Wie wirkt sich eine Wertminderung auf die Bilanz aus?

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2 Antworten

Mit der Totalabschreibung des durch Fremd- oder Eigenkapital finanzierten Wirtschaftsgutes verschwindet das in gleicher Weise aus der Aktiva, wie auch der Passiva - Bilanzminderung -.

Sofern die Finanzierung aus Eigenkapital bestand, mindern sich Aktiva und Passiva gleich.

Bei Fremdkapital welches nicht gemindert werden kann, entsteht hingegen eine Unterbilanz, die sich druch ein negatives Kapital auf der Aktivseite widerspiegelt.

Insolchem Falle spricht man von einem Aktivtausch - Anlagewert verschwindet und negatives Kapital wird an dessen Stelle auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen. 


So ist es. Stimmt (fast) genau. Bei so einer Totalabschreibung wäre ggf. der Schrottwert zu berücksichtigen, der bei Maschinen schon erheblich sein kann.

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@wfwbinder

In etwa so hoch wie die Kosten der Schrottentsorgung, wobei wir dann doch wieder relativ genau lägen!?!

In der Frage ist von einem Restwert des Anlagevermögens nichts zu lesen! - "Fott es fott"! - gilt auch ggfs. für Schrott!

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Die Maschine würde erst die reguläre Abschreibung erfahren, so der Grundsatz. Dann eine außergewöhnliche Abschreibung auf Null.

Der Buchungssatz lautet dementsprechend AfA und ao AfA an Maschine. Der Restsaldo sollte trotzdem noch den einen Euro enthalten, schließlich ist der Schrott ja noch im Betriebsvermögen.

Es findet in diesem Moment keine direkte Einflussnahme auf die Positionen der Passiv-Seite statt.

Wohlgemerkt - Auf die Positionen! Wer sofort die Konten abschließt hat natürlich auf der Passivseite der Bilanz einen Verlust stehen. Andere Geschäftsvorfälle soll es aus irgendwelchen Gründen zum Glück ja nicht gegeben haben. Sonst hättest Du ja nicht extra für die Frage ein Unternehmen gegründet ;-)

Dort auf der Passivseite macht man jetzt allerdings eine Eigenkaptialentwicklung. Also Einlagen abzüglich des Verlustes. Einige Programme neigen jetzt dazu, den Verlust mit dem anderen Eigenkapital auf der Aktivseite als Ausgleichposten zu setzen.

Eigenkapital auf der Aktivseite oder negativ auf der Passivseite sind ein klares Indiz für eine Überschuldung.

Das Fremdkapital wäre in der Regel nicht gedeckt. Jetzt hättest Du einen Anfangsverdacht einer Insolvenz - Außer Du sagst sofort: Das bezahle ich aus eigener Tasche oder die Maschine war versichert.

Jetzt müsstest Du überprüfen ob die Überschuldung tatsächlich real ist oder aus rein buchtechnischen Gründen entstanden ist.

So eine Überschuldungsbilanz wird also so aufgestellt, wie man dieses bei einer Aufgabebilanz auch tut. Der Zeitwert ist entscheidend. Deckt der Schrottwert noch das Fremdkapital? Dann wäre kein Insolvenzgrund aus dem Unfall erst einmal entstanden.

Kommt dabei natürlich auf den Wert an. 100.000 finanziert und 200.000 Euro Anschaffungskosten, bei einem Schrottwert von 20.000 Euro, da wäre die Überschuldung eindeutig.

Ist die gleiche Maschine aber nur zu 10% finanziert gewesen, also das Darlehen hat im Bilanzzeitpunkt 20.000 Euro betragen, dann wäre Deine Bilanz jetzt auf Null. Keine Überschuldung. Jetzt könnte es natürlich ein Liquiditätsproblem geben. Dieses muss man ernst nehmen.

Im nächsten Schritt wäre also die Liquidität zu prüfen. Entsteht da nur kurzfristig ein Zahlungsverzug, dann könnte dieses auch im Sinne der Insolvenzordnung noch gut gehen.

Anders sieht es jetzt aber aus, wenn keine weiteren Einnahmen zu erwarten sind und der Darlehensvertrag muss mit Zins und Tilgung erfüllt werden. Und sei es mit einer Vorfälligkeitsentschädigung... Dann wäre das Desaster womöglich perfekt.

Alles etwas kleinschrittiger und komplizierter als erwartet, aber sonst kommt man zu falschen Ergebnissen. Jedenfalls je nach Fallgestaltung. Also was passiert ist.

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