Wie würde die Welt heute aussehen,wenn Thronfolger Franz Ferdinand den Attentat auf ihn in Sarajevo überlebt hätte ?

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Das Attentat war die Folge des österreichischen Imperialismus und Vorwand für weitere Annexionen. Ob tot oder lebendig spielte keine Rolle. Österreich hätte trotzdem losgeschlagen gegnen Serbien, auch wenn der Franz F. überlebt hätte.
Österreich besetzte nämlich 1908 Bosnien-Herzegowina. Die
Folge ein gerechter serbischer Widerstand gegen Österreich in Bosnien-Herzegowina. Besuch des Thronfolgers Franz F. in Bosnien mit Attentat auf diesen unerwünschten Besucher. Außerdem hatte Österreich Appetit bekommen nach dieser Annexion. Österreich nutzte den Vorwand um auch Serbien zu Schlucken. Die Österreicher dachten dabei an einen begrenzten Waffengang zuerst gegen die Serben, meinten Russland würde stillhalten. Ferner hatte Österreich auch Annexionspläne bezüglich Mazedonien und Albanien. Deutschland war mit schuld, weil Österreich sich ohne Bündnisgarantie nicht getraut hätte Bosnien zu besetzen, geschweige Serbien anzugreifen. Also der  1. Weltkrieg begann im Endeffekt, als Österreich, mit deutscher Rückendeckung, Bosnien-Herzegowina besetzte. Ohne österreichischen Imperialismus, kein Weltkrieg. Das Pulverfass war Österreich und Deutschland.

auch nicht wirklich viel anders. die ermordnung franz ferdinands war nur der tropfen der das pulverfass zum explodieren brachte oder der funken, der das fass überlaufen ließ. wie auch immer :-)

und was hitler betrifft. der war mehr eine galionsfigur als wirklicher akteur in der ganzen angelegenheit. seine gesinnung und herkunft oder so hat natürlich perfekt gepasst. aber es hätte sich auch wer anders gefunden.

lg, Anna

Die Ermordung des Kronprinzen war ja nur der Ausloeser des Ersten Weltkrieges. Es haette sich dann ein anderer Grund gefunden, denn die Situation zu dieser Zeit war so, etliche Laender wollten eine Neuafteilung, vor allen Dingen auch der Kolonien.

In der Folge haette sich nichts geaendert, waere Hitler im Ersten Weltkrieg gefallen, dann wuerde ein ANDERER an seiner Stelle die gleichen Fehler machen, denn so ein Mann, der nach vorne geht , ohne Gewissen, haette sich sicherlich angefunden?

Also alles nur Spekulation, wenn , aber, waere?

https://de.wikipedia.org/wiki/Kernspaltung

Ein Truschluss mit der A-Bombe.

1932  James Chadwick

1934  Enrico Fermi

1938  Otto Hahn / Fritz Strassmann

1939  Lise Meitner

1939  Nils Bohr

!942  Fermini erste Experiment gelungen mit der Kernspaltung.

!945  Atombombenabwurf auf Hiroshima.

An der Reihenfolge kann man ablesen, die Forschung war schon vor dem Zweiten Weltkrieg soweit, alles andere war eine Frage der Recourcen und des Geldes.

Somit waere die A-Bombe, wenn auch verzoegert, auf jeden Fall entwickelt worden.

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@zetra

Möglicherweise wäre in diesem Fall die A-Bombe sogar noch früher erfunden worden. Wäre Nazideutschland, nämlich damals nicht der Feind gewesen, hätten auch die deutschen Experten an der Entwicklung mitarbeiten können. Ich empfehle an dieser Stelle "Heller als 1000 Sonnen" von Robert Jungk, dieses Buch beschreibt sehr anschaulich wie die deutschen Wissenschaftler absichtlich, Versuche der Nazis an eine eigene A-Bombe zu kommen, verzögert haben. Diese Überlegungen sind natürlich hochgradig spekulativ, aber ich denke, dass man mit deutscher Beteiligung durchaus in der Lage gewesen wäre die Bombe ein, zwei Jahre früher zu haben.

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@hndrk

Die Expertin Meitner hat man aus dem Land getrieben, weil sie Juedin war. 

Einstein war kein Profi auf diesem Gebiet, aber seine Meinung, DE arbeitet intensiv an einer Bombe, forcierte das Programm in Los Alamos.

Dann gab es noch einen Ungarn, der auch mit an der Kernspaltung forschte usw.

Wir koennen nur froh sein, dass die Naniz, faehige Wissenschaftler durch ihre Politik der Judenverfolgung, ins Ausland trieben.

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@zetra

Der motivierende Faktor durch den "Wettlauf zur A-Bombe" fiele damit natürlich weg, das stimmt. Allerdings war die geballte intellektuelle Leistung in Deutschland auch ohne die vertriebenen nicht zu unterschätzen.

Ein schöner Traum, wenn man überlegt wo wir jetzt sein könnten, wenn wir uns diese unsäglichen Kriege erspart hätten und statt dessen von Anfang an zusammengearbeitet hätten.

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@hndrk

Das Rad der Geschichte wieder zurueck zu drehen und dann eine bessere Loesung wie die "Gelaufende" zu praktizieren, geht leider nicht. Allerdings, Traeume sind erlaubt. Gruss, zetra. 

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@hndrk

Nun musst du aber noch zu erkennen geben, was daran nun gut oder schlecht waere, wenn DE die Bombe vorher haette?  hndrk

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@zetra

Da hast du mich missverstanden, die beiden Szenarien waren völlig unabhängig voneinander.

Das Problem mit neuen Bomben ist immer, dass sie auch irgendwann eingesetzt werden. Wer auch immer die A-Bombe erfunden hätte, das Ergebnis wäre wohl das Selbe geblieben. (Einsatz + Wettrüsten)

In meinem zweiten Szenario habe ich eher an eine Welt gedacht, die von Anfang an OHNE Krieg friedlich zusammengearbeitet hätte.

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@hndrk

Sagen wir es so ohne Weltkrieg I wäre Hitler ein unbedeutender Maler geplieben,  die Bombe wäre ggf auch entwickelt worden ,nur die Frage des Einsatzes wäre offen geplieben.

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Das Attentat war ein willkommerner Anlaß. Es war nicht die Ursache des Weltkrieges. Österreich-Ungarn war auf Serbien scharf. Es hätte auch einen anderen Grund gefunden, Serbien anzugreifen.

Nicht Österreich-Ungarn war scharf auf Serbien, sondern serbische Nationalisten forderten ein vereintes Serbien und da wären Gebiete Österreich-Ungarns betroffen gewesen. Der Besuch von Franz-Ferdinand wurde als Provokation gesehen und daher der Mord.

Mit dem willkommenen Anlass hast du recht, denn Kriegspläne lagen in Österreich-Ungarn sowie in Preußen schon seit den 1890er-Jahren in den Schubladen. Die beiden Großmächte waren dennoch nicht auf solch einen Krieg vorbereitet.

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@Jack98765

Entschuldige bitte, daß ich lache. "Gebiete Österreich-Ungarns"?  Du meinst sicherlich Gebiete, die durch Österreich-Ungarn kurz vorher widerrechtlich besetzt und annektiert wurden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bosnische_Annexionskrise

Ich empfehle Dir, Dich mal über die Rolle solcher Entscheidungsträger wie General von Hötzendorf zu informieren.

"der zuvor mehrmals vergeblich Präventivkriege der Monarchie gegen Italien und Serbien vorgeschlagen hatte, spielte eine wichtige Rolle in der Julikrise,
[...]
Der Thronfolger distanzierte sich von Conrad zunehmend wegen dessen aggressiven Annexionismus. Conrad sah als einziges Heilmittel für die schwierige innenpolitische Lage weniger eine zwischen den Nationalitäten der Monarchie ausgleichende, sondern eine auf den Balkan ausgreifende Politik an.[21] Er wollte durch Eingliederung Serbiens in ein südslawisches habsburgisches Königreich den Dualismus durch einen Trialismus ersetzten.
[...]
In den Jahren 1913 und 1914 forderte Conrad nicht weniger als fünfundzwanzigmal vergeblich den Krieg gegen Serbien,[24] bevor dieser dann tatsächlich zu Stande kam.
[...]
Er gehörte mit den wichtigsten Exponenten der Gesamtmonarchie, dem k.u.k. Außenminister Leopold Berchtold, dem österreichischen Ministerpräsidenten Karl Stürgkh, dem gemeinsamen Finanzminister Leon Biliński und dem k.u.k. Kriegsminister Alexander von Krobatin zur so genannten Kriegspartei, den Befürwortern einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Serbien.[26]"


https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Conrad_von_H%C3%B6tzendorf

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@Jack98765

"Die beiden Großmächte waren dennoch nicht auf solch einen Krieg vorbereitet."

Ach nein? Warum haben Sie den Krieg dann angefangen? Warum hat Österreich das Ultimatum an Serbien so abgefaßt, daß es unanehmbar war? Warum hat mat trotz des größtmöglichen Entgegenkommens Serbiens, wonach Wilhelm II. meinte, daß damit der Kriegsgrund weggefallen sei, Serbien trotzdem den Krieg erklärt?

Abgesehen davon spricht auch der Kriegsrat vom  8. Dezember 1912 eine andere Sprache: Man wollte den großen Krieg nicht beginnen, bevor der Nord-Ostsee-Kanal für die neuen Kriegsschiffe verbreitert war. Am 23. Juli 1914 waren die Umbauten fertig. 5 Tage später erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsrat_vom_8._Dezember_1912

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@Hegemon

Man muss sagen Serbien ,hatte 1918 sein Kriegszihl erreicht ,denn Jugoslawien mit Bosnien ,Slowenien und Kroatien war nichts anders als Grossseerbien was sie wollten ,flog ja 1991brutal auseinander.

Ein anders Problem war, dass die Staaten in ihren Bündnissen so gefangen waren ,dass sich d eine Dynamik entwickelte die Nimand wollte ,Wilhelm II und der Zar Nikolaus waren sogar verwandelt und befreundet ,hatten regen Briefwechsel, dennoch handeln sie aufgrund ihrer Bündnisse D mit Österreich und Russland mit Frankreich und Serben total anders.

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@Schlauerfuchs

"Man muss sagen Serbien ,hatte 1918 sein Kriegszihl erreicht

,denn Jugoslawien mit Bosnien ,Slowenien und Kroatien war nichts anders als Grossseerbien was sie wollten"

Daraus läßt sich allerdings nicht ableiten, daß Serbien diesen Waffengang gewollt habe. Bekanntlich ist es dem provokativen Ultimatum Habsburgs fast bis zur Selbstverleugnung entgegengekommen, um den Krieg zu vermeiden.

",flog ja 1991brutal auseinander."

Das "flog" nicht einfach so auseinander, sondern wurde gezielt von außen auseinandergerissen - mit Geld, Waffen und Kriegsausbildung.

https://www.heise.de/tp/features/Der-Staat-Jugoslawien-stand-dem-strategischen-Entwurf-der-USA-im-Wege-3378506.html

"Ein anders Problem war, dass die Staaten in ihren Bündnissen so gefangen waren ,dass sich d eine Dynamik entwickelte die Nimand wollte ,Wilhelm II und der Zar Nikolaus waren sogar verwandelt und befreundet ,hatten regen Briefwechsel, dennoch handeln sie aufgrund ihrer Bündnisse."

Bitte mal in aller Aufmerksamkeit den obigen Link über den Kriegsrat lesen! Dazu habe ich ihn ja verlinkt.

Tatsächlich wußte man schon lange vorher, welche Dynamik solch ein Konflikt entwickeln mußte. Man wußte genau, daß es zum Waffengang gegen Rußland, England und Frankreich kommen würde. Das ist Inhalt des Kriegsrates wie auch des Schlieffenplanes.

Daß Wilhelm sich mit Vetter Nicki Briefchen schrieb, steht dazu nicht im Widerspruch. Die beiden hatten derart die Bodenhaftung verloren (falls sie sie überhaupt je gehabt haben), daß sich sich nicht vorstellen konnten, daß die Königshäuser mal selbst von den Ereignissen tangiert würden. Daß das Volk sich gegenseitig Körperteile wegschießen würde, wußte man und nahm man achselzuckend in Kauf. Es war ja nur das Volk.

Das Einzige, was man vorher nicht ahnte, war die rasante militärtechnische Entwicklung.

Was Du hier über ungeahnte Dynamik" wiedergibst, erinnert sehr an das zweifelhafte Narrativ Christopher Clarks. Der allerdings mißt dem Kriegsrat keine Bedeutung zu. So kann man Geschichte freilich auch klittern.


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Ich nehme an, man hätte auch ein nicht erfolgreiches Attentat zum Anlass genommen, Serbien den Krieg zu erklären. 

Wenn sich aber ergeben hätte, dass kein Krieg ausgebrochen wäre, hätte sich in der Tat einiges anderes entwickeln, und ich gebe Dir auch Recht, auch die Militärtechnik wäre bestimmt nicht so schnell vorangekommen. Möglicherweise wären zivile Bereiche schneller vorangekommen.

Ich denke aber auch, wie es hier Vorposter schon geschrieben haben, dass der Krieg bei anderer Gelegenheit ausgebrochen wäre, weil man vor allem in Berlin ihn doch wollte.

So oder so sehr spekulativ.

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