Wie zuverläsig ist der Selbsttest zum Asperger-Syndrom?

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4 Antworten

Ich halte nicht viel von Selbsttests. Eine vernünftige Diagnose lässt sich nur durch einen ausgebildeten Psychiater (bzw. Kinder- und Jugend-Psychiater) nach ausführlicher Anamnese und Untersuchung (inklusive geeignete Testungen) in der Zusammenschau stellen.

Alles Gute

Der AQ-Test ist ein Kurz-Screening von Simon Baron-Cohen, also was Offizielles.
Der rdos ist von Autisten entwickelt worden, umfangreicher als der AQ-Test und auch durchaus gut.

Manko aller Online-Tests, also auch dieser beiden, ist, dass es eine reine Selbsteinschätzung ist. Sie lassen sich bewusst aber auch unbewusst manipulieren. Sie dienen also maximal als Hinweis, in welche Richtung ein Psychiater mal schauen könnte.
Auch ist es so, dass mitunter bei verschiedenen Persönlichkeitsstörungen oder AD(H)S die Werte der Tests ebenfalls erhöht sein können.
Beim rdos ist die Grafik dann noch etwas aussagekräftiger als die reinen Werte, ebenso das lange PDF, das man als Auswertung bekommt. Das zusammengenommen finde ich den rdos durchaus als ein gutes Instrument, er bleibt halt eine Selbsteinschätzung - außer man lässt jemand anderen sich einschätzen. Das hatte ich zum Beispiel dann auch mal gemacht.

Hohe Intelligenz ist übrigens kein AS-Symptom.
Panik in Menschenmengen wäre eher eine Phobie als AS, Stress unter Menschen passt schon eher zu AS.
Die zwanghaften Verhaltensmuster müsstest du mal beschreiben, was das genau war und ob du es tatsächlich als Zwang, also unangenehm, empfunden hast.

Jedenfalls hat kein Autist alle Symptome. Die Menge und Mischung macht es aus.

Solltest du eine Diagnostik anstreben, such dir einen auf Autismus spezialisierten Psychiater dafür, nicht irgendeinen.
Adressen dazu bekommst du in Boards, in denen sich Autisten austauschen.

Und hilfreiche Informationen und ein paar Links findest du auf autea.de

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Könnte es auch sein, dass ich es mir nur "eingebildet" habe und in Wirklichkeit nur ein normaler Junge in der Pubertät bin, der höchstens autistische Züge hat?

Japp, und genauso ist es auch höchstwahrscheinlich und ob du eventuell autistische Züge oder irgendwelche andere hast, was auch sein kann, ist überhaupt nicht wichtig, so lange es dir im Großen und Ganzen gut geht und du nicht irgendeinen Leidensdruck verspürst bei dem Handlungsbedarf besteht.

Die Online- Selbsttests sind mit Sicherheit nicht besonders aussagekräftig. Vor allem spielt da die Erwartungshaltung eine Große Rolle, selbst wenn die unbewusst sein mag.

Mach doch zum Spaß mal diesen Test hier:

http://www.psychotherapiepraxis.at/surveys/test_borderline.phtml

Die Tests auf der Website, da findet sich auch der AQ-Test, sind so schlecht nicht.
Sie sind halt, und das ist der Knackpunkt, reine Selbsteinschätzungen.

Ich habe eine Asperger-Diagnose. Ich habe den AQ- und der Borderline-Test auf der Website schon mal gemacht.
Mein AQ ist stark erhöht, bei Borderline kein Ausschlag.

Was die Tests etwas aussagekräftiger macht, ist, sie mal für sich von jemandem ausfüllen zu lassen, der einen gut kennt. So hat man neben der Selbsteinschätzung noch eine Außeneinschätzung.

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@Rechercheur

Du hast es auf den Punkt gebracht. Die Tests sind Selbsteinschätzungen. Ich habe mich nicht sehr gut ausgedrückt, danke für die Korrektur/Ergänzung.

Mit Asperger kenn ich mich nicht wirklich aus, aber dass es bei jemandem mit einer Asperger-Diagnose keinen Ausschlag beim Borderlinetest gibt, verwundert mich nicht ;)

Wegen seiner Unsicherheit und der Frage bezüglich der Aussagekraft solcher Tests, hatte ich dem Fragesteller den Vorschlag mit dem Borderlinetest gemacht (ich hätte auch einen anderen nehmen können), damit er diese Selbsttests vielleicht mal miteinander vergleicht und zwar unabhängig von der/dem zu testenden "Krankheit/Syndrom", also dass er praktisch die Tests testet, damit ihm vielleicht etwas auffällt.

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Selbsttests können dir allenfalls eine Tendenz sagen, mehr nicht. Zudem kann es bloß eine Kombination aus Charaktereigenschaften sein, nicht unbedingt eine Störung oder ein Syndrom.

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