Wie wirkt sich radioaktive Strahlung auf den Zerfall eines menschlichen Körpers aus?

2 Antworten

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Hier mal die Wirkung für lebende Organismen. Die biologische Wirkung ionisierender Strahlung (es gibt keine radioaktive Strahlung) geht zu etwa 98% auf die Bildung von Radikalen zurück, so wie es bei chemischen Karzinogene auch der Fall ist. Beim toten Gewebe bilden sich die Freien Radiakel natürlich weiter. Es gibt jedoch keine biologische Gegenwirkung mehr.

Die Wirkung von ionisierender und UV-Strahlung: Die Quanten der UV- Strahlung sind energetisch viel schwächer als z.B. Röntgen- oder Gamma- Quanten (Strahlung). Daher schaffen es UV-Quanten nicht Elektronen aus dem Coulomb-Potential von Atomen heraus zu lösen, sondern nur die weit schwächere Bindungsenergie von Molekülen zu überwinden. Das führt dann bei der UV-Strahlung „nur" zur Radikal-Bildung, während die ionisierende Strahlung im Prinzip Ionen (geladene Atome) und chemische Radikale erzeugen kann, da deren Quanten genug Energie haben um Elektronen aus dem Coulomb-Potential von Atomen zu lösen.

Was geschieht nun in den Zellen? Menschliche Zellen können sich selbst auf einen DNS-Schaden überprüfen und sich zerstören (Wiki Apoptose). Sollte der sehr seltene Fall eintreten, dass eine Zelle sich nicht mehr selbst überprüfen kann, gibt es noch das Immunsystem, welches solche Zellen zerstört. Für den noch selteneren Fall, dass auch das Immunsystem versagt, und es zu unkontrollierter Vervielfältigung (Krebs) kommt, kann im Frühstadion von den Nachbarzellen Immun-Alarm gegeben werden, worauf der betreffende wuchernde Zellhaufen zerstört wird. Erst wenn all diese natürlich erworbenen (Darwinismus) Schutzmechanismen versagen, kommt es zu einem Krebs-Geschwür. Man darf jedoch nicht vergessen, dass um 98% aller DNS-Schäden nicht die Kopie-Mechanismen treffen, sondern beliebig andere Informationen. Daher ist es ganz klar einzusehen, das 98% aller Zell-DNS-Schaeden sich im Altern darstellen. Weiter ist der zellschädigende Einfluss von chemischen Giften (Benzol, Arsensaure, ... siehe Wiki de.wikipedia.org/wiki/Karzinogen) viel umfangreicher, als die Wirkung der natürlich, ionisierenden Strahlung.

Weiter kann man die DNS-Schädigung auch eindämmen, wenn man radikal-fangende Stoffe wie Vitamin-C, Lycopin, Omega-3,6-Fettsaeuren, Flavonoide, ... zu sich nimmt (siehe Wiki Lycopin, Radikale (Chemie), Flavonoide, Radioprotektor, Theorie der freien Radikale. Mit Hilfe dieser Radikal-Fänger kann man also die Folgen von Radikalen, welche z.B. durch Strahlung im Körper erst gebildet werden, eindämmen.

Im Falle der chemischen DNS-Schädigung nimmt man chemische Radikale zu sich oder sie entstehen aus dem Stoffwechsel (Bsp. Radikaler Sauerstoff). Diese Radikale regen sich an beliebigen Molekülen ab, wobei diese Moleküle verändert werden (Proteinen, Fetten, ...). Ist eines dieser Moleküle ein DNS-Molekül, kommt es zu besagten DNS-Schäden, mit den angesprochenen Folgen (im seltensten Fall zu Krebs, hauptsächlich zur Alterung). Bringt man nun besondere Moleküle ein (Radikal-Fänger), kann man die Radikale unschädlich machen, bevor sie wichtige Moleküle wie die DNS beschädigen. Also Gemüse (Tomaten, rote Paprika,...) essen und viel Hagebutten-Tee trinken.

Bei der “radioaktiven“ Strahlung (fachlich besser ionisierenden-Strahlung) werden die Radikale erst im menschlichen Körper erzeugt. In seltenen Fällen trifft ein Strahlungs-Quant auch direkt z.B. das DNS-Molekül und erzeugt so auch angesprochene DNS-Schäden.Eines ist jedoch klar, man wird durch Strahlung NICHT selbst strahlend oder radioaktiv! Daher ist man nach einer Röntgenuntersuchung auch nicht radioaktiv. 10'te Klasse-Wissen!

Daher ist klar, dass z.B. starke Raucher, starke Sonnenbader verstärktem Altern unterliegen und bedingt erhöhtes Krebsrisiko haben.

Natürlich hat sich der menschliche Körper an ionisierende Strahlung im Bereich bis vielleicht max. 200 mSv pro Jahr gewöhnt, da es in der Natur so auftritt [en.wikipedia.org/Background radiation , ww.kerngedanken.de/2013/03/die-welt-nach-fukushima-teil-1-gefaehrliche-orte/]

Gegenmaßnahmen sind die Einnahme von angesprochenen Radiaklfängern wie Vitamin C (E300), Omega-3,6 – Fettsäuren, Radioprotektoren, dem Farbstoff Lycopin (E160d) und den Flavonoiden (Wiki Flavonoide, Lycopin, Radioprotektor). Natürlich sollte man starken Strahlenfeldern ausweichen.

Quellen:

http://www.zum.de/Faecher/Materialien/beck/chemkurs/cs11-17.htm

Etwas Allgemeines, was sehr oft falsch verstanden wird. Strahlung ist eigentlich niemals radioaktiv, sondern kann von radioaktiven Stoffen emittiert werden. Weiter kann man Strahlung auch in nicht radioaktiven Quellen erzeugen wie Röntgengeräte, Teilchenbeschleuniger. Strahlung, wie z.B. Röntgen-, Gamma, Alpha-, Beta-, Neutronen-Strahlung nennt man fachlich richtig ionisierende Strahlung. Diese 5 Strahlenarten grenzen sich so von der nicht ionisierenden Strahlung wie Wärmestrahlung (IR-Strahlung), Lichtstrahlung, elektromagnetische Strahlung (EM-Strahlung).

Was kann man da noch als langjähriges Mitglied des Fachverbandes für Strahlenschutz und Leiter von mehr als einem Dutzend Strahlenschutzkursen sagen; diese Antwort ist super. Falls dahinter ein Kollege steckt, wird er sich vielleicht erinnern, dass bei den Formulierungen "radioaktive (statt ionisierende) Strahlung, und "Verstrahlung (statt Kontamination)" abends eine Runde fällig war.

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@KHLange

Aus dem Strahlenschutz komme ich nicht direkt, jedoch aus der Kernphysik .

Das mit der "radioaktiven" Strahlung ist unter bestimmten Umständen jedoch richtig. Es gibt Experimente wo man Kanalstrahlen radioaktiver Stoffe erzeugt, um z.B. schnell zerfallende Isotope zu messen, und natürlich die Neutronen-Strahlung :-).

Jedoch ist es linguistisch sehr verwirrend, da die kosmische Strahlung ja auch allgemein als Strahlung kosmischen Ursprunges verstanden wird, und nicht als Bestrahlung mit Kosmionen :-). Aber leider hat das Volk bei der "radioaktiven" Strahlung diesen Zusammenhang verlernt, und denkt nun, dass man da selbst radioaktiv wird oder sonst was.

Unter solchen Bedingungen sollte man dem Volk auch linguistisch ein „Geländer“ zur Hand geben, so dass es mit etwas weniger Angst und Schrecken zur Röntgenuntersuchung gehen kann :-). Daher ist die Vokabel "ionisierende Strahlung" sehr sinnvoll.

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das is eine fundierte Antwort, aber eigentlich nicht auf meine Frage....

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@defrost

@ defrost: vielen Dank für Deine Beurteilung :-)

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Das wäre doch mal eine Frage, die du der Gerichtsmedizin stellen könntes. Die freuen sich sicherlich über Post von interessierten Bürgern.

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