Wie wirksam ist eine Wurzelspitzenresektion und welche Alternativen gibt es?

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4 Antworten

Die einzige "Alternative" besteht darin, den Zahn zu entfernen.

Wenn eine Wurzelkanalbehandlung fehlschlug, liegt es häufig daran, dass nicht bis in die kleinsten Veränstelungen der Zahnkanäle vorgedrungen werden konnte.

Dies ist aber notwendig, um den Zahn KEIMFREI zu bekommen. "Keimarm" bringt nichts, da die Entzündung nicht verschwinden wird, solang der Herd existiert.

Wenn Dein Zahnarzt Dir also zur Resektion rät, ist alles ausgeschöpft, was man alternativ zum Zahnerhalt beitragen könnte.

Die Resektion läuft immer gleich ab.

Der Zahn wird entweder VOR der Resektion komplett wurzelbefüllt und am Tage danach wird unter örtlicher Betäubung das Zahnfleisch um den betreffenden Zahn geschnitten, weggeklappt und danach mit einem Bohrer in Höhe der Wurzelspitzen durch den Kieferknochen gearbeitet.

Es rumpelt und ist nur deswegen unangenehm.

Dann werden die Wurzelspitzen gekappt und (falls noch nicht vorher geschehen, von UNTEN wurzelbefüllt, was sinnvoller ist, als oben benannte Füllung von OBEN).

Dann wird das Zahnfleisch zurückgeklappt und vernäht.

Je nach Lage im Mundraum, ist der Schnitt lang, oder weniger lang.

Danach werden Schmerzmittel verordnet, Du erhältst eine Krankschreibung und musst unbedüngt kühlen und Dich schonen.

Je nach Veranlagung und Befolgung der Hinweise, wird es anschwellen, sich evtl. verfärben (Bluterguss) und auch schmerzen.

Ist die Wunde verheilt, muss sich jedoch über Monate noch die Knochensubstanz nachbilden....

Nach entsprechender Abheil- und Wartezeit, wird der Zahn überkront.

Die Zahnerhaltrate ist gut, liegt bei ca. 90%.

Es gibt aber keine Garantie, dass der Zahn lebenslang erhalten werden kann.

Entzündungen können rezidivieren.

Dann hilft nur noch die Extraktion.


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Kommentar von FeeGoToCof
19.08.2016, 13:30

Ich danke Dir herzlich für das Sternchen und hoffe, dass Du den Eingriff gut überstehst. Sei vielmals gegrüßt, F. ;)

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Ich habe schon mehrere WSR hinter mir und das Spektrum reicht von äußerst schmerzhaft bis ohne Betäubung nix gemerkt. Die schmerzhafte war eine Entfernung einer entzündeten Wurzel ohne vernünftige Vorbehandlung (paar Jahre her). Heutzutage kann man zB die Entzündung erst mit einer oder mehreren Sitzungen vorbehandeln und dann sollte es schmerzfrei ablaufen. Angenehm ist so eine Behandlung natürlich trotzdem nicht. Die Erfolgsquote liegt leider gutes Stück unter 100%, so dass sich schon einige Krankenkassen weigern, die Kosten zu übernehmen. Die Alternative (Zahn raus) ist leider auch nicht toll.

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ich hatte vor ein paar Jahren ein ähnliches Problem, es wurde alles im Vorfeld versucht aber leider Erfolglos, ich hatte dann auch eine Wurzelspitzenresektion ich merkte von diesem Eingriff, da ich Angst Patientin bin hatte ich den Eingriff im sogenannten Dämmerschlaf, als die Betäubung nach ließ bekam ich schon ziemliche Schmerzen, es brachte leider nix außer Schmerzen und eine Kieferhöhlen Entzündung die der Zahn leider nicht überlebte

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Du hast Recht ...  es hört sich schlimm an.


Eine Wurzelspitzenresektion ist der letzte Versuch einen Zahn zu retten ohne ihn ziehen zu müssen.

Es ist wirklich eine "ekelhafte" Prozedur die dem Arzt viel Können abverlangt. Das einzig Gute dabei ist, dass du dabei im Stuhl sitzt und der Arzt das Ganze machen muss.

Natürlich bekommst du vorher einige Spritzen, damit du keine Schmerzen bei der "OP" hast.

Ich persönlich würde mir sogar überlegen, wenn es ein Backenzahn ist, dass ich mir den Zahn gleich ziehen lasse, denn dann ist definitiv Ruhe und du ersparst dir die Wurzelspitzenresektion. Wenn die keinen Erfolg hat - was ja sein kann - muss der Zahn ja sowieso gezogen werden.


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