Wiedereingliederung ins Berufsleben - benötige dringend Rat

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Hallo Ulrike1969,

Ihre Frage:

> Kann mir bitte jemand sagen, ob die Zahlung der halben Erwerbsminderung auf bisher geleisteten (>20 Jahre eingezahlt) und angesparten Anwartschaften beruht, oder ob der neue Arbeitsvertrag von z.B. 50% Auswirkungen auf die halbe Erwerbsminderungsrente hat (wie z.B. die geleistete Zahlung "halbiert" sich dadurch etc.? <

Grundsätzlich ist es so, daß sich die Höhe Ihrer erworbenen Rentenansprüche aus Ihren Beitragszeiten (Beitragsmonaten) und Ihren geleisteten Pflichtbeiträgen zusammensetzt.

Seit einigen Jahren stellt die Rentenversicherung Ihren Versicherten jährlich eine Rentenauskunft aus und stellt dieselbe an die Postadresse der Versicherten zu.

Aus dieser Rentenauskunft sind die aktuell erworbenen Ansprüche auf Regelaltersrente ausgewiesen, wobei je nach Situation und diversen Meldeverfahren noch einige Beitragsmonate fehlen können.

Aber die in der Rentenauskunft ausgewiesenen Rentenhöhen sind schon ziemlich zufreffend.

Voraussetzung für die Korrektheit der dortigen Angaben ist natürlich, daß Ihr Rentenkonto korrekt geklärt und möglichst "Lückenlos" sein sollte.

Denn jeder fehlende Beitragsmonat reduziert Ihren Rentenanspruch und da können je nach zeitlichen Gegebenheiten im Laufe eines Rentenlebens mehr oder weniger Große Einbußen auftreten.

Die in Ihrer Rentenauskunft ausgewiesene Regelaltersrente ist wie eine Art "Zeitaufnahme" zu betrachten.

Würden Sie z.B. zum jetzigen Zeitpunkt aufhören, Beiträge einzubezahlen bzw. eine Erwerbsminderungsrente in Anspruch zu nehmen, so wird diese Rentenhöhe auf Lebenszeit eingefroren, außer daß im Laufe der Zeit allgemeine Rentenerhöhungen statt finden.

Die in Ihrer Rentenauskunft ausgewiesene Regelaltersrente ist gleichzeitig in etwa die Basis für die Ihnen zustehende volle Erwerbsminderungsrente.

Von dieser vollen Erwerbsminderungsrente entspricht die "Hälfte" der Ihnen zustehenden teilweisen Erwerbsminderungsrente.

Je nachdem, wieviele Monate Sie vor Erreichen der Regelaltersrente die Erwerbsminderungsrente in Anspruch nehmen wollen, reduziert sich Ihr Rentenanspruch um 0,3 %.

Allerdings um nicht mehr als 10,8 %.

Unbedingt zu beachten ist, daß dann diese Rentenkürzung auf "Lebenszeit" gilt!

Aus dem oben Beschriebenen ergibt sich, daß sich Ihre Rentenansprüche durch eine 50% halbierte Arbeitszeit im Laufe Ihres weiteren Berufslebens nicht mehr erhöhen, sondern daß diese zwangsläufig sinken werden.

Dies kommt daher, weil durch eine Reduzierung Ihrer Arbeitszeit gleichzeitig eine Reduzierung Ihrer geleisteten Pflichtbeiträge erfolgt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist Ihr Geburtsjahrgang, welcher aus dem bisher von Ihnen geschriebenen noch nicht ersichtlich ist.

Aber:

Geburtsjährgänge vor dem 1.1.1961 können noch auf einen gewissen Vertrauensschutz hoffen im Zusammenhang mit Ihrem zuletzt ausgeübten Beruf, sofern dieser allgemein als Beruf anerkannt ist.

Hierbei gelten aber harte Maßstäbe.

Geburtsjahrgänge nach dem 1.1.1961 genießen keinen Vertrauensschutz mehr und können von der Rentenversicherung auf leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt verwiesen werden.

Unberücksichtigt belibt hierbei, ob eine leichte Tätigkeit zur Verfügung steht.

Leichte Tätigkeiten sind laut einschlägiger Einschätzung der Rentenversicherung:

Pförtner, Museumswärter, Nachtportier,......

Geburtsjahrgänge nach dem 1.1.1961 müßen also nachweisen, daß Ihre Restleistungsfähigkeit auf unter 3 Stunden, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, innerhalb einer 5-Tagewoche, auf Dauer abgesunken ist!

An dieser Stelle stehen viele Betroffene vor einer schweren Entscheidung, denn Sie müßen sich für einen endgültigen Weg entscheiden.

Entweder für den Weg über Reha-Maßnahmen (Umschlungsmaßnahmen) einen dauerhaften Wiedereinstieg in das Erwerbsleben zu finden mit dem Risiko, daß dies schief geht und wertvolle Zeit verloren geht, oder aber für den Weg, die volle Erwerbsminderungsrente durchzusetzen.

Leider lauern da auf diesen Wegen viele Fallstricke!

Warum:

Bitte berücksichtigen Sie unbedingt, daß Absenkungen der Arbeitszeit auch gelichzeitig Abesenkungen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, beim Krankengeld, beim Arbeitslosengeld nach sich ziehen.

Ist erst einmal die 78-Wochenfrist (Krankengeldzahlung) ausgereizt, wird man aus der Krankenversicherung diesbezüglich ausgesteuert.

Dann bleibt nur nach das Arbeitslosengeld I, welches je nach Geburtsjahrgang nur zeitlich begrenzt zur Verfügung steht.

Ist auch das Arbeitslosengeld ausgereizt, bleibt nur noch das Arbeitslosengeld II mit all seinen Begleiterscheinungen übrig.

Das ist so der grobe Rahmen und je nach persönlicher Situation können sich noch diverse Stellschrauben ergeben.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen diese doch etwas komplexen Zusammenhänge ewas verständlich rüberbringen.

Sollten Sie hierzu weitere Fragen haben, scheuen Sie sich bitte nicht, diese hier vorzutragen.

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Eine nahe Dame hat bei einsetzender schwerer Krankheit die Arbeitszeit reduziert In der Folge war sie dann 18 Monate krank . Alle Zahlungen des Arbeitgebers nach der Arbeitszeitreduzierung wurden anteilig kleiner. Hätte sie sich gleich krank gemeldet dann wären die ersten 18 Monate (Zahlung der KK nach 6 Wochen bis 18 Monate) und die Abfindung wg Verlust des Arbeitsplatzes ganz am Ende entsprechend höher ausgefallen. Erwerbsminderungsrente ist sehr hart zu erlangen. Die verschiedenen Systeme sorgen dafür das Du 'gerne' aus dem einen rausfliegst aber unwahrscheinlich schwer ins nächste system reinkommst. Das betrifft das Alter nach 50 aber vor dem Renteneintritt. Du brauchst Da Rat und nicht immer ist es ein Anwalt sondern es muss jemand sein der Erfahrung mit dem 'System' hat und wie es funktioniert. Ich bin da Laie aber kenne einige Leute die std. kämpfen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?