Wie würdet ihr diese Arbeitszeugnis beurteilen?

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6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Man kann ein Zeugnis nur dann halbwegs seriös beurteilen, wenn man es vollständig liest, also von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum und der Unterschrift. Denn überall dort können Informationen enthalten sein, die für die Einschätzung des Zeugnisses wichtig sind.

Teilweise sind die Formulierungen etwas holprig ("...arbeitender Mitarbeiter"), insgesamt werden Fachkenntnisse und Leistung als sehr gut beurteilt.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kunden und Mitarbeitern war stets vorbildlich.

Hier stört mich die Reihenfolge. Wenn wirklich alles "stets vorbildlich" (= sehr gut) war, müssen Vorgesetzte, Kollegen/Mitarbeiter, Außenstehende genannt werden, und zwar zwingend in dieser Reihenfolge. So bedeutet dass, dass es doch kleinere Reibereien mit deinen Mitarbeitern hattest.

By the Way: hattest du Führungsaufgaben? Dann ist der Begriff Mitarbeiter korrekt, ansonsten müsste es Kollegen heißen.

Leider müssen wir das Arbeitsverhältnis mit Herrn XY betriebsbedingt wegen Geschäftsaufgabe beenden. Wir bedauern dies außerordentlich und danken ihm für die stets hervorragende und erfolgreiche Zusammenarbeit. Für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg wünschen wir ihm alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Das finde ich deutlich zu dick aufgetragen. Mag ja sein, dass du tatsächlich der Top-Mitarbeiter warst, trotzdem riecht das nahezu perfekte Zeugnis im Kontext der Geschäftsaufgabe doch sehr nach Gefälligkeitszeugnis.

Noch was: Das Ausstellungsdatum muss mit dem letzten Tag des Arbeitsverhältnisses übereinstimmen (auch wenn das ein Sonn- oder Feiertag ist).

Vielen Dank für die ausführliche Beurteilung meines Zeugnisses. Ich werde die Änderungen und Anregungen weitergeben und mal sehen was er daraus macht.

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Hallo Seba 1976,

eine Sache ist mir negativ in dem Zeugnis aufgefallen, die hier noch niemand erwähnt hat:

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kunden und Mitarbeitern war stets vorbildlich

Dueser Satz ist ja bekanntlich die Beurteilung deines Sozialverhaltens und somit ebenfalls für die meisten Personaler/ zukünftige AGs ein wichtiger Hinweis.
In dieser Reihenfolge "Vorgesetzten, Kunden und Mitarbeitern" bedeutet der Satz, dass du Probleme mit deinen Arbeitskollegen hattest.

Positiv (sehr gut) wäre die Aussage nur in folgender Reihenfolge:
     ..Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden....stets vorbildlich

Ansonsten ist es tatsächlich ein sehr gutes Zeugnis...... das was raidho hier schon angemerkt hat, empfinde ich genauso und würde es dahingehend verkürzen.            


Vielen Dank für den Hinweis. Ich werde das gleich verbessern lassen.

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alle bekannten floskeln sind da drin und die verwendung von "stets", "sehr", "vollste" etc. ist so häufig, dass man es schon beinahe nicht mehr lesen will.

wenn du damit das signal setzen willst, dass das ein gutes zeugnis ist, wird das klappen, allerdings wird sich ein guter personaler nicht ausschliesslich danach richten.

persönlich fand ich immer etwas unkonventionellere formulierungen besser, das hier sieht aus als hättest du aus einem "so schreibt man arbeitszeugnisse" buch abgeschrieben.

ich empfinde es als merkwürdig, wenn der offenbar beste mitarbeiter als erstes entlassen wird, wenn die auftragslage schlecht ist.
wenns wie hier eine betriebsaufgabe ist, ist das entkräftet, da wiederum spielt mit hinein, dass der ehemalige arbeitgeber kein risiko eingeht, wenn er JEDEM ein ausgezeichnetes zeugnis mitgibt.

wenn du also noch was verbessern willst, dann vielleicht auf diesem gebiet, damit es glaubwürdig ist, dass gerade du derjenige bist, der hier so gelobt wird, und nicht alle anderen auch, die jetzt arbeitslos werden.

ein empfehlungsschreiben, was zum arbeitszeugnis mit dazugelegt wird, wäre da eine idee. oder eine telefonnummer, persönlich habe ich durchaus auch mal den ex-chef eines bewerbers angerufen und gefragt. sehr hilfreich, manchmal :-)

ansonsten viel glück auch von mir

Vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar. Das Zeugnis hat tatsächlich mein Chef geschrieben und ich bin nicht der Erste der entlassen wird, sondern der Letzte. Er schätzt meine Arbeitsweise wirklich sehr und muß aus Altersgründen sein Geschäft leider aufgeben. Das mit der Telefonnummer hat er auch vorgeschlagen und werde ich natürlich dankbar annehmen. Das mit dem permanenten "stets", "sehr" und "vollste" ist mir auch aufgefallen, so dass ich eigentlich darauf hoffe, dass "raidho" noch einige Verbesserungsvorschläge schreibt, denn er/sie hat auch einige Satzkonstrukte bemängelt.

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