Wie wirken sich Speisegesetze/regeln des Christentums/Islam/Judentums auf die Ausführenden psychisch aus!?

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8 Antworten

Wer sich an (Speise)Gesetze halten will/hält , sei es aus Überzeugung, oder aus Angst vor "Strafe".. wird eine große psychische Wohltat erleben.. geradezu eine innere "Befreiung".. wenn er sich selbst auf die Schulter klopfen kann, und sagen:

"Ach wie gut geht es mir, und wie frei fühle ich mich jetzt.

Ich habe mich an die Speise)Gesetze gehalten, und erkenne mal wieder, wie richtig meine Religion ist, und wie frei sie macht, wenn man sich an die Gesetze hält..."

Es ist insgesamt ein erstaunliches Phänomen, wie "gut" sich Menschen fühlen können, wenn sie sich an " ( sinnvolle/lose) Regeln" halten dürfen...

Wenn man ein strenges Reglement verfolgt, dann läuft man natürlich auch immer Gefahr irgendwo mal einen Fehler zu machen. Es gibt in dem Film "Alles auf Zucker" eine schöne Szene, wo die Ehefrau, die plötzlich koscher kochen soll, sinngemäß ausruft: "613 Gesetze, so kann doch kein Mensch kochen". Das war natürlich humorvoll gemeint.

Ich sehe das Problem darin, dass strenge Speise-Regeln vor allem der Abgrenzung dienen sollen und auch genau dafür geschaffen wurden. Viele jüdische Gesetze stammen z.B. aus Zeiten der babylonischen Gefangenschaft (Das Schweinefleischverbot ist älter). Die Juden sahen damals das Problem, dass sich viele Glaubensbrüder ganz bequem in Babylon einzurichten begannen. Um ihre kleine Gemeinschaft zusammenzuhalten, wurden diese Regeln so erweitert, dass man sich praktisch nicht mehr mit Nichtjuden an einen Tisch setzen konnte.

In die heutige Zeit übersetzt heißt das, man kann sich dann nicht eben mal mit Andersgläubigen zum Grillen oder in der Kneipe treffen. Und es ist sicher auch ein Problem, dass man möglicherweise unter Schuldgefühlen leidet, wenn man eine der Regeln übertreten hat. Wenn man sich nur unter Seinesgleichen ist, mögen Speiseregeln hingegen kein Problem darstellen, aber in unserer heutigen Welt hier ist das selten der Fall.

Zum Glück ist die Gruppe derer, die sich pedantisch an jede Regel hält, sowohl im Islam, als auch im Judentum, nicht sehr groß.

Accountowner08 24.08.2015, 11:17

Warum "Zum Glück"? Was findest du daran so schlimm, wenn man die Kultur der eigenen Religion wahren und weitergeben möchte? Wenn niemand sie wahrt, verschwindet sie, und mit ihr die Kultur & Religion...

Ich bin dagegen, dass man Judentum zum Verschwinden bringt.

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Dummie42 24.08.2015, 15:11
@Accountowner08

Blödsinn! Das Judentum verschwindet ja wohl kaum dadurch, dass nicht 100 % koscher gegessen wird.

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Accountowner08 24.08.2015, 17:39
@Dummie42

Das Judentum verschwindet durch Assimilation, d.h. dadurch, dass die Kultur der Juden sich nicht von der Kultur der Umwelt unterscheidet. Natürlich ist es anstrengend, eine eigene Kultur zu bewahren, die nicht gleich ist wie die Mehrheitskultur. Sei es jetzt shabat oder kashrut oder jüdische Feiertage, etc.

Warum empfindest du es als Glück, dass es nur wenig Juden und Moslems gibt, die das Bestreben haben, ihre eigene Kultur zu wahren, statt ganz in der Mehrheitskultur aufzugehen. bist du für den totalen Einheitsbrei? Fühlst du dich von fremden Kulturen bedroht?

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Judentum: Ich kann mir vorstellen, dass die Schächtung eines Tieres für ein Kind kein schöner Anblick ist.

Christentum:

Das Fasten kann sich im gesunden Maß positiv auf Körper und Psyche auswirken kann aber auch in zu hohem Maße Depressionen hervorrufen.

homme 23.08.2015, 18:12

Nur damit kein falscher Eindruck entsteht:

Das Fasten ist im Christentum keine bindende religiöse Regel, sondern der persönlichen Beliebigkeit überlassen!

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Dummie42 23.08.2015, 18:14

Ach naja... Schächten oder Schlachten ist wohl nie ein schöner Anblick. Wer auf dem Lande groß wurde und älter als, sagen wir mal 30 ist, kennt den Anblick. Zimperlich sind da nur die modernen Städter und das hat viel mit Heuchelei zu tun, denn es gibt genug Dokumentationen, die uns vor Augen führen, was sich da teilweise für Horrorszenarios in unseren Schlachthöfen abspielen. Da werden die Tiere auch nicht tot gestreichelt. Das ist sicher nicht besser als das Schächten.

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Dazu gibt es keine allgemeingültigen Aussagen. Viele werden damit überhaupt kein Problem haben. Andere, welche mit solchen "Speisegesetzen oder -regeln" ihre Mühe haben, werden sich deshalb von ihrer Religion abwenden. Und wieder andere werden darunter individuell auf ihre persönliche Art leiden.

sie quälen die menschliche seele

Schreib deine diplomarbeit selber.

Bei Christen:

....und Jesus sprach....es ist nicht wichtig was in den Mund gelangt, es ist wichtig was aus dem Mund herauskommt.

Bei Muslimen

harm....sündig.....Seelennot.

Bei Juden

Oh jeujeujeu.....
Fred4u2 23.08.2015, 17:47

"es ist wichtig was aus dem Mund herauskommt." Dann hat es wohl nicht geschmeckt und es war unrein, deswegen kam es wieder aus dem Mund heraus.  http://www.weltvonmorgen.org/artikel/gfg.htm

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Dummie42 23.08.2015, 18:45
@Fred4u2

Die "LCG", zu der dieser Link gehört, ist eine winzig kleine fundamentalistische christliche und zum Glück völlig unbedeutende Sekte und steht zum Glück nicht für das Christentum, sondern für ein völlig falsches Bibelverständnis, das ähnlich wie die Salafisten am Buchstaben klebt.

Wer so blöd ist, dieses wunderbare Zitat aus Matth. 15:10-11 derart aus dem Zusammenhang zu reißen und so misszuverstehen, der hat nichts begriffen.

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Keine Ahnung was du mit "psychisch" meinst. Ich lebe koscher und ich bin damit glücklich.

Dummie42 23.08.2015, 18:16

So richtig ganz streng mit Doppelküche und Doppel-Geschirr, das regelmäßig in der Mikwe gebadet wird?

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Stupor 24.08.2015, 01:49
@Dummie42

Doppelküche ist für einen Privathaushalt nicht unbedingt notwendig, vor allem wenn eine Wohnung keine Doppelküche zu läßt oder die Familie dafür zu klein ist. Und auch doppelter Kühlschrank ist nicht notwendig, wenn man bestimmte Regeln dabei beachtet, wenn man tatsächlich auch Fleisch zubereitet.
 
4x  verschiedenes Geschirr, denn zu Pessach darf das normale Geschirr nicht verwendet werden. Aber da mir das Zubereiten von Fleisch für mich alleine zu aufwendig ist, ist meine Küche ganz einfach milchig. Und für die kurze Pessachzeit oder mir jemand Fleisch schenkt, nutze ich Pappteller und Plastikgeschirr Zu Pessach lasse mir die Speisen aus einer entspr. Küche zukommen.
 
Das letzte Mal als ich etwas in die Mikwe tauchte, war ein kleiner Metall-Flachmann für Wodka, und das war vor einem Jahr.
 
Wie kommst du darauf, man müsse sein Geschirr regelmäßig tauchen?

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Accountowner08 24.08.2015, 11:12
@Dummie42

Doppelküche und Doppelgeschirr, Kaschrut ist kein Problem, wenn du dich innerhalb des Systems bewegst, d.h. wenn alle Freunde etc. auch koscher haben, wenn man in der Nähe der koscheren Geschäfte wohnt, etc.

Kompliziert ist es nur, wenn man koscher ständig von nicht-koscher abgrenzen muss, (z.B. wenn man in ein nicht-koscheres Restaurant geht, und versucht dort koscher zu essen oder wenn einen Freunde einladen, die nicht koscher halten. Das versucht man am besten erst gar nicht...)

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Dummie42 24.08.2015, 15:16
@Stupor

Wie kommst du darauf, man müsse sein Geschirr regelmäßig tauchen?

Ich habe vor nicht allzu langer Zeit eine Doku über ein koscheres Restaurant gesehen und da wurde das so gehalten, also zumindest wurde es so gesagt und gezeigt, aber möglicherweise haben sie auch etwas übertrieben.

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Accountowner08 24.08.2015, 17:36
@Dummie42

Das ist nur vor dem ersten Gebrauch, nicht regelmässig. Du hast da was missverstanden...

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