Wie wird Spenderblut aufbewahrt?

5 Antworten

Nach der Blutentnahme von ca 0,5 Liter Blut gibt es nur sehr wenige Gelegenheiten, bei denen das Blut so, wie es ist, belassen wird. Man nennt das "Vollblut". Meist wird Vollblut nur im Rahmen von Eigenblutspende genutzt. Eine Vollblutkonserve kann nur recht kurz kühl gelagert werden, etwa 2 Wochen. 

In der Regel wird das Spenderblut zentrifugiert und in die einzelnen Bestandteile aufgeteilt. Das wären wesentlich im Einzelnen...

... die Erythrozyten. Die sind sicher das, worauf deine Frage hauptsächlich abzielt.  Dies sind die roten Blutkörperchen, diefür den Transport von Sauerstoff im Organismus zuständig sind. Aus jeder Blutspende wird genau ein Erythrozytenkonzentrat (EK) von etwa 300 ml gewonnen. Dieses wird nicht mit anderen EKs gemischt. Es ist ein einzigartiges Produkt, das mit einer eigenen Nummer ausgestattet bei Problemen vom Empfänger  bis zum Spender zurückverfolgt werden kann. In einem EK ist nur wenig Flüssigkeit und so gut wie keine weißen Blutkörperchen enthalten, was wichtig ist für die Verträglichkeit. EK können bei 2-6°C maximal 35-42 Tage gelagert werden.  

... die Thrombozyten. Das sind die Blutplättchen, die für die Blutgerinnung wichtig sind. Da Thrombozyten immunologisch nicht ganz so problematisch sind, werden sie in der Regel gepoolt hergestellt, es werden also die Thrombozyten mehrerer nach Blutgruppe passender Spender gemischt und daraus die Thrombozytenkonzentrate hergestellt. Thrombozyten müssen bei Raumtemperatur gelagert werden, haben aber nur eine extrem kurze Haltbarkeit von drei Tagen, bevor sie ihre Funktion verlieren.

... das Plasma. Befreit von allen zellulären Bestandteilen ist Plasma frei von AB0-relevanten Antigene, kann also keine der gefürchteten Abstoßungsreaktionen auslösen, wie z.B. ein EK. Man kann daher ruhigen Gewissens jede Menge Plasma poolen - dutzende Liter sind eine Charge, aus der Plamakonserven hergestellt werden. Plasma wird tiefgekühlt gelagert  (und daher FFP genannt - Fresh Frozen Plasma) und ist so bis zu 24 Monaten haltbar.

Natürlich werden alle Blutspenden auf Keime etc untersucht. 

Das Blut wird nach der Entnahme getestet, auf Infektionskrankheiten und die Blutgruppe wird auch jedes Mal mitbestimmt. Die Spende selbst wird entweder gefiltert und dann als sogenanntes Vollblut weiter gegeben, meistens aber zentrifugiert und danach geteilt in 1 Blutkonzentrat und 1 Plasma. Wenn das Labor alle Ergenisse hat und alles gut ist, sprich negativ, werden die Produkte etikettiert und dann nach Blutgruppen sortiert im Kühlhaus bei ca. 4°C gelagert. Die  Haltbarkeit sind max. 7 Wochen, meistens kürzer. Je frischer desto besser.

Das Spenderblut wird nicht grundsätzlich nach Blutgruppen sortiert zu großvolumigen Gemischen zusammengegossen.

Eine solche Mischung würde nach der obligatorischen Testung sämtlicher Einzelportionen nur gemacht werden, wenn eine größere Menge eines abgleiteten Produkts daraus hergestellt werden soll.

Wenn Vollblut an Patienten transfundiert werden soll, wird die erforderliche Anzahl an Einzelbeuteln zu je 500 ml verwendet. Dadurch ist die Rückverfolgbarkeit sehr gut.

Außerdem wird so das Risiko umgangen, falls tatsächlich in einer Einzelblutspende etwas nicht in Ordung sein sollte, dass dann der Schaden an mehrere Patienten weitergetragen wird.

Bitte Fragen nicht beantworten, wenn man davon keine Ahnung hat. In der Antwort ist eigentlich alles inhaltlich falsch.

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