Wie würdet Ihr die Zeit mit jemandem verbringen der bald stirbt?

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16 Antworten

SpiritStar, ich bin momentan auch in einer solchen Situation, und kann gut verstehen, was gerade in Dir vorgeht. Den Menschen nicht alleine lassen, daß ist wichtig, jedoch solltest Du diese Person nicht erdrücken. Sie braucht auch ihre Zeit um mit sich selbst fertig zu werden. Wenn ich "meinen" lieben Menschen besuche, der wohl auch bald sterben wird (unheilbarer Krebs, verbunden mit starken Schmerzen), setzte ich mich zu ihm. Ich lasse ihn von seiner Krankheit reden, höre zu und spreche auch selbst mit ihm darüber. Aber wir machen es nicht zum Hauptthema. Man kann und soll es nicht ausklammern, wegschweigen. Die Sorgen und Ängste anhören, versuchen zu helfen. Ihn damit nicht alleine lassen. Es ist -bei mir zumindest- eine sehr schöne, wenn auch zugleich sehr traurige Angelegenheit, wie dieser Mensch jetzt sein Leben beurteilt, wie er es rückwirkend sieht. Ich bin jedesmal, wenn ich ihn dann wieder verlasse zwar zutiefst erschüttert und traurig, daß ich ihn in Bälde verlieren werde, aber eigenartigerweise auch sehr ruhig. Diese Situation gibt mir auch sehr viel, ich überdenke öfter mein eigenes Leben. Das Resultat ist, daß ich das Gefühl habe, meine gesetzten Prioritäten verschieben sich. Nun kann ich Dir nicht raten, wie Du persönlich damit umgehen sollst, aber ich glaube, daß dieser Mensch es Dir wert sein wird, wenn Du einfach "nur" bei ihm bleibst. Meistens spürt man, wann's "eng" wird, die Gefühle die Oberhand gewinnen, und man kann ihn einfach nur in den Arm nehmen. Aber lacht auch zusammen und redet über das Leben, die Welt. Wenn es dieser Person noch möglich ist zu reisen, fahrt oder geht los und genießt die verbleibende Zeit. Ich wünsche Dir viel Kraft und hoffe für euch, daß ihr noch viele schöne Tage zusammen erleben dürft.

Danke, das entspricht auch dem wie ich mit der Situation umgehen möchte.

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@SpiritStar

Gern geschehen. Ich glaube für mich, daß dieser Mensch und ich so damit umgehen können. Und hoffe natürlich, daß es für euch auch der richtige (?) Weg sein kann. Es ist so verdammt hart.

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Hey... ich habe genau das gleiche durchgemacht das kannst du hier lesen wenn du willst

http://www.gutefrage.net/frage/freundin-gestorben-und-langsam-kommen-die-schmerzen-was-nun#answer26356481

Ich habe in dieser Zeit beinahe gar nicht an mich selber gedacht sondern nur an die Person, die sterben wird. Ich habe versucht alle möglichen Wünsche zu erfüllen.... In meinem Fall hab ich sie geliebt bis zum Ende, aber da kommt es auch auf die Person an. Ich konnte es aushalten aber auch nur sehr schwer. Manche Menschen werden dabei an ihre Grenzen stoßen, weil sie immer den Gedanken haben, dass die Person bald sterben wird. Meine Freundin wollte kein Mitleid und deßhalb hab ich mich auch nicht verstellt und war wie immer (vor dem Wissen, dass sie stirbt) Sarkastisch usw. :)

Du kannst mir gerne schreiben, wenn du fragen hast. Vor allem wird es, wenn die Person dir sehr nahe stand, für dich schwierig...

Grüße, Reddyba

ich denke, diese frage kann man pauschal nicht beantworten....

da würde ich mich ganz nach dem kranken richten und mich anpassen, wie seine tagesform ist, was man machen könnte etc. ......

gespräche ergeben sich vermutlich von allein, das muss man auch sehen, ob man sentimental in erinnerungen schwelgt, rumphliosophiert oder nur zusammen schweigt.

weiterhin müsste man auch sehen, ob der kranke eine familie hat und ob und wie man sich die letzten tage aufteilt, arrangiert oder gemeinsam verbringt.

Eine wahrlich schwere Frage, aber wenn ich so überlege würde, und selbst der betroffene wäre, dann würde ich es am schönsten finden, wenn ich die Krankheit vergessen würde und ich sie nicht jeden Augenblick als Last bei mir hab. Versetz dich in die Situation des anderen, und frage dich was dir am besten gefallen würde oder was dir vielleicht helfen könnte. Oft sind es nur die kleinen Sachen, die das Leben schön machen auch wenn es jeden Augenblick zuende sein könnte. Also geb der Person das Gefühl, dass alles in Ordnung wäre. Seh dem ruhig entgegen. Denn wenn du verzweifelt bist, dann ist der gegenüber erst recht verzweifelt. :)

Gib ihm das Gefühl viel erlebt zu haben und versuch ihm die Angst vor dem Tod zu nehmen. Auf keinen Fall sollte er/sie dauernt belabert werden, wie schlecht doch die Lage ist; oder dieses elendige Mitleid immer.... Macht Dinge die ihr sonnst nie im Leben gemacht hättet, weil das Risiko zu hoch war ;-)

Ja, SpritStar, dass dann die Zeit wie Sand in den Händen wegrieselt und ich sie nutzen sollte, um mit ihnendie Dinge zu tun, die sie schon immer mal tun wollten, oder die ihnen allgemein wichtig sind. Aber unbedingt HELFEN, dass sie ihren Schock überwinden und sich nicht verkriechen, sondern den letzten Abschnitt des Lebens besonders geniessen und ausleben!!!

Jeder Tag soll eine besonderer Tag werden, der fotographisch festgehalten wird, wo nicht das Weinen und Trauer ausgelebt werden sollen, sondern gemeinsame Freude und Lachen..........

Die verbleibenden Tag voll auskosten mit einem Song oder sonstigen Erinnerungen und am Ende sammeln und eventuell incl. eine Art kleines Tagebuch mit vielen persönlichen Angelegenheiten und Geheimnissen verfassen, die dann ans Licht können ohne wenn und aber.

Mitleid und Tränen, sie werden eleminiert, nur das Schöne in den letzten Tagen seines Lebens würde von mir aktiviert werden, damit das Loslassen von dieser Welt leichter fällt und der Tod nicht im Vordergrund steht und wenn die Sonne untergeht und er diese Welt hinter sich lässt eine Lächel sich auf seinem sterbendem Gesicht abbildet.

Spaß haben. Leben. Einfach die Zeit die noch übrig bleibt, so gut es geht geniessen.

Was soll man jemandem sagen der an einer unheilbaren Krankheit leidet? Ich denke kein Wort der Welt kann das gut machen, was diesem Menschen wiederfahren ist und noch wiederfahren wird. Alles was du tun kannst, ist, ihn abzulenken und ihm noch schöne, glückliche Momente zu schenken.

Ich würde mich mit dem Gedanken befassen, dass nur noch wenig Zeit bleibt und dass ich es als Bekannter bzw Freund als meine Pflicht ansehe, meinem Freund zu ein paar letzten schönen Momenten zu verhelfen. Das tut mir aufjedenfall sehr leid für dich, und deinen Freund.

Es geht nicht um Spaß haben - es geht um innere Freude empfinden. Und die kann man nur, wenn man mit sich im Einklang ist. Dein Freund hat jetzt Zeit, sich auf sich selbst zu besinnen, auf das, was ihm im Leben wichtig war, und das abzuschließen, was für ihn noch ungeklärt ist. Reinen Tisch machen. Das kann der Mensch nur, wenn er im bewussten Kontakt mit seiner Seele lebt. Das haben wir meistens als Kinder nicht gelernt - wir mussten gehorchen, uns nach den anderen richten - so sein, wie man es von uns erwartete. Als Erwachsene funktionieren wir dann mehr oder weniger angepasst. Aber wir ALLE sind individuell verschieden - und unsere Seele leidet, wenn wir im Mainstream mitschwimmen, und einfach das tun, was alle anderen für richtig halten. In uns ist noch sehr viel mehr. Vorschlagen möchte ich, dass Du Dich - und Dein Freund für sich - mit dem Übergang beschäftigt - wie er stattfindet, und was danach kommt. Denn wenn der Körper stirbt - stibt die Seele nciht; sie geht nur weiter, auf eine andere Bewusstseinsebene. Ich weiß, wovon ich rede; ich war schon fünf mal tot in diesem Leben, und bin immer wieder zurück gekommen.

Dein Freund - und Du - Ihr solltet die restliche Zeit, die er noch hier hat, nicht mit Unsinnigem verplempern - damit meine ich "Zeitvertreib"; schon dieser Begriff zeigt, dass das das Dümmste ist, was man mit seinem Leben anfangen kann: Das Kostbarste, was man hat - seine Lebenzeit - zu vertreiben. Dein Freund wird es sehr zu schätzen wissen, wenn Du ihm mit dieser Einstellung begegnest.

Spaß zu haben ist keine Zeitverwendung, denn Spaß ist auch Freude, je nachdem was von davon für eine Aufassung hat. Einem Fohlen auf der Koppel beim Bocken zuzuschauen kann sehr viel Spaß und Freude machen, daher schließt das eine das andere nicht aus. Und im Verständnis für die Tiefe in solchen vermeintlich einfachen Dingen liegt viel Kraft. Trotzdem verstehe ich was Du mit deiner Antwort sagen möchtest. Und werde Ich ihm helfen ungeklärte Dinge noch abzuschließen, soweit ich das kann und darf. Da ich selbst auch schon mehrfach klinisch Tod war, kann ich denke ich gut nachvollziehen wie der Übergang stattfindet und die Angst davor nehmen. Jedoch finde ich jeden Hinweis von jedem Menschen wichtig, denn jeder hat auf seine Art mir einen wichtigen und wertvollen Hinweis zu diesem Thema gegeben.

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@SpiritStar

Ich hatte sehr viel Spaß im Leben - bis ich im Alter von 38 Jahren starb - und dabei erfuhr, dass ich mit dem, weshalb ich gekommen war - NOCH GAR NICHT ANGEFANGEN HATTE. Denn wir sind nicht hier, um "nur" Spaß zu haben; das Leben hat auch was Ernstes; und wenn jemand stirbt, geht es nicht darum, den Spaß auszudehnen, sondern dem Ernst ins Gesicht zu sehen - sich ihm zu stellen. Ich möchte sogar so weit gehen, zu sagen: Das ist es, weshalb er stirbt.

Deshalb machte ich die Unterscheidung zwischen Spaß und Freude. Und deshalb musste ich jetzt auch noch mal antworten.

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Ich würde einfach noch mehr Zeit mit ihm verbringen wollen. Einfach, weil ich wüsste, dass die Person in Zukunft nicht mehr da sein wird.

Zudem würde ich ihn Fragen, ob es Sachen gibt, die er gerne noch erleben würde und versuchen dies in die Wege zu leiten.

Zeit ist für jemand der dem Tod Nahe steht allerdings das Kostbarste, darum schenk ihm soviel von deiner Zeit wie du kannst.

Ich hoffe die kurze Antwort hilft dir weiter. Grüsse aufGeregt =)

Gehe so gut Du kannst auf den Sterbenden ein aber mach sein sterben nicht dauernd von Dir aus zum grossen Thema. Ablenkung und ein Verhalten als wäre der Mensch (noch) gesund, kann auch gut tun und Trost spenden.

Allein die Zeit die noch bleibt mit ihm zu nutzen. Ich selbst habe sowas schon 3 x erlebt. Lange Gespräche, da sein, das Gefühl geben nicht allein zu sein. 2 konnten sich noch von mir verabschiedn. Das ist schon ein gutes Gefühl für später für Dich. Einfach nur dasein und die Person spüren lassen, man ist in Ihrer Nähe und man fühlt mit. Mein Schwager lag im Sterben. Bronchialkarzinom nicht mehr heilbar. Die letzten Tage im Krankenhaus und die letzen 3 Tage zu hause. Er wollte nach Hause. Er ist ganz friedlich eingeschlafen. Die ganze Familie war da, und er war glücklich das wir da waren.

Da ich durch ein grausames Schicksal selbst gesundheitlich am Boden liege, würde ich den Kontakt zu Sterbenden vermeiden, um nicht noch mehr runter zu kommen. Denn das ist sehr anstrengend.

Du hast Recht und Unrecht - die meisten Menschen ergeben sich in Ihr Schicksal, jedoch gibt es auch Menschen die niemals aufgeben, egal was der Arzt oder wer auch immer an Prognosen abgibt und egal wie aussichtslos die Lage ist. Diese Menschen könnem einem sehr viel Kraft geben... Leider ist es dies aber eher selten.

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ich würd den ganzen tag heulen..aber wenn ichs nicht machen würde, würde ich die ganze zeit was mit ihm/ihr machen und so gut es geht ihn ablenken

fussbalspielen und den tag als highlight enden lassen

Ihn Fragen wie er das Leben im großen und ganzen fand

toll! Das muntert ihn/sie auch bestimmt auf! ^^

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am besten bewertest du ihn, wie er so als Freund war

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Ich Danke Euch sehr für die bisherigen Antworten.

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