Wie wird sich die Situation für Dieselfahrzeuge in Deutschland entwickeln?

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4 Antworten

Niemand kann vorhersagen, wie sich die Situation für Diesel-Fahrzeuge in den nächsten 20 Jahren entwickeln wird. 20 Jahre sind in unserer schnelllebigen Welt eine nicht mehr planbare Zeit. Und ob es um eine Hausheizung, ein Auto, oder einen anderen wesentlichen Energieverbraucher geht: jede Entscheidung für oder gegen eine bestimmte langlebige Technologie ist letzlich eine Art Wette auf die zukünftige Entwicklung. Diese Wette kann man gewinnen oder verlieren. Soviel an allgmeiner Vorrede zum Thema "20 Jahre".

Bei Umweltthemen ist Deutschland häufig (nicht immer) in Europa Vorreiter, neben den skandinavischen Ländern und der Schweiz. Insofern kann es schon sein, dass in Deutschland gewisse Umweltnormen früher kommen als im Rest von Europa. Aber egal ob Katalysator, Dieselpartikelfilter, diverse Sicherheitstechnik, alternative Kraftstoffe ... alle diese Themen kamen mit ein paar Jahren Verzögerung in anderen europäischen Ländern auch. Innerhalb der europäischen Union gibt es keine wirklich lang anhaltenden nationalen Alleingänge mehr.

Jetzt zu Deiner Kernfrage:

Hier kann ich Dir nur meine subjektive persönliche Einschätzung abgeben. Ich kann mit meiner Einschätzung danebenliegen - und JEDER andere auch. Es gibt einfach zu viele Einflussfaktoren, die die Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten beeinflussen können.

Ich glaube, dass es vor dem Hintergrund der Klimaproblematik, und damit der Notwendigkeit möglichst wenig Erdöl und andere fossile Energien zu verbrauchen, für besonders effiziente Motoren auch längerfristig noch eine Notwendigkeit gibt, und diese Motoren daher von politischen Entscheidungen nicht ganz verbannt werden - das trifft nach meinem Dafürhalten auch für den Dieselmotor zu.

Allerdings wächst aufgrund der Bevölkerungszunahme speziell in den städtischen Ballungsräumen und aufgrund des steigenden Sicherheits-, Umwelt- und Gesundheitsbewusstseins in der Bevölkerung der Druck auf die Politik, die Schadstoffbelastung in den Städten zu senken. Speziell bei den Stickstoffoxiden, welche zu wesentlichen Teilen aus dem Verkehrssektor kommen, sind da in Zukunft drastischere Maßnahmen als bisher zu erwarten. Derzeit in der politischen Abstimmung ist zum Beispiel eine zusätzliche Stufe bei den Umweltplaketten (bisher rot - gelb - grün) - die blaue Plakette. Die ersten Städte werden wahrscheinlich schon kurz nach der Verabschiedung der entsprechenden Verordnung entsprechende, noch strengere Umweltzonen ausweisen. Nachdem was ich gehört habe wird diese Anforderung nur von PKW-Motoren nach Euro 6 Norm erfüllt.

Mein Tip für Dich: Kaufe Dir ein möglichst sparsames Auto. Längerfristig werden die Kraftstoffpreise auf jeden Fall wieder steigen. Wenn Du ausgesprochener Vielfahrer bist (nur dann!), kaufe Dir einen Diesel, und zwar den sparsamsten, den es in der entsprechenden Fahrzeugklasse gibt. Und nimm auf jeden Fall das Modell mit der besten Schadstoffklasse, die es derzeit zu kaufen gibt, also nach Euro 6 Norm, und beim Diesel mit SCR-Schadstoffminderung (das sind die Fahrzeuge mit zusätzlichem Tank für AdBlue). Das gibt Dir keine Sicherheit für die nächsten 20 Jahre (siehe meine einleitenden Worte), aber zumindest für die nächsten 8 bis 10 Jahre. Zum Vergleich: Die Euro 4 Norm und der Rußpartikelfilter, die Dir heute noch die Zufahrt zu allen Umweltzonen erlauben, ist etwas über 10 Jahre alt.

Für Kurzstreckenfahrer wird in absehbarer Zukunft das Elektroauto das Mittel der Wahl sein.

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Auch wenn aufgrund der Abgasaffäre gerade kräftig über den Diesel geschimpft wird, wird der Diesel auch in 20 Jahren noch eine wichtige Rolle spielen. Der Diesel verbraucht weniger, was für die Erreichung der Klimaziele wichtig ist.

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Niemand kann wissen, was in den nächsten Jahren sein wird. Und in 20 Jahren erst recht nicht.

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