Wie würdet ihr die Außenpolitik in der Weimarer Republik beschreiben?

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4 Antworten

Die Rahmenbedingungen, unter denen die Außenpolitiker in dieser Zeit arbeiten mussten, waren sehr ungünstig: ein feindseliges, aggressives europäisches Ausland (Ruhrbesetzung), desinteressierte Amerikaner, ein "Friedens"vertrag mit sehr harten Bedingungen, Unbeliebtheit in der eigenen Bevölkerung etc. Dass es trotzdem gelungen ist, Deutschland mit der Aufnahme in den Völkerbund wieder in so kurzer Zeit zurück in die Riege der europäischen Großmächte zu führen, ist eine große Leistung. Es war ein großes Unglück für die deutsche Außenpolitik, dass Stresemann so früh gestorben ist. Aber er hatte auch Glück, mit Aristide Briand einen vernünftigen Partner auf französischer Seite zu haben.

Der Vertrag von Rapallo mit Sowjetrussland ist eher kritisch zu betrachten. Er hat zwar den Deutschen außenpolitischen Spielraum verschafft, aber mit den Sowjets paktieren....?! Außerdem war die Ausrichtung des Vertrages ziemlich antipolnisch, was die Nachbarn der Deutschen sicher nicht beruhigt hat (die Polen waren mindestens so deutschenfeindlich, wenn nicht mehr, aber das ist eine andere Sache)

Gustav Stresemann in seiner Zeit als Reichsministär des Auswärtigen Friedensnobelpreisträger sagt denke ich schon viel.

Wenn man betrachtet wie gebeutelt das DR nach dem 1.WW war und was die Weimarer Republik daraus gemacht hat (Dawes-Plan, Locarno-Konferenz usw.) dann möchte ich behaupten die Außenpolitik, vor allem mit Frankreich bzw. Aristide Briand war Staatsmännisch auf höchsten Niveau.

Die Außenpolitik in den Zwanziger Jahren........

1922 der Vertrag Rapallo Die Vertragpartner waren Deutschland und die UdSSR (Russland) verbünden, um so aus ihrer außenpolitischen Isolation auszubrechen. Der Rapallo-Vertrag war ein Freundschaft und Handelsvertrag in dem Botschaften ausgedauscht werden, wobei heimlich in der UdSSR Waffen produziert und getestet werden, das ist dann ein Bruch des Verailler Vertrages durch Deutschland war! Die Folgen: Schock bei Westalliierten und bei den Rechten in Deutschland, Mord an Außenminister Rathenau (DDP/Jude)

1925 Vertrag Locarno Das Ziel war die Aussöhnung mit den Westmächten Verträge:

  1. Deutschland garantiert die Grenzen zu Frankreich und Belgien (d.h freiwillige Abtretung von Elsass-Lothringen an Frankreich)
  2. Deutschland garantiert, die Grenze zu Polen nicht gewaltsam zu verändern, erkennt sich als solche aber nicht an
  3. Verpflichtung von Frankreich, Großbrittanien, Italien, Belgien und Deutschland gegenüber den USA, keinen Krieg gegeneinander zu führen.

1926 Berliner Vertrag Vertragspartner waren Deutschland und UdSSR. Der Inhalt: gegenseitige Neutralität im Falle eines Krieges. Die Folge: Beruhigung der UdSSR nach Locarno.

1926 Völkerbund Es wurde das Ziel erreicht dass Deutschand in den Völkerbund aufgenommen wird. Wirkung: Politische Gleichstellung Deutschland in der Welt.

So, das ist die Außenpolitik in der Weimarer Republik in den zwanziger Jahren.

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