Wie würden wir heute auf Paulus Saulus lehren reagieren?

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4 Antworten

Die Frage wäre, was genau er wo genau lehren würde.

Damals hatte er ja schon ziemlich verschiedene Zielgruppen und sehr unterschiedlich geartete Gemeinden. Und genau so unterschiedlich ist er da herangegangen.

Die wichtigste theologische Frage in den jüdischen und christlichen Gemeinden seiner Zeit war ja: Welche Regeln muss ich beachten, um von Gott angenommen zu werden und nach meinem Tod ins ewige Reich Gottes zu gelangen.

Diese Frage wird heutzutage aber kaum noch gestellt. Bestenfalls kommt sie in fundamentalistischen Randgruppen auf den Tisch.

Deswegen ist eine Übertragung auf die heutige Zeit nicht leicht. Wenn Paulus ganu so lehren würde wie früher, dann würde er wohl an den Leuten vorbeireden.

Aber viel wahrscheinlicher wäre wohl, dass er ein aktuelles (Un-)Glaubensthema aufgreifen würde.

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Jesus hatte ihn bei der Erscheinung auf dem Weg nach Damaskus wissen lassen, dass Paulus ein auserwähltes Rüstzeug für die Verkündigung des Evangeliums sein soll. Dies würde sich auch nicht ändern, würde er heute noch leben. Das Problem ist, dass er auf eine weitgehend säkulare Menschheit treffen würde. Die würde ihn genauso verachten wie ein Großteil seiner Zeitgenossen, unabhängig ob gläubig oder ungläubig. Tatsache ist, dass Paulus römischer Staatsbürger und gleichzeitig Jude war. Damit hatte er zwar einen rechtlich besseren Stand, was ihm aber letztlich nichts nützte, weil er sich auf den Kaiser berief.

Die Verkündigung des Evangeliums war der Anlass für seinen Märtyrertod. Heute gibt es nur wenige Länder, die solche extreme religiöse Haltung haben, aber es ist nicht auszuschließen, dass die von ihm verkündigte Wahrheit nicht den Anklang unserer Kirchen findet. Paulus hielt nämlich den Sabbat und hielt gar nichts davon, bei religiösen Streitfragen keine klare Antwort zu geben. Paulus war für viele schwierig, weil er weder die religiöse Richtung des Judentums vertrat noch die im alten Rom und Griechenland vertretenen Sichtweisen.

Er hätte angesichts der Tatsache, dass das heutige religiöse System veränderte Gebote als Gottes Gebote lehrt und der Prophet Daniel diese Rechtswidrigkeit bereits mehr als 600 Jahre früher als antichristlich erklärt hatte, auf diesen Abfall von Gott hinwiesen. Auch kannte Paulus keine Kindertaufe und keine Unsterblichkeit der Seele. Das hätte er mit Sicherheit angeprangert und wäre dadurch in große Schwierigkeiten geraten, weil die Kirche sich nicht gerne korrigiert. Paulus wäre bei der Wahrheit geblieben.

Auch hatte Paulus andere Vorstellungen über das christliche Schicksal. Er kannte die Auferstehung der Toten und die Verwandlung der lebenden Gläubigen, die Jesus bei seiner Wiederkunft von Engeln entgegen gerückt werden sollen in der Luft. Der weitere Ablauf der Erlösungsgeschichte ist nicht in 5 Minuten zu erklären. Ich würde gerne dazu etwas sagen, aber dann müsste ich mindestens ein kleines Buch schreiben. Auf jeden Fall sieht das ganz anders aus, als in den meisten Glaubensbekenntnissen. Und das ist nicht unwichtig, weil es Bestandteil des Erlösungsplans Jesu ist, den Paulus verkündigte.

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Hi,

ich schätze, der würde in seinen Sandalen und Kutte ziemlich schnell in der Geschlossenen landen. Da sitzen schon mehr, die behaupten Jesu, Gott und der Messias zu sein. Da machen ein paar Propheten mehr oder weniger auch nichts aus.

Gruß
Falke

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Dann würde er seine Antwort in "Röm.8,2" mit Nachdruck lehren.

Du würdest diese Aussage wohl genau so verwerfen wie die anderen Leute damals, oder (2.Kor.12,20) ?

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