wie wirkt sich die stromstärke auf das Röntgenbild aus?

2 Antworten

es fliegen mehr elektronen vom wollframdraht weg und entstehen mehr röntgenstrahlen die das photopapier stärker verdunkeln.

heißt das das das bild dunker wird?

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Man hat eigentlich nur zwei grundlegende Einstell-Möglichkeiten an einem Röntgen-Gerät.

  1. Die Anoden-Spannung: Mit Hilfe der Anoden-Spannung variiert man das Bremsstrahlungs-Kontinuum über der Energie (siehe Wiki "Bremsstrahlung"). Die maximale Röntgen-Energie ist somit : e mal U(Anode). Die Anodenspannung variiert man, da unterschiedliche Gewebe-Arten unterschiedlich die Röntgenstrahlung absorbieren/streuen. Bsp. Schädel-Aufnahme mit etwa 70 kV, Lunge mit etwa 120 kV oder so ... Die Variation der Anodenspannung kann man vielleicht mit der Änderung der Farbe von sichtbarem Licht vergleichen. Beim sichtbaren Licht hat z.B. Blau eine höhere Energie als Rot.

  2. Die Kathoden-Heizung: Schon Edison hat bemerkt, dass um eine heiße Elektrode sich eine "Wolke" von Elektronen bildet. Diese Elektronen werden durch die thermische Energie der Elektroden-Heizung aus dem Elektroden-Material beschleunigt und fallen nach Abbremsung an z.B. Luft-Molekülen (jedoch eher durch die nun positv geladene Elektrode) wieder zur Elektrode zurück. Die Stärke dieser Elektronen-Wolke ist nun abhängig von der Temperatur der Elektronen-Heizung. Ist die Elektrode heiß, treten viele Elektronen aus. Ist die Elektrode kalt, treten nur sehr wenig Elektronen aus.

Wendet man nun das Prinzip der geheizten Elektrode bei einer Kathode an (Minus-Pol einer Röntgen-Röhre), und stellt der Kathode eine positiv geladene Anode (Plus-Pol einer Röntgen-Röhre) gegenüber, werden die Elektronen aus der beheizten Kathode (Elektronen-Wolke) zur Anode beschleunigt. An der Anode angekommen, "knallen" die Elektroden auf das Anoden-Material und erzeugen Bremsstrahlung und die charakteristische Röntgenstrahlung (in Abhängigkeit des Anoden-Materials und Anoden-Spannung).

Nun ist klar, je höher die Kathode der Röntgen-Röhre beheizt wird (je höher die Kathoden-Temp. ist) desto mehr Elektronen können die Kathode verlassen und sich auf den Weg zur Anode machen. -> Also, wärmere Kathode -> höherer Anoden-Strom -> mehr Röntgen-Strahlung. Beim Vergleich zum Licht entspräche das einer helleren Lampe. Jedoch die Lichtfarbe wird bei der Röntgen-Röhre von der Anoden-Spannung bestimmt, nicht vom Anoden-Strom :-).

Resultieren wirst Du als Patient stärker bestrahlt und somit auch der Röntgenfilm. In der Praxis variiert man den Anoden-Strom (also die Kathoden-Heizung) wenn man z.B. erst einen dünnen Menschen und danach einen dicken Menschen röntgen will. Beim dünnen Menschen reicht ein relativ kleinerer Anoden Strom aus. Beim dickeren Menschen absorbiert ja auch das Fettgewebe die Röntgenstrahlung, was die Röntgenstrahlung ungenutzt abschwächt. Damit nun der Röntgenfilm etwa gleich bestrahlt wird, also wie beim dünnen Menschen, muss der dicke Mensch mit einem stärkeren Röntgenstrahl (also höheren Anoden-Strom) bestrahlt werden.

Schöne Grüße. Alle Vokabeln findest Du auch bei Wikipedia.

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