Wie wurde Cäsar zum Diktator gewählt?

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2 Antworten

Die Aussagen aus dem Geschichtsbuch sind teilweise falsch. Marcus Licinius Crassus und Gnaeus Pompeius waren 70 v. Chr. Konsuln und haben eine Aufhebung einiger Gesetze, die Lucius Cornelius Sulla als Diktator durchgesetzt hatte, erreicht (vor allem eine Wiederehrstellung der vollen Rechte der Volkstribune). Sie haben sich also mt einigen Absichten durchsetzen können. Die Senatoren haben damals nicht jede Zusammenarbeit mit Pompeius und Crassus verweigert. Pompeius und Crassus waren gewählte Konsuln und keine Alleinherrscher. Sie haben damals auch nicht versucht, Alleinherrscher zu werden. Zwischen ihnen bestand eine Rivalität und sie haben nicht immer einig zusammengewirkt.

Die Senatoren waren mehrheitlich gegen eine allzu große Macht Einzelner (wobei eine befürchtete Alleinerrschaft der schlimmste Fall ist, aber auch schon weniger weitgehende Schritte Ablehnung hervorriefen).

Pompeius wollte nach erfolgreichen Kämpfen im östlichen Mittelmerraum, von denen er 62 v. Chr. zurückkam, eine Bestätigung seiner Neuordnung im Osten und eine Versorgung seiner altgedienten Soldaten (Veteranen) mit Land erreichen, scheiterte damit aber zunächst am Widerstand einer Senatsmehrheit unter Führung der sogenannten Optimaten.

In dieser Lage hat Gaius Iulius Caesar ein Bündnis mit Gnaeus Pompeius und Marcus Licinius Crassus herbeigeführt. Caesar konnte so als Konsul 59 v. Chr. starke Unterstützung und nach seinem Amtsjahr eine außerordentliche Befehlsgewalt als Statthalter für mehrere Jahre erhalten. Dies bot ihm die Chance, seine Stellung durch große militärische Erfolge auszubauen, die ihm Ruhm, Geld und Gefolgschaft brachten. Die Vereinbarungen zu einem Bündnis sind anscheinend Ende des Jahres 60 v. Chr. getroffen worden. Dieses Bündnis dreier mächtiger Männer wird oft als 1. Triumvirat bezeichnet. Es handelte sich aber nicht um offizielle Amtsstellungen.

Zur Alleinherrschaft gelangte Caesar durch seinen Sieg im Bürgerkrieg.

Das Amt eines Diktators war ein Ausnahmeamt in der römischen Republik. Die Amtszeit betrug traditionell höchstens 6 Monate, wobei ausnahmsweise mit Zustimmung des Senates die Amtsniederlegung noch etwas hinausgeschoben werden konnte Ein Diktator konnte bei einem Notstand von einem Magistraten mit einer oberen Befehlsgewalt (imperium) ernannt werden. Üblicherweise geschah dies durch einen Konsul auf Veranlassung des Senates, es gab einen Senatsbeschluss und Absprachen des Konsuls mit seinem Amtskollegen und dem Senat. Notfalls konnte ein Praetor einen Diktator ernennen, wenn es keine Konsuln gab oder kein handlunsgfähiger Konsul greifbar war. Ausnahmsweise hat es auch eine Wahl eines Diktators duch eine Volksversammlung gegeben bzw. (im Fall von Lucius Cornelius Sulla) eine Ernennung eines Diktators durch einen interrex nach einem von einer Volksversammlung beschlossenen Gesetz, das diesen zur Ernennung Sullas ermächtigte. Die Amtsdauer als Diktator wurde ins Ermessen Sullas gestellt.

Gaius Iulius Caesar ist mehrmals zum Diktator (dictator) ernannt worden.

Als Caesar 49 v. Chr. beim belagerten Massilia (heute: Marseille) war, erfuhr er (wohl nach vorausgegangener Absprache), in Rom sei ein Gesetz über eine Diktatur (dictatura) eingebracht worden und er vom Praetor Marcus Aemilius Lepidus zum Diktator ernannt worden (Gaius Iulius Caesar, Commentarii de Bello Civili 2, 21, 5). Die Ernennung durch einen Praetor war in ihrer Zulässigkeit anfechtbar (vgl. Marcus Tullius Cicero, Epistulae ad Atticum 9, 15, 3; Cassius Dio 41, 36, 1), weil es Konsuln gab. Allerdings standen diese im Bürgerkieg auf der Gegenseite und befanden sich in Griechenland, für die in Rom stattfindende Wahl von Konsuln für das nächste Jahr wurde irgendeine staatsrechtliche Grundlage benötigt. Caesar hat das Amt des Diktators in Rom 11 Tage lang ausgeübt (2. - 12. Dezember 49 v. Chr.). Caesar hat also das Amt des Diktators ziemlich rasch niedergelegt (vgl. Gaius Iulius Caesar, Commentarii de Bello Civili 3, 2, 1; Plutarch, Caesar 37, 2; Appian, Emphylia [Ἐμφúλια; Bürgerkriege; lateinischer Titel: Bella civilia) 2, 48; Cassius Dio 41, 36). Einen Reiterführer (magister equitum; Stellvertreter des Diktators) hat Caesar offenbar nicht ernannt. Seine wichtigste Tätigkeit als Diktator war die Leitung von Wahlen. Zu Konsuln für das Jahr 48 v. Chr. wurden Gaius Iulius Caesar und Publius Servilius Isauricus gewählt.

Als 48 v. Chr. Caesars Sieg in der Schlacht bei Pharsalos in Rom bekannt geworden war, wurde Caesar vom Konsul Publius Servilius Isauricus offenbar auf der Grundlage eines Gesetzes für 1 Jahr zum Diktator ernannt, Reiterführer wurde Marcus Antonius (Marcus Tullius Cicero, Orationes Philippicae 2, 62; Plutarch, Caesar 51, 1; Plutarch, Antonius 8, 3; Cassius Dio 42, 20 – 21; Livius, Periochae 112). Caesar hat die Diktatur vermutlich nach seiner Wahl zum Konsul für 46 v. Chr. niedergelegt.

Nach Caesars Sieg in der Schlacht bei Thapsos/Thapsus und seiner Rückkehr von Afrika nach Rom wurde Caesar im April 46 v. Chr. für 10 Jahre Diktator (Cassius Dio 43,14, 3). Caesar hat Jahresdiktaturen gezählt (zum dritten Mal Diktator, zum vierten Mal Diktator), also sein Amt als Diktator nach 1 Jahr niedergelegt und es dann wieder aufgenommen als Diktator für das nächste Jahr. Reiterführer war Marcus Aemilius Lepidus.

Im Frühjahr 45, nach Caesars Sieg in der Schlacht von Munda (im Süden der iberischen Halbinsel), wurde für Caesar wohl aufgrund eines Senatsbeschlusses eine Diktatur für immer/auf Lebenszeit (dictatura perpetua) beschlossen (Marcus Tullius Cicero, Orationes Philippicae 2, 87; Appian, Emphylia [Ἐμφúλια; Bürgerkriege; lateinischer Titel: Bella civilia] 2, 106; Sueton, Divus Iulius 76, 1; Flavius Josephus, Ioudaïke archaiologia [Ἰουδαϊκή ἀϱχαιολογία; Jüdische Altertümer; lateinischer Titel: Antiquitates Iudaicae) 14, 10; 7; CIL I ² p. 28, 61). Caesar hat sie wohl im Februar 44 v. Chr. angetreten. Am 15. März 44 v. Chr. wurde er ermordet.


Der Senat hatte Angst, dass das Triumphirat Schritt für Schritt seine eigenen Rechte ausbaut und die Stellung des Senats schwächt. Hätte einer der dreien zusätzlich den Posten eines Diktators und eines Volkstribuns übernommen, so wäre der Senat in seiner politsch heiklen Lage kaum imstande gewesen, einen Alleingang der drei machthungrigen Männer aufzuhalten. Sie wollten sie aufhalten, als sie noch Konsule waren, denn da war es noch nicht zu spät.

Andere Parlamente aus späterer Zeit haben das verpasst. Später erhielt Caesar ja tatsächlich den Posten des Diktators, des Konsuls und des Volkstribuns. Es wurde jedoch ermordet, bevor er die Republik in eine Monarchie umwandeln konnte. Caesar wa nämlich im Gegensatz zu Augustus sehr senatfeindlich. Augustus verriet den Sennat nie, sodass der Senat ihn auch unterstützte.

Albrecht 03.07.2017, 08:57

Mehrere Aussagen sind falsch. Das sogenannte 1. Triumvirat war keine rechtliche Stellung. Der Senat hatte 70 v. Chr. nicht Angst, einer der drei könnte zusätzlich den Posten eines Diktators und eines Volkstribunen übernehmen. Die Befürchtungen richteten sich auf andere Amtsstellungen/Befehlsgewalten. Caesar ist niemals Volkstribun gewesen. Augustus hat zu Beginn seiner politischen Laufbahn (damals Octavian) zeitweise deutlich senatsfeindlich gehandelt (mit einem geschwächten Senat ist er dann ziemlich geschickt umgegangen, während Caesar in seinen letzten Jahren gegenüber dem Senat oft schroff verfahren ist).

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