu geben.

Umschulung wäre die letzte Option, denn dann schieben sie Dich in einen Bürojob - und da kriegste ja überhaupt keine Stelle ohne entsprechende Qualifikation oder Berufserfahrung.

Ganz liebe Grüße! Kugel

0
@kugel

Nach einer Umschulung (durch ein seriöses Bildungsinstitut) mit anerkanntem Abschluss besitzt man eine entsprechende Qualifikation, @kugel !

Und außerdem wäre durch eine sitzende Tätigkeit das Problem mit dem Gleichgewicht zwar nicht behoben, aber deutlich gemildert. Deshalb würde ich die Umschulung nicht unbedingt ganz nach hinten schieben. Dazu kommt noch, dass in einem Büroberuf mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine bessere Bezahlung erfolgt als im Beruf der Friseurin.

Aber ich habe noch eine Frage an @celticgirl: Bist Du mobil, d.h. hast Du eine Fahrerlaubnis der Klasse B und Zugriff auf einen Pkw, den Du nutzen könntest? Dann hätte ich eine Idee...

1
@Nightstick

@nightstick

Klar hätte sie dann einen qualifizierten Abschluß in einem Büroberuf. Aber mein Bewerbungsmarathon das letzte halbe Jahr hat mich gelehrt, dass es verdammt schwierig ist, einen Job im Büro zu bekommen - auch wenn man wie ich Berufserfahrung vorweisen kann. Klar bekommt man im Büro ein etwas besseres Gehalt - dazu braucht es aber halt erst mal eine Stelle.

0
@kugel

Sie kann nur gewinnen - dazu muss sie aber die Flucht nach vorne antreten - und ein bischen Mut haben!

Pessimismus hilft da in keiner Hinsicht weiter...

1
@Nightstick

So kann man es auch sehen! Zu verlieren hat sie ja nichts ;-)

Wir wissen halt nicht, ob celtic gerne weiterhin in ihrem Beruf arbeiten möchte bzw. sie in einen Bürojob umsatteln will.

Wir sehen weiter ;-)

0
@Nightstick

Hallo nightstick, Danke nochmal für deine Tipps! Um deine frage zu beantworten, Ja habe Auto kann auch fahren aber Autobahn geht noch nicht. An welche Idee hast du denn gedacht? ??

Glg celtic

1
@celticgirl

Hi Celtic,

meine Friseurin war in ähnlicher Situation, ihr machte aber der Beruf viel Spaß, so dass sie einen Weg gesucht hat, gewisse Freiheiten mit Geldverdienen zu kombinieren. Sie hat ihren eigenen Frisierkoffer genommen und zunächst im privaten Umfeld frisiert. So hatte sie bald einen kleinen Kundenstamm, der sich (allein durch Mundpropaganda) sehr schnell vergrößerte. Als sie merkte, dass es sicht lohnte, hat sie ein Friseur-Reisegewerbe angemeldet und es offiziell laufen lassen. So konnte sie ihre Arbeit optimal einteilen - nämlich so viel sie wollte und vor allen Dingen wann sie wollte. Und gemessen an ihrem kargen Lohn als Angestellte verdient sie heute doppelt soviel :-))

Na, wie findest Du diese Idee?

LG Nightstick

1

Du solltest auf keinen Fall auf die "Bedingungen" des Arbeitgebers eingehen ... die Verknüpfung der Wiedereingliederung mit der Teilzeitvereinbarung ist unzulässig ....

such Dir dringend Hilfe bei einem Fachanwalt für Sozialrecht oder beim VDK

Du soltest, falls das möglich ist die Behinderung (Taubheit) anerkennen lassen - falls das nicht schon passiert ist ...

Vielleicht sollte auch jemand dem Arbeitgeber mal erklären, dass Du während der Eingleiderugn weiter als "krank" gilst, das heißt es kostet ihn keinen Cent, weil die Krankenlasse weiter zahlt ....

http://www.rechtsanwaltdrpalm.de/wiedereingliederung.htm

ich kenne die Größe des Betriebs nicht ... aber möglicherweise habt ihr einen Betriebsrat, den soltest Du unbedingt kontaktieren ... und falls vorhanden die Schwerbehindertenvertretung

Hallo frodobeutlin,

erstmal herzlichen Dank für Deine tipps!

Ich war die Tage beim VdK ( habe 30 % auf Taubheit, Tinnitus und Gleichgewichtsstörung ) ,da ich allerdings noch andere "wehwehchen" habe ( wurde in der Reha von der Sozialarbeiterin nicht gefragt, ob andere Krankheiten vorliegen) ,war ich unsicher ob ich Widerspruch einlegen soll. VdK rät keinen Widerspruch einzulegen, 30 % vorerst annehmen, Gleichstellungsantrag beim Arbeitsamt anfordern und sämtliche Unterlagen vom Arzt anfordern und dann wieder zum VdK wg Neuantrag stellen.

Jetzt überlege ich, ob ich überhaupt einen Gleichstellungsantrag stellen soll, da man mir sagte das sowohl ich als auch mein Arbeitgeber den Antrag ausfüllen muss. Das wird mein Arbeitgeber nicht machen ( Friseursalon, kein Betriebsrat da nur 4 Angestellte ) , denn ,so der neuste Stand der Dinge ( KK hatte nochmal versucht mit meinem Arbeitgeber zwecks Wiedereingliederung zu sprechen ), er hat mich laut KK gekündigt ,davon weiss ich aber nix, da ich noch keine schriftliche Kündigung vorliegen habe Und, wenn ich wieder gesund geschrieben bin, habe ich Angst das ich keine neue Arbeit bekomme ( sofern ich den Beruf noch ausüben kann ) wenn ich dem neuen Arbeitgeber mit dem Schwerbehindertenausweis zuwinke.

Und, ist der VdK auch arbeitsrechtlich für mich zuständig? Haben die dort auch Anwälte diesbezüglich?? Wenn ich tatsächlich die Kündigung bekomme, wäre da das Arbeitsgericht für mich zuständig, da mein kompletter Jahresurlaub ( krank seit feb. 2014 ) plus resturlaub 2013 noch ausstehen und ich keine finanziellen Mittel für einen Rechtsanwalt habe? Wenn Kündigung seitens AG, sofort zum Arbeitsamt (da noch nicht gesund geschrieben)? Arbeitssuchend melden ( weiss aber nicht ob ich meinen Beruf weiter machen kann,da Wiedereigliederung seitens Arbeitgeber gescheitert ist ) ? Oder wäre eine Umschulung da sinnvoller?

Sorry, mir schwirrt der Kopf vor lauter Fragen. Dennoch bedanke ich mich schon mal für die Mühe!!!!!

Lg celtic

0

Was möchtest Du wissen?