Wie würde Deutschland heute aussehn wenn das Naziregieme bis heute nicht besiegt worden wäre?

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17 Antworten

Ich finde diese Fragestellung noch nicht eindeutig genug. Nicht besiegt ist nicht gleich gewonnen. Es gäbe verschiedene Zukunftsaussichten, auf die man sich stützen könnte:

  • Die Nationalsozialisten hätten ihr Territorium bereits ausgeweitet.
  • Die Nationalsozialisten befänden sich in ständiger Belagerung / mehreren kriegerischen Patt-Situationen. Dabei könnte man zwischen tendenziellen Bewegungen unterscheiden: Einem Vormarsch oder dem Rückzug.

Bei letzterer Alternative (+ Rückzug) würde ich wohl meinen, dass Deutschland in einigen Gegenden noch immer einem Trümmerhaufen ähneln würde. Früher oder später würde man auf Ressourcen-Engpässe stoßen, da die Alliierten den Import von Waren boykottieren würden. Die immensen Kriegskosten hätten viele existierende Wirtschaftszweige ebenfalls heruntergewirtschaftet. Zudem wären inzwischen sicher ganz andere Waffen eingesetzt worden (Atomwaffen, biochemische Waffen, o.ä.).

Des Weiteren wäre, trotz jeglicher Propaganda, einmal die Moral der Menschen im Land zu betrachten. Würden sie sich nach jahrelangem Krieg wirklich noch hinter diesen stellen?

Hallo RMadeInGermany!

Erich Kästner hat diese Frage - bezogen auf den Ersten Weltkrieg - in seinem Gedicht "Die andre Möglichkeit" beantwortet. Dies kann man ohne weiteres auf Weltkrieg II übertragen.

Die andre Möglichkeit

Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
mit Wogenprall und Sturmgebraus,
dann wäre Deutschland nicht zu retten
und gliche einem Irrenhaus.

Man würde uns nach Noten zähmen
wie einen wilden Völkerstamm.
Wir sprängen, wenn Sergeanten kämen,
vom Trottoir und stünden stramm.

Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
dann wären wir ein stolzer Staat.
Und preßten noch in unsern Betten
die Hände an die Hosennaht.

Die Frauen müßten Kinder werfen.
Ein Kind im Jahre. Oder Haft.
Der Staat braucht Kinder als Konserven.
Und Blut schmeckt ihm wie Himbeersaft.

Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
dann wär der Himmel national.
Die Pfarrer trügen Epauletten.
Und Gott wär deutscher General.

Die Grenze wär ein Schützengraben.
Der Mond wär ein Gefreitenknopf.
Wir würden einen Kaiser haben
und einen Helm statt einem Kopf.

Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
dann wäre jedermann Soldat.
Ein Volk der Laffen und Lafetten!
Und ringsherum wär Stacheldraht!

Dann würde auf Befehl geboren.
Weil Menschen ziemlich billig sind.
Und weil man mit Kanonenrohren
allein die Kriege nicht gewinnt.

Dann läge die Vernunft in Ketten.
Und stünde stündlich vor Gericht.
Und Kriege gäb's wie Operetten.
Wenn wir den Krieg gewonnen hätten -
zum Glück gewannen wir ihn nicht!
_____

Die Ausgabe von Kästner Gedichten von 1981 enthält zu diesem Gedicht folgende Anmerkung von Kästner:

"Dieses Gedicht, das nach dem Weltkrieg "römisch Eins" entstand, erwarb sich damals, außer verständlichen und selbstverständlichen Feindschaften, auch unvermutete Feinde. Das "Zum Glück" der letzten Zeile wurde für eine Art Jubelruf gehalten und war doch eine sehr, sehr bittere Bemerkung. Nun haben wir schon wieder einen Krieg verloren, und das Gedicht wird noch immer mißverstanden werden."

Gruß Friedemann

Hierzu nen Literatur-Tipp:

"Was wäre geschehen, wenn?" von Robert Cowley. In dem Buch werden möglich Szenarien/Folgen beschrieben, die sich ergeben könnten wenn bestimmte militärische Auseinandersetzungen bzw. Kriege anders verlaufen wären. Wie Hitler nen Krieg gewinnen könnte steht auch drin.

Gibt es als Taschenbuch.

Es gibt von Cowley noch nen zweites Buch mit ähnlichem Inhalt "Was wäre geschehen, wenn ?" Da gehts aber nicht um Militärgeschichte, sondern um andere Themen.

Beispiel: "Petrus verschont Jesus" - gäbe es dann ein Christentum bzw wie sähe die heute christlich geprägte Kultur aus ?

Die Beantwortung fällt in den Bereich spekulativer Beliebigkeit. Je nach Neigung kann man sich da alles mögliche zusammenphantasieren - läuft aber Gefahr, sich in einem Wolkenkuckucksheim zu verirren und dabei zu übersehen, dass das Naziregime scheitern MUSSTE. :-)

Robert Harris schrieb dazu einen spannenden Roman(bereits verfilmt) Titel: Vaterland. Eher wissenschaftlich beschäftigte sich Ralph Giordano mit dem Thema: "Wenn H.( Nachhname komplett ausgeschrieben) den Krieg gewonnen hätte".

Wir hätten alle einen Schäferhund zu Hause und würden singen
"Schwarzbraun ist die Haselnuss!"

666Phoenix 13.08.2017, 11:22

Aber nur einen deutschen Schäferhund!

1

- Bayern würde sich beschweren, im Länderfinanzausgleich so viel an Georgien zahlen zu müssen.

- Es wäre eine Ost-West-Stromtrasse in Planung, um westdeutsche Großstädte wie Berlin, Frankfurt oder Paris mit ostdeutschem Strom aus Kiew, Ekaterinburg und Omsk zu versorgen

- Die A2 würde bis Moskau reichen

- Die A1 würde bis Marseille reichen

- Nach langen Verhandlungen hat man sich geeinigt, daß kasachische Arbeitnehmer, die im deutschen Wolgograd arbeiten, in Deutschland weniger Steuern zahlen müssen.

Wie in der Serie "The man in the high castle". Viele Menschen hätten nichts zu lachen wie Juden, Schwarze, Homosexuelle, Behinderte, Politisch andersdenke und und und. Ich glaube vielleicht hätte es dann einen großen Bürgerkrieg gegeben weil sich die Diskriminierten bzw. Angehörigen von den Diskriminierten zusammengetan hätten und gegen das Regime gekämpft hätten weil es wurden ja schon sehr viele Menschen diskriminiert nur weil irgendetwas anders war als das Naziregime wollte und wenn sich diese zusammengetan hätten hätten auch die moderne Naziwaffen und die Soldaten nichts geholfen.

Dann wäre die Welt wohl nicht mehr am Leben, da das System zum scheitern verurteilt wäre.

Wir hätten ggf. 2 Amerikas und 5 Länder wie Nordkorea

Es würde die Erde nicht mehr geben, weil schon längst ein 3ter und 4ter WK ausgebrochen wäre und es wäre wohl wie die Udssr und DDR zu Ende gegangen.

Hier wäre jetzt keine Wirtschaft, sondern große Armut.

Abgesehen davon, dass wir dann bereits den 2. oder 3. Atomkrieg hinter uns hätten und dass hier kein Stein mehr auf dem anderen stünde und wir verstrahlt, todkrank, hungrig und pleite wären, würde es uns hervorragend gehen ;-)

Dahika 13.08.2017, 09:46

2 Atomkrieg nicht. Einer reicht, um uns auszulöschen.

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Da gibt es einen Politthriller Roman von Robert Harris "Vaterland", der auch verfilmt wurde. Der geht dieser Frage nach... 

HansH41 13.08.2017, 14:26

...aus der Sicht eines Engländers.

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Ungefähr wie Nord-Korea, natürlich größer und blonder.

Dieses kranke System hätte sich eh  selbst erledigt.

Es gäbe überall Adolf-Hitler-Straßen, alle wären blond und hätten einen Schäferhund.

1:1 wie wolfenstein.

Snickerseater 13.08.2017, 03:01

das wollte ich auch schreiben xD

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Geografisch gesehen größer und nach Ideologie des Nationalsozialismus des dritten reiches, technisch und medizinisch gesehenen fortschrittlicher.

Der Flüchtlingsstrom würde in die andere Richtung ziehen....

Franz01279 13.08.2017, 08:39

Den gäbs nicht

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Fox1013b 13.08.2017, 12:30

Ach so...dann waren die ins Exil fliehenden menschen unter dem Naziregime gar nicht existent...gut zu wissen.

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